Luke Skywalker: „What a piece of junk!“

Han Solo: „She may not look like much, but she got it where it counts!“

Vor der Fahrt in die Cevennen stand ich vor meinem Schrank mit den analogen Kameras (ich habe keine Vitrine!). In dem Fach finden sich nur voll funktionstüchtige Apparate. Im Lauf der Jahre hat ist was zusammengekommen. Anders als bei digitalen Modellen (von denen ich „Ansammlungen“ vermeide), stört es mich nicht, wenn mal die eine oder andere dazukommt.

Ich wollte eine gewisse „Objektiv-Ökonomie“ wahren, darum sollte noch ein M-Leica-Body mit, zumal ich wirklich noch nicht wusste, ob ich überhaupt zu „Analog“ kommen würde, denn in erster Linie ging es bei der Fahrt in die Cevennen um’s Rennrad fahren. Aber darum sollte es beim M-Bajonett bleiben, denn so hätte ich die Option, in der kleinen Pacsafe-Tasche auf meinem Rücken zwei M-Bodys (analog und digital) plus Objektiv mitzunehmen, ohne dass das unbequem wird. Und so ist es in der Auvergne auch passiert.

Leica M2
Das Café „Tout va Bien“ in Millau am Markttag, noch recht früh. Leica M2 mit 35mm Ultron bei f/5.6 1/1000s, Silbersalz 250D

Die M6 überging ich. Immer erste Wahl, wenn ich schnell wechselnde Lichtbedingungen erwarte. Die „antiquierte“ Belichtungsmessung über die Reflexion des Verschlussvorhangs funktioniert wunderbar (wenn man dazu noch ein bisschen mitdenkt) und – ich kann es nicht oft genug sagen – es ist eine bedauernswerte Fehlentscheidung gewesen, dass man bei Leica meinte, bei der M11 darauf verzichten zu können. Ein Alleinstellungsmerkmal der digitalen M-Modelle aufgegeben, doppelter Verschleiss des Verschlusses und mehr Chance auf Staub. Genialer Griff ins Klo bei einer ansonsten tollen Kamera. Ich habe der Sache den Namen „Shuttergate“ gegeben.

Die M4 ist mein nomineller Liebling. Meine ist eines der letzten in Deutschland gefertigten Modelle in schwarzem Chrom. Nur edelste Teile verbaut, mehr Sucherrahmen und leichter zu laden als die Vorgänger. Ich hatte sie schon in der Hand, aber da fiel mein Blick auf die Leica M2. Ich hatte sie 2016 komplett überholen lassen und danach oft benutzt, aber die letzten zwei Jahre sicher nicht. Schande! Ja, die sollte mal wieder mit. Vielleicht auch, weil sie meiner M11 so ähnlich sieht, beide in Chrom. Allerdings: Was sich überhaupt nicht im Geringsten ähnelt, ist das Verschlussgeräusch. Schon bemerkt? Ich lasse keine Gelegenheit vergehen, auf „Shuttergate“ herumzuhacken. Hatte meine M10-P noch (mit etwas good will) etwas mit dem sanften, weichen „Klick“ der M2 gemeinsam, nimmt sich das Geräusch der M11 aus wie das besoffene Gegröle eines Hooligan neben Jonas Kaufmann.

Leica M2
Lookaleica’s: M2 und M11

Meine Leica M2 ist aus dem Jahr 1958 mit Vorlaufwerk (=Selbstauslöser) und „Button-Rewind“, d.h. statt des üblichen kleinen Hebels ist ein Knopf zuständig, die Aufwickelspule zum zurückspulen des Films zu entriegeln.

Film

Das geklärt, blieb die Frage, womit sie geladen werden sollte. Schwarzweiss sollte die M10-M abdecken, ausserdem hatte ich im Sommer 2019 die M4 und Kodak TMax schon mal in der Gegend dabei gehabt. Farbnegativ-Film sollte es sein, und eigentlich gibt’s da für mich keinen Zweifel, dass man mit Kodak Portra 400 oder 800 für alles gerüstet ist. Beim Blick ins Eisfach sah ich dort allerdings noch zwei Silbersalz 250D liegen, die dort überwintert hatten. Da die bereits mit Entwicklung und Scan bezahlt waren, wollte ich sie verbrauchen. Bestellen kann man die übrigens zur Zeit nicht, alle Silbersalz-Tageslichtfilme sind „out of stock“.

Nun ist das mit Silbersalz was spezielles. Der Kodak-Vision Cinefilm, mit dem die Patronen geladen sind, hat eine Dynamik, die wie Kodak Portra die besten digitalen Sensoren übertrifft, aber die Negative sind ausschliesslich zum scannen gedacht. Das Konzept vereinigt analoge Technik und digitales Postprocessing. Wer sich damit noch nicht befasst hat, der sollte vielleicht an dieser Stelle noch mal kurz die Einleitung meines Artikels darüber aus dem letzten Jahr lesen.

Leica M2
Der Place Maréchal Foch, das Zentrum des Marktes. Leica M2 mit 35mm Ultron bei f/5.6 1/500s, Silbersalz 250D

In demselben Artikel hatte ich auch über die Bearbeitung der Scans gesprochen. Wer die Raw-Scans (die aus Gründen der Dateigröße im JP2-Format geliefert werden) bearbeiten möchte, hat zwei Wege zur Auswahl: Photoshop oder Lightroom. Photoshop kann JP2 direkt lesen und verarbeiten. Eine Ebenenkopie in Smartfilter konvertieren und dann mit Kamera-Raw und diversen Einstellungsebenen nach Geschmack fertigstellen. Nachschärfen nicht vergessen.

Postprocessing bei Silbersalz-Scans

Leica M2
Screenshot aus Photoshop: Die konvertierte Tiff-Datei in PS geöffnet hat ebenfalls 16 Bit Farbtiefe wie die ursprüngliche JP2-Datei

Ich komme sicher gut mit Photoshop klar, aber mein gesamter Workflow ist mehr auf Lightroom ausgerichtet und hat sich in der Hinsicht bei Silbersalz-Scans mittlerweile gefestigt. Hier zeige ich kurz, wie ich es mache (aber: viele Wege führen nach Rom). Da LR keine JP2-Dateien schluckt,  ist ein Schritt vorher fällig: Umwandeln in TIFF, dazu eignet sich am besten ein Programm namens XnConvert. Der in LR importierte Rohscan wirkt ultraflach, aber das täuscht. Die Tiff’s aus XnConvert haben dieselbe Farbtiefe von 16 Bit wie die JP2-Dateien, und da steckt viel Potential drin.

Leica M2
Screenshot aus LR: Der bisher unbearbeitete Raw-Scan vor dem croppen. Die Datei wirkt „flau“, aber zeigt bereits mit sehr geringen Tonwert-Korrekturen, was wirklich in ihr steckt

Zuerst schneide ich die schwarzen Ränder weg, weil die sich im Histogramm irritierend niederschlagen. Dann beginne ich damit, die Tonwerte des Bildes zu korrigieren. Weiss- und Schwarzpunkt werden festgelegt, bei Bedarf die Helligkeit nachgeregelt. Tiefen muss man selten „holen“ (kann man aber bei Bedarf), wenn man richtig belichtet hat. Den Kontrast stelle ich ausschliesslich über die Tonwertkurve ein. Die Kodak-Vision-Tageslichtfilme sind sehr „warm“, darum nehme ich die Lichttemperatur ein wenig zurück, das ist wie alles Ermessenssache. Zuletzt die Highlights ein wenig zurückgenommen (oder alternativ Weiss nachregeln) und – reine Geschmacksache – eine ganz leichte Vignette dazu (weil das Ultron bei f/5.6 kein bisschen Vignette mehr hat). Wichtig: Nachschärfen, aber nicht übertreiben. Fertig. Oft genug kann man dieselben Einstellungen gleich für das nächste Bild übernehmen, dann ist so ein Film in Nullkommanix bearbeitet. Export als JPG.

Allgemein ist das Motto bei Bildbearbeitung: Weniger ist mehr. Nur weil da so viele hübsche Slider sind, muss man die nicht alle benutzen und wenn, tendenziell eher moderat.

Leica M2
Screenshot aus LR: Der Raw-Scan mit korrigierten Tonwerten. Alle Einstellparameter sind rechts zu sehen, die Reihenfolge wird im Text beschrieben. Es erfordert nur wenige Schritte, aus dem „flachen“ Scan ein ansprechendes Bild zu machen

Man kann die Raw-Scans wie eine „normale“ digitale Datei mit Presets belegen und beliebig stark verfremden. Die Regisseure, die mit Kodak Vision ihre Filme drehen, legen die Lichtstimmung im Postprocessing fest, das Material ist entsprechend konzipiert. Von Silbersalz werden JPG’s mitgeliefert, die mit deren „Color Science“ belegt sind. Okay… allerdings bevorzuge ich da meine eigenen Variationen des Farbprofils. Man kann auch nach belieben mit LR-Presets spielen. Die Notwendigkeit der Nachbearbeitung ist für Analog-Puristen unter Umständen ein No-Go, aber da soll ein jeder nach seiner Façon glücklich werden.

Belichtung

Exkurs zur Belichtung: Silbersalz-Filme und die meisten Farbnegativfilme überhaupt sollten eine Blende überbelichtet werden. Damit macht man generell nichts falsch, wenn man auch je nach Material feiner abstufen kann. Jörg Bergs empfiehlt z.B. bei Kodak Portra 160 80-100ASA anzunehmen, Portra 400 bei 320 ASA und Portra 800 bei 640 ASA zu belichten. Ich nehme bei Porta 400 immer 200ASA, lässt sich leichter rechnen. 🙂

Ich belichte draussen, bei gutem Wetter oft nach „Sunny-Sixteen“-Regel (pure Faulheit, den Seconic aus der Tasche zu ziehen), demnach wären wir bei dem D250-Film, 125 ASA angenommen, bei f/5.6 bei 1/1000s. Das würde auf jeden Fall völlig korrekte Ergebnisse bringen, wenn denn die Szene auch komplett im Sonnenlicht liegt. Hier war es aber (gemeint ist das Beispielbild zum Postprocessing oben) unter den Platanen und den Schirmen etwas schattiger, also stellte ich eine Blendenstufe mehr ein: 1/500s bei f/5.6. Wobei man sieht, dass der „sonnige“ Bereich über den Bäumen und an den Häusern noch voll durchzeichnet und eine Überbelichtung heller Bereiche noch lange nicht droht. Viel Luft nach oben, ganz anders als bei digitalen Sensoren! Mit Belichtungsmesser immer die dunklen Bereiche anmessen. Im Zweifelsfall bei Farbnegativ-Film sowieso lieber was drauflegen!

Leica M2
Die Begegnung. Leica M2 mit 35mm Ultron bei f/5.6 1/125s Silbersalz 250D. Zwischen dem dunklen Vordergrund (voll im Schatten) und der Markthalle (weiss reflektierend und voll in der Sonne) liegen 3 bis 4 Blendenstufen. Für die Markthalle in der Sonne hätte man vermutlich Blende 8 und 1/1000s genommen. Bei Film zeichnet alles durch, dabei könnte man in LR zusätzlich einen Verlaufsfilter für den hellen Bereich anwenden. Hier nur globale Änderungen.

In den dunklen Nebengassen wird das mit dem Schätzen bei aller Sportlichkeit zum Lotteriespiel, und dafür ist mir der Film zu schade. Ich zücke dann meinen kleinen Seconic L-208 (siehe Jörg-Peters Artikel über Handbelichtungsmesser).

Auf dem Markt

Im Millau ist immer Freitags Markt, und anders als oft z.B. in der Provence ist der kaum auf Touristen ausgerichtet, sondern hier versorgen sich die Einheimischen. Fun-Fact für mich: Millau ist zufällig die Partnerstadt von Bad Salzuflen, und das ist ein Katzensprung von Vlotho entfernt. Ich rollte so kurz nach 9.00 Uhr mit dem Fahrrad ein und dachte zunächst, ich hätte mich mit dem Tag geirrt. Am Café „Tout va Bien“ (Foto ganz oben) war zwar schon was los, aber die Gasse zum Place Maréchal Foch war derart verlassen, dass mir Zweifel kamen. Als sich jedoch die Gasse auf den Platz öffnete, bot sich mir das bunte Bild, das ich zur Demo des Postprocessings benutzt habe. Der Markt war schon in vollem Gang. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch in den Strassen zur Markthalle und drumherum.

Ich hatte das 35mm Ultron vor der Leica M2. Die M11 war dabei, aber in der Tasche. Ich wollte jetzt erst mal ausschliesslich auf die M2 konzentrieren. Ich stürzte mich ins Getümmel und versuchte, das Ambiente einzufangen. Mit 35mm hat man immer mehr „Kontext“ im Foto als bei 50mm, was auch eine realistische Wahl gewesen wäre. Hatte ich aber nicht dabei, sonst hätte man durchaus mal wechseln können. Alle hier gezeigten Bilder sind (bis auf den schwarzen Rand) ungecroppt, aber im Prinzip wäre es bei den Scans kein Problem, bei Bedarf etwas zuzuschneiden.

Wenn ich schon fremde Menschen fotografiere, versuche ich, diskret zu sein. Ich wahre einen gewissen Abstand, halte keinem die Kamera vor’s Gesicht und versuche überhaupt, unaufdringlich zu wirken. Aber selbstverständlich nehmen einige wahr, das sie fotografiert werden. Dann sprechen zwei Dinge für mich: Zum einen ein Bonus, den man als Tourist in einer solchen Gegend hat. Aber, auch wenn ich das gebetsmühlenartig wiederhole: Der Formfaktor der Kamera (und das gilt auch für die digitalen M’s) erzeugt eine wesentlich höhere Toleranz als ein DSLR-Bolide mit aufgepflanztem Zoom, was als bedrohlich empfunden werden kann. Mehrfach hatte ich schon nette Begegnungen, z. B. mit einem pensionierten Reporter der Lokalzeitung in Vannes, der mich zu meiner M4 ansprach. Als ich die M11 im Januar neu hatte und in Bielefeld Probefotos machte, sagte mir eine Frau im Vorübergehen: „Ich finde es toll, dass sie noch mit so einer alten Kamera fotografieren“.

Leica M2
Relax. Leica M2 mit 35mm Ultron bei f/5.6 1/500s Silbersalz 250D

Auf dem Markt zuckte keiner auch nur mit der Wimper, ob ich Fotos machte oder nicht. Im Verlauf der nächsten Stunde füllte ich den ganzen Film. Erst dann wechselte ich das Ultron auf die M11 und steckte die Leica M2 weg. Die nächsten 20 Minuten machte ich die Bilder, von denen ein paar in dem Cevennen-Beitrag zu sehen sind. Ich war erst in Versuchung, wieder analog/digitale Vergleiche anzustellen, aber eigentlich finde ich das inzwischen müßig. Beides steht für sich.

Die Leica M2 in der Auvergne

Den zweiten Film füllte ich bei einer Tour über den Puy Mary nach Salers (und zurück nach Neussargues), von der ich schon berichtet habe. Ich hatte die M2 und die M11 gut gepolstert in der bekannten kleinen Tasche auf dem Rücken. Einige von den Fotos hier in der Galerie:

Manchmal frage ich mich selbst, woher der Drang zur analogen Fotografie kommt, wo ich doch Zugang zu digitalen High-End-Geräten habe. Das kann man nicht mit einem Satz beantworten (siehe „Heute noch Analog?„). Was da nicht drinsteht: Bei mir ist auch ein bisschen Nostalgie dabei, schliesslich komme ich aus er analogen Ära. Irgendwie schätze ich ein schönes analoges Bild immer noch höher als ein digital entstandenes. Eine unbewusste Abstimmung findet schon statt, wenn ich mich in meinem Arbeitszimmer umsehe: Es gibt vier gerahmte Bilder, selbst ausgedruckt im Format Din A3+. Drei davon sind analog.

5 Kommentare

  1. Jens Rheinländer

    Hallo Herr Sassenberg,
    Sie haben eine optisch und inhaltlich sehr ansprechende Webseite, die ich gern lese!
    Beim Betrachten der Fotoserie, zu Ihrem aktuellen Beitrag aus Südfrankreich, habe ich den Eindruck, dass sie die Bildkomposition danach ausrichten, dass Sie Ihrem Blickwinkel, mit ihrer Erinnerung an den Ort oder der Situation, entsprechen soll oder der Betrachter einen möglichst großen Überblick über den dargestellten Ort oder die Situation erhalten soll.
    Leider ähneln sich dann die Fotos sehr oft und man bleibt an keinem Detail hängen, hat oft störende stürzende Linien und für den Betrachter kann das dann schnell langweilig werden.
    Mir ist es so bei meinen Fotos gegangen und ich hatte den AHA-Effekt, als sich durch Zufall auf die Homepage des Fotografen Murat Aslan gestoßen bin. MURAT ASLAN //BLN — 35MM DIARY. (murataslanbln.com)

    Detailaufnahmen, ungewöhnliche Aufnahmewinkel und auffällige Farbkontraste

    Seitdem ich meine Bildkomposition unter diesen Aspekten versuche aufzubauen, habe ich noch viel mehr Freude, meine Leicas zu benutzen und die Betrachter sind oft der Meinung, dass man solche Fotos auch nur mit einer Leica machen kann (was natürlich nicht stimmt).

    Verstehen Sie das bitte als Anregung und nicht als Kritik an Ihren Fotos.

    Mit freundlichen Grüßen

    Jens Rheinländer

    • Ich habe mir mit Interesse mal die genannte Website angeschaut.
      Und die ist auf ihre Art toll. Hat aber eine ganz andere Bildsprache.
      So eine währe in der Messsucherwelt bestimmt einen Beitrag wert, aber es währe in meinen Augen nie die Sprache eines Claus Sassenberg. Es wäre so, als würde er sich wie Glööckler kleiden, weil ihn jemand dann sexyer findet:-)

      Aber grundsätzlich ist das bestimmt mal eine Idee, eine der Regeln aus dem Film auszuprobieren: Nahe, Halbtotale, Totale. Das neue völlig überteuerte 35er mm mit Nahbereich wäre dafür eines der idealen Objektive, welches Leica aber lieber für Vitrinenbefüller als für wirklich Fotografierende produziert.

    • Claus Sassenberg

      Hallo Herr Rheinländer,

      ich habe keine künstlerischen Aspekte im Sinn gehabt, als ich auf dem Markt war. Im Text ist erwähnt, dass ich mich unwohl fühle, Leuten zu nah auf die Pelle zu rücken.
      Dazu sind die Bilder mit Absicht nicht gecroppt und stammen alle vom 35mm, weil ich kein anderes Objektiv dabei hatte. „Kontext“,war meine Absicht. Ich hatte zu der Zeit auch nicht im Sinn, die überhaupt für die Webseite zu machen. Ich hatte einfach Lust, die M2 zu benutzen.
      Ich bin eben kein Fotograf, der damit seine Brötchen verdienen muss 🙂
      Vielleicht gefällt Ihnen die Bilderserie im Beitrag zur M10-M beim Theater besser. Aber da wollten die Akture auch, dass ich sie fotografiere. Eine Frage der Comfort-Zone.

      Viele Grüße,

      Claus

      • Jens Rheinländer

        Hallo Herr Sassenberg,

        Ihre Fotos der Theatergruppe sind sehr gut – da haben Sie sich getraut näher zu fotografieren und man kann sich in die Details „vergucken“.

        Wie geschrieben, es soll keine Kritik an Ihren Fotos sein!

        Spätestens wenn man den Vorspulhebel an einer klassischen Kamera betätigt (und insbesondere bei einer Leica), weckt man eher das Interesse der Menschen, die man fotografieren will oder fotografiert hat und oft ernet man eher Bewunderung, dass man analog fotografiert und fast nie Ablehnung oder gar Ärger. Es ist ähnlich wie mit einem klassischen Auto. Viele Leute freuen sich über die, im Alltag mittlerweile ungewohnte Form und haben Erinnerung an frühere Zeiten – die anderen interessiert es eher weniger. Völlige Ablehnung erfährt man fast nie. Natürlich kostet es Überwindung andere Menschen abzulichten. Wenn man die Kamera für einen ungewöhnlichen Blickwinkel z. B. vom Boden der Straße, oder von anderen eher ungewöhnlichen Orten auslöst, fühlen sich die Menschen fast nie durch eine Kamera belästigt. Anders ist das natürlich wenn man direkt mit einer großen Spiegelreflexkamera und einem großen Objektiv tätig wird. Das ginge mir genauso. Je kleiner und älter die Kamera, desto privater erscheint der Zweck der Aufnahme. Probieren Sie einfach, sofern Sie das noch nicht so bewusst gemacht haben, mal die Detailfotografie von gewöhnlichen Gegenständen aus Sie werden sich wundern, wie lustig und ungewohnt, profane Gegenstände, besonders mit analogen Filmen, auf dem Bildschirm dann aussehen. Das gilt gerade für Urlaubsreisen, wo es gewöhnlicherweise noch mehr zu entdecken gibt, als beim Spaziergang zuhause. Mir macht das Fotografieren dadurch noch viel mehr Freude.

        Liebe Grüße Jens

  2. Ich muss gestehen, dass mir die analoge Sprache nach wie vor am besten gefällt.
    Das habe ich auch jetzt wieder gemerkt, als ich zur gleichen Zeit den gleichen Ort (ein Ziegelmuseum in Schweden) dieses Mal digital fotografiert habe. Mir gefallen aber die Portra Aufnahmen nach wie vor am besten.

    Was mir hier an diesen Bildern Deiner Serie gefällt, ist in der Tat ein echter Retro-Charakter und eine Klarheit der Bilder mit einer angenehmen Schärfe. Der Eindruck erinnert mich stark am Polaroid, lässt man die Schärfe mal weg. Aber wenn die Polarid-Künstlerin solche Aufnahmen gezeigt hätte, wäre ich nicht verwundert gewesen. Wirklich schön.
    Lieber Gruß
    Kai

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.