Posted by on 3. Oktober 2017

„Do you think I wanted you to marry a scanner?“

*(Cordwainer Smith, quote from „Scanners live in Vain“)

Man muss ja nicht gleich seinen Scanner heiraten, aber gut kennen sollte man ihn schon. Vor allem, wenn man so schräg drauf ist wie ich und unbedingt Bilder mit Technik aus der Jungsteinzeit machen will, ist man so einem Teil nämlich aus Gedeih und Verderb ausgeliefert. Und wir betreten hier ein Tal der Tränen, so viel ist sicher.

Scanner

Was hat Film, was digital nicht hat? Eine wortlose Antwort gibt dieses Bild aus der Leica M4 mit Kodak Portra. Scan mit Nikon V ED, geringfügige Belichtungskorrektur in LR

Ich frag mich in letzter Zeit immer: Was soll eigentlich dieser Retro-Wahn? Ist doch voll krank. Lebt man da nicht in der Vergangenheit? Aber die Antwort ist eigentlich simpel, und ich habe sie hier schon häufiger ausgebreitet. Zum einen habe ich keine Geduld mehr mit dem Gelaber der Kamerahersteller. Ich habe z.B. völlig aufgehört, auf Seiten wie Dpreview zu lesen, was für neue, tolle Kameras mit neuen (überflüssigen) Features XY ausgestattet sind. Bei dem hohen Stand der Technik können alle Fortschritte eh nur marginal sein. Insofern bin ich mit Leicas langsamen Modellzyklen ganz zufrieden (Kurz „Off-Topic“: Irgendwann Anfang des Jahres gab es mal Gerüchte über die Entwicklung einer Q mit längerer Brennweite, aber keiner redet mehr davon). Zum anderen, und das mag für manche ein Schock sein, hat dieser Technik-Wahn überhaupt nichts mit Fotografie als Kunstform zu tun. Für die meisten Gear-Heads ist das mehr Selbstzweck. Ich selbst fühle mich mittlerweile wie der „Fool on the Hill“ von den Beatles. Die Kameraindustrie dreht sich immer:

„Round and round and round and round and round
He never listens to them
He knows that they’re the fool
They don’t like him…“

Einige Bilder vom Eiffelturm, mit dem Nikon Coolscan V ED eingescannt. Dazu noch ein Disclaimer: Bei keinem der Bilder (auch der folgenden nicht) habe ich an der Sättigung „gedreht“. Die Farben sind wie gescannt.

Ein „analoges“ Jahr

Wenn ich dieses Jahr besonders viel analog fotografiere, dann ist das keine Absage an die digitale Seite. Ich bin froh, solche Kameras wie die M10 und die Q zu besitzen, sie machen einem das Leben leicht. Selbstverständlich finde ich solche Sachen wie rauscharme Sensoren, schnellen Autofokus, Bildstabilisierung, elektronischen Verschluss und Konnektivität gut und ich nutzte sie. Aber wenn ich mal diese Leichtigkeit gar nicht will? Wenn ich mich einfach ein bisschen fordern möchte, mit dem Bonus, zudem ein greifbares Produkt des fotografischen Prozesses in Form eines Negativs in Händen zu halten? Ein sehr flaches Stück Tri-Acetat, auf dem entweder Silberhalogenid oder Mehrschichten Farbkuppler, empfindlich für Blau, Grün und Rot aufgetragen sind? Der Reichtum an Grauwerten oder das Spektrum der Farben in den unterschiedlichen Filmen hebt sich auf charakteristische Weise von digitalen Dateien ab. Ich sage nicht, es ist besser. Aber es ist faszinierend anders. Von der Emotion abgesehen, die dabei ist, wenn man solche Geräte wie eine M3, M4 oder M6 benutzt…

Straßburg – Kodak Portra, gescannt mit Nikon V ED

Dass ich aber nicht allein so drauf bin, sollte mich trösten. Zum Beispiel David Taylor-Hughes, auf dessen Blog ich ganz gern schaue, weil sich seine Ansichten mit meinen fast immer decken. Als Profi lebt er hauptsächlich von Stock-Fotografie und hatte in den letzten Jahren praktisch alle angesagten Kameramodelle in Gebrauch. Olympus, Canon, Sony, Fuji und so weiter. Seine ungeschminkte Meinung zu den jeweiligen Modellen hob sich immer angenehm von dem Fluff ab, der auf vermeintlich „unabhängigen“ Review-Seiten verbreitet wurde. Um vor wenigen Monaten zu dem Schluss zu kommen, dass er nur noch mit Leica-Kameras fotografieren will. Die üblichen Gründe kennt man. Jetzt ging er sogar einen Schritt weiter und gab bekannt, dass er zur analogen Fotografie zurückkehrt. Also noch radikaler als ich. Seine Meinung gibt er in den folgenden Worten sehr schön wieder, die ich hier aus dem Englischen übersetzt zitiere:

…im Lauf der Zeit interessiert mich die beinahe zynische Art und Weise immer weniger, in der die Großen der Kameraindustrie ihre Produkte „upgraden“. Ebensowenig halte ich von dem Gearhead-Gezicke, das im fotografischen Internet als „Diskussion“ bezeichnet wird.

…You-Tube-Reviewer, von ihrem Ego getrieben, extreme Unhöflichkeit, kommerzielle Abhängigkeiten und Ausbeutung Beteiligter, sowie glatte Lügen sind nun ein absolutes Muss im fotografischen Internet. Meine Gefühle dabei erstrecken sich von Enttäuschung über Zorn, Frustration und dem Empfinden, dass die meisten Leute, die sich da angiften, weniger auf Fotografie als Kunstform Wert legen, als darauf, Streit zu suchen.

Ein paar Bretagne-Bilder mit dem Nikon Coolscan V ED gescannt

Das scannen von Film

Eine längliche Einleitung, das gebe ich zu. Aber ich wollte mich positionieren. Wenn man nun für sich beschlossen hat, zumindest zum Teil zur analogen Fotografie zurückzukehren, führt heute kein Weg am „hybriden Verfahren“ vorbei, um die produzierten Negative irgendwie verfügbar zu machen. Die Qualität von Film kann niemand ernsthaft bestreiten. Aber sie (die Qualität) in Dateien umwandeln und erhalten? Das schwächste Glied in der Kette zur Digitalisierung ist der Prozess des Scannens. Der Arbeitsaufwand und der Frust, die damit verbunden sein können, haben sicher schon viele nach zaghaften Versuchen mit Film zur Aufgabe veranlasst.

Noch ein Vorteil des hybriden Verfahrens: Dieses Panorama der Skyline von Auray wurde aus zwei Negativ-Scans kreiert. Leica M4, Kodak Tri-X 400, Orange-Filter und Nikon Coolscan V ED

Ich selbst war immer genervt von dem Zeitaufwand, bis mich wohlmeinende Leser (Danke, Kai) auf die simple Tatsache aufmerksam machten, dass die Firmen wie Pixelgrain oder Open Eyes, die gut und professionell entwickeln, schliesslich auch Rohscans dazu für einen vernünftigen Preis anbieten. Das enthemmt schon mal ganz gewaltig, den Auslöser zu betätigen, denn diese durchaus einfachen Scans sind im allgemeinen für die Präsentation auf dem Monitor oder kleine Ausdrucke vollkommen ausreichend. Viel Zeit gespart.

Aber eins ist auch klar: Die betreffenden Roh-Scans geben bei weitem nicht das Potential wieder, das in den Fotos steckt. Und das soll gar keine Kritik an z.B. Pixelgrain sein, denn davon ist auch dort mit keinem Wort die Rede. Alle bieten High-End-Scans unterschiedlicher Qualitätsstufen an, wenn es darum geht, das Äußerste aus dem Material zu holen. Aber das ist deutlich aufwändiger und damit teurer, kaum jemand wird so ganze Filme digitalisieren.

Lüneburg: Am Hafen. Leica M6 mit 28mm Summicron und Kodak Tri-X 400, Scan mit Nikon Coolscan V ED

Praktisch alle analogen Fotos, die ich von diesem Sommer im Blog präsentierte, sind solche „einfachen“ Rohscans. Für meine Zwecke reichten sie aus. Befreit von dem Zwang, alles selbst einzuscannen, erlebte ich meine eigene „Renaissance“ der Fotografie mit Film und frischte vieles von dem vermeintlich redundanten Wissen auf, das halbvergessen schlummerte.

Der Anlass, mich mal wieder mit dem Scannen mit eigenen Mitteln zu befassen, war die letzte Charge der Rohscans aus Schottland. Ich wollte mir was gönnen und hatte die größere Variante bestellt (mit ca.50MB-Tiffs). Was ich dabei lernen musste: Wenn man „einfache“ Scans nur höher auflöst, macht man eigentlich lediglich die Unzulänglichkeiten stärker sichtbar, ohne merklich Qualität zu gewinnen. Ich war unzufrieden mit dem Ergebnis, weil ich wusste, dass ich die Bilder besser belichtet hatte, als es die Scans nun zeigten. Grund genug, nach längerer Zeit mal wieder meinen Nikon Coolscan V ED in Betrieb zu nehmen, den ich vor einigen Jahren noch neu erstanden hatte.

Am Glen Nevis, Leica M6 mit Kodak Portra, Scan mit Nikon Coolscan V ED

Die Nikon-Scanner dieser Generation werden nicht mehr hergestellt, es gibt überhaupt nichts Vergleichbares im Preis-Leistungsverhältnis auf dem Markt. Wenn man einen solchen Scanner in gutem Zustand gebraucht ergattern kann, sollte man zuschlagen. Denn die Geräte, die den Nikons deutlich überlegen sind, namentlich die Hasselblad-Flextight-Scanner, sind so teuer, dass sich die Anschaffung nur für Profis oder Firmen (wie auch Pixelgrain) lohnt, die damit ihre High-End-Scans machen und verkaufen. Wer da mehr wissen will, dem empfehle ich die informative Webseite von Peter Emmerich.

„The three Sisters“ bei Glencoe. Noch ein Panorama aus zwei Negativen, Leica M6 mit 21mm Super-Elmar bei f/4.0  1/500sec,  Kodak Portra 160

Unterhalb der Flextight und Nikon-Scanner klafft eine „Qualitätslücke“, die bis heute kein Hersteller ausfüllt. Auf der Seite „Filmscanner-Info“ gibt es eine „Rangliste“ der Wertigkeit, die Bände spricht. Der „nächstbeste“ Scanner ist der Braun FS 120, dann kommen eigentlich nur noch die Flachbettscanner, z.B. von Epson, realistisch in Frage. Da ich selbst einen Epson V700 habe, kann ich den Unterschied zum Coolscan hier eindrücklich zeigen. Das neueste Modell, der V850, unterscheidet sich kaum vom Vorgänger. Aber eines ist noch ganz wichtig zu erwähnen: Es gibt einen Anbieter von Scan-Software, der alles in der Hand hat: Silverfast. Egal, welcher Scanner (die alle mit eigener Software geliefert werden), mit Silverfast verbessert sich das Scan-Ergebnis. Natürlich nützt die tollste Scan-Software nichts, wenn die Hardware nichts hergibt.

Edinburgh. Leica M6, Kodak Portra, Scan mit Nikon V ED. Man beachte den Reichtum an Grün-Tönen, die der Film liefert.

An diesem Punkt wird es Zeit, eine Alternative zum Scannen aufzuzeigen, die von vielen propagiert wird und die ich auch schon ausgenutzt habe: Das abfotografieren der Negative (oder Dias). Schon im Jahr 2004 baute ich mir selbst mit Hilfe eines Diaprojektors, eines alten Rasierspiegels, einer Mattscheibe und ganz simplen schwarzen Kartons ein Gerät, das mir ermöglichte, mit meiner Kamera und einem Makro-Objektiv die schwarzweissen 6X9-Negative meines Grossvaters abzufotografieren. Die Ergebnisse sind immer noch so, dass ich damit zufrieden bin. Nun bin ich nicht der Einzige, der auf so etwas gekommen ist. Beschreibungen ähnlicher Eigenbauten gibt es zuhauf. Und wenn man sich diese Technik ohne Bastelei zueigen machen will, kann man sich einen „Filmtoaster“ anschaffen. Das ist eine stabile Konstruktion von Lichtquelle und Filmhalter, an die man seine eigene Kamera mit Objektiv koppeln kann. Die Qualität der abfotografierten Filme kann durchaus im Bereich der Nikon-Scanner liegen, aber Vorsicht: Es gibt Nachteile!

  • Der Film im Halter liegt nicht immer gerade, oft ist er durchgebogen und Teile befinden sich ausserhalb der Tiefenschärfe
  • Die exzellent funktionierende, automatische Hardware-basierte Staub- und Kratzer-Entfernung der Nikon- oder Epson-Scanner entfällt! Je nach Verschmutzungsgrad der Filme kann das pro Bild erhebliche Zeit zum retuschieren beanspruchen!
  • Bei Negativ-Farbfilmen muss man unter Umständen erheblich in der Foto-Software arbeiten, bis man die richtige Farbe und den Weissabgleich herstellt, denn die Orange-Maske muss beseitigt werden (das macht die Scanner-Software automatisch, bei Silverfast ist sogar für jeden Filmtyp und Hersteller ein Farbprofil hinterlegt). Ein Blau-Filter nimmt schon mal das gröbste, aber auch hier muss man für jeden Film seine eigene Lösung in Photoshop suchen.

Trotzdem ist auch für mich die Idee, mit meiner M10 und dem optisch unübertroffenen 100mm R-Apo-Macro-Elmarit Negative abzufotografieren, durchaus nicht abstrus. Nur macht das Vorhandensein des Nikon-Scanners den Gedanken daran überflüssig.

Nachdem ich das alles erneut recherchiert hatte und zu dem traurigen Schluss kam, dass sich in diesem Bereich seit mindestens 10 Jahren nichts Neues getan hat, lehnte ich mich entspannt zurück und freute mich, den Nikon zu haben.

Vergleich eines Kodak TMax 400-Negativ-Scans: Der Nikon-Scan im ersten Bild zeigt eine Menge mehr Graustufen, die trotz Versuch aus dem Rohscan (zweites Bild) nicht zu gewinnen waren

Zurück zu den Schottland-Bildern. Ich begann, einzelne Bilder zu scannen und experimentierte mit den Einstellungen in Silverfast, denn das Programm ist Komplex und das Scan-Ergebnis in hohem Maße von der richtigen Bedienung abhängig. Dies will ich hier nicht weiter ausführen, das wäre schon genug Stoff für ein Videotutorial. Auf alle Fälle merkte ich schnell, dass die Nikon-Scans den Rohscans vom Fotolabor erheblich stärker überlegen sind, als ich gedacht hätte. Dabei rede ich nicht mal von der Auflösung, die natürlich beim Nikon V ED mit ca. 20MP pro Kleinbild-Negativ sehr hoch ist, sondern mehr von der Wiedergabe der Dichtewerte aus dem Filmaterial. Die resultierenden TIFFs lassen in Lightroom eine Menge Spielraum für Nachbearbeitung, falls nötig. Was für ein Belichtungs-Bandbreite in Film steckt, stellte ich fest, als ich in Paris mal versehentlich den Blendenring von f/5.6 auf f/2.0 verstellt hatte. Das resultierende, total überbelichtete Negativ (denn schon beim Wert f/5.6 hatte ich auf die Schatten belichtet) ist immer noch brauchbar und zeigt keine sichtbar ausgebrannten Bereiche! Aber selbst wenn es so wäre: Im Gegensatz zu Sensordaten reisst der überbelichtete Bereich bei Film nicht einfach ab und bildet hässliche Übergänge, sondern geht sanft ineinander über.

Das erste Bild im Slider stammt von einer korrekten Belichtung, dass zweite ist die im Text erwähnte versehentliche Überbelichtung um (fast) vier Blendenstufen, das dritte die Korrektur aus Lightroom, die damit trotzdem möglich war.

Ein zweites Beispiel. Das vordere Bild zeigt das Ergebnis nach Lightroom-Korrektur, das zweite Bild ist der Original-Scan. Das Bild ist aus einer (analogen) Belichtungsreihe und ca. 2 Blendenstufen überbelichtet. Offensichtlich lässt es sich ohne Probleme richtig einstellen. Diese Erkenntnis hat für mich sogar eine gewisse Belichtungs-Konsequenz: Tendenziell grosszügig belichtete Bilder (in den Grenzen der Dynamik des Films) sind besser zu scannen als zu dunkle. Zudem sollte der Kontrast beim scannen selbst gering eingestellt werden, er wird in LR auf den gewünschten Wert gebracht.

Da ich jetzt sah, was in meinen Bildern eigentlich noch steckte, packte  mich der Ehrgeiz. Weil ich plötzlich statt einzelner Bilder doch ganze Filme scannen wollte, probierte ich anstelle des sonst benutzten Filmstreifenhalters den automatischen Filmstreifeneinzug aus (dem ich bis dahin immer misstraut hatte, zu Unrecht, wie sich zeigte). Das Labor liefert die Negative immer in Streifen zu sechst und das ist genau die optimale Anzahl für den Einzug. So beschleunigte sich durch „Stapelscans“ der Workflow erheblich, zumal ich in den Scanzeiten einfach etwas anderes machen konnte. In gar nicht so langer Zeit hatte ich nicht nur die Schottland-Bilder, sondern auch einige aus Paris, der Bretagne und Strassburg gescannt.

100% Vergrösserung-Vergleich: Links der Scan aus dem Nikon Coolscan V ED, rechts der Epson V700. Beide Bilder sind auf die gleiche Auflösung gebracht (also eher zum Nachteil des Coolscan). Dass das Korn im Nikon-Scan akzentuiert ist, ist volle Absicht meinerseits. Es könnte in der Scan-Software stärker unterdrückt werden, aber ich habe festgestellt, dass das analog zum Rauschen digitaler Dateien ist: Die Auflösung würde leiden, und bei der 20MP-Originaldatei spielt das Korn bei Betrachtung (oder Print) keine Rolle. Der Epson Scan (der das Filmkorn automatisch unterdrückt, aber „schmiert“) ist in jeder Hinsicht unterlegen. Auflösung, Farbtiefe, Schärfe, Dynamik der TIFF-Datei lassen zu wünschen übrig, zudem hatte ich Mühe, die richtige Farbtemperatur einzustellen, die bei dem Nikon nicht korrekturbedürftig war.

Zweites Beispiel: 100% Vergrößerung bei angepasster Auflösung (Nikon-Scan verkleinert), links wieder der Scan mit dem Nikon, rechts Epson. Eklatanter Unterschied in Schärfe und Farbtiefe.

Die Neugier trieb mich zu einem Vergleich mit dem Epson V700 (den ich eigentlich nicht angeschafft hatte, um Negative zu scannen, sondern für allgemeine Scans von Aufsichtvorlagen benutze, die im Büro so anfallen). Trotzdem mag er in Form der modernen Reinkarnation, dem V850 für manche eine Alternative darstellen. Ich erinnere mich sogar an einen Thread im Leica-Forum von vor ein paar Jahren, in dem Scans aus dem V700 (oder V650) mit denen aus den Nikons gleichgestellt wurden bzw. sogar besser sein sollten. Dass das Bullshit ist, sieht der sprichwörtliche Blinde mit dem Krückstock. Den V700 benutzte ich zudem einmal mit der Epson Software (die wesentlich geringere Einstellmöglichkeiten lässt, aber vielleicht auch simpler  zu bedienen ist), und einmal mit der zugehörigen Silverfast-Software. Zu den Scan-Zeiten: Der Epson braucht für 6 Negative bei höchstmöglicher (realistischer) Auflösung von 2400 ppi (in der Software kann man mehr einstellen, aber die Hardware gibt das gar nicht her) ungefähr 7 Minuten (Stapelscan), der Nikon bei 4000 ppi knapp 6 Minuten für die gleichen sechs Bilder. Die Scan-Geschwindigkeit scheint übrigens von dem angeschlossenen Computer (in dem Fall mein iMac) mit-abhängig zu sein, keine Ahnung, ich hatte keinen Nerv, das Ganze noch mal mit Macbook zu wiederholen. Wenn ich aber die Angaben aus dem Internet sehe, scheinen meine Scans ziemlich rasant zu sein.

Hier im Slider der Vergleich ganzer Bilder: Das erste jeweils vom Coolscan, dann folgen zwei aus dem Epson ohne und mit Silverfast. Obwohl auch die Nikon-Bilder auf eine geringere Auflösung gebracht wurden, erkennt man die höhere Schärfe sofort (von anderen, weniger offensichtlichen Qualitätsmerkmalen abgesehen) .

Einige Bilder im Schottland-Blog habe ich ausgetauscht, weil mir der Unterschied zu den Rohscans zu weh tat, aber die Bilder in den vorausgegangenen Blogs lasse ich. Stattdessen zeige ich hier einige der „verbesserten“ Versionen. Mein vorläufiges Fazit? Ich werde weiterhin die Filme mit Bereitstellung von (kleinen) Rohscans entwickeln lassen, man hat so schon mal einen guten Überblick. Bei Bedarf werde ich einzelne Bilder aber mit meinen Möglichkeiten selbst scannen. Und wer sich über das „inter caecos etc.“ im Titel wundert, dem sei gesagt, dass ich damit ausdrücken will, dass mir wohl bewusst ist, dass der Nikon nicht das technisch bestmögliche Scan-Ergebnis liefert, ich aber im Vergleich zu den meisten Alternativen ganz zufrieden sein kann. Und wenn ich mal ein so tolles Foto mache, dass ich es unbedingt optimal gescannt brauche, dann kann ich immer noch einen Flextight- oder Trommelscan in Auftrag geben.

Noch eine Möglichkeit: Statt Film – die Emulation davon über eine digitale Datei. Hier eines meiner (digitalen) Lieblings-Landschafts-Bilder aus den Highlands, das zweite im Slider ist mit Kodak Portra VC überlagert. Warum nicht? Fuji macht auch nichts anderes schon „in Camera“, wenn sie einen zwischen Astia, Provia, Velvia oder Classic Chrome wählen lassen.

Und zu guter Letzt: Wer glaubt, meine Leica Q fristet ein Schattendasein, hat sich getäuscht. Vor allem bei familiären Gelegenheiten ist sie dabei. Wie neulich, als ich die Family überzeugte, wir könnten doch ruhig mal einen Ausflug in das nahegelegene Erzbergwerk Kleinenbremen machen. Ich war schon mal vor zwei Jahren dort, aber die anderen noch nie. Die Q konnte dort im Schummerlicht glänzen: Mit der Bildstabilisierung sind quasi Langzeitbelichtungen aus der Hand möglich. Wie bei diesem Bild von der tiefsten Stelle des Bergwerks, wo es „abgesoffen“ ist:

Erzbergwerk Kleinebremen. Leica Q bei f/1.7  1/8 sec  ISO 3200

*Cordwainer Smith, den ich ganz am Anfang zitiere, ist mein All-Time-Favourite-Science-Fiction-Autor! Sein leider begrenztes Werk ist von genialer Tiefe. Die Kurzgeschichte „Scanners live in Vain“ las ich in den siebziger Jahren das erste Mal, vorher kannte ich das Wort „Scanner“ gar nicht. Kein Wunder also, wenn ich Scanner mit dieser Story assoziiere. Selbst Asimov, Clarke oder Heinlein kommen nicht mal annähernd in seine Sphäre. Freilich sind da noch die Werke der Strugatzki-Brüder… das ist wieder was Besonderes…

Comments

  1. Michael Gehrke
    31. Juli 2021

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    Ich weiß, dass die analoge Fotografie hier über die Kameras und deren Objektive hinaus nur bis zu einem bestimmten technischen Punkt excessif „ausgelebt“ wird, aber der Prozess der Filmentwicklung und des Scannens eher eine untergeordnete Rolle spielt. Zumindest ist auf dem ersten Blick die Thematik eher weniger offenkundig.
    Um Gottes Willen, dass soll natürlich keine Kritik darstellen, doch verwundert mich, dass ein Hang zu den letzten Schritten eher „unterbelichtet“ dargestellt wird, wenn ich mir diesen Ansatz von Humor mal leisten darf… 😉
    Und ja, ich habe den Titel „Messsucherwelt“ schon begriffen und bin mit Genuss bei der Sache!
    So möchte ich dennoch mit vielleicht neuen Informationen einen gewissen Reiz liefern!
    Meine ersten drei 120er SW Filme wurden im „Fachlabor“ in Bonn so richtig schön verhunzt, sodass ich dann wieder angefangen habe, meine Filme selbst zu entwickeln. Ist ja nicht schwer und geht auch recht schnell, doch daran schließt sich natürlich der Vorgang des Scannens an. Und hier war ich tatsächlich verärgert, dass in den letzten 10 – 68 Jahren eigentlich nichts mehr von den üblichen Verdächtigen (Nikon/Canon/Epson) in neuere Geräte oder gar Software investiert wurde.

    Weniger die finanziellen Mittel als der enorm zeitliche Aufwand waren für mich dann der Auslöser, eigene Scans mit der Kamera (GH5) und einem geeignetem Makroobjektiv (Micro-Nikkor 55mm 1:2,8) durchzuführen.
    Planlage des Films? Ok, manchmal ein Problem. Also mal den ach so toll beworbenen Dgitalizer 120 bestellt und – zurückgesandt. Selbst halbwegs planliegende Negative wurden in diesem Teil erst recht „verbogen“. Ob es an der Serienstreuung liegt oder was auch immer (das Teil hat ja schon erstklassige Bewertungen), so habe ich dann einen anderen Ansatz verfolgt:
    Glasplatten! Ja, der Erfinder der Schwerkraft kommt hier dann schon mal ins Spiel, eine seiner weiteren Erfindungen sind ja wohl bekannt, die Newtonringe.
    Diese treten nicht immer auf, sind aber im Falle dessen natürlich vermeidbar durch leicht raues Glas. Hier werden die Interferenzen (der „Familienname“ der Newtonringe) auf mechanischem Weg beseitigt, da die Luftfläche zwischen dem Glas und dem Film so verteilt/vergrößert wird, dass das schillernde Ereignis aus bleibt.

    Durch Zufall habe ich dann über den Rahmenanbieter HALBE erfahren, dass es Glasscheiben aus Schott-Glas gibt, die eine entspiegelnde Vergütung haben – speziell im Einsatz in Museen oder höherwertigeren Ausstellungen.
    Hier wird in diesem Zusammenhang von „Vermeidung von Interferenzen“ gesprochen – eigentlich eine Entspiegelung von 8% auf etwa nur noch 1%!

    Ich habe sofort ein Probeset mit diesem und zwei weiteren Schott Glassorten/Vergütungen geordert und entsprechend ausprobiert. Bislang habe ich beim Scannen wirklich gute Erfahrung gemacht, zeitgleich auch eine Anfrage an die Firma Schott gerichtet, ob hier ein wirklich inovativer Ansatz gegen Newtonringe zu sehen ist, oder ob ich gedanklich komplett daneben liege.
    Leider habe ich nach etwa 3 Wochen immer noch keine Antwort erhalten, sehe mich aber mit meinem Scanprocedere auf einem guten Kurs hinsichtlich der Geschwindigkeit und der Qualität, probiere aber derzeit immer noch durch…

    Noch jemand, der auf „richtige“ Scanner verzichtet und selber Hand – also Kamera – anlegt?
    Newton im Griff und/oder einfach Scans ohne Netz und doppelten Boden?
    LG
    Michael

    • Dierk
      2. August 2021

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      Hallo Michael,
      ich habe seit einigen Jahren einen Epson V800. Zu dem gehören Filmhalter, die für die Planlage mit Scheiben aus Plexiglas versehen sind. Plexiglas! Haben die noch nie etwas von statischer Aufladung gehört? Ich habe mir dann die Halter von dem V700 bestellt, die offen sind. Das man bei den Epson Scannern die Höhe der Auflage einstellen kann, ist ähnlich genial – ich habe es irgendwann aufgegeben. Manchmal sind die Scanns sogar scharf.
      Schon davor hatte ich aber die Bilder durch Abfotografieren digitalisiert. Das war auch ein langer Weg mit Balgen, Vergrößerungsobjektiv, TTL Blitz bis heute. Jetzt benutze ich einen Reproständer, daran die Sony mit Leica-R 60mm Makro, Kamera mit Kugelkopf angesetzt. Zum exakt senkrechten Ausrichten lege ich einen Spiegel auf die Bildebene und stelle die Kamera so ein, dass das Objektiv im Display genau in der Mitte sitzt – und damit ist die Kamera perfekt senkrecht.
      Als Lichtquelle benutze ich schon länger eine Kaiser slimlit plano Leuchtplatte. Darüber lege ich dann auf kleinen Abstandsklötzchen, damit es kein Muster der LEDs gibt, den Filmhalter. Bei 6×6 passen da 2×3= 12 Bilder rein. Die Seiten abdecken gegen Streulicht, Licht im Raum ausmachen gegen Reflexionen, Film von der Schichtseite fotografieren, mit Fokuslupe bei Offenblende fokussieren, auf f/11 abblenden, Belichtung manuell einstellen und ggf. ausprobieren.
      Durch Verschieben der Leuchtplatte mit dem Filmhalter die einzelnen Bilder unter die Kamera schieben und mit IR Auslöser auslösen — 6 Bilder in weniger als einer Minute! Bei S/W kann der Scanner keinen Staub entfernen, bei Farbe bleibt der so natürlich drin. Na klar, immer vorher ordentlich abblasen.
      Dichte:
      da kommt ein Scanner ggf. an Grenzen, da ja pro Bildpunkt nur eine sehr kurze Zeit beim Überstreichenzu Verfügung steht und sehr viel von der Lichtstärke abhängt. Das ist beim Abfotografieren ganz anders, ich kann beliebige lange belichten, bis auch die dunkelsten Stellen sichtbar werden. Wenn die Dynamik zu hoch wird, kann ich auch noch HDR machen.
      Auflösung:
      für KB braucht man natürlich eine Optik, die 1:1 kann. Grundsätzlich ist aber durch Abfotografieren jede beliebige Auflösung machbar, indem man einfach Teile fotografiert und die dann zusammen setzt. Habe ich bei 4×5 oder Panoramen wie 6×17 oft gemacht.
      S/W Bearbeitung ist natürlich kein Problem, Farbe ggf. schon eher, aber dafür gibt es auch Sofwarelösungen.
      So viel Text? Aber vielleicht interessiert es ja jemanden 🙂
      VG Dierk

  2. Mike
    26. Januar 2020

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    Hallo Claus,
    zunächst einmal vielen Dank für die tollen Information auf Deiner Webseite !
    Im Gegensatz zu vielen anderen Webseiten, die sich mit Photographie beschäftigen, lesen sich Deine Beiträge erfrischend anders !

    Seit einem Jahr besitze ich auch einen Nikon Coolscan 5000 ED und habe damit bis jetzt etwa 30 Filme gescannt. Den Nikon habe ich angeschafft, weil ich mit den Scans vom Profi nicht ganz zufrieden war und das irgendwann ins Geld gegangen ist. Deine Bewertung hier hat die Entscheidung sicher auch in Richtung Coolscan beeinflusst. Den Anschaffungspreis habe ich mittlerweile erfolgreich verdrängt.

    Seitdem lasse ich die Negative bei Rossmann für schmales Geld entwickeln und scanne selbst. Da ich anfänglich zum Ausprobieren nicht zu viel Geld ausgeben wollte, habe ich Fuji Superia 400 und Kodak Gold 200 verwendet und bin mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Es ist nur wichtig, die Filme satt auf die Schatten zu belichten, damit diese nicht zu körnig werden. Der Coolscan scheint mit den tendenziell überbelichteten Negativen ganz gut zurechtzukommen. Letzte Woche sind die ersten Abzüge in 40 x 60 cm angekommen, wenn das Negativ satt belichtet war, ist das Filmkorn fast unsichtbar. Die Scansoftware, bei mir ist das VueScan, richtig einzustellen, war zwar eine Menge Arbeit, aber dafür geht das jetzt fast automatisch, die Anpassungen mache ich dann in Lightroom.

    Dein Vergleichsbild mit Notre Dame ist ganz aufschlussreich. Die überbelichtete Version sieht als Rohscan aus wie eine Tagaufnahme, aber nach der Korrektur in Lightroom passt das. Die dunklen Bereiche sind jedoch nicht so körnig geworden wie bei der richtig belichteten Aufnahme.

    Da ich kein „nasses“ Photolabor besitze und auch keines anschaffen möchte, kann ich ja die Belichtung der Negative so wählen, dass nach dem Scannen ein optimales Ergebnis entsteht. Wenn man zu satt belichtet, werden die Farben manchmal etwas cremig, aber das lässt sich in Lightroom korrigieren oder bleibt einfach so, das gibt dann die besondere Note…….

    viele Grüße aus dem Schwarzwald und „allzeit gut Licht“

    Mike

    • Claus Sassenberg
      27. Januar 2020

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      Hallo Mike,

      die Strategie, Film großzügig zu belichten ist mit Sicherheit der beste Tipp, den man Leuten geben kann, die analog fotografieren und scannen wollen.

      Mit meinem Coolscan V ED bin ich immer noch hochzufrieden, lasse aber auch Scans von „Mein Film Lab“ anfertigen (gut – zuletzt war sowieso alles Mittelformat, was der Coolscan nicht kann). Jedenfalls sind die Rohscans sehr viel besser als alles, was ich von Pixelgrain für den gleichen Preis bekommen habe. Ein Riesenunterschied.

      Es lohnt sich übrigens auch, in deren Blog zu schauen.

      Weiterhin viel Freude mit „Analog“, viele Grüße aus dem regentrüben Ostwestfalen,

      Claus

      • Mike Obert
        31. Januar 2020

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        Hallo Claus,
        mit den Preisen von „Mein Film Lab“ habe ich mir die Anschaffung des Coolscan schöngerechnet. Nochmal 50 Filme selbst scannen, und die Amortisation ist vollendet ! Arbeitszeit bleibt natürlich außen vor, das ist ja schließlich ein Hobby.

        Mit dem Coolscan kann man auf jeden Fall einem Kleinbildfilm genau aufs Korn schauen. Bei voller Auflösung von 4000 DPI und mit etwas Abschlag für ein leichtes Geradedrehen beim Freistellen liegen die gescannten Rohdaten bei rund 18 Megapixel. Bei dieser Auflösung sieht man durchaus die Unterschiede in der Filmkörnung bei Unter- oder Überbelichtung. Der preisgünstige Kodak Gold 200 Kleinbildfilm zeigt jedenfalls keine störende Körnung, wenn mann die Schatten als 18% Grau belichtet, das sind dann wohl offiziell zwei Blenden Überbelichtung.

        Für den anstehenden Skiurlaub habe ich beschlossen, einen Versuch mit Kodak Ektar 100 zu unternehmen. Vielleicht geht ja dann der Flaschenhals im hybriden Workflow vom Film an den Scanner über. Damit die Sache wirklich komplett entschleunigt wird, will ich auf die Piste nur eine Contax S2 mit Zeiss Tessar 2,8/45 mitnehmen. Als einzigen Luxus werde ich mir ein Polfilter gönnen !

        allzeit gut Licht
        Mike

        P.S.: Hoffentlich habe ich noch viel Freude mit meinen analogen Schätzchen. Wenn diese Freude mal vorbei sein sollte, müsste ich mit ja eine digitale Kamera kaufen, da will ich nicht dran denken…… Okay, Leica hat ja die M-minus-D Variante, aber das ist keine SLR. Warum machen die keine R-minus-D ????

        • Claus Sassenberg
          1. Februar 2020

          Leave a Reply

          Hallo Mike,

          überflüssig zu sagen, dass deine Erfahrungen mit dem Coolscan meine widerspiegeln. Das einzige, was er nicht leiden kann, sind zu sparsam belichtete Negative (und das lässt sich ja vermeiden).

          Gute Idee, für den Skiurlaub den Ektar zu nehmen. Wenn man mal auf sonniges Wetter hofft, wäre da ein 200er oder 400er Film eher zu empfindlich. Der Ektar hat zudem den Vorteil, dass er selbst bei bedecktem Himmel schöne Farben hat. Ich hatte den auch schon mal mit im Schnee.
          Und die Contax S2 – schönes Teil! Ein Objektiv reicht ebenfalls völlig aus (ich hatte ja schon oft die Q oder eine M6 mit 35mm davor dabei).

          Viele Grüße und Spaß im Skiurlaub,

          Claus

          • Mike Obert
            1. Februar 2020

            Hallo Claus,
            ich würde jetzt nicht sagen, dass der Coolscan ein Problem mit schwach belichteten Negativen hat. Ich würde eher sagen, dass der Coolscan bei 4000 DPI & Kleinbild die Probleme schwach belichteter Negative deutlich zeigt !

            Damit man erkennen kann, dass die Negative bei schwacher Belichtung in den dunklen Bereichen eine störende Körnung haben, muss man mit 4000 DPI scannen und dem Film aufs Korn schauen. Der Coolscan kann das, aber eben nur für Kleinbild.

            Bei YouTube hat Kyle McDougall eine Belichtungsreihe mit -3 EV bis + 5E V für den Ektar 100 und andere Filme eingestellt, aber mit Mittelformat geknipst und die Scans nur mit HD-Auflösung gezeigt. Das hilft mir nicht, ich will wissen, wie viel Licht ein Film braucht, damit bei Scannen die Körnung minimal bleibt.

            Um dem Film aufs Korn zu schauen, sind beim KB mit 4000 DPI besagte 18 MegaPixel fällig. Bei einem 6×6 wären das nach Adam Riese dann roundabout 70 MP. Das macht doch kein Mensch ! Oder andersrum gesagt: Beim Mittelformat kekst die Körnung keinen…………

            Wie immer gilt das Motto : „Nur Versuch macht klug“ ! Also in diesem Fall den Datacolor SpyderCHEKR mit Belichtungsreihe in vollspektralem Licht von 5500 Kelvin per Belichtungsreihe knipsen, mit 4000 DPI scannen und sehen,was dabei rumkommt. Das ist in Arbeit, ein erster Testfilm liegt gerade im Labor…………

            allzeit gut Licht
            Mike

          • Claus Sassenberg
            1. Februar 2020

            My Gosh … und ich dachte immer, ich wäre der Nerd! :))

            Der Ektar braucht etwa +1EV oder leicht darunter. Das ist sicher.

            Schönes WE,

            Claus

  3. Merten Riesner
    15. Februar 2018

    Leave a Reply

    Hallo

    Ich habe einen ähnlichen Scanner wie den Epson V800.
    Er spielt seine Qualitäten sicher nicht im KB aus, trotzdem nutze ich ihn dafür. Ich scanne die KB Negative nicht sehr hoch ein, gerade 2400dpi und das reicht mir in der Regel völlig aus.
    Ich nutze für alles von KB bis GF die Masken, nur wenn ich von meinen MF und GF ein besonderes Bild brauche scanne ich die dann im Nass verfahren, das ist noch mal ein schöner Unterschied zum trocken scannen.

    Grüße merten

  4. Jens Rückert
    4. Januar 2018

    Leave a Reply

    Guten Tag, Claus!
    Danke für den sehr interessanten und aufschlussreichen Beitrag, wie auch die anderen Beiträge in deinem Blog. Nie hatte ich die analoge Fotografie ganz sein gelassen, jedoch verwende ich
    meine FujiXpro1 neben den analogen Leicas, Mamiyas fürs Mittelformat und verschiedenen Canon FD Kameras fast nur noch für Bilder, die im Auftrag gemacht oder schnell irgendwo publiziert werden sollen.
    Daher suche ich einen brauchbaren Scanner um auch analoge Fotos adäquat online präsentieren zu können.
    Dank deines Artikels und der weiteren Beiträge von Leserinnen und Lesern bin ich nun doch schon etwas ,erhellter‘, vor allem da ich auch Mittelformat scannen möchte. Und, soweit ich das sehe, gibt es hier in den letzten Jahren keine wirklichen Innovationen, oder?

    Vielen Dank an dich und die Kommentierenden Menschen, allzeit gutes Licht und Grüße aus dem Süden der Republik,
    Jens

    • Claus Sassenberg
      4. Januar 2018

      Leave a Reply

      Hallo Jens,

      freut mich, dass der Artikel geholfen hat! Und leider hast du recht: In den letzten Jahren gibt es nichts Neues, was irgendwie die Riesenlücke zwischen Flachbettscannern wie dem Epson V850 und einem High-End-Teil wie dem Hasselblad-Flextight füllen könnte.

      Viele Grüße in den Süden,

      Claus

  5. Gilles Grethen
    7. November 2017

    Leave a Reply

    Hallo Claus,

    ich fotografiere selbst sehr gerne analog und habe mir eben erst einen Epson V850 samt Silverfast AI Studio gekauft. Im Vorfeld habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht welches Gerät (das auch für Mittelformat geeignet ist) ich kaufen soll. Folgender Test – http://luminous-landscape.com/wp-content/uploads/2015/02/The-New-Epson-V850-Pro-Scanner-Final.pdf – machte mir die Entscheidung leicht den Epson zu kaufen.

    Ich denke beim Epson gibt es zwei Faktoren welche die Bildqualität mehr oder minder stark beeinflussen. Einerseits ist es wichtig dass die Filmhalter von der Höhe her optimal eingestellt sind (soviel ich weiss kann man die allerdings bei dem V700/750 nicht verstellen) und andererseits muss eine optimale Planlage des Filmmaterials gewährleistet sein (das teilt der Epson sich mit allen Filmscannern ausser Flextight und Trommelscanner). Ich habe mir deshalb noch den Epson Fluid Mount zum „nass scannen“ dazu gekauft wie es auch in dem angesprochenen Test gehandhabt wurde.

    Ich will mir den Epson nicht unbedingt schön reden doch ich denke der Unterschied zum Nikon muss nicht unbedingt so gross sein wie in Deinem Test und sofern man nicht richtig gross ausdruckt wird man in einem fertigen Print kaum einen Unterschied sehen.

    Ich habe auch die Erfahrung gemacht dass ein Print durchaus noch scharf erscheint wenn man am Monitor schon glaubt es sei leicht grieselig (sei es durchs digitale Rauschen oder durch das gescannte Silberkorn).

    Zum Schluss noch ein Lob für Deine Bilder und die Mühe die Du Dir damit machst.

    Viele Grüsse,
    Gilles

    • Claus Sassenberg
      8. November 2017

      Leave a Reply

      Hallo Gilles,

      zunächst: Vielen Dank für deine sehr dezidierte, aber wohltuend diplomatische Reflexion! Die Kunst, auch eine kritische Meinung in höfliche Form zu bringen, ist im Internet nicht weit verbreitet! In dem Zusammenhang habe ich übrigens die Beobachtung gemacht, dass die Leute, die sich noch mit analoger Fotografie beschäftigen, oft sehr viel höflicher miteinander umgehen, als die digitale Fraktion. Möglicherweise eine Frage des Bildungsstandards… (puh, das war politisch nicht sehr korrekt).

      Mittlerweile frage ich mich auch, ob ich nicht meinen Epson V700 sozusagen „auf einem falsche Fuß“ erwischt habe. Die von dir angesprochene Planlage ist natürlich das Problem bei diesen Scannern (durchaus auch bei dem Nikon). Meine Testfotos wurden vermutlich von dem Filmhalter des Epson nicht so glatt gehalten wie vom Filmstreifeneinzug des Nikon. Frisch entwickelte Kleinbild-Negative haben oft diese unselige Längswölbung in Filmstreifenrichtung.

      Dazu muss ich auch zugeben, dass sich schliesslich auch irgendetwas in der Entwicklung der Gerätegeneration getan hat (z.B. die einstellbare Höhe des Filmhalters beim V850, die der V700 in der Tat nicht hat), so dass die Ergebnisse besser sind als bei den Vorgängermodellen.

      Das mit den Prints habe ich auch so beobachtet!

      Zuletzt wird es dich freuen zu hören, dass selbst der V700 sich bei mir insofern rehabilitiert hat, dass er 6X9-Negative recht ordentlich scannt (ein Artikel wird in Kürze erscheinen).

      Viele Grüße und gutes Licht,

      Claus

  6. Kai
    11. Oktober 2017

    Leave a Reply

    Martin, ob meine Aussage kess ist, weiß ich nicht, ich bin von der analogen Fotografie überzeugt. Aber ich muss Wirtschaftlichkeit mit der Überzeugung im Einklang bringen.
    Bei weites.land sind derzeit etwa 9000 Bilder veröffentlicht. Mehr als 2000 Bilder sind analog. Und gerade sind wieder 20 Filme aus der Entwicklung von Open Eyes zurück gekommen, gescannt, ohne irgendwelche Beanstandungen. Aus diesen 20 Filmen werden derzeit etwa 300 Bilder gegen bisherige digitale Aufnahmen getauscht.
    Und das nicht, weil es sich lohnt, sondern, weil es mir das wert ist:-)

  7. Matthias Schaad
    10. Oktober 2017

    Leave a Reply

    Lieber Claus

    Danke für den tollen Beitrag. Wie du ja weisst, frönen Julia und ich immer wieder gerne Analog. Letzten Samstag haben wir unseren ersten Kodak Portras gekauft. Am Anfang haben wir die Bilder entwickeln und brennen lassen. Sie waren aber nicht fähig, mehr als JPG zu liefern. Also versuchte ich rauszufinden, welcher Scanner für uns in Preis und Leistung stimmt. Die Wahl fiel auf den Plustek Optiscan 8200i. Dazu gab es das von dir erwähnte Silverfast. Nach einigem ausprobieren haben wir unsere Einstellungen gefunden und sind damit mehr als zufrieden. Jetzt müssen die Fotostudios nur noch ihre Leute Schulen und die eingerosteten Entwickler warten oder ersetzen. Fast jedes Negativ hat Schäden.

    Ausgedruckt haben wir noch nicht so viel. Keine Ahnung warum…dass die Bilder dann einfach rumliegen!?
    Möglich. Sicher ist, dass auch eine M6 bei uns ein neues Zuhause finden wird 🙂

    In der Zwischenzeit geniessen wir deine Bilder und die treffend scharflustigen Texte von dir.

    Liebe Grüsse aus dem Süden 🙂

    • Matthias Schaad
      10. Oktober 2017

      Leave a Reply

      Nachtrag: mir ist klar, dass mein Scanner im Vergleich zum Nikon und anderen weit abgeschlagene Resultate bringt. Falls ich in Zukunft aber mehr Pixel zählen möchte (oder waren es Erbsen 😉 ), wird es wohl ein Produkt der höheren Preisklasse sein.

      • Kai
        11. Oktober 2017

        Leave a Reply

        Hallo, Matthias,
        ich bin auch entsetzt über Deine Laborerfahrungen. So etwas kenne ich von CEWE Da kommt auch kein Negativ ohne Kratzer zurück.
        Es gibt aber auch in Deutschland erstklassige Labors, die in die Schweiz schicken. U.a. Studio 13 in Stuttgart. Seinerzeit hatten sie den Agfa Scala entwickelt.
        Und auch dort habe ich nie schlampige Arbeit zurück bekommen.
        Jedes Mal, wenn ich die Ergebnisse des Porta sehe, lohnt sich der Aufwand:-) Und für einzelne Vergrößerungen besuche ich eine kleine Druckerei, die einen Trommelscanner im Keller haben und mir das Negativ dann bestmöglich scannen und abziehen.

    • Claus Sassenberg
      11. Oktober 2017

      Leave a Reply

      Lieber Matthias,

      freut mich, dass ihr so experimentierfreudig seid! Da kommt keine Langeweile auf. Ein wenig Zweifel kommen mir, wenn ich deine Beschreibung der Leistung des „Fachlabors“ höre. Wie, sie können nur JPG, und jedes Negativ hat Schäden? Die würde ich in die Wüste schicken… Es muss doch auch in der Schweiz kompetente Leute geben wie bei Openeyes/Pixelgrain, wo man die Filme für wenig Porto hinschicken kann und fachgerecht entwickelt zurückbekommt.

      Der Plustek ist doch o.k., wie du schon sagst, Preis/Leistung. Vor allem, wenn man nicht ausschliesslich analog unterwegs ist.

      Weiterhin viel Freude mit unserem gemeinsamen Hobby,

      Claus

  8. Christiane
    8. Oktober 2017

    Leave a Reply

    Obwohl ich nie analog fotografiert habe, schaue ich mir immer wieder gerne Alben meiner Eltern und Großeltern an und bewundere, was ich sehe! Hätte ich die Kamera meiner Eltern noch, würde ich sie mit Sicherheit benutzen und wäre neugierig, was dabei heraus käme. Mich fasziniert daran auch die Nostalgie und ich denke, Filmfotografie ist noch spannender als digitale Fotografie, bedeutet allerdings auch mehr Aufwand, Kreativität und „Handwerklichkeit“. Aber wenn man es kann, wird man eben auch mit tollen Ergebnissen belohnt, wie man hier sieht. In jedem Fall erweitert es den (fotografischen) Horizont – also würde es sich für mich lohnen. Und je tiefer man in ein gewisses Gebiet vordringt, desto „pingeliger“ (im positivsten Sinn) wird man; jeder nach seinem Gusto. Das macht die privaten Blogs für mich (und viele andere wahrscheinlich auch) so interessant: jeder macht es anders und die Schwerpunkte sind individuell.
    Dann würde mich natürlich interessieren, was denn eigentlich so verwerflich daran ist, wenn jemand mit gutem Equipment Fotos macht und bearbeitet, um sie auf seinem Blog zu veröffentlichen (und zwar ausschließlich zu diesem Zweck)?
    Dieses „ich kann etwas und möchte es zeigen“ treibt viele Menschen an, Vorhaben in die Tat umzusetzen. Und das ist gut so, denn sonst würden wir vieles nicht sehen, lesen, hören, erleben können und das wäre doch schade, oder? Schließlich profitieren viele Menschen davon (und dabei meine ich nicht nur die Fotografie, auch Musik, Tanz, Schauspiel, Malerei… jede Kunstform). Und wer sich für die Umsetzung besonders gutes, teures, seltenes… Equipment leistet – klasse!
    Seit geraumer Zeit schon treibt mich ein Thema um, was sich in meiner Wahrnehmung immer mehr ins Extreme verlagert: egal, in welchen Bereich man schaut (Ernährung, Kleidung, Erziehung, Religion, Weltanschauung – um hier nur einige zu nennen….), die Welt scheint plötzlich schwarz weiß zu sein: gut oder schlecht, nötig oder unnötig, richtig oder falsch, hübsch oder hässlich…. und so wird es auch leider oft kommuniziert. Dabei ist die Welt bunt, in allen ihren farblichen Abstufungen BUNT!
    Klar, man muss nicht alles richtig, gut oder schön finden, was andere machen – wie langweilig wäre das denn auch. Dann könnte es ja heißen: „meins ist es nicht, aber ich freue mich, dass es das Richtige für dich ist“ – tut auch niemandem weh!

    Liebe Grüße
    Christiane

    • Claus Sassenberg
      11. Oktober 2017

      Leave a Reply

      Liebe Christiane,

      vielen Dank für dieses (beinahe oder schon richtig) philosophische Plädoyer! Ich möchte das zu 100% „unterschreiben“.

      Liebe Grüße,

      Claus

  9. Martin Pitsch
    5. Oktober 2017

    Leave a Reply

    Hallo Claus,

    grundsätzlich scheint der betriebene Aufwand in Bezug auf Deine Affinität hin zur analogen Fotografie vertretbar zu sein. Dies auch unter Berücksichtigung der bei Dir vorhandenen notwendigen Gerätschaften.

    Dennoch irritiert mich Dein scheinbar angestrebtes Ziel etwas, Aufnahmen für die Darstellung im Internet zu machen. Hierfür (fast) ausschliesslich diesen Aufwand zu betreiben, scheint mir mit solcher Perspektive betrachtend wiederum als zu hoch.

    Durchaus habe auch ich seit langem überlegt, mir eine M6 zu kaufen. Meine Ziel für eine anzufertigende Aufnahme aber ist wie zu analogen Zeiten das fertig entwickelte/gedruckte Bild, welches ich in Händen halten oder an der Wand hängen betrachten kann. Insbesondere die dann aufkommende Freude beim Betrachten der Bilder und die nur damit verbundene Möglichkeit, sichtbar werdenden feine Kontrastunterschiede und Tonwertabstufungen zu können, sind meine Motivation zur Fotografie.
    Die dafür hoch aufgelösten Scans als Basis zur Weiterverbreitung in der EBV und damit verbundenen Kosten (als Dienstleistung oder in Form eines qualitativ guten Scanners) scheinen mir dann als wohl nicht mehr vertretbar an.

    Letztendlich ist dieser Ansatz für mich auch ausschlaggebend dafür gewesen, meinen Blog durch eine reduzierte Galerie auszutauschen und mich dem fotografischen Prozess hin zum fertigen physischen Foto mit Hingabe widmen zu können.

    Interessieren würde es mich daher durchaus, ob Dein Interesse nur der Präsentation Deiner Bilder im Blog gewidmet ist oder Du darüber hinaus auch einem herrlich gepflegten haptischen Empfindens eines in Händen haltenden Bildes zugeneigt bist.

    Viele Grüße,
    Martin

    • Claus Sassenberg
      6. Oktober 2017

      Leave a Reply

      Hallo Martin,

      sehr traurig, so missverstanden zu werden! Mein Hauptinteresse bei der Verbesserung der Bildqualität ist nicht deren Präsentation im Blog, sondern der Print. Ich habe bereits mehrere der Schottland-Bilder auf Din A3+ ausgedruckt und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis! Das Bewusstsein, solche Bilder mit den Mitteln der klassischen Fotografie zu erzielen, macht mir Freude.
      Aber ich will eben auch nicht, dass Leute kommen und sagen: „Schaut mal die analogen Bilder, wie schlecht sind die gegenüber digital!“ Darum ist es mir wichtig, auch im Netz das mit den vorhandenen Mitteln Bestmögliche zu zeigen. Wenn ich die vergleichsweise „schlechten“ Rohscans als Mass aller Dinge präsentiere, kann ich mein Plädoyer für die Wertigkeit der analogen Fotografie (auch heute noch) kaum argumentativ untermauern. Und: Wer will schon qualitativ schlechte Bilder zeigen, wenn er es besser weiß?
      Ich finde deine Unterstellung also ein bisschen unfair. Sie kommt aus heiterem Himmel. Seit Jahren bemühe ich mich, durch meinen Blog Leuten die Freude am Fotografieren nahezubringen und jetzt wird das zum reinen Selbstzweck degradiert? Ich hätte das nicht von dir erwartet. Ich dachte, du kennst mich besser.

      Claus

      • Martin Pitsch
        6. Oktober 2017

        Leave a Reply

        Lieber Claus,

        oh je … jetzt entstehen tatsächlich Missverständnisse. Keinesfalls wollte ich Dir etwas unterstellen bzw. meinen Kommentar entsprechend verstanden zu wissen.

        Seit Jahren lese ich mit großem Interesse und mit Sicherheit nicht weniger Freude auf Deinem Blog mit. Eben um die Inhalte wissend bin ich der Art irritiert gewesen, dass ich mich zu diesem Kommentar hab entschlossen. Mitunter war mir noch nicht einmal bewusst, dass Du einen Drucker besitzt. Jedoch kann ich mich durchaus daran erinnern, dass Du vereinzelt in Berichten von gedruckten Fotos geschrieben hast.

        Tatsächlich ist es so, dass ich schon seit langem überlegt habe, den Wert eines gedruckten bzw. entwickelten Bildes mit Dir zu diskutieren. Zumal auch deshalb, da ich mit entsprechendem Fokus zu qualitativ hochwertigen Drucken neige. Deshalb habe ich z. B. auch soeben bei Rolf Walther in Mainz einen Workshop – und der nächste steht schon an … – besucht. Die Anschaffung eines A2 Druckers ist von mir angestrebt.

        Vielleicht wäre es aber interessant, in Zukunft dieses Thema zu diskutieren. Wie siehst Du das?

        Abschliessend bitte ich Dich ausdrücklich, meinen Kommentar nicht wie von Dir verstanden weiter so zu verstehen. Es liegt mir fern, in welcher Art und Weise auch immer Irritation, Unruhe und Missstimmung zu verbreiten. Wahrscheinlich habe ich mich etwas unglücklich ausgedrückt.

        Verständnis und die, über das gemeinsame Interesse, entstandene freundschaftliche Kollegialität mit Dir sind mir wichtig!

        Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende wünscht Dir,

        Martin

        • Claus Sassenberg
          6. Oktober 2017

          Leave a Reply

          Hallo Martin,

          alles ist gut! Hab ich wohl wirklich missverstanden. Über das Drucken mit entspr. Workflow, Softproof etc. habe ich schon mal vor Jahren im „alten Blog“ was geschrieben. Das wäre vielleicht wirklich mal einen neuen Beitrag Wert.

          Ich drucke schon länger bis A3+ mit meinem Epson Stylus Photo 1500, der schon recht gute Ergebnisse liefert.

          Viele Grüße und schönes Wochenende,

          Claus

    • Kai
      7. Oktober 2017

      Leave a Reply

      Wir haben die Erfahrung gemacht, dass gerade bei Abzügen ein Unterschied zwischen digitalen und analogen Bildern erkennbar ist. Denn oft werden eben die Bilder bereits kameraintern retuschiert. Unser Baby wirkte auf solchen Fotos wie eine Puppe. Die analogen Bilder sprechen uns da deutlich mehr an.
      So legen wir auch ganz klassisch noch für jeden Urlaub ein Album an und diese holen wir oft wieder vor. Ganz klassisch übrigens lassen wir unsere Bilder mit weißem Rand abziehen.

      Ich beneide Claus zu seinem Scanner, hätte ihn auch gern. Was heute an Fimscannern angeboten wird, ist in der Regel eine absurde Frechheit. Aber das liegt auch daran, dass es in der angeblichen Fotografie oft nur um billig als um Qualität geht. Und darum, dass uns suggeriert wird, dass wir schon für wenig Geld Profiqualität bekommen.

      Aber ich kann Dich nur bestätigen, eine M6 anzuschaffen, die wirst Du wohl nicht mehr hergeben. Steht bei uns als Zweitkamera als Alternative zur MP auch immer noch im Raum. Allerdings ist die M7 sehr komfortabel mit ihrer Belichtugsaustomatik.

      • Martin Pitsch
        7. Oktober 2017

        Leave a Reply

        Hallo Kai,

        unabhängig des Kameratyps werden grds. auch die RAW-Daten Kameraintern durch Nachbearbeitungsprozesse angepasst. Dies ist mit Grund dafür, dass bei gleichem Objektiv an unterschiedlichen Kameras mit gleichem Sensor unter gleichen Bedingungen die aufgenommen Bilder unterschiedlich aussehen. Die vom Nutzer einstellbaren Bildmanipulationsmöglichkeiten jedoch wirken i. d. R. nur auf die jpg-Dateien.

        Grds. bin ich schon an der analogen Fotografie interessiert. Dies aber auch nur dann, wenn ich direkten Einfluss auf die abschliessenden Abzüge/Drucke habe. Dies würde eine Dunkelkammer bzw. die Möglichkeit des einscannens der Negative voraussetzen. In die dann notwendigen Investitionen für die technische Umsetzung möchte ich nicht investieren.

        Bleibt also nur die Möglichkeit, diese Prozesse dann über einen Dienstleister abzuwickeln. Für Scans in hochwertiger Qualität bei 16 bit sind mir die Kosten des Dienstleisters zu hoch, beim Bestellen echter Abzüge von den Negativen habe ich keine Einflussmöglichkeit beim Dienstleister.

        So dürfte es sich für mich nicht lohnen, eine analoge Leica anzuschaffen. Hier sehe ich es als Alternative dann an, im komplett digitalen Prozess (Aufnahme – EBV – eigener Drucker) zu bleiben und in einen vernünftigen Drucker für A2-Drucke zu investieren.

        Die Präsentation von Bildern im Internet über einen eigenen Blog bzw. einer Internet-Community ist bei mir zur Nebensache – zumindestens aktuell – geworden ist.
        Mein Fokus ist letztendlich das Foto als Druck vorhalten zu können und es auf unterschiedliche Art und Weise (zumindestens im privaten Umfeld) zu präsentieren (An der Wand hängend, in einer Mappe oder Buch, als Karten. Letztendlich möchte ich den direkten Zugriff auf ein Foto in physischer Form haben.

        Hier setzte ich somit genau an die Schnittstelle hin zum fertigen Foto bei der analogen Fotografie an, wobei das RAW/tiff den Status eines Negatives einnimmt und der Drucker die Aufgabe des Abzuges übernimmt.

        Die einzige Alternative, welche sich aber auch nur im digitalen Gesamtprozess anbietet, ist die Anfertigen von Abzügen über einen Dienstleister. Hier habe ich Einfluss auf den Workflow und die Kontrollmöglichkeit durch die eigene EBV und den Softproof vor Datenübergabe a. d. Dienstleister. Hierfür könnten dann evtl. kalkulatorische Gründe vielleicht noch ausschlaggebend sein.

        Grüße,
        Martin

        • Kai
          7. Oktober 2017

          Leave a Reply

          ob es sich lohnt, eine Kamera überhaupt anzuschaffen?
          Billiger ist es sogar, ganz auf das Fotografieren zu verzichten. Ich weiß, jetzt bin ich provokant:-)

          Aber man müsste einmal definieren, wann sich Fotografie lohnt. Ich fotografiere analog, nicht, weil es sich lohnt, sondern weil sie es mir eben wert ist. Und mit den Abzügen von open eyes bin ich ziemlich zufrieden. Eine totale Kontrolle hat man selbst im eigenen Labor nicht. Ich möchte schlicht ein Bild genießen und nicht analysieren.
          Und das tue ich bei analogen Abzügen, deren Motive vorher einfach mit guten Filmen belichtet wurden.

          • Martin
            8. Oktober 2017

            Aus weites.land, Bilder mit dem Leica M Elmarit 2.8 …: „Würde Geld keine Rolle spielen, so wären übrigens alle Bilder in diesem Magazin analog aufgenommen.“

            Bei dem Hintergrund des von Dir selbst geäußerten wirkt Dein erster Satz schon ziemlich kess … wenngleich es sich durchaus lohnen könnte, diesem Ansatz zu gedanklich zu folgen. Zumindestens liesse sich so eine Menge Geld sparen.

            Sachlichkeit tut gut …

  10. Kai
    3. Oktober 2017

    Leave a Reply

    Lieber Claus.
    Zu Weihnachten werde ich jedem sagen, der mir dringend was schenken will, dass ich mir Kodak Portra oder Tri X wünsche.
    Gestern sind 20 Filme wieder an Open Eyes gegangen und ich freue mich so auf die Ergebnisse. Auch, wenn die Filme sich innerhalb von sechs Monaten angesammelt haben. Sollen die Menschen doch ihren neuesten digitalen Superhelden nachjagen, in der Zeit scheue ich entspannt durch den Sucher und lass es klicken. Um anschließend mit dem Aufzughebel zum nächsten Bild vor zu spulen.
    Und nebenbei habe ich gestern wieder den nächsten Instax-Film gekauft, für weitere Schnappschüsse meiner kleinen Tochter. Nicht, weil es befriedigt, sondern, weil es Freude macht.
    Und vielleicht werde ich sogar in Zukunft in ein neues SW-Labor investieren. Analoge Fotografie? Ja, nicht nein, weil sie zu teuer und zu langsam ist, sondern, weil sie es mir wert ist.
    Um so erfreuter beobachte ich seit einiger Zeit Deinen wachsenden Anteil daran.
    ES gilt für die Fotografie wie für unser Leben: Wir sollten mal wieder langsamer werden. Dann haben wir auch Zeit. Hm, ob das jetzt jemand versteht?

    Ganz liebe Gedanken und mal wieder ehrlichen und herzlichen Dank für Deinen philosophischen und informativen Blog.

    Grüße von Kai

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