Scanner – inter caecos monoculus rex

Scanner – inter caecos monoculus rex

Kommentare

  
  1. AvatarMike sagt:

    Hallo Claus,
    zunächst einmal vielen Dank für die tollen Information auf Deiner Webseite !
    Im Gegensatz zu vielen anderen Webseiten, die sich mit Photographie beschäftigen, lesen sich Deine Beiträge erfrischend anders !

    Seit einem Jahr besitze ich auch einen Nikon Coolscan 5000 ED und habe damit bis jetzt etwa 30 Filme gescannt. Den Nikon habe ich angeschafft, weil ich mit den Scans vom Profi nicht ganz zufrieden war und das irgendwann ins Geld gegangen ist. Deine Bewertung hier hat die Entscheidung sicher auch in Richtung Coolscan beeinflusst. Den Anschaffungspreis habe ich mittlerweile erfolgreich verdrängt.

    Seitdem lasse ich die Negative bei Rossmann für schmales Geld entwickeln und scanne selbst. Da ich anfänglich zum Ausprobieren nicht zu viel Geld ausgeben wollte, habe ich Fuji Superia 400 und Kodak Gold 200 verwendet und bin mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Es ist nur wichtig, die Filme satt auf die Schatten zu belichten, damit diese nicht zu körnig werden. Der Coolscan scheint mit den tendenziell überbelichteten Negativen ganz gut zurechtzukommen. Letzte Woche sind die ersten Abzüge in 40 x 60 cm angekommen, wenn das Negativ satt belichtet war, ist das Filmkorn fast unsichtbar. Die Scansoftware, bei mir ist das VueScan, richtig einzustellen, war zwar eine Menge Arbeit, aber dafür geht das jetzt fast automatisch, die Anpassungen mache ich dann in Lightroom.

    Dein Vergleichsbild mit Notre Dame ist ganz aufschlussreich. Die überbelichtete Version sieht als Rohscan aus wie eine Tagaufnahme, aber nach der Korrektur in Lightroom passt das. Die dunklen Bereiche sind jedoch nicht so körnig geworden wie bei der richtig belichteten Aufnahme.

    Da ich kein “nasses” Photolabor besitze und auch keines anschaffen möchte, kann ich ja die Belichtung der Negative so wählen, dass nach dem Scannen ein optimales Ergebnis entsteht. Wenn man zu satt belichtet, werden die Farben manchmal etwas cremig, aber das lässt sich in Lightroom korrigieren oder bleibt einfach so, das gibt dann die besondere Note…….

    viele Grüße aus dem Schwarzwald und “allzeit gut Licht”

    Mike

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Hallo Mike,

      die Strategie, Film großzügig zu belichten ist mit Sicherheit der beste Tipp, den man Leuten geben kann, die analog fotografieren und scannen wollen.

      Mit meinem Coolscan V ED bin ich immer noch hochzufrieden, lasse aber auch Scans von “Mein Film Lab” anfertigen (gut – zuletzt war sowieso alles Mittelformat, was der Coolscan nicht kann). Jedenfalls sind die Rohscans sehr viel besser als alles, was ich von Pixelgrain für den gleichen Preis bekommen habe. Ein Riesenunterschied.

      Es lohnt sich übrigens auch, in deren Blog zu schauen.

      Weiterhin viel Freude mit “Analog”, viele Grüße aus dem regentrüben Ostwestfalen,

      Claus

      • AvatarMike Obert sagt:

        Hallo Claus,
        mit den Preisen von “Mein Film Lab” habe ich mir die Anschaffung des Coolscan schöngerechnet. Nochmal 50 Filme selbst scannen, und die Amortisation ist vollendet ! Arbeitszeit bleibt natürlich außen vor, das ist ja schließlich ein Hobby.

        Mit dem Coolscan kann man auf jeden Fall einem Kleinbildfilm genau aufs Korn schauen. Bei voller Auflösung von 4000 DPI und mit etwas Abschlag für ein leichtes Geradedrehen beim Freistellen liegen die gescannten Rohdaten bei rund 18 Megapixel. Bei dieser Auflösung sieht man durchaus die Unterschiede in der Filmkörnung bei Unter- oder Überbelichtung. Der preisgünstige Kodak Gold 200 Kleinbildfilm zeigt jedenfalls keine störende Körnung, wenn mann die Schatten als 18% Grau belichtet, das sind dann wohl offiziell zwei Blenden Überbelichtung.

        Für den anstehenden Skiurlaub habe ich beschlossen, einen Versuch mit Kodak Ektar 100 zu unternehmen. Vielleicht geht ja dann der Flaschenhals im hybriden Workflow vom Film an den Scanner über. Damit die Sache wirklich komplett entschleunigt wird, will ich auf die Piste nur eine Contax S2 mit Zeiss Tessar 2,8/45 mitnehmen. Als einzigen Luxus werde ich mir ein Polfilter gönnen !

        allzeit gut Licht
        Mike

        P.S.: Hoffentlich habe ich noch viel Freude mit meinen analogen Schätzchen. Wenn diese Freude mal vorbei sein sollte, müsste ich mit ja eine digitale Kamera kaufen, da will ich nicht dran denken…… Okay, Leica hat ja die M-minus-D Variante, aber das ist keine SLR. Warum machen die keine R-minus-D ????

        • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

          Hallo Mike,

          überflüssig zu sagen, dass deine Erfahrungen mit dem Coolscan meine widerspiegeln. Das einzige, was er nicht leiden kann, sind zu sparsam belichtete Negative (und das lässt sich ja vermeiden).

          Gute Idee, für den Skiurlaub den Ektar zu nehmen. Wenn man mal auf sonniges Wetter hofft, wäre da ein 200er oder 400er Film eher zu empfindlich. Der Ektar hat zudem den Vorteil, dass er selbst bei bedecktem Himmel schöne Farben hat. Ich hatte den auch schon mal mit im Schnee.
          Und die Contax S2 – schönes Teil! Ein Objektiv reicht ebenfalls völlig aus (ich hatte ja schon oft die Q oder eine M6 mit 35mm davor dabei).

          Viele Grüße und Spaß im Skiurlaub,

          Claus

          • AvatarMike Obert sagt:

            Hallo Claus,
            ich würde jetzt nicht sagen, dass der Coolscan ein Problem mit schwach belichteten Negativen hat. Ich würde eher sagen, dass der Coolscan bei 4000 DPI & Kleinbild die Probleme schwach belichteter Negative deutlich zeigt !

            Damit man erkennen kann, dass die Negative bei schwacher Belichtung in den dunklen Bereichen eine störende Körnung haben, muss man mit 4000 DPI scannen und dem Film aufs Korn schauen. Der Coolscan kann das, aber eben nur für Kleinbild.

            Bei YouTube hat Kyle McDougall eine Belichtungsreihe mit -3 EV bis + 5E V für den Ektar 100 und andere Filme eingestellt, aber mit Mittelformat geknipst und die Scans nur mit HD-Auflösung gezeigt. Das hilft mir nicht, ich will wissen, wie viel Licht ein Film braucht, damit bei Scannen die Körnung minimal bleibt.

            Um dem Film aufs Korn zu schauen, sind beim KB mit 4000 DPI besagte 18 MegaPixel fällig. Bei einem 6×6 wären das nach Adam Riese dann roundabout 70 MP. Das macht doch kein Mensch ! Oder andersrum gesagt: Beim Mittelformat kekst die Körnung keinen…………

            Wie immer gilt das Motto : “Nur Versuch macht klug” ! Also in diesem Fall den Datacolor SpyderCHEKR mit Belichtungsreihe in vollspektralem Licht von 5500 Kelvin per Belichtungsreihe knipsen, mit 4000 DPI scannen und sehen,was dabei rumkommt. Das ist in Arbeit, ein erster Testfilm liegt gerade im Labor…………

            allzeit gut Licht
            Mike

          • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

            My Gosh … und ich dachte immer, ich wäre der Nerd! :))

            Der Ektar braucht etwa +1EV oder leicht darunter. Das ist sicher.

            Schönes WE,

            Claus

  2. Hallo

    Ich habe einen ähnlichen Scanner wie den Epson V800.
    Er spielt seine Qualitäten sicher nicht im KB aus, trotzdem nutze ich ihn dafür. Ich scanne die KB Negative nicht sehr hoch ein, gerade 2400dpi und das reicht mir in der Regel völlig aus.
    Ich nutze für alles von KB bis GF die Masken, nur wenn ich von meinen MF und GF ein besonderes Bild brauche scanne ich die dann im Nass verfahren, das ist noch mal ein schöner Unterschied zum trocken scannen.

    Grüße merten

  3. Guten Tag, Claus!
    Danke für den sehr interessanten und aufschlussreichen Beitrag, wie auch die anderen Beiträge in deinem Blog. Nie hatte ich die analoge Fotografie ganz sein gelassen, jedoch verwende ich
    meine FujiXpro1 neben den analogen Leicas, Mamiyas fürs Mittelformat und verschiedenen Canon FD Kameras fast nur noch für Bilder, die im Auftrag gemacht oder schnell irgendwo publiziert werden sollen.
    Daher suche ich einen brauchbaren Scanner um auch analoge Fotos adäquat online präsentieren zu können.
    Dank deines Artikels und der weiteren Beiträge von Leserinnen und Lesern bin ich nun doch schon etwas ,erhellter‘, vor allem da ich auch Mittelformat scannen möchte. Und, soweit ich das sehe, gibt es hier in den letzten Jahren keine wirklichen Innovationen, oder?

    Vielen Dank an dich und die Kommentierenden Menschen, allzeit gutes Licht und Grüße aus dem Süden der Republik,
    Jens

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Hallo Jens,

      freut mich, dass der Artikel geholfen hat! Und leider hast du recht: In den letzten Jahren gibt es nichts Neues, was irgendwie die Riesenlücke zwischen Flachbettscannern wie dem Epson V850 und einem High-End-Teil wie dem Hasselblad-Flextight füllen könnte.

      Viele Grüße in den Süden,

      Claus

  4. AvatarGilles Grethen sagt:

    Hallo Claus,

    ich fotografiere selbst sehr gerne analog und habe mir eben erst einen Epson V850 samt Silverfast AI Studio gekauft. Im Vorfeld habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht welches Gerät (das auch für Mittelformat geeignet ist) ich kaufen soll. Folgender Test – http://luminous-landscape.com/wp-content/uploads/2015/02/The-New-Epson-V850-Pro-Scanner-Final.pdf – machte mir die Entscheidung leicht den Epson zu kaufen.

    Ich denke beim Epson gibt es zwei Faktoren welche die Bildqualität mehr oder minder stark beeinflussen. Einerseits ist es wichtig dass die Filmhalter von der Höhe her optimal eingestellt sind (soviel ich weiss kann man die allerdings bei dem V700/750 nicht verstellen) und andererseits muss eine optimale Planlage des Filmmaterials gewährleistet sein (das teilt der Epson sich mit allen Filmscannern ausser Flextight und Trommelscanner). Ich habe mir deshalb noch den Epson Fluid Mount zum “nass scannen” dazu gekauft wie es auch in dem angesprochenen Test gehandhabt wurde.

    Ich will mir den Epson nicht unbedingt schön reden doch ich denke der Unterschied zum Nikon muss nicht unbedingt so gross sein wie in Deinem Test und sofern man nicht richtig gross ausdruckt wird man in einem fertigen Print kaum einen Unterschied sehen.

    Ich habe auch die Erfahrung gemacht dass ein Print durchaus noch scharf erscheint wenn man am Monitor schon glaubt es sei leicht grieselig (sei es durchs digitale Rauschen oder durch das gescannte Silberkorn).

    Zum Schluss noch ein Lob für Deine Bilder und die Mühe die Du Dir damit machst.

    Viele Grüsse,
    Gilles

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Hallo Gilles,

      zunächst: Vielen Dank für deine sehr dezidierte, aber wohltuend diplomatische Reflexion! Die Kunst, auch eine kritische Meinung in höfliche Form zu bringen, ist im Internet nicht weit verbreitet! In dem Zusammenhang habe ich übrigens die Beobachtung gemacht, dass die Leute, die sich noch mit analoger Fotografie beschäftigen, oft sehr viel höflicher miteinander umgehen, als die digitale Fraktion. Möglicherweise eine Frage des Bildungsstandards… (puh, das war politisch nicht sehr korrekt).

      Mittlerweile frage ich mich auch, ob ich nicht meinen Epson V700 sozusagen “auf einem falsche Fuß” erwischt habe. Die von dir angesprochene Planlage ist natürlich das Problem bei diesen Scannern (durchaus auch bei dem Nikon). Meine Testfotos wurden vermutlich von dem Filmhalter des Epson nicht so glatt gehalten wie vom Filmstreifeneinzug des Nikon. Frisch entwickelte Kleinbild-Negative haben oft diese unselige Längswölbung in Filmstreifenrichtung.

      Dazu muss ich auch zugeben, dass sich schliesslich auch irgendetwas in der Entwicklung der Gerätegeneration getan hat (z.B. die einstellbare Höhe des Filmhalters beim V850, die der V700 in der Tat nicht hat), so dass die Ergebnisse besser sind als bei den Vorgängermodellen.

      Das mit den Prints habe ich auch so beobachtet!

      Zuletzt wird es dich freuen zu hören, dass selbst der V700 sich bei mir insofern rehabilitiert hat, dass er 6X9-Negative recht ordentlich scannt (ein Artikel wird in Kürze erscheinen).

      Viele Grüße und gutes Licht,

      Claus

  5. AvatarKai sagt:

    Martin, ob meine Aussage kess ist, weiß ich nicht, ich bin von der analogen Fotografie überzeugt. Aber ich muss Wirtschaftlichkeit mit der Überzeugung im Einklang bringen.
    Bei weites.land sind derzeit etwa 9000 Bilder veröffentlicht. Mehr als 2000 Bilder sind analog. Und gerade sind wieder 20 Filme aus der Entwicklung von Open Eyes zurück gekommen, gescannt, ohne irgendwelche Beanstandungen. Aus diesen 20 Filmen werden derzeit etwa 300 Bilder gegen bisherige digitale Aufnahmen getauscht.
    Und das nicht, weil es sich lohnt, sondern, weil es mir das wert ist:-)

  6. Lieber Claus

    Danke für den tollen Beitrag. Wie du ja weisst, frönen Julia und ich immer wieder gerne Analog. Letzten Samstag haben wir unseren ersten Kodak Portras gekauft. Am Anfang haben wir die Bilder entwickeln und brennen lassen. Sie waren aber nicht fähig, mehr als JPG zu liefern. Also versuchte ich rauszufinden, welcher Scanner für uns in Preis und Leistung stimmt. Die Wahl fiel auf den Plustek Optiscan 8200i. Dazu gab es das von dir erwähnte Silverfast. Nach einigem ausprobieren haben wir unsere Einstellungen gefunden und sind damit mehr als zufrieden. Jetzt müssen die Fotostudios nur noch ihre Leute Schulen und die eingerosteten Entwickler warten oder ersetzen. Fast jedes Negativ hat Schäden.

    Ausgedruckt haben wir noch nicht so viel. Keine Ahnung warum…dass die Bilder dann einfach rumliegen!?
    Möglich. Sicher ist, dass auch eine M6 bei uns ein neues Zuhause finden wird 🙂

    In der Zwischenzeit geniessen wir deine Bilder und die treffend scharflustigen Texte von dir.

    Liebe Grüsse aus dem Süden 🙂

    • Nachtrag: mir ist klar, dass mein Scanner im Vergleich zum Nikon und anderen weit abgeschlagene Resultate bringt. Falls ich in Zukunft aber mehr Pixel zählen möchte (oder waren es Erbsen 😉 ), wird es wohl ein Produkt der höheren Preisklasse sein.

      • AvatarKai sagt:

        Hallo, Matthias,
        ich bin auch entsetzt über Deine Laborerfahrungen. So etwas kenne ich von CEWE Da kommt auch kein Negativ ohne Kratzer zurück.
        Es gibt aber auch in Deutschland erstklassige Labors, die in die Schweiz schicken. U.a. Studio 13 in Stuttgart. Seinerzeit hatten sie den Agfa Scala entwickelt.
        Und auch dort habe ich nie schlampige Arbeit zurück bekommen.
        Jedes Mal, wenn ich die Ergebnisse des Porta sehe, lohnt sich der Aufwand:-) Und für einzelne Vergrößerungen besuche ich eine kleine Druckerei, die einen Trommelscanner im Keller haben und mir das Negativ dann bestmöglich scannen und abziehen.

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Lieber Matthias,

      freut mich, dass ihr so experimentierfreudig seid! Da kommt keine Langeweile auf. Ein wenig Zweifel kommen mir, wenn ich deine Beschreibung der Leistung des “Fachlabors” höre. Wie, sie können nur JPG, und jedes Negativ hat Schäden? Die würde ich in die Wüste schicken… Es muss doch auch in der Schweiz kompetente Leute geben wie bei Openeyes/Pixelgrain, wo man die Filme für wenig Porto hinschicken kann und fachgerecht entwickelt zurückbekommt.

      Der Plustek ist doch o.k., wie du schon sagst, Preis/Leistung. Vor allem, wenn man nicht ausschliesslich analog unterwegs ist.

      Weiterhin viel Freude mit unserem gemeinsamen Hobby,

      Claus

  7. AvatarChristiane sagt:

    Obwohl ich nie analog fotografiert habe, schaue ich mir immer wieder gerne Alben meiner Eltern und Großeltern an und bewundere, was ich sehe! Hätte ich die Kamera meiner Eltern noch, würde ich sie mit Sicherheit benutzen und wäre neugierig, was dabei heraus käme. Mich fasziniert daran auch die Nostalgie und ich denke, Filmfotografie ist noch spannender als digitale Fotografie, bedeutet allerdings auch mehr Aufwand, Kreativität und “Handwerklichkeit”. Aber wenn man es kann, wird man eben auch mit tollen Ergebnissen belohnt, wie man hier sieht. In jedem Fall erweitert es den (fotografischen) Horizont – also würde es sich für mich lohnen. Und je tiefer man in ein gewisses Gebiet vordringt, desto “pingeliger” (im positivsten Sinn) wird man; jeder nach seinem Gusto. Das macht die privaten Blogs für mich (und viele andere wahrscheinlich auch) so interessant: jeder macht es anders und die Schwerpunkte sind individuell.
    Dann würde mich natürlich interessieren, was denn eigentlich so verwerflich daran ist, wenn jemand mit gutem Equipment Fotos macht und bearbeitet, um sie auf seinem Blog zu veröffentlichen (und zwar ausschließlich zu diesem Zweck)?
    Dieses “ich kann etwas und möchte es zeigen” treibt viele Menschen an, Vorhaben in die Tat umzusetzen. Und das ist gut so, denn sonst würden wir vieles nicht sehen, lesen, hören, erleben können und das wäre doch schade, oder? Schließlich profitieren viele Menschen davon (und dabei meine ich nicht nur die Fotografie, auch Musik, Tanz, Schauspiel, Malerei… jede Kunstform). Und wer sich für die Umsetzung besonders gutes, teures, seltenes… Equipment leistet – klasse!
    Seit geraumer Zeit schon treibt mich ein Thema um, was sich in meiner Wahrnehmung immer mehr ins Extreme verlagert: egal, in welchen Bereich man schaut (Ernährung, Kleidung, Erziehung, Religion, Weltanschauung – um hier nur einige zu nennen….), die Welt scheint plötzlich schwarz weiß zu sein: gut oder schlecht, nötig oder unnötig, richtig oder falsch, hübsch oder hässlich…. und so wird es auch leider oft kommuniziert. Dabei ist die Welt bunt, in allen ihren farblichen Abstufungen BUNT!
    Klar, man muss nicht alles richtig, gut oder schön finden, was andere machen – wie langweilig wäre das denn auch. Dann könnte es ja heißen: “meins ist es nicht, aber ich freue mich, dass es das Richtige für dich ist” – tut auch niemandem weh!

    Liebe Grüße
    Christiane

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Liebe Christiane,

      vielen Dank für dieses (beinahe oder schon richtig) philosophische Plädoyer! Ich möchte das zu 100% “unterschreiben”.

      Liebe Grüße,

      Claus

  8. Hallo Claus,

    grundsätzlich scheint der betriebene Aufwand in Bezug auf Deine Affinität hin zur analogen Fotografie vertretbar zu sein. Dies auch unter Berücksichtigung der bei Dir vorhandenen notwendigen Gerätschaften.

    Dennoch irritiert mich Dein scheinbar angestrebtes Ziel etwas, Aufnahmen für die Darstellung im Internet zu machen. Hierfür (fast) ausschliesslich diesen Aufwand zu betreiben, scheint mir mit solcher Perspektive betrachtend wiederum als zu hoch.

    Durchaus habe auch ich seit langem überlegt, mir eine M6 zu kaufen. Meine Ziel für eine anzufertigende Aufnahme aber ist wie zu analogen Zeiten das fertig entwickelte/gedruckte Bild, welches ich in Händen halten oder an der Wand hängen betrachten kann. Insbesondere die dann aufkommende Freude beim Betrachten der Bilder und die nur damit verbundene Möglichkeit, sichtbar werdenden feine Kontrastunterschiede und Tonwertabstufungen zu können, sind meine Motivation zur Fotografie.
    Die dafür hoch aufgelösten Scans als Basis zur Weiterverbreitung in der EBV und damit verbundenen Kosten (als Dienstleistung oder in Form eines qualitativ guten Scanners) scheinen mir dann als wohl nicht mehr vertretbar an.

    Letztendlich ist dieser Ansatz für mich auch ausschlaggebend dafür gewesen, meinen Blog durch eine reduzierte Galerie auszutauschen und mich dem fotografischen Prozess hin zum fertigen physischen Foto mit Hingabe widmen zu können.

    Interessieren würde es mich daher durchaus, ob Dein Interesse nur der Präsentation Deiner Bilder im Blog gewidmet ist oder Du darüber hinaus auch einem herrlich gepflegten haptischen Empfindens eines in Händen haltenden Bildes zugeneigt bist.

    Viele Grüße,
    Martin

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Hallo Martin,

      sehr traurig, so missverstanden zu werden! Mein Hauptinteresse bei der Verbesserung der Bildqualität ist nicht deren Präsentation im Blog, sondern der Print. Ich habe bereits mehrere der Schottland-Bilder auf Din A3+ ausgedruckt und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis! Das Bewusstsein, solche Bilder mit den Mitteln der klassischen Fotografie zu erzielen, macht mir Freude.
      Aber ich will eben auch nicht, dass Leute kommen und sagen: “Schaut mal die analogen Bilder, wie schlecht sind die gegenüber digital!” Darum ist es mir wichtig, auch im Netz das mit den vorhandenen Mitteln Bestmögliche zu zeigen. Wenn ich die vergleichsweise “schlechten” Rohscans als Mass aller Dinge präsentiere, kann ich mein Plädoyer für die Wertigkeit der analogen Fotografie (auch heute noch) kaum argumentativ untermauern. Und: Wer will schon qualitativ schlechte Bilder zeigen, wenn er es besser weiß?
      Ich finde deine Unterstellung also ein bisschen unfair. Sie kommt aus heiterem Himmel. Seit Jahren bemühe ich mich, durch meinen Blog Leuten die Freude am Fotografieren nahezubringen und jetzt wird das zum reinen Selbstzweck degradiert? Ich hätte das nicht von dir erwartet. Ich dachte, du kennst mich besser.

      Claus

      • Lieber Claus,

        oh je … jetzt entstehen tatsächlich Missverständnisse. Keinesfalls wollte ich Dir etwas unterstellen bzw. meinen Kommentar entsprechend verstanden zu wissen.

        Seit Jahren lese ich mit großem Interesse und mit Sicherheit nicht weniger Freude auf Deinem Blog mit. Eben um die Inhalte wissend bin ich der Art irritiert gewesen, dass ich mich zu diesem Kommentar hab entschlossen. Mitunter war mir noch nicht einmal bewusst, dass Du einen Drucker besitzt. Jedoch kann ich mich durchaus daran erinnern, dass Du vereinzelt in Berichten von gedruckten Fotos geschrieben hast.

        Tatsächlich ist es so, dass ich schon seit langem überlegt habe, den Wert eines gedruckten bzw. entwickelten Bildes mit Dir zu diskutieren. Zumal auch deshalb, da ich mit entsprechendem Fokus zu qualitativ hochwertigen Drucken neige. Deshalb habe ich z. B. auch soeben bei Rolf Walther in Mainz einen Workshop – und der nächste steht schon an … – besucht. Die Anschaffung eines A2 Druckers ist von mir angestrebt.

        Vielleicht wäre es aber interessant, in Zukunft dieses Thema zu diskutieren. Wie siehst Du das?

        Abschliessend bitte ich Dich ausdrücklich, meinen Kommentar nicht wie von Dir verstanden weiter so zu verstehen. Es liegt mir fern, in welcher Art und Weise auch immer Irritation, Unruhe und Missstimmung zu verbreiten. Wahrscheinlich habe ich mich etwas unglücklich ausgedrückt.

        Verständnis und die, über das gemeinsame Interesse, entstandene freundschaftliche Kollegialität mit Dir sind mir wichtig!

        Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende wünscht Dir,

        Martin

        • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

          Hallo Martin,

          alles ist gut! Hab ich wohl wirklich missverstanden. Über das Drucken mit entspr. Workflow, Softproof etc. habe ich schon mal vor Jahren im “alten Blog” was geschrieben. Das wäre vielleicht wirklich mal einen neuen Beitrag Wert.

          Ich drucke schon länger bis A3+ mit meinem Epson Stylus Photo 1500, der schon recht gute Ergebnisse liefert.

          Viele Grüße und schönes Wochenende,

          Claus

    • AvatarKai sagt:

      Wir haben die Erfahrung gemacht, dass gerade bei Abzügen ein Unterschied zwischen digitalen und analogen Bildern erkennbar ist. Denn oft werden eben die Bilder bereits kameraintern retuschiert. Unser Baby wirkte auf solchen Fotos wie eine Puppe. Die analogen Bilder sprechen uns da deutlich mehr an.
      So legen wir auch ganz klassisch noch für jeden Urlaub ein Album an und diese holen wir oft wieder vor. Ganz klassisch übrigens lassen wir unsere Bilder mit weißem Rand abziehen.

      Ich beneide Claus zu seinem Scanner, hätte ihn auch gern. Was heute an Fimscannern angeboten wird, ist in der Regel eine absurde Frechheit. Aber das liegt auch daran, dass es in der angeblichen Fotografie oft nur um billig als um Qualität geht. Und darum, dass uns suggeriert wird, dass wir schon für wenig Geld Profiqualität bekommen.

      Aber ich kann Dich nur bestätigen, eine M6 anzuschaffen, die wirst Du wohl nicht mehr hergeben. Steht bei uns als Zweitkamera als Alternative zur MP auch immer noch im Raum. Allerdings ist die M7 sehr komfortabel mit ihrer Belichtugsaustomatik.

      • Hallo Kai,

        unabhängig des Kameratyps werden grds. auch die RAW-Daten Kameraintern durch Nachbearbeitungsprozesse angepasst. Dies ist mit Grund dafür, dass bei gleichem Objektiv an unterschiedlichen Kameras mit gleichem Sensor unter gleichen Bedingungen die aufgenommen Bilder unterschiedlich aussehen. Die vom Nutzer einstellbaren Bildmanipulationsmöglichkeiten jedoch wirken i. d. R. nur auf die jpg-Dateien.

        Grds. bin ich schon an der analogen Fotografie interessiert. Dies aber auch nur dann, wenn ich direkten Einfluss auf die abschliessenden Abzüge/Drucke habe. Dies würde eine Dunkelkammer bzw. die Möglichkeit des einscannens der Negative voraussetzen. In die dann notwendigen Investitionen für die technische Umsetzung möchte ich nicht investieren.

        Bleibt also nur die Möglichkeit, diese Prozesse dann über einen Dienstleister abzuwickeln. Für Scans in hochwertiger Qualität bei 16 bit sind mir die Kosten des Dienstleisters zu hoch, beim Bestellen echter Abzüge von den Negativen habe ich keine Einflussmöglichkeit beim Dienstleister.

        So dürfte es sich für mich nicht lohnen, eine analoge Leica anzuschaffen. Hier sehe ich es als Alternative dann an, im komplett digitalen Prozess (Aufnahme – EBV – eigener Drucker) zu bleiben und in einen vernünftigen Drucker für A2-Drucke zu investieren.

        Die Präsentation von Bildern im Internet über einen eigenen Blog bzw. einer Internet-Community ist bei mir zur Nebensache – zumindestens aktuell – geworden ist.
        Mein Fokus ist letztendlich das Foto als Druck vorhalten zu können und es auf unterschiedliche Art und Weise (zumindestens im privaten Umfeld) zu präsentieren (An der Wand hängend, in einer Mappe oder Buch, als Karten. Letztendlich möchte ich den direkten Zugriff auf ein Foto in physischer Form haben.

        Hier setzte ich somit genau an die Schnittstelle hin zum fertigen Foto bei der analogen Fotografie an, wobei das RAW/tiff den Status eines Negatives einnimmt und der Drucker die Aufgabe des Abzuges übernimmt.

        Die einzige Alternative, welche sich aber auch nur im digitalen Gesamtprozess anbietet, ist die Anfertigen von Abzügen über einen Dienstleister. Hier habe ich Einfluss auf den Workflow und die Kontrollmöglichkeit durch die eigene EBV und den Softproof vor Datenübergabe a. d. Dienstleister. Hierfür könnten dann evtl. kalkulatorische Gründe vielleicht noch ausschlaggebend sein.

        Grüße,
        Martin

        • AvatarKai sagt:

          ob es sich lohnt, eine Kamera überhaupt anzuschaffen?
          Billiger ist es sogar, ganz auf das Fotografieren zu verzichten. Ich weiß, jetzt bin ich provokant:-)

          Aber man müsste einmal definieren, wann sich Fotografie lohnt. Ich fotografiere analog, nicht, weil es sich lohnt, sondern weil sie es mir eben wert ist. Und mit den Abzügen von open eyes bin ich ziemlich zufrieden. Eine totale Kontrolle hat man selbst im eigenen Labor nicht. Ich möchte schlicht ein Bild genießen und nicht analysieren.
          Und das tue ich bei analogen Abzügen, deren Motive vorher einfach mit guten Filmen belichtet wurden.

          • AvatarMartin sagt:

            Aus weites.land, Bilder mit dem Leica M Elmarit 2.8 …: “Würde Geld keine Rolle spielen, so wären übrigens alle Bilder in diesem Magazin analog aufgenommen.”

            Bei dem Hintergrund des von Dir selbst geäußerten wirkt Dein erster Satz schon ziemlich kess … wenngleich es sich durchaus lohnen könnte, diesem Ansatz zu gedanklich zu folgen. Zumindestens liesse sich so eine Menge Geld sparen.

            Sachlichkeit tut gut …

  9. AvatarKai sagt:

    Lieber Claus.
    Zu Weihnachten werde ich jedem sagen, der mir dringend was schenken will, dass ich mir Kodak Portra oder Tri X wünsche.
    Gestern sind 20 Filme wieder an Open Eyes gegangen und ich freue mich so auf die Ergebnisse. Auch, wenn die Filme sich innerhalb von sechs Monaten angesammelt haben. Sollen die Menschen doch ihren neuesten digitalen Superhelden nachjagen, in der Zeit scheue ich entspannt durch den Sucher und lass es klicken. Um anschließend mit dem Aufzughebel zum nächsten Bild vor zu spulen.
    Und nebenbei habe ich gestern wieder den nächsten Instax-Film gekauft, für weitere Schnappschüsse meiner kleinen Tochter. Nicht, weil es befriedigt, sondern, weil es Freude macht.
    Und vielleicht werde ich sogar in Zukunft in ein neues SW-Labor investieren. Analoge Fotografie? Ja, nicht nein, weil sie zu teuer und zu langsam ist, sondern, weil sie es mir wert ist.
    Um so erfreuter beobachte ich seit einiger Zeit Deinen wachsenden Anteil daran.
    ES gilt für die Fotografie wie für unser Leben: Wir sollten mal wieder langsamer werden. Dann haben wir auch Zeit. Hm, ob das jetzt jemand versteht?

    Ganz liebe Gedanken und mal wieder ehrlichen und herzlichen Dank für Deinen philosophischen und informativen Blog.

    Grüße von Kai

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