Dünen, Drachen, Dänemark!

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Kommentare

  
  1. AvatarK.Steffens sagt:

    Gerade aus Gründen der Langzeitbelichtungen habe ich neben der M7 eine analoge Leica MP, die ganz ohne Energieverbrauch ewig belichten kann. Was hält einen davon ab ( und Sie haben ja noch eine analoge M ) für solche Aufnahmen einfach mal den klassischen Film zu verwenden? Allerdings bin ich dem Film treu geblieben, weil für mich erkennbar kein Vorteil der digitalen Technik erkennbar ist. Im Notfall bekomme ich eine Entwicklung und einen Scan innerhalb von zwei Stunden, muss kein einziges Bild nachbearbeiten. So fotografiere ich ausschließlich mit der analog.
    Die Insustrie ist ja heute bei einem übersättigten Markt so verzweifelt, dass sie Dinge auf den Markt bringt, die kein Mensch braucht. Allerdings macht sie uns glaubend, wir kämen ohne sie nicht mehr zurecht. Ich denke, wir müssen wieder bescheidener werden, zufriedener mit dem, was es gibt und dürfen uns immer wieder unsere eine, die Kamera fürs Leben, hervorholen.
    Dann werden wir auch wieder das einzelne Bild (mehr) wertschätzen.

    Was mir auch auffällt, und das fällt wahrscheinlich eher den Analogfotografen auf, die digitalen Bilder sind extrem scharf. Für mich so scharf, dass es teilweise unangenehm ist, sie anzuschauen. Und vor dem Hintergrund, dass sich das Sehempfinden in Form von der Abnahme des Schärfeempfinden äußert, finde ich es beinahe erschreckend, wie wir uns selbst unseren Sehsinn von der Industrie manipulieren lassen.

    Sollte ich einmal zu einer M 240 greifen, dann nur, um mit ihr zu filmen. Ansonsten liebe ich den Film. Aber Leica wünsche ich von Herzen viel Erfolg in diesem harten Markt- aber usn allen wieder nachhaltigere und zufriedenere Verbraucher, die sich mehr auf ein Motiv als auf deren Technik konzentrieren.

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Was mich davon abhielt?
      Ganz einfach: Ich hatte die M3 nicht dabei, denn ich wollte nicht so viel Equipment mitschleppen. In Paris hatte ich sie mit, aber dort kam ich mit “normalen” Belichtungszeiten bis 60 Sekunden aus.

      Doch ich muss sagen, dass die Analog-Fotografie auch für mich noch grosse Anziehungskraft hat.
      Allerdings habe ich in unserer Gegend keine Möglichkeit, vernünftige Entwicklung oder gar Scans zeitnah zu bekommen. Meine Schwarzweiss-Filme entwickle ich sogar selbst, weil der normale Fotoservice sie regelmässig versaut (Inzwischen habe ich eine Adresse in Berlin, wo die sich auf S/W-Entwicklung spezialisiert haben, aber alles dauert!). Scans mache ich mit meinem Nikon Coolscan selbst. Die sind sehr gut, aber das Einscannen ist ebenfalls zeitintensiv.
      Nichtsdestotrotz greife ich ab und zu nahezu zwanghaft nach der M3 oder M2. Eine liegt schon wieder geladen mit Kodak-Tri X da…

      Im übrigen werde ich den Teufel tun und mich hier in die analog/digital Diskussion begeben, ich nehme das beste aus beiden Welten! Jedem das seine.

      Was die Schärfe betrifft: Ich stelle beim Stöbern in Foto-Foren immer wieder fest, dass viele Bilder “überschärft” werden, vor allem wegen des exzessiven Gebrauchs des Klarheits-Reglers (Mikrokontrast). Das ist einfach schlechter Geschmack. Ich überlagere z.B. meine S/W Fotos oft ganz bewusst mit Film-Emulation, damit die Körnung den “Schärfe-Effekt” etwas mildert.
      Ansonsten muss man nun mal akzeptieren, dass die grösseren Sensoren (z.B. M4/3, APS-C, Vollformat) den klassischen Kleinbild-Film in Punkto Auflösung übertreffen. Hohe Auflösung kann nicht schaden, sonst hätte es die analoge Mittelformat-Fotografie schliesslich auch nicht gegeben. Die Frage ist allerdings, ob man 42 Megapixel wie bei der Sony A7II braucht – wohl eher nicht, wenn man nicht dauernd Ausdrucke von 3X2 Metern machen will…

      In dem Punkt, dass die Foto-Industrie die Verbraucher manipuliert, stimme ich voll zu! Sie erzeugt einen Technik-Glauben, dass man unbedingt die neueste Kamera braucht, um grossartige Bilder zu produzieren. “Featuritis” ist die Krankheit, von der Leica bisher halbwegs verschont blieb.

      • Avatark.Steffens sagt:

        Hallo, Herr Dr. Sassenberg,

        habe ich meinen Kommentar wohl an die falsche Stelle gesetzt, ich bezog mich ja darauf, dass Langzeitbelichtungen mit der M 240 nicht möglich seien.

        Nein, ich will auch keine Generaldiskussion Analog vs digital führen, beides sind ganz unterschiedliche Bereiche, die nebeneinander co-existieren. Nur für mich persönlich ist es die Entscheidung, bei analog zu bleiben. Und gerade für Langzeitbelichtungen habe ich mir die MP angeschafft, übrigens die komplette M-Ausstattung erst in diesem Jahr. Und oft und kritisch ihre Seiten durchstöbert.
        Aber mit der M 240 würde ich wirklich gern einmal filmen.

        Was die Entwicklung angeht, haben wir in Kiel großes Glück mit zwei Labors, noch nie habe ich einen verkratzten Film zurück bekommen. Ich habe in der Regel aber auch keine Mühe, mal 10-14 Tage auf den Film zu warten. Aktuell warten wieder 30 Filme auf die Entwicklung.
        Bevorzugt nehme ich den Kodak Portra, aber auch den Ektar, im SW gern den Tri X, aber auch sehr gern den Acros oder mal den Ilford 3200. Ich liebe durchaus auch Korn.
        Was die Auflösung betrifft: im analogen haben doch wirklich nur die Profis Mittelformat benötigt, aber noch nicht einmal die Menschen von der Presse. Derzeit arbeite ich an meinem zweiten Bildband (der erste war im Mittelformat), dieser ist mit Kleinbild aufgenommen. Und diese Negative kann ich beim Ekar auf bis zu 60x80cm vergrößern lassen.
        Ja, für viele Menschen geht es gegenüber den Marken mehr umReligion als um die Fotografie. Und wenn ich lese, was alles gefordet und gebraucht wird, frage ich mich, wie unzufrieden man im Leben sein kann. Wer viel an Auswahl braucht, hat meinem Gefühl nach kein Gefühl für die eigene Art und Weise, Dinge zu entdecken und zu sehen.

        Wie Sie es auch tun, nehme ich oft nur ein oder zwei Objektive mit, mehr währe Ballast.
        Ganz ehrlich würden im digitalen Bereich 98% der Menschen mit 12 MP auskommen, ich halte 24MP schon für ziemlichen Luxus. Und von daher bin ich schon froh, dass Leica die SL herausgebracht hat und nicht eine getunte M mit Dingen, die einfach nicht mehr M sein würden. Gerade die Bescheidenheit dieser Kamera, die macht sie mir symphatisch. Ich liebe Knöpfe und liebe Einfachbelegung. Bei einer digitalen M wäre für mich auch ein Display überflüssig.
        Je weniger man an Equipment bei sich hat, um so befreiter kann man fotografieren. Dass Leica aber so polarisiert, habe ich bisher nicht verstanden. Klar sind auch reiche Menschen angetan von diesem Charisma, aber ich versuche oft, zu ergründen, woran der Hass und Proll gegenüber dieser Marke liegt. Ich gehöre lange nicht zu den Reichen und habe konsquent gespart und mir nichts gegönnt, um mir diese Ausrüstung zu beschaffen. Und ich habe Freude damit, wenn ich es in der Hand halte und bin dankbar, aber nicht stolz.
        Bei allem Konsum ist für mich eine Kamera fürs Leben auch etwas nachhaltiges und wertbeständiges. Wenn ich damit Bilder einfange, die andere berühren, dann macht es glücklich.

        Aber wir leben ja auch in einer Zeit, in der Glauben an Gott immer mehr durch Glaube an Technik und Musthave ersetzt wird. Das macht nicht glücklich. Und die Bilder, sie werden immer flacher. Die fehlende Tiefe versucht man dann künstlich am PC durch Ausreizen der Regler zu ersetzen. Und mit immer mehr der fehlenden Tiefe wird die Sehnsucht nach neuester Technik größer- ein Hamsterrad….. Dabei tut ein Schritt zurück ganz gut, man holt sich wieder die Schöpfung in all ihren Formen in den Sucher, hält inne, entdeckt und drückt irgendwann ab, weil sich gefühlt dieser Moment nicht mehr steigern lässt. Dann freut man sich zuhause auf das Bild und trägt es in seinem Herzen. Ja, das liebe ich beispielsweise am Film. So hoffe ich, dass Leica auch in Zukunft auf Beständigkeit setzt und nicht auf Masse. Wenn man sich die Historie dieser Firma verinnerlicht, auch im dritten Reich, dann kann man sich vorstellen, dass auf dieser Marke auch ein Segen liegt.

        • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

          Hallo Herr Steffen,

          das, was Sie schreiben, kann ich aus vollem Herzen bestätigen. Der Technikglaube, das »Überbearbeiten« der Bilder, das Hamsterrad – Zeichen der Zeit. Noch fühle ich mich davon befreit, gelegentlich überkommt mich ein Anfall von G.A.S. (Sie wissen schon: Gear Acquisition Syndrome…), aber nur, wenn Leica was wirklich Gutes rausbringt wie die Q.
          Dann schlafe ich eine Nacht darüber und mache mir klar, dass die M schon alles kann. Die ist jetzt schon seit 2013 mein ständiger Begleiter, immerhin, wenn man ständig die neueste Sony, Nikon oder Canon haben wollte, müsste man alle halbe Jahr das Modell upgraden.
          Das Leica so polarisiert, fasziniert mich weiterhin und so lange ich es beobachte (einige Jahre), verstehe ich vor allem die extreme Verachtung nicht, die manche an den Tag legen. Vermutlich haben die aber ganz andere Probleme.
          Das mit der Auflösung bei »normalen Kameras« sehe ich ebenfalls wie Sie, die 12 MP sind genau ausreichend.
          Übrigens ist es schön, zu hören, dass meine Webseite irgendwie nützlich ist, zumindest um sich eine Meinung zu bilden. Viele haben mir schon geschrieben, dass ihre Entscheidung, sich irgendein Leica-Modell zuzulegen, durch mich beeinflusst wurde. Ich weiss in dem Moment immer nicht, ob ich mich freuen oder eher ein schlechtes Gewissen bekommen sollte. Aber noch stehe ich zu meiner Meinung, dass Leica die vielbesungene »Nachhaltigkeit« noch hat. Mal sehen, wie das in den nächsten Jahren aussieht, das muss schließlich nicht so bleiben.

          An die Rolle, die Leica oder besser gesagt Ernst Leitz und seine Familie in der Nazi-Zeit gespielt haben, sollte ruhig öfter berichtet werden. Ein Beispiel dafür, wie ein aufrechter Mensch (und Christ) einer Diktatur trotzen kann. Nun hat das mit der heutigen Firma nichts zu tun, aber es gibt so etwas wie Unternehmensgeschichte. Wie würde Thyssen/Krupp oder BASF dastehen? Genau.

          Viele Grüsse nach Kiel und viel Erfolg mit dem Fotobuch,

          Claus Sassenberg

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