Ein Objektiv zwischen Standard und Weitwinkel, ein ausgesprochen kompaktes Gehäuse, eine für die Kleinheit der Kamera erstaunliche Bildqualität: Zwei 55 Jahre voneinander entfernte Kameras, Rollei 35 und Ricoh GR IIIx, haben mehr gemeinsam, als es scheint. Bereit für eine Reise in die 40-Millimeter-Perspektive?

Klar, es ist nur ein Stück Material. Aber wohl jede und jeder von uns hat eine Kamera, ein Objektiv oder ein anderes Ausrüstungsteil, das einen außergewöhnlich hohen emotionalen Wert hat. Ich zum Beispiel mag die Rollei 35 sehr, die meine Mutter 1970 von meinem Vater zum bestandenen Staatsexamen bekommen hat. Nach einer Überholung (CLA: clean, lubricate, adjust; reinigen, schmieren, justieren) funktioniert sie wieder tipptopp. Doch meine Mutter macht keine Fotos mehr. So gab sie die Rollei an mich als einziges ihrer Kinder weiter, das noch gelegentlich auf Film fotografiert.

Rollei 35 und Ricoh GR IIIx
Mehr als ein halbes Jahrhundert auseinander, aber ähnlich in der Konzeption: Rollei 35 (1966) und Ricoh GR IIIx (2021), zwei Kameras mit einer Festbrennweite von etwa 57 Grad Bildwinkel (was 40 mm Brennweite im Vollformat entspricht).

Als wir beide kürzlich eine denkwürdige Reise nach Italien unternahmen, hielt ich es für eine gute Idee, ihre kleine Kamera mitzunehmen. Und das nicht nur aus nostalgischen Gründen: Ich wollte das Reise-Erlebnis noch durch ein Analog-Projekt mit vier Kodak Tri-X aufwerten. Und da die 40-Millimeter-Brennweite der Rollei ein attraktiver Kompromiss zwischen 35 und 50 ist, habe ich eine Ricoh GRIIIx dazugenommen. Diese hat für ihren APS-C-Sensor ein 26-Millimeter-Objektiv hat. Das ergibt einen Blickwinkel von 56 Grad (diagonal) und ermöglicht so eine ähnliche Perspektive wie die Rollei .

Kleinheit bedeutet Kompromisse – bei der Rollei 35 wie bei der Ricoh GR IIIx

In diesem Artikel werde ich über die beiden Kameras aus Nutzersicht erzählen und natürlich auch ein paar Fotos zeigen. Für wirklich ausführliche Test- und Hintergrundberichte kann ich phototraveler.chJosef Tröszterund Hamish Gill auf 35mmc für die Rollei 35 empfehlen – sowie den Wiener „Standard“,  digitalkamera.de und DPReviewfür die Ricoh. Mir geht es hier eher um die Gesamtschau und den Vergleich. 

Denn was die Rollei 35 und die Ricoh GR IIIx gemeinsam haben – und worüber ich bisher noch in keinem Artikel gelesen habe: Bei beiden Kameras mussten die Entwickler ein paar markante Kompromisse eingehen, um sie klein zu halten. Doch genau damit haben sie einen zeitlosen Vorteil geschaffen, der über eine Zeitspanne von mehr als 50 Jahren reicht, mit der Rollei am einen und der Ricoh am anderen Ende dieser Entwicklung. 

In einigen Punkten sind sich Rollei 35 und Ricoh GR IIIx erstaunlich ähnlich

In meinen Augen gibt es verblüffende Parallelen zwischen der Rollei 35 von 1966 und der Ricoh GRIIIx von 2021. Bei der Rollei haben die Ingenieure beim Sucher Abstriche gemacht, um Platz zu sparen. Es gibt keinen Entfernungsmesser und keinen Parallaxenausgleich. Somit sind die Rahmenlinien eher eine Andeutung als eine präzise Hilfe für die Bildgestaltung. Bei der Ricoh gibt es überhaupt keinen Sucher. Man muss mit dem (immerhin sehr guten, fein auflösenden und bei Bedarf hellen) Rückdisplay auskommen. Alternativ kann man auch einen teuren optischen Sucher dazukaufen. Dann ist es allerdings mit der Kompaktheit der Kamera ein bisschen vorbei. 

Rollei 35 mit Tessar 3,5/40 und Rollei 35S mit Sonnar 2,8/40
Die ursprüngliche Rollei 35 hatte ein Carl Zeiss Tessar 3,5/40, die spätere Rollei 35S wurde mit dem besser vergüteten und lichtstärkeren Sonnar 2,8/40 von Rollei ausgestattet.

Eine weitere Parallele ist die bescheidene Lichtstärke der Festbrennweiten in beiden Kameras (3,5 bei der Rollei mit dem in Deutschland hergestellten Carl Zeiss Tessar und 2,8 bei späteren Modellen mit einem von Rollei selbst gefertigten Sonnar aus Singapur; 2,8 bei der Ricoh). Eine dritte Gemeinsamkeit der Rollei 35 und der Ricoh GR IIIx ist die etwas fummelige Handhabung. Jene wird in beiden Fällen durch die, sagen wir mal: zierlichen Bedienelemente verursacht. Und schließlich haben die beiden Kameras noch etwas gemeinsam: Sie stehen für Chancen, die Leica verpasst hat, mehr dazu später.


Rollei 35 und Ricoh GR IIIx: Zum Start ein bisschen Rollei-Geschichte

Erfunden wurde die Rollei 35 von Heinz Waaske, der damals für den Kamerahersteller Wirgin in Wiesbaden arbeitete.  1962 erkannte er zwei Dinge sehr klar. Erstens, dass die damals üblichen Spiegelreflexkameras für viele Anwender, insbesondere Amateure und die wachsende Zahl von Reisenden, zu groß und zu schwer waren. Und zweitens, dass ein kleineres Filmformat wie zum Beispiel die damals gängigen 16 Millimeter oder auch das Kleinbild-Halbformat (die Olympus Pen lässt grüßen) inakzeptable Abstriche bei der Bildqualität bedingt. Also ging es darum, die kleinstmögliche Kamera für das volle Kleinbildformat zu entwickeln. Kommt uns Leica-Benutzern ja auch irgendwie bekannt vor.

Eine ungewöhnliche Konstruktion

Waaske machte sich also an die Konstruktion – und er beschritt ungewöhnliche Wege. Er wählte ein versenkbares Objektiv, um die Kamera Taschen-tauglich zu machen. Dafür entwickelte er sogar eigens einen zweigeteilten Verschluss, der teils im Objektiv selbst, teils im Kameragehäuse untergebracht ist. Er konstruierte dann auch noch einen Filmtransport in umgekehrter Richtung (von hinten gesehen, ist die Patrone rechts und nicht wie üblich links). Zudem verlegte er den Blitzschuh auf die Kamera-Unterseite. All das war unerhört.

Rollei 35: EInlegen des Films
Filmeinlegen bei der Rollei 35: Man nimmt die Rückseite ab (ähnlich wie bei der Leica CL), und dann läuft der Film von rechts nach links, was ziemlich ungewöhnlich ist.
Rollei 35 in den Händen eines Benutzers, der Film wird mit der linken Hand weitertransportiert.
Die Rollei in Aktion: So klein… und so speziell mit dem Filmtransporthebel auf der linken Seite. Bild: Emanuel Jauch

Leitz und Kodak hatten angeblich kein Interesse

Doch Waaskes Arbeitgeber Wirgin zeigte kein Interesse an der Konstruktion, weil die Firma ohnehin aus dem Kameramarkt aussteigen wollte. Wie es an verschiedener Stelle heißt, stellte Waaske seine Erfindung bei Kodak und Leitz vor. Aber auch dort winkte man ab. Schließlich heuerte Waaske bei der damaligen Branchengröße Rollei in Braunschweig an. Dort erkannte man das Potenzial dieser ungewöhnlich kleinen Kamera fürs vergleichsweise große Filmformat schnell. Zur photokina 1966 stellte Rollei die neue Kamera vor, und die Resonanz war enorm.

Rollei 35 und Leica M4, zwei Kameras, die 1966 bzw. 1967 auf den Markt kamen
Leica wollte einst die kleinstmögliche Kamera herstellen. Bei der Markteinführung 1966 zeigte allerdings die Rollei 35, was da alles möglich ist; die Leica M4 von 1967 wirkt im Vergleich dazu recht groß.

Kleine Kamera, großer Qualitätsanspruch

Was macht die Rollei 35 also aus? Sie ist zunächst mal aus sehr, sehr guten Komponenten zusammengesetzt: Zu Beginn kam sie mit einem Zeiss-Tessar 3,5/40, einem Präzisionsverschluss von Compur und einem Belichtungsmesser mit Cadmiumsulfid-Messzelle aus dem Hause Gossen auf den Markt. All das war verpackt in eine Kamera, die top verarbeitet und überdies recht ergonomisch zu nutzen war. Dazu gesellte sich noch ein gestalterischer Wurf, der ein bis heute beeindruckendes Stück 60er-Jahre-Industriedesign darstellt. All das zusammen war, unwesentlich größer als eine Zigarettenschachtel, die Grundlage für einen Welterfolg.

Beispielaufnahme, fotografiert mit Rollei 35 und Kodak Tri-X Film
Bari, durch den Sucher der Rollei 35 gesehen. Alle Beispielbilder wurden bei MeinFilmLab entwickelt und gescannt. Ich habe punktuell die Tonwerte angepasst, aber sonst nicht nachbearbeitet.
Beispielaufnahme, fotografiert mit Rollei 35 und Kodak Tri-X Film
Mehr Street Photography mit einer Kamera aus einer Zeit, als dieser Begriff noch gar nicht erfunden war: Eine weitere Szene aus Bari; Frauen verkaufen handgemachte Orecchiette-Nudeln.
Beispielaufnahme, fotografiert mit Rollei 35 und Kodak Tri-X Film
Castel del Monte noch einmal – man sieht hier ganz gut, dass der Rollei-Sucher nicht besonders genau (oder der Benutzer nicht hinreichend vorsichtig) ist.
Beispielaufnahme, fotografiert mit Rollei 35 und Kodak Tri-X Film
Schöne Perspektiven. Einst hätte meine Mutter die schöne Rollei in den Händen gehalten; jetzt bin ich es, der ihr einstiges Examensgeschenk in Ehren hält.
Beispielaufnahme, fotografiert mit Rollei 35 und Kodak Tri-X Film
Tri-X, ein Gelbfilter und ein Objektiv mit guter Auflösung waren schon immer eine gute Kombination für schwarz-weiße, eher grafische Arbeiten. Castello di Barletta.
Beispielaufnahme, fotografiert mit Rollei 35 und Kodak Tri-X Film
Ja, die analoge Fotografie hat einen besonderen Reiz – und ihr eigenes Risiko. Einige der Negative hatten Kratzer (die erkennbar nicht aufs Konto von MeinFilmLab gehen); ich habe die schlimmsten Stellen retuschiert, aber es sind durchaus auch noch Kratzer sichtbar. Santa Maria di Leuca aufgenommen, auf dem italienischen Stiefel ganz im Süden die Spitze des Absatzes.
Beispielaufnahme, fotografiert mit Rollei 35 und Kodak Tri-X Film
Lungomare di Bari. Klingt schon so viel eleganter als Uferstraße.
Beispielaufnahme, fotografiert mit Rollei 35 und Kodak Tri-X Film
Matera von der anderen Seite des Tals aus gesehen, wo es ebenfalls viele Höhlen gibt.

Von Braunschweig nach Singapur

Bald wurde die Produktion der Rollei 35 von Niedersachsen an den Niedriglohn-Standort Singapur verlagert. Die Objektive wurden nicht mehr von Zeiss, sondern in Lizenz von Rollei selbst hergestellt. Es kam eine teurere Version mit einem mehrfachvergüteten Lizenz-Sonnar 2,8/40 (eine halbe Blende lichtstärker) dazu. Aber auch deutlich einfachere Varianten wurden produziert. 

Am Ende waren es wohl um die zwei Millionen Exemplare, die von der Rollei 35 gebaut wurden. Viele davon werden bis heute genutzt oder schlummern in irgendwelchen Schubladen. Es gibt ein großes – und zumeist auch noch erschwingliches – Gebraucht-Angebot, und auch Reparaturen sind nach wie vor recht unkompliziert möglich.

Rollei 35 und Leica CL
Noch ein Größenvergleich: Die Rollei 35 ist deutlich kleiner als die Leica CL, aber dafür hat sie keinen Messsucher und keine Wechselobjektive.

Eine Anleitung wird man für die Rollei 35 kaum brauchen

In der praktischen Anwendung ist die Rollei 35 ausgesprochen unkompliziert. Belichtungszeit und Blende werden an den beiden vorderen Einstellrädern festgelegt, ein Nachführzeiger oben auf dem Gehäuse hilft dabei. Die Entfernung muss man schätzen und dann ebenfalls einstellen, bevor man die Kamera ans Auge nimmt. Schließlich ein Blick durch den Sucher – die Rahmenlinien sind wie gesagt eher Anhaltspunkte –, und dann schnurrt der mechanische Verschluss leise und erschütterungsfrei.

Rollei 35 und Ricoh GR IIIx: Bedienungsanleitungen
Das ist bezeichnend: Die Rollei 35 kommt mit einem kleinen Faltblatt für Deutsch und Englisch aus, während die Anleitung der Ricoh schon in einer einzigen Sprache die Dimension eines kürzeren Romans hat.

Erst denken, dann einstellen und dann geht alles ganz schnell

Ich habe mich bei meinem Projektchen für den mir sehr vertrauten Tri-X entschieden, weil ich auch in Innenräumen fotografieren wollte und zugleich den Spielraum für einen Gelbfilter draußen brauchte. Filter sind an der Rollei 35 übrigens so eine Sache. Mein frühes „Made in Germany“-Modell hat ein 24er Filtergewinde vorne am Tessar. Spätere Modelle mit Sonnar sind auf die sehr viel gebräuchlicheren 30.5er Filter ausgelegt. 24er Filter sind leider schwer zu bekommen. Ich habe nur eine leere 24er Fassung und einen alten 27er Zeiss-Ikon-Filter auftreiben können. Mit Geduld und einer Feile konnte ich es dann doch noch passend machen. 

Doch zurück zum Tri-X: Bei dessen bekannten Qualitäten hatte ich mit der Belichtungsmessung keinen Stress. Wenn der Filter drauf war, habe ich die nach Außenmessung korrekten Werte eingestellt und dann mit Blende und/oder Zeit auf zwei Stufen Überbelichtung korrigiert. 

Sicher ist sicher: MeinFilmLab statt Wechselsack und Dose

Die Negative gingen dann zu Jörg Bergs; MeinFilmLab ist absolut empfehlenswert. Ich hätte die Filme auch selbst entwickeln können, aber ich habe (noch?) keine vernünftige Scanner-Lösung für Negative. Und mir blieben auf diese Weise die bangen Blicke auf die Negative nach dem Schusswässern erspart. Ich habe mich für Scan-Größe L entschieden (ca. 3090×4290 Pixel), beim prägnanten Korn des Tri-X schien mir das ausreichend.

Die kleine Rollei 35 macht einfach Spaß

In Summe hatte ich – nicht nur als nostalgischen Gründen – ein schönes Fotografier-Erlebnis. Die Rollei 35 macht Spaß, und sie liefert gute Ergebnisse ab. Das Objektiv zeichnet vor allem etwa abgeblendet super scharf (wenn korrekt eingestellt), und die Einfachvergütung hat sich als ausrechend erwiesen. Innen kommt man mit ISO 400 und einer maximalen Blende von 3,5 schon schnell an Grenzen, wobei ich mit 1/15 Sekunde mehrfach Glück hatte. Dazu trägt das relative hohe Gewicht der Kamera (400 Gramm) ebenso bei wie die geringe Masse der beim Auslösen bewegten Teile.

Rollei 35, Gelbfilter, Kodak Tri-X
Eine frisch überholte Rollei 35, ein Tri-X und ein Gelbfilter… und schon kann der Spaß beginnen.

Was wäre wohl gewesen, wenn Leica…?

Bleibt die Frage, was gewesen wäre, wenn Leitz damals Heinz Waaskes Konstruktion angenommen hätte. Das ist natürlich alles rein spekulativ, aber so hätte es laufen können: Die CL und vielleicht auch die Kooperation mit Minolta wären nicht in dieser Form zustande gekommen. Leitz hätte vielleicht ebenfalls eine eigene Fertigung in Fernost aufgebaut. Die Marke Leica hätte eine größere Verbreitung gefunden und wäre heute möglicherweise mehr als ein Nischenhersteller (oder weg vom Fenster). Hätte, wäre, würde – es ist müßig. Was aber als gesichert gelten darf: Viele, die heute gerne mit einer analogen Leica fotografieren, werden die Rollei 35 ebenfalls faszinierend finden. 


Rollei 35 und Ricoh GR IIIx: 55 Jahre später, im Digitalzeitalter

Eine so tiefe Verwurzelung in die (nicht nur fotografische) Historie wie die Rollei 35 kann die Ricoh GR IIIx natürlich nicht vorweisen. Aber die Geschichte dieser Marke reicht immerhin auch schon bis in die 1930er Jahre zurück. Sie umfasst unter anderem auch Engagements in der Bürokommunikationstechnik. 2011 übernahm Ricoh die Traditionsmarke Pentax und hat seither seinen Ruf als engagierter Nischen-Hersteller gefestigt, bei dem Bildqualität groß geschrieben wird.

Seit 1996 steht Ricoh GR für tolle Bildqualität mit kleinen Kameras

Die GR-Serie steht dabei seit Analog-Zeiten für hohe Bildqualität dank ihrer klasse Festbrennweiten-Objektive. Die analogen Modelle mit ihren 28er-Objektiven werden von vielen Benutzern bis heute heiß geliebt, zumal sie durchaus in der Liga von Contax T2, Leica Minulux und Co. spielen. Nach einer Reihe von „GR Digital“-Modellen mit vergleichsweise kleinen Sensoren stellte Ricoh dann 2013 das nur noch als GR bezeichnete Modell vor. Dieses brachte erstmals in einem super kompakten Gehäuse einen vollwertigen APS-C-Sensor unter. Zugleich führte es die Tradition des 28er-Blickwinkels fort (mit einer Nominalbrennweite von etwa 18 Millimetern). 

Beispielaufnahme, fotografiert mit der Digitalkamera Ricoh GR IIIx
Der gleiche Blickwinkel wie bei der Rollei, aber schon hier wird deutlich, wie anders die moderne digitale Ricoh GR IIIx die Motive wiedergibt. Noch einmal Trani mit seiner wunderschönen Kathedrale. Auch diese Bilder wurden nur geringfügig nachbearbeitet (kein Nachschärfen, keine Klarheit hinzugefügt, kein Beschnitt, sofern nicht anders angegeben).
Beispielaufnahme, fotografiert mit der Digitalkamera Ricoh GR IIIx
Jede Menge Details und Schärfe, selbst in eher schlecht beleuchteten Situationen: Im Inneren der byzantinischen Kirche San Pietro in Otranto. ISO 400.
Beispielaufnahme, fotografiert mit der Digitalkamera Ricoh GR IIIx
Knackig und frisch, Gemüse wie Bild. Dieses Gemüse wird „rapa“ genannt und wird hauptsächlich in Apulien angebaut. Schmeckt hervorragend zu Orecchiette-Nudeln, einem typischen Gericht in diesem tollen Teil Italiens.
Beispielaufnahme, fotografiert mit der Digitalkamera Ricoh GR IIIx
Ich wollte irgendwie schon immer mal was mit Katzen machen. In dieser Szene gefiel mir der Kontrast zwischen den gleichförmigen Gebäudeteilen und der feinen Struktur des Katzenfells. Und natürlich die wirklich eleganten Farben …
Beispielaufnahme, fotografiert mit der Digitalkamera Ricoh GR IIIx
Gallipoli ist ein weiterer wunderbarer Ort in Apulien, er liegt an der anderen Küste, am Ionischen Meer. Mittelalter trifft auf Moderne in den letzten Momenten der blauen Stunde. ISO 3200.
Beispielaufnahme, fotografiert mit der Digitalkamera Ricoh GR IIIx
To whom it may concern (ich brauch’s nicht): Ricoh-Blendenstern, abgeblendet auf 14.

Es gab sogar mal kurz eine Ricoh mit M-Bajonett!

Einen bemerkenswerten Sonderweg stellte dann noch das GXR-System vor, bei denen Sensor und Objektiv als komplette Einheit ausgewechselt wurden. Ricoh bot in diesem System auch ein Modul mit M-Bajonett und APS-C-Sensor ein, aber das wäre eigentlich mal ein Fall für mein M-Files-Projekt. Falls ein Leser mit einer Leihgabe aushelfen kann, bitte gerne über die Kommentare oder via Blog-Gastgeber Claus Sassenberg Kontakt aufnehmen!

Endlich mal eine Kamera, die wirklich in die Hosentasche passt

Mittlerweile stellt Ricoh die GR in der Version III her, die es als normale Version mit dem 28er-Äquivalent wie auch als GR IIIx mit dem erwähnten Bildwinkel eines 40ers gibt. Da ich für die 28er-Brennweite mit der (Ur-)Q bestens versorgt bin, habe ich mich für die GR IIIx entschieden und war als erstes von der Größe (bzw. Kleinheit) geflasht. Die GR III ist kaum größer als eine Sony RX100, die aber nur einen 1-Zoll-Sensor aufbieten kann (dafür aber ein Zoom und einen passablen elektronischen Sucher). Die GR IIIx ist für mich tatsächlich eine Hosentaschen-Kamera, und ich habe mich schnell gefragt, ob ich genau so etwas nicht schon viel früher hätte auf Bergtouren und dergleichen mitnehmen sollen.

Ricoh GR IIIx, Leica Q und Sony RX100III im Größenvergleich
Ja, die Ricoh GR IIIx ist klein, wie der Vergleich mit der Leica Q (die ebenfalls ein Festbrennweitenobjektiv, aber Vollformat und einen sehr guten Sucher hat) und der Sony RX 100III (nur ein 1-Zoll-Sensor, aber mit Zoomobjektiv und EVF) zeigt.

40 Millimeter: Eine Brennweite mit Understatement

Die 40er Brennweite hat in meinen Augen den Vorteil, dass man auch ein bisschen Portraits und ähnliche, eher konzentrierte, Motive machen kann. Trotzdem bietet sie für Landschaft und Architektur noch einen guten Bildwinkel, der für meinen Geschmack nicht zu theatralisch und nicht zu reduziert ist. Gerade beim 28er muss man doch sorgfältig arbeiten, um den großen Winkel klug zu bespielen. Sonst hat man nur Bilder, auf denen zwar ein Haufen Zeug drauf ist, die die Betrachter aber ansonsten etwas ratlos zurücklassen.

Und dann diese tollen DNG-Dateien…

In der praktischen Benutzung hat die kleine Ricoh meine Erwartungen mehr als erfüllt. Klar, die Möglichkeiten zum Freistellen sind begrenzt, da merkt man eben die reale Brennweite von 26 Millimetern und die Ausgangsöffnung von f/2.8. Aber die Optik und der Stabilisator sind super, die DNG (!)-Dateien lassen viel Bearbeitung zu. Ich führe es darauf zurück, dass die Kamera vergleichsweise zurückhaltend ins Bildergebnis eingreift. Das mag JPG-Nutzer vielleicht im ersten Moment etwas enttäuschen, kommt meiner Arbeitsweise aber sehr entgegen. 

Und doch vermisse ich ihn, den Sucher

Motivprogramme gibt’s keine, die Grundeinstellungen im übersichtlichen Menü sind schnell gemacht, beim Autofokus (Kontrast und Phasen-AF!) bin ich bei der Ein-Feld-Option mit Touch-Auswahl hängen geblieben. Da hat das ansonsten sehr unergonomische Fotografieren über das Display immerhin mal einen Vorteil.  Auch der an sich ganz großartige Makro-Modus (hier verlängert sich die Brennweite gefühlt auf die eines 50ers) wäre mit einem elektronischen Sucher viel besser nutzbar. Denn am langen Arm kann ich die Kamera nicht so stillhalten, wie es bei geringer Tiefenschärfe auf Nahdistanz eigentlich nötig wäre. Aber gut, all das weiß man, wenn man sich für so eine Kamera entscheidet.

Ricoh GR IIIx im Einsatz
Fotografieren am langen Arm in Ermangelung eines Suchers: Für mich ist und bleibt es ein Kompromiss, aber es gibt Situationen, da finde ich es schon okay. Bild: Emanuel Jauch

Ein paar echte Pluspunkte der GR IIIx…

Viele weitere Details zur Ricoh GR IIIx gibt’s in den einschlägigen Reviews zu lesen. Aus Benutzersicht will ich noch die Möglichkeit zum Laden über USB-C erwähnen, was häufig nötig (der Akku ist echt winzig angesichts der Leistung, die Sensor, Bildprozessor und optische Stabilisierung abliefern müssen) und zumindest für die Reise eine klasse Option ist.  Interessanterweise verwendet die GR IIIx denselben Akkutyp wie meine alte Olympus TG2 (die ich bis heute manchmal zum Kajakfahren mitnehme). Die Bezeichnung von Olympus lautet Li-90B, und unter diesem Namen gibt’s viele günstige Ersatzakkus sowie externe Ladegeräte von Drittanbietern. 

Auch gut: Der eingebaute 2-GB-Speicher, der zum Einsatz kommt, wenn keine SD-Karte eingelegt ist. Ist nicht so elegant gelöst wie bei der M11, aber doch ein gutes Feature. Was viele, die von der Messsucherkamera kommen, ebenfalls mögen werden, ist die Fixfokus-Funktion. Man kann die Entfernung bei an der Ricoh GR IIIx fest einstellen auf 1 Meter und dann in sinnvollen Schritten bis Unendlich. Auch das gibt es wieder Parallelen zur Rollei – bei dem Oldtimer ist Zonenfokus mit geschätzter Aufnahmeentfernung ja die ganz normale Arbeitsweise.

… und was mich nicht restlos überzeugt

Ein paar Sachen, die mir nicht so gut gefallen an der Ricoh GR IIIx: Das vordere Einstellrad hätte ich mir größer gewünscht, und trotz Sperrknopf hat sich das Betriebsarten-Wählrad bei mir gelegentlich verstellt. Auch andere Bedienelemente sind schon arg klein ausgefallen. Ein eingebauter Blitz auf Aufhellen wäre auch noch klasse (und natürlich ein Sucher, damit wären wir dann sehr nahe an der Fujifilm X100). Die App, mit der man Bilder auf ein Mobilgerät übertragen und die Kamera fernsteuern kann, ist okay, aber auch nicht mehr. Zur Video-Funktion kann ich gar nichts sagen.

Ricoh GR IIIx und Leica X-E
Leider hat Leica seine APS-Serie eingestellt. Die Ricoh GR IIIx füllt irgendwie die Lücke, die seit der Einstellung der X-Serie besteht. Die Benutzerfreundlichkeit der Leicas wie dieser wunderschönen X-E ist jedoch unübertroffen.

Rollei 35 und Ricoh GR IIIx: Beide sind sie klein, aber oho

Alles in allem ist die GR IIIx eine tolle Kamera, auf die genau wie auf die Rollei 35 die Beschreibung „klein, aber oho“ voll zutrifft. Auch sie stellt mich vor die Frage, was geschehen wäre, wenn Leica seine APS-C-Bemühungen mit so einem Produkt weitergeführt hätte, statt diese Linie einfach sterben zu lassen. In vielem wäre (und ist) die scheinbar so unglamouröse GR IIIx ein super Nachfolger für die festbrennweitigen Leica X-Modelle. Ich kenne gar nicht so wenige Leica-Fotografen, die auch eine Ricoh GR nutzen, weil beides einfach gut zusammenpasst.

Rollei 35 und Ricoh GR IIIx – und es gibt noch mehr 40-Millimeter-Optionen

Abschließend muss ich sagen, dass mir die 40er-Perspektive irgendwie ans Herz gewachsen ist. Wie gut, dass es viele weitere Optionen in diesem Bereich gibt. Abgesehen von den vielen, vielen Zooms, die 40 mm enthalten, fallen mir aus dem Analogbereich noch ein: Die Leica Minilux und ihre Nachfolgerin, die CM, hatten ein 2,4/40 Summarit, das einen fast legendären Ruf genießt. Die Film-CL kam mit dem 40er Summicron. Sowohl Kamera als auch Objektiv wurden später von Minolta verbessert. Die CLE war eine weitaus modernere, elektronisch gesteuerte Kamera, und das M-Rokkor 2,0/40 erhielt eine bessere Vergütung. 

Fabrikneu sind heute verschiedene 40-Millimeter-Optiken für M-Mount von Voigtländer erhältlich. Für L-Mount hat Sigma das 40/1,4, und auch andere Marken bieten ein 40er für ihre aktuellen Systeme an. Und schließlich trat ja auch Rollei nochmals an mit der Rollei 35 RF, als Messsucherkamera mit 40er Rahmenlinien und einem 2,8/40 Sonnar als Standardobjektiv – mehr zu der Kamera, die eigentlich eine Bessa aus dem Hause Cosina ist, gibt es in Teil 4 der M Files.

Rollei 35 und vier weitere analoge Kameras mit 40-Millimeter-Objektiven
Einige Analogkameras mit 40-Millimeter-Objektiven: Rollei 35 mit (im Uhrzeigersinn von unten) Leica Minilux mit eingebautem Summarit 2,4/40; Minolta CLE mit Wechselobjektiv M-Rokkor 2,0/40; Rollei 35 RF (hergestellt von Cosina, sehr ähnlich der Bessa R2) mit Rollei Sonnar 2,8/40; Leica CL mit dem schönen Summicron 40.

Rollei 35 und Ricoh GR IIIx: Zwei auf besondere Weise zeitlose Kameras

Also, die vielseitigen Vierzig als neue Liebe? Die Rollei 35 ist mit Sicherheit eine ewig junge Kamera. Auch Ricoh hat das Potenzial, ein moderner Klassiker zu werden (solange der digital rot nicht einsetzt). Bei mir behalten diese Kameras mit ihren Vierzigern auf jeden Fall einen Ehrenplatz nicht nur im Herzen, sondern auch in der Fototasche. Aber ich habe auf meiner Nostalgiereise mit der guten alten Rollei auch gelernt. Ohne die Perspektive eines echten Weitwinkelobjektivs will ich doch nicht auskommen. Und ohne die Konzentration, die mir ein 75er oder 90er abverlangt, sicher auch nicht. Vierzig mit (wachsender) Freude also, aber natürlich nichts für ein ewiges Treuegelübde.

10 Kommentare

  1. Vielen Dank für den tollen Artikel.
    Bei mir war es 1984 eine 35TE als diese abverkauft wurde, so 220DM neu, wenn ich mich richtig erinnere.
    Während er letzten 2 Schuljahre war sie fast permanent in der Schultasche und es sind viele schöne Erinnerungen damit entstanden. Leider war der Belichtungsmesser bei 400ASA und Offenblende nur bereit bis zur 60stel zu messen, längere Zeiten wurden nicht mehr gemessen, da musste dann gut geschätzt werden. Aber HP5 hat das willig mitgemacht.
    Die GR IIIx reizt mich sehr, bisher nehme ich eine Fuji X100f mit, wenn es ganz kleines Gepäck sein soll.
    Vielleicht nehme ich die Rollei mal wieder mit, 1-2 Tri-X hätte ich noch hier.
    Viele Grüße
    Stefan

    • Hallo Stefan, ich sage vielen Dank – für die nette Rückmeldung. Schön, dass Du die Rollei noch hast; selbst wenn der Belichtungsmesser nicht mehr geht, kannst Du Dir mit Schätzen oder auch einer App behelfen (ich habe zum Thema Belichtungsmesser und -apps dieses Jahr hier in der Messsucherwelt eine kleine Serie veröffentlicht). Gegenüber der Fuji hast Du an der Ricoh halt keinen Sucher und keinen Blitz, dafür aber echtes Hosentaschen-Format. Viele Grüße, Jörg-Peter

  2. Hallo Jörg-Peter,
    auch ich startete mal analog, sogar mit eigenem sw-Labor und da ich aus Braunschweig komme, hast du mich mit dem Rollei-Artikel hieß gemacht. Ich durchstöbere Anzeigen in der Bucht . Viele Grüße
    Carsten

    • Hallo Carsten, na dann erst mal guten Erfolg und dann viel Spaß. Bestimmt hast Du es Dir auch schon überlegt, aber eine 35S mit dem HFT-vergüteten Objektiv ist sicher eine sehr gute Wahl. Grüße, Jörg-Peter

  3. Holger Bohnensack

    Hallo Joerg-Peter,
    Du hast wieder eine tolle Beschreibung gemacht, die ich mit großem Interesse gelesen habe. Die Rollei 35 begleitet bzw. „verfolgt“ mich schon fast 50 Jahre. Als Schüler 1974 war die Rollei 35 mir zu teuer. Es wurde eine Olympus 35RC. Einige Jahre später holte ich mir eine gebrauchte Rollei 35 mit Tessar und gab sie wieder zurück. Die eigenwillige Bedienung, Aufzug links, Blitzschuh unten, Film läuft verkehrt rum und der fehlende Entfernungsmesser haben mich genervt. Und doch nach der Rolleipleite holte ich mir dann für wenig Geld (199 DM) eine neue schwarze Rollei 35T. Die Rollei 35 ist ein Meilenstein. Heute habe ich eine Rollei 35 (ursprgl. Version), eine 35S, zwei 35SE und eine B35 (made in Germany). Sie ist halt eine Ikone und und fühlt sich wertig an. Speziell das Sonnar 2,8/40 ist eine Klasse für sich. Trotzdem werden sie nicht benutzt. Ich mag meine Olympus 35RC und 35RD einfach lieber bei der Benutzung. Beide sehr wertig, tolle Objektive ebenfalls 42/40mm, normale Bedienung, Blitzschuh oben, Entfernungsmesser und bei Bedarf eine Blendenautomatik, die aber auch komplett manuell eingestelt werden kann. Ich freue mich beide Fabrikate zu haben, erfreue mich an ihnen und werde sie nicht hergeben.
    Viele Grüße
    Holger

    • Hallo Holger, vielen Dank für die nette Rückmeldung! Das hast Du ja eine schöne Kollektion beisammen… schade, dass sie offenbar wenig genutzt wird. Aber das ist wohl das Schicksal vieler Sammlerstücke, kenne ich selbst auch nur allzu gut. Die kleinen Olympus-Modelle kenne ich nur vom Hörensagen, weiß aber aus eigener Erfahrung, dass Olympus später mit der XA und der mju ganz großartige Kompaktkameras im Programm hatte. Wenn sich heute mal ein Hersteller an so was rantrauen würde… Dir jedenfalls viel Freude mit Deinen Schätzchen. Jörg-Peter

  4. Hallo Herr Rau,
    Ich habe weder die Rollei noch die Ricoh jemals in den Händen gehalten, habe aber lange mit der Rollei geliebäugelt. Es blieb dabei weil sie mir schlicht und einfach zu teuer war und ich sie mir weder als Schüler noch als Student leisten konnte.
    Im Schätzen bin ich auch nicht sehr gut, und da ich Schärfefanatiker bin habe ich mir damals meine erste SLR zusammengespart (Praktica L mit Domiplan 2,8/50mm), wo ich dann im Sucher scharfstellen konnte.
    Soviel dazu.
    Ich wollte eigentlich schreiben dass mir die 40mm-Brennweite sehr ans Herz gewachsen ist, und für mich einen guten Allround-Kompromiss darstellt und meiner Seh-und Fotografierweise entspricht. Das 35mm ist mir zu weitwinklig und das 50mm manchmal zu“eng“ im Bildausschnitt, da passt das 40mm genau dazwischen.
    Ich benutze dafür eine sehr gut erhaltenen Minolta CLE mit dem Voigtländer Nokton 1,4/40mm MC und neuerdings auch mit dem Voigtländer Heliar 2,8/40 aspherical, das mich in seiner Schärfe und dem Kontrast doch sehr positiv überrascht hat. Die Handhabung ist jedoch etwas gewöhnungsbedürftig, da sich beim Scharfstellen der ganze Tubus mitsamt Blendenring mitdreht, oder wenn die Blende eingestellt werden soll, sich die Entfernung verstellt.
    Auf meiner Sommerreise in Südtirol war das 40mm fast immer an der Kamera, nur für Bergpanoramen kam ein 28mm zum Einsatz. Aber 40mm ist schon eine vielseitige Brennweite in die ich mich schon etwas verliebt habe, und zu meiner „Standardbrennweite“ geworden ist, quer durch meine fotografischen Themen…
    Schöne fotografische Grüsse,
    JCHardt

    • Hallo Herr Hardt, wie schön, noch ein paar Worte zu weiteren 40ern zu hören. In der Tat eine schöne Brennweite und sehr vielseitig für alle möglichen Projekte/Themen/Aufgabenstellungen. Gut verstehen kann ich auch, dass die Rollei 35 auf ambitioniertere Fotografen nicht so anziehend wirkte. Das Einstellen der Entfernung ist in der Praxis aber einfacher als ich es mir auch selbst vorgestellt hatte. Trotzdem ist die SLR oder eine Messsucherkamera da natürlich überlegen. Beste Grüße und danke für das Feedback, Jörg-Peter Rau

  5. Die Rollei 35T war in den 90er Jahren meine Standardkamera, neben der Canon AE-1. Mein Vater hatte eine 35S (genannt „Pumuckl-Kamera“)´, die ihn bis weit in die 2000er auf Reisen rund um die Welt begleitete. Irgendwann verschwanden die Rolleis in der Schublade. Ich habe sie leider trotz intensiver Suche nicht mehr finden können – möglich, dass mein Vater sie vor fast 20 Jahren für eine längst ausgemusterte VHS-C Kamera für ein paar Groschen in Zahlung gab? Leider kann ich ihn nicht mehr fragen.

    Doch vor ein paar Monaten hatte es mich dann doch gejuckt und ich habe mir die gleiche Kombination – schwarze 35T und silberne 35S – wieder gekauft. Nach dem ersten Testfilm, einem Silbersalz 250D, wusste ich wieder, warum ich dieses kleine Kästchen so lange begeistert genutzt hatte. Bis man eben dachte, die Zukunft sei ausschließlich digital.

    Die beiden bleiben jedenfalls jetzt da!

    • Joerg-Peter Rau

      Hallo Tom, das ist ja toll – nach vielen Jahren wieder zurück an den Wurzeln. Kann ich mir sehr gut vorstellen, dass das Spaß gemacht hat und weiter macht. Übrigens war die Rollei 35 damals alles andere als eine billige Kamera, heute wäre sie sicher der Kategorie „Edel-Kompakte“ zuzurechnen. Ich habe einen Online-Rechner gefunden, der mir sagt, dass 400 DM im Jahr 1970 inflationsbereiningt knapp 800 EUR wären. Und damit sind wir ja ziemlich genau in den Gefilden der Ricoh GR III. Deine beiden Schätzchen gibt Du nicht mehr weg – und sorge dafür, dass es jemanden gibt, der weiß, was Du da Schönes in der Schublade hast. Grüße Jörg-Peter

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