Posted by on 24. Juli 2020

Es ist immer einfach, Kritik zu üben. Der Hang zum Nörgeln ist möglicherweise tiefer verankert, als in Entzücken auszubrechen. Wer jetzt befürchtet, dass der Tenor dieses Artikels sein könnte, dass ich die Leica M10-R „trashe“, täuscht sich. Sie ist als Vertreterin der M10-Reihe eine der am höchsten entwickelten digitalen Reinkarnationen der analogen M-Kameras. Wer sie erwirbt und innerhalb ihrer begrenzten Möglichkeiten benutzt (und die sind begrenzter als bei der originalen M10, egal was Leica Marketing babbelt), wird Ergebnisse erzielen, die nur wenige andere Produkte annähernd erreichen. Dafür sind diese „anderen Produkte“ vermutlich vielseitiger, haben Autofokus, Bildstabilisierung, Video-Kapazität etc. Diese Auswahl trifft man allerdings schon, wenn man sich überhaupt für eine digitale Messsucherkamera entscheidet, egal welche.

Eines ist mir klar geworden: Ich sehe die Leica M10-R nicht als Fortschritt gegenüber der M10-P oder originalen M10 sondern lediglich als Variante für eine Zielgruppe, die die Auflösung will oder braucht (wofür?). Wer eine der vorgenannten „älteren“ M10-Kameras besitzt, sollte sich einen Wechsel auf die M10-R reiflich überlegen. Die möglichen Vorteile sind marginal und es gibt Nachteile, die die M10-R für mich persönlich zu einem No-Go machen.

Bei der M10-R ist nur eines anders als bei der M10-P: Der Sensor. 40 statt 24 MP. Leica-Marketing und Leicas Blogger-, Vlogger- und Review-Acolyten entfesseln den wohlberechneten Hype um die subjektiven Vorteile der Auflösung und der angeblich überlegenen Dynamik. Beides ist bei nüchterner Analyse anfechtbar.

Das Upgrade auf den neuen Sensor ist definitiv nur ein Pseudo-Fortschritt. Ich zitiere aus Erwin Puts letztem Blog-Eintrag (der übrigens „Der Schwanengesang der Fotoindustrie“ betitelt ist):

„Die Fotoindustrie ist in technischer Hinsicht schon lange nicht mehr fair (wenn sie es denn je war!). … Wer braucht wirklich 3000 Autofokus-Punkte. Oder 40 Mp? …  Die neueste Leica M10-R ist eindeutig ein Produkt, das nur von Marketingleuten konzipiert wurde, um den Verkauf anzukurbeln. …  Es ist unverständlich, dass wir alle immer noch darauf hereinfallen. … Die Snobs unter den Amateurfotografen werden eine andere Meinung haben. Man muss nur in eines der vielen Foren gehen, um zu erfahren, wo sich das Wissen befindet. Nicht im Hirn, schätze ich.“

Die beiden obigen Bilder trennen 10 Jahre, beide sind bei heftigem Regen in der Breitach-Klamm entstanden. Das erste Foto stammt aus der Leica M9, das zweite (vor zwei Wochen erstellt) aus der Leica M10. Ich bezweifle, dass irgendjemand „mit bloßem Auge“ einen Qualitätsunterschied feststellen kann. Wie groß ist der Fortschritt bei Kamerasensoren in den letzten 10 Jahren bei „normalen“ Belichtungssituationen wirklich? Sicher, heute sind die Kameras Nachtsichtgeräte. Übrigens sind beide Bilder mit langen Belichtungszeiten „aus der Hand“ entstanden. Das wird bei der M10-R nicht gehen. Dazu später mehr.

Der überwiegende Teil meiner Leser wird mir zustimmen, dass die Auflösung, selbst die technische Qualität insgesamt bei dem, was ein „gutes Foto“ ausmacht, nur unter „ferner liefen“ aufgeführt ist. Natürlich kommt es auf das Genre an. Was bei Landschafts- oder Architektur-Fotografie durchaus eine Rolle spielt, ist bei Reportage total unwichtig. Wann hätte je jemand bei Betrachtung von Robert Capas Bildern Wert darauf gelegt, die Nähte der Uniformjacke des abgebildeten Soldaten genau zu erkennen, weil das so wahnsinnig viel zur Bildaussage beiträgt? Oder seine Bilder vom D-Day in der Normandie: Das Grauen wird eben genau in der Unschärfe transportiert.

Bei Porträt gar will überhaupt keiner eine Mega-Auflösung, es sei denn, es geht um erkennungsdienstliche oder dermatologische Belange.

Bei meiner initialen Bewertung der M10-R im letzten Blog-Beitrag hatte ich noch gesagt, ich könnte mir vorstellen, upzugraden, wenn mir die (derzeit fiktive) M11 nicht zusagen würde. Nach einiger Reflexion nehme ich das zurück. Ich würde lediglich von meiner „gewöhnlichen“ M10 auf eine M10-P gehen. Weil nämlich die M10 in ihrer ursprünglichen Konzeption mit einem 24 MP-Sensor ausgewogen ist, ein 40 MP-Sensor ist dagegen „overkill“!

Warum? Selbst für ältere Leica-Objektive sind die 40 MP doch ein Klacks. Haben nicht konkurrierende Produkte anderer Hersteller teils noch viel größere Auflösung? Jahaaa … aber die haben auch Bildstabilisierung! Selbst die Q2 verträgt ihre 47 MP deswegen durchaus. Aber 40 MP der M10-R aus der Hand mit langen Belichtungszeiten – die verschmierten Pixel vergällen dem Auflösungs-Fanatiker die Freude am hereinzoomen ins Bild! Darüber spricht natürlich keiner bei Leica-Marketing. In einem kürzlich erschienenen Interview mit Jesko von Oeynhausen kommt in einem kleinen Nebensatz der Hinweis, dass man sich dieses Problems durchaus bewußt ist (ca. bei Zeitindex Minute 12). Er sagt in einem abschliessenden Plädoyer für die M10-R: Wenn du etwas an deiner täglichen Fotografie verändern willst, vielleicht eine Unmenge an feinsten Details festhalten möchtest, nimm dir Zeit und mach das perfekte Foto, benutze vielleicht ein Stativ.“ (!!)

Leica M10-R

Die Breitach-Klamm bei Regen. Leica M10 mit 21mm Super Elmar bei f/4.0 1/15s ISO 200. Ich hatte etwas abgeblendet, um eine längere Belichtungszeit zu erreichen, damit das Wasser mehr „fließt“. Selbst 1/8s ist mit M10 und dem 21mm Objektiv aus der Hand noch machbar. Bei einer Leica M10-R ist so etwas nur mit Stativ möglich. Viel Spass beim schleppen.

Leica M10-R

100%-Ausschnitt aus dem obigen Bild. Man kann jetzt streiten, ob es die höchstmögliche Schärfe hat. Sicher nicht. Aber für ein handgehaltenes Foto gibt’s nichts zu meckern.

Wenn die kommende Leica M11 den zu erwartenden Sensor mit 40 MP oder mehr hat, steht zu erwarten, dass sie dafür konzipiert ist, will sagen, womöglich mit einer Bildstabilisierung ausgerüstet ist. Sonst ist das wirklich wenig sinnvoll. Übrigens empfinde ich für Menschen wie Jesko von Oeynhausen oder Stefan Daniel große Sympathie und ich bin froh, das sie mit der Produktlinie der M-Kameras betraut sind. Ich habe die Hoffnung, dass sie die „Werte des Systems“ im Kern im Auge behalten, auch bei der M11.

Was die hohe Crop-Fähigkeit betrifft, will ich dieses Leica-Markteting Argument nicht für wertlos erklären. Sicher für mich und viele andere ziemlich unwichtig, weil wir es gewohnt sind, das Bild vor Ort zu komponieren, wie es das jeweilige (zuvor deswegen gewählte) Objektiv vorgibt. Es wird vielleicht am Rand ein wenig weggeschnitten oder gerade gerückt. Aber natürlich könnte man auch die ganze Nordkurve fotografieren, wenn man ein Porträt vom Torhüter machen will… die meisten von uns (einschliesslich Jono Slack) können so nicht denken. Aber machbar ist es. Für mich ist jemand, der so arbeitet, ziemlich talentlos.

Ein weiterer Faktor ist natürlich die Performance des neuen Sensors im Vergleich zum älteren. Interessant ist, dass Jono Slack in seinem Review behauptet, eine bessere Dynamik zu sehen. Das ist allerdings eine sogenannte „Expertenmeinung“. Auch bekannt als die niedrigste Stufe einer evidenzbasierten Bewertung… rein subjektiv.

Nun bin ich der letzte, der etwas gegen subjektive Bewertung vorbringen würde. Schliesslich schimpfe ich oft genug über die leichtgläubigen Materialisten, die sich an DxO-Daten hängen. Im zuvor erwähnten Interview sagt Jesko von Oeynhausen bei dem Thema Sensor-Qualität (ca. Zeitindex Minute 6:30), dass der neue Sensor durch den technischen Fortschritt wenigstens ein ebenso gutes Signal/Rauschen Verhältnis aufweist (wie der alte). Ich bezweifle das durchaus nicht. Seltsam, dass er hinzufügt, das durch ein neues Board-Design auch weniger Banding und insgesamt ein „homogeneres“ Bild erreicht würde.

Banding? Was für Banding? Bei der M10 konnte man sich endgültig davon verabschieden. Und was, bitteschön, ist ein „homogenes Bild“?

In dem Interview zur Leica M10-R zeigt Jesko von Oeynhausen ein Beispiel-Bild, um die dynamischen Fähigkeiten des neuen Sensors zu demonstrieren (ca. Zeit-Index Minute 7:20). Das Bild oben entspricht einer identischen Belichtungssituation und ist aus der M10. Der postulierte Dynamik-Gewinn beim neuen Sensor dürfte im Vergleich marginal sein.

Eines ist nicht zu bezweifeln: Nämlich dass die kommende DxO-Bewertung des M10-R-Sensors diesen deutlich höher als den M10-Sensor platzieren wird. Aber nicht, weil der soviel besser ist. Ich habe schon am Beispiel der Leica Q und Q2 gezeigt, dass die Bewertungskriterien bei DxO so angelegt sind, dass höher auflösende Sensoren bei sonst gleichen Eigenschaften die niedriger auflösenden im Ranking übertreffen.

Vor einiger Zeit habe ich ein eher emotional angelegtes „Opinion-Piece“ geschrieben, das sich recht kritisch gegenüber Leica äußerte. Vielleicht zur Überraschung einiger, die diese Webseite unter dem Eindruck besuchen, mich selig lächelnd im ewigen Leica-Nirwana vorzufinden. Ich wurde gar ein „Hardcore-Traditionalist“ genannt (nein, das ist kein schlimmer Vorwurf). Ich würde mich aber eher als Hardcore-Großhirnbesitzer bezeichnen.

Ist die M10-R eine gute Kamera? Ganz zweifellos, wenn man sich der Konsequenz auf die Auswahl der Belichtungszeit durch die hohe Auflösung bewusst ist, kein Problem. Dabei spielen für mich andere Nachteile kaum eine Rolle (größere Bilddateien, langsamere Bildverarbeitung in der Kamera, geringere Akku-Laufzeit). Wer für sich die Crop-Fähigkeit und den Detailreichtum der Fotos als wichtig erachtet, kann im Überfluss schwelgen.

Ich bleibe bei der M10 und warte mal, was die M11 so bringt. Bisher habe ich jedes Folgemodell der digitalen M’s sofort genommen. Bei der M11 bin ich mir nicht so sicher. Vielleicht wird es dann eine M10-P (oder vielleicht eine M10-M?).

Auf einen Blick:

Vorteile der Leica M10-R:

  • Hohe Auflösung, daher Detailreichtum der Bilder verbunden mit hoher Crop-Fähigkeit
  • leichter Dynamik-Gewinn der DNG-Dateien

Nachteile der M10-R:

  • handgehaltene Belichtungszeiten verkürzen sich
  • Rauschverhalten des Sensors ungünstiger
  • mehr Speicherplatz für die großen Bilddateien
  • langsamere Verarbeitung in der Kamera wegen der Datenmenge
  • kürzere Akkulaufzeit
  • fast 700 Euro teurer als eine M10-P, über 1000 Euro teurer als eine M10

Update, 31.07.2020: Ich habe mittlerweile viele ähnliche Stimmen im Netz gefunden, die der M0-R bescheinigen, ein reines Marketing-Produkt ohne viel Sinn zu sein. Dazu muss man sich natürlich aus dem Dunstkreis der Fotografen entfernen, die ihr logisches Denken an Leica verkauft haben. Es ist fast schon Mitleid erregend, wie sich die Leica-ahängigen Reviewer in Begründungsnot winden, warum man diese Kamera kaufen sollte. Jono Slack weist fairerweise darauf hin, dass er Leica verpflichtet ist. Bei anderen wird das nicht klar. Ich bin mir zum Beispiel über den Status von Patrick Ludolph in der Hinsicht nicht sicher. Sein M10-R Review endet zwar mit der Empfehlung an die M10 und M10-P Nutzer, nicht upzugraden, aber zwischendurch habe ich das Gefühl, dass er nach Argumenten „Pro-M10-R“ sucht und nicht so richtig fündig wird. In seinem Video vergleicht er Fotos mit der klassischen M10. Am Ende ist nur die Dynamik in den Lichtern bei der M10-R marginal besser (und die Frage ist dabei, ob das nicht eher auf Software-basierten Kniffen zurückzuführen ist), das Rauschverhalten sogar schlechter (und wen überrascht das?). Ich persönlich fand auch das Farb-Rendering der M10 besser, aber dazu gab es keine Wertung. Seltsam, dass die Problematik kürzerer Belichtungszeiten (aus der Hand) wegen der Auflösung mit keinem Wort angesprochen wurde. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass dieses Detail einem erfahrenen Fotografen entgeht.

Aber wie schon Erwin Puts konstatiert: Wenn man nicht das sagt, was die Industrie hören will, bekommt man keine Kameras mehr zum Review. Zitat aus einem Blog-Eintrag von Erwin Puts:

Ich habe seit Jahren keine Leica-Produkte von der Fabrik oder dem Importeur erhalten, weil ich ein Produkt oder die Marketingtexte noch immer unabhängig kritisch betrachten möchte. Ich will mich nicht an dieser Wohlfühlstrategie beteiligen und das Ergebnis ist da. Nicht, dass ich darüber traurig wäre! Die Verbindung zu Panasonic ist jetzt so stark, dass Leica für dieses Unternehmen eine gehobene Strategie zu sein scheint. Es ist nicht mehr interessant, über Leica-Produkte zu schreiben, da die Produkte denen der Konkurrenz immer ähnlicher werden und die Philosophie des Unternehmens mehr auf die Erzielung von Gewinnen ausgerichtet ist als auf die Herstellung von Produkten, die für den Fotografen interessant sind, wie zu Zeiten von Wetzlar und sogar Solms.

Besonders emotional ist ein Statement von Steve Huff, denn ich noch aus meinen M9 Tagen als glühenden Leica-Fan kenne. Er hat sich bei mir mit seiner Geister-Seherei in Miskredit gebracht (ein unglaublicher Haufen Idiotie), aber sein Statement zur M10-R unterschreibe ich. Wenn man den Artikel in einen Satz fassen will: Die M10-R ist für ihn ein Verrat an der Philosophie der M-Kameras.

Comments

  1. Max
    24. Oktober 2020

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    Ich mag die Auseinandersetzung und auch die reflektierte Art Deiner Sicht auf die Dinge. Die M10 ist für mich in vielen Dingen fantastisch. Ich wünschte mir jedoch, dass Leica auch Dinge wie Akkulaufzeiten weiter entwickeln würde, dieser Punkt juckt mich doch sehr bei der M10. Im Himalaya gibt es nicht überall Möglichkeiten zu laden, nur um dies als extreme Situation zu nutzen. Dies ist nur mein Empfinden, aber eine Weiterentwicklung sollte sich im Ganzen auswirken. Ich persönlich kann die M10 nur empfehlen. Bin vom Sony a7 Sytem umgestiegen. Fotografiere Doku und Landschaft mit nur dem 35er Summicron ASPH. Es ist ein wahnsinns System das einfach nur Freude macht und motiviert die Gegenwart zu konservieren.

    Alles eine gute Zeit.

  2. Philipp
    22. September 2020

    Leave a Reply

    UUhhpps, das habe ich bisher so gar nicht bedacht ist aber völlig schlüssig. Die Anzahl der Pixel ist jenseits des Sehbaren, deren Ausnutzung von menschlich bedingter Verwicklung begrenzt und übermäßiges Vergrößern eher ein Zeichen der falschen Bildgestaltung oder falscher Linse Linse. Sehr interessant! Hätte mir das Teil (Brillenträger) eh nicht gekauft, aber jetzt bin ich deutlich weniger „traurig“. Danke! Vielleicht ist am Ende wirklich die Frage, wie groß wir vergrößern wollen (ich meine im Druck).
    Beste Grüße
    Philipp

    • Claus Sassenberg
      23. September 2020

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      Hallo Philipp,

      ich hoffe, es kommt nicht zu kompromisslos daher, wenn ich übermäßiges croppen als „way of live“ bei der Bildkomposition als Mangel an Talent diffamiere (vielleicht ist das zu hart geurteilt). Hin und wieder kann es natürlich nützlich sein, das Potential einer großen Auflösung zu haben!
      Was das ausdrucken oder ausbelichten betrifft, finden sich 40MP weit jenseits der benötigten Auflösung selbst für große Bilder, ausser man braucht sie in Hauswandformat.

      Viele Grüße,

      Claus

      • Philipp
        23. September 2020

        Nein Claus, nicht hart, völlig richtig. Es gibt einen Level der Auflösung (etwa 24 MP) jenseits dessen ist nichts mehr nötig. Die Leica-Men sollten über andere Dinge nachdenken, wie Farben, Farbübergänge und Anmutung. Pixel sind für Deppen. Besser wäre: wie zu entwickeln einen Sensor und eine Linse für Bilder mit Seele, wie berühren die Ergebnisse uns. Wie mein Moment, als ich mit der M9 und dem Biogon meine Tochter photographierte. Auf das Thema der emotionalen Berührung gab es nach der M9 und ihren Farben keine Antwort mehr (die habe ich geliebt). Und wenn Leica alte Schätze reanimiert, sind die modernen Klone unsittlich teuer, Croppen: das ist doch genau das wofür Leica und der Messucher nicht stehen, draufhalten, Pixel sammeln und dann ausschneiden. Das ist gegen die Schule. Du hast also recht. Bleibt die Frage warum die Monochrom die vielen MP hat, aber vermutlich gibt es dafür eine technische Antwort, vermutlich sind es mehr die Schattierungen von Licht je Pixel (und wenn das so ist, dann…).
        Viele Grüße
        Philipp

  3. Peter
    22. August 2020

    Leave a Reply

    Meine M9 Monochrom macht ausgesprochen Spaß, ein Genuss diese Camera zu nutzen und die Ergebnisse zu bestaunen. Was mich reizt an der M Baumreihe ist lediglich die M10P, alles andere macht für mich keinerlei Sinn. Marketing ist wie schon geschrieben in unserer heutigen Zeit ein sehr strapaziertes Gebilde, oft sinnlos ins Nirvana abtauchend uns weiß machend was wir brauchen und uns doch unbedingt zulegen müssen um aktuell zu sein. Um diesen Hype um immer weiter und immer BESSER zu durchschauen bedarf es aber anscheinend eines an Weitsicht und Hinterfragen interessierten mündigen Bürgers. Ein kritischer Blick schadet da nie, leider ist es auch in Folge des Erfolges und der Notwenigkeit seinen Lebensunterhalt zu generieren immer auch notwendig Partnerschaften einzugehen die es nicht mehr erlauben frei und ungebunden zu sein. So ist die Entwicklung bei vielen auch immer gekoppelt mit Abhängigkeiten, wenn man es bemerkt ist es oft schon zu spät und ein umkehren allzu schwierig wenn man sich erst mal bequem zurückgelehnt hat.
    So genieße ich immer wieder deine Artikel umsichtig und ehrlich mit den Dingen umzugehen und zu hinterfragen. Ursache und Wirkung spielen auch heute noch eine wichtige Rolle, alleine Symptome zu behandeln führt nicht zum nachhaltigen Erfolg.

  4. Ingo Reinhardt
    12. August 2020

    Leave a Reply

    Hallo Claus,

    seit geraumer Zeit verfolge ich die Messsucherwelt. Spannend immer wieder Leica und die Marketingabteilung, da ist der Samstagskrimi ja harmlos. Eins muss man den Mitarbeitern lassen, kreativ ist dieser Bereich der von einer Teilstrategie des Marketings zur Unternehmensstrategie mutiert ist und die gesamte zukünftige Strategie des Unternehmens festlegt. Das Unternehmen will sparen, ja bitte mit dieser Abteilung anfangen. 2004 ist die American Marketing Association dazu übergegangen, ihre 20 Jahre alte Definition zu modernisieren und vom Postulat einer unidirektionalen Promotion zum dialogorientierten Begriff des Kundenbeziehungsmanagements zu wechseln. Man sieht das in Bezug zur Summarit-Reihe. Keine Mitteilung zur Aufgabe der Reihe! Ich schließe mich meinen Vorrednern an: ich brauche keine M10-R mit 40 MP. Zur Erinnerung S. Salgado fuhr einen 2CV und hatte eine EOS-1ds Mark III mit 21 MP. Seit Jahren bin ich mit meiner M8 und Voigtländer-Objektiven für BW und mit der M9 mit der Summarit-Reihe 35, 50, 90 + Zeiss 2,8 / 25mm unterwegs. Bearbeitung am iMac 27 Zoll.

    Viele Grüße
    Ingo aus Graz

    • Claus Sassenberg
      12. August 2020

      Leave a Reply

      Hallo Ingo,

      die Stimme der Vernunft! Die Verantwortlichen der M-Reihe (ich erinnere mich an ein relativ aktuelles Interview mit Stefan Daniel) behaupten ja auch immer, dass sie bei der Konzeption der Kameras sehr stark auf das Nutzer-Feedback hören, und das glaube ich sogar! Aber dann gibt’s diese Abteilung (Marketing eben…) die offenbar an allen vorbei solche Produkte wie die M10-R konzipiert.

      Im übrigen bin ich überzeugt, dass die Kombo M8 für S/W und M9 für Farbe Spitzen-Ergebnisse liefern wird, die mit modernsten Kameras nicht getoppt werden können.

      Viele Grüße nach Graz,

      Claus

  5. Tom
    10. August 2020

    Leave a Reply

    Hallo Claus,

    nach 1 1/2 Jahren mit der M240 ist mir letztens eine einjährige M10P zugelaufen…deren Vorbesitzer war auf die M10M umgestiegen und machte mir ein Angebot, das ich nicht ablehnen konnte. Und was soll ich sagen – die M10P ist für mich die perfekte Messsucherkamera! Oder vielleicht sollte ich „fast perfekt“ sagen, denn die M10M steht auch irgendwann mal auf der Wunschliste (aber wohl erst dann, wenn eine M11M erscheint?).

    Gut, eine M10R wäre eh nie in Frage gekommen… doch schielt man natürlich als frischgebackener P-Fotograf auf die Spezifikationen des neuen Modells. Aber mir geht es da genau so wie Dir…weder die Daten noch die bisher verfügbaren Beispielbilder lassen mich eine Hypothek aufs Haus (oder den Verkauf einer Niere) zum Erwerb der R in Erwägung ziehen. Interessant finde ich, dass Leica nun aber anscheinend die „normale“ M10 einstellt und die P (zumindest in Nordamerika) im Preis senkt – ich meine zumindest, das irgendwo gelesen zu haben. Das wäre eine spannende Strategie den Bestandskunden gegenüber, die ja eigentlich immer steigende Neupreise gewöhnt sind.

    Viele Grüße,
    Tom

    • Claus Sassenberg
      11. August 2020

      Leave a Reply

      Hallo Tom,

      dass die „normale“ M10 der M10-P weicht, ist ja ein logischer und nachvollziehbarer Schritt. Ich habe mir fest vorgenommen, auf eine M10-P upzugraden, wenn die M11 aus irgendeinem Grund eine Missgeburt wird…

      Manche deuten ja die Einführung der M10-R als Zeichen, dass es mit der M11 noch länger als 1 Jahr dauert. Falls das so ist, kein Problem, ich bin mit meiner M10 sehr zufrieden (hat mittlerweile viel ausgehalten, ohne Zicken zu machen). Und eins ist klar: Was immer die M11 auch bringt, wird eine neue Kamera meine persönliche Fotografie kein Jota verbessern, upgraden ist immer reiner Spieltrieb und Konsumzwang. Aber wer hört schon auf die Stimme der Vernunft?

      Genauso reizt mich eine M10-Monochrom extrem! Ich kämpfe schon geraume Zeit mit mir, ob ich den Schritt wagen soll. Die 40MP sind zwar auch bei der Kamera blöde, aber ich habe mich derart an den M10-Formfaktor gewöhnt, dass ich nicht auf M240 zurück möchte.

      Viele Grüße,

      Claus

  6. Wieland Hoppen
    5. August 2020

    Leave a Reply

    Lieber Claus,
    eine Kette ist ja so stark wie das schwächste Glied, ich habe mir vor kurzem für die Bildbetrachtung und -bearbeitung einen iMac 27″ mit 5K Retina Display mit 15 Mio Bildpunkten gekauft. Ein Genuss. Meine M 10 macht 25 MP, wie soll da der Unterschied zu 40 MP denn angezeigt werden? Wer baut solche Bildschirme? Für Ausschnittvergrößerungen? Da war dann die falsche Brennweite auf der Kamera oder der Fotograf hätte sich bewegen sollen. Bei 0,01 % der Fotos. Bei WhiteWall habe ich Fotos auf 60×80 cm abziehen lassen. Makellos. Die Jagd nach den Megapixeln erinnert mich an die High-End HiFi Anlagen mit einem Frequenzband jenseits der Hörfähigkeit…
    Natürlich muss Leica bei dem Rennen mitmachen, vor allem bei der preislichen Positionierung, aber als Nutzer spüre ich nicht das Bedürfnis meine Kamera einzutauschen.

    Herzliche Grüße

    Wieland

    • Claus Sassenberg
      6. August 2020

      Leave a Reply

      Hallo Wieland,

      auf den neuen iMac habe ich auch schon geschielt… ist jedenfalls sinnvoller als die Pixelzahl der Kamera hochzuschrauben.

      Dass Leica wettbewerbsfähig bleibt und „überlebt“ liegt ja in unser aller Interesse, darum sollen sie ruhig Zielgruppen versorgen, die „Luxusartikel“ wollen. Aber gerade die Sparte M-Kameras war nie wirklich („nur“) Luxus, sondern immer für Leute gedacht, die eine spezielle Art der Fotografie bevorzugen, für die kaum eine andere Marke das richtige Werkzeug baut. Darum ist ein bisschen wie ein „Verrat“, dass sie so etwas sinnloses wie die M10-R in dem Segment herausbringen.

      Der überwiegende Anteil der Nutzer einer digitalen M gehört sicher zu der Gruppe „gehobener Amateur“ oder ist vielleicht Profi, der sich was Nettes gönnt, selbst wenn er die gar nicht für seine „Alltagsarbeit“ gebrauchen kann. All diese Leute können „fotografisch“ denken und wissen, dass 40 MP für eine Messsucherkamera ohne Bildstabilisierung Quatsch ist.

      Man hätte die Finger davon lassen und die Anstrengungen lieber in eine „vernünftige“ M11 investieren sollen. Ich hoffe, dass die Marketing-Abteilung dabei kein Wort mitreden darf.

      Viele Grüße,

      Claus

  7. Kai
    24. Juli 2020

    Leave a Reply

    Lieber Claus.
    Schön, dass es Dir wieder besser geht. Und schön, genau diese Zeilen zu lesen, die meine sein könnten. Ich frage mich, was noch kommen soll. In meinen Augen ist mit der M10 das maximal sinnvolle erreicht. 40MP waren zu erwarten, werden aber noch den Ruf einer manuell zu fokussierenden Messsucherkamera mit optischen Sucher gehörig ruinieren.

    Ja, es geht um Schnelllebigkeit, um Mithalten, um Bedarfsweckung. Würde all das stimmen, was Leica nun mit der neuen M10-R behauptet, hätte sie uns mit der Vorstellung der letzten Leica M10 in die Tasche gelogen. Aber das ist Marke-ting. Ich wünschte mir, die Pastoren hätten es annähernd so gut drauf.

    Ich mache gerade die ersten Gehversuche mit der SL und was die Auflösung betrifft, nutzte ich meistens die kleinste Speichergröße. Was ich an der SL vermisse, hat genau die M10. Und was ich an der M1 vermisse, eben die SL.

    Ich hoffe, dass es Kunden gibt, die eine Außenstelle ihres Hirnes im Herzen haben und weiterhin die normale M10 ordern. Von mir aus sollen die Neureichen, die mit ihren Stadtgeländewagen und Baufahrzeug-gleichen Bereifungen diesen Kram kaufen, denn sie zeigen, wie sinnlos ihr Handeln ist. Mehr Sinnlosigkeit kann man für Geld kaum kaufen. Nur rutscht bei denen das Bedürfnis statt ins Herz in die Hose und da soll bekanntlich noch weniger Hirn vorhanden sein:-)
    Ich glaube, eine bessere Messsucherkamera als die M10 wird es nicht geben.

    Herzlichen Gruß
    Kai

    • Boris Stepanow
      2. Oktober 2020

      Leave a Reply

      Lieber Kai,
      ich besitze einen SUV und bin vielleicht sowas wie neu reich, jedenfalls nicht familiär bedingt alt reich. Und in diesem von mir als privilegiert empfundenen Zustand konnte ich mir eine M240 gönnen und ja, ich schiele auch fasziniert nach der M10-R. Konnte ich deine Vorurteile erfreulich bestärken?
      Sehr schön.Viele Grüße Boris

  1. Eine Woche mit der Leica M10-R | Florian Renz - […] den vielen Einschätzungen recht geben (siehe u.a. im sehr kontroversen, aber sehr interessanten Beitrag der Messsucherwelt), die an dieser…

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