Posted by on 26. September 2021

Die Messsucherwelt jenseits von Leica zu erkunden – das war die Idee der M-Files. Natürlich decken die bisher erschienenen zehn Folgen nicht alles ab. Gerade die ZM-Objektive von Zeiss sind noch ein weites Feld. Prominente Vertreter darauf sind die beiden Distagon-Objektive 1,4/35 und 4/18. Bei mir war es Liebe halb auf den ersten und halb auf den zweiten Blick.

  1. Worum geht es hier eigentlich?

Als Zeiss 2005 zurückkam auf den Markt der Messsucherkameras und ihrer Objektive, war das für viele überraschend. Ja, Zeiss hatte einigen historisch begründeten Ruhm: Die Contax war die vor und nach dem Zweiten Weltkrieg ein Spitzenprodukt, der Leica technisch weit überlegen. Aber schon in den 1970ern hatte sich Zeiss aus dem Kamera-Markt verabschiedet; die Messsucherwelt galt ohnehin als Tummelplatz für Freaks und Leica als die Firma der Unbelehrbaren. Die Zukunft galt ja der Spiegelreflexkamera!

Zeiss Distagon

Passt für Analog und (wenn die Kamera nicht zu alt ist) auch Digital: Distagon an Zeiss Ikon (4/18, links) und Leica M10 (1,4/35, rechts). Ohne Live-View und dergleichen braucht man fürs 18er einen Aufstecksucher.

Zeiss, Voigtländer, Cosina: die deutsch-japanische Verbindung 

Und dann wagte Zeiss doch noch einmal einen Anlauf. Mit der Zeiss Ikon als Kamera, die in mancherlei Hinsicht der Leica M7 überlegen war, und einer ganzen Reihe von Objektiven. Es gibt sogar Leute, die sagen, Zeiss habe die Kamera nur fertigen lassen, um die Optiken dazu verkaufen zu können. Jedenfalls kam es zu Kooperation mit Cosina, wo man von den Voigtländer-Objektiven und -Kameras her einschlägige Erfahrung hatte. Die ließ die damalige Ringfoto-Gruppe bauen, die sich die Namensrechte an Voigtländer hatte sichern lassen. Mehr zu diesem Kapitel gibt’s in Teil 5 der M-Files (https://www.messsucherwelt.com/die-m-files-teil-5-zeiss-ikon).

Auch einen Exoten namens Distagon gibt‘s

Zeiss Distagon

Das Zeiss 18er wurde vor Jahren schon eingestellt, ist aber immer mal wieder noch neu zu finden. Das 35er ist die jüngste Neuvorstellung in der ZM-Linie.

Also legte Zeiss los und hatte ein ehrgeiziges Programm am Start, das nicht weniger als 13 verschiedene Objektive hervorbrachte. Manche kamen und gingen wieder, andere wurden zu Klassikern. Im Herbst 2021 sind noch neun verschiedene Objektive neu lieferbar. In dieser Reihe hab es über die Jahre gab es drei verschiedene Optiken mit der Bezeichnung Distagon. Das ungewöhnlichste von ihnen ist das 2,8/15, mit extremer Brennweite und dafür sehr beachtlicher Lichtstärke; ein Sonderling ohne Entfernungsmesser-Kupplung und mit radial verlaufendem Graufilter, um die Vignettierung auszugleichen. Es wird oder wurde (ich schätze, dass einfach noch Restbestände abverkauft werden) ebenso wie das seltene und seit der Einstellung fast sagenumwobene Sonnar 2/85 in Deutschland gefertigt.

Ein Distagon wird eingestellt, ein Distagon wird vorgestellt

Die anderen beiden Distagone sind in jeder Hinsicht normaler und kommen aus dem Cosina-Werk in Japan. Das 4/18 wurde um 2007 eingeführt und um 2014 wieder abgekündigt (https://www.l-camera-forum.com/topic/266009-zeiss-zm-418-and-4521-now-listed-as-discontinued/), war aber noch lange danach als Neuware noch gut zu bekommen. Zufälligerweise wurde im Jahr der Einstellung des 18ers ein neues 35er vorgestellt (auf der Photokina, als es die noch gab), mit Lichtstärke 1,4 und einer beträchtlich aufwendigen optischen Rechnung. Beide Objektive koste(te)n gut ein Drittel ihrer Leica-Pendants. Das 35 ist weiterhin erhältlich so um 1700 Euro (Leica Summilux 1,4/35: 5000) erhältlich, das 18er wird neu so um 1150 Euro angeboten (Leica Super-Elmar 3,8/18: zuletzt 2950). 

Retrofokus und was das mit der Messsucherfotografie zu tun hat

Distagon steht im Zeiss-Jargon für Retrofokus-Konstruktionen oder zumindest für optische Rechnungen, die diesen ähnlich sind. Genauer erklärt ist das hier: https://lenspire.zeiss.com/photo/app/uploads/2018/02/en_CLB41_Nasse_LensNames_Distagon.pdf. Für Spiegelreflexkameras ermöglicht, grob verkürzt erklärt, diese Bauweise einen Brennpunkt, der so weit von der Filmebene entfernt ist, dass der Schwingspiegel dazwischenpasst. Das wird um so bedeutsamer, je kürzer die Brennweise ist. Nun haben Messsucherkameras bekanntlich keinen Spiegel, deshalb kommen dort Weitwinkelobjektive traditionell mit einer einfacheren Konstruktion aus, was wiederum die Messsucherwelt lange Zeit zur Superweitwinkel-Domäne machte. Man denke nur an die legendären Leica 21er oder das Zeiss Hologon mit nur 15 Millimetern Brennweite. 

Wenn bei Nicht-Retrofokus-Weitwinkeln der Brennpunkt nun also sehr nahe an der Filmebene liegt, ist es zwangsläufig, dass die Lichtstrahlen in immer spitzerem Winkel auf das Aufnahmemedium treffen, je weiter es auf die Bildränder zugeht. Auf Film ist das nicht so schlimm, weil (auch das wieder grob verkürzt erklärt) die Emulsion von allen Seiten belichtet werden kann. Sensoren mögen das hingegen gar nicht, da kann das Licht gar nicht senkrecht genug auftreffen. Tut es das nicht, drohen  hässliche Farbverschiebungen. Meist purpur auf der einen und grün-blau auf der anderen Seite. Auf der hervorragenden englischsprachigen Webseite von Sean Reid www.reidreviews.com ist das Phänomen als „colour drift“ super erklärt. Lasst ein Abo dort, es ist sein Geld wert.

So, und jetzt zurück zu den Distagonen. Wenn es Retrofokus-Konstruktionen sind, sollte man denken, sollte das Problem mit den Farbverschiebungen gelöst sein. Weil ja die Lichtstrahlen nicht so schräg auf den Sensor auftreffen. Und ebenso, sollte man denken, dürften die Objektive jetzt nicht ganz so klein ausfallen wie Optiken, die tiefer ins Kameragehäuse hineinragen. Da schauen wir uns gleich im Detail an. Was aber sicher ist: Das sind zwei interessante Objektive, die eine nähere Beschäftigung lohnen.

2. Konkurrenz fürs Summilux? Das Distagon ZM 1,4/35 von Zeiss

Zeiss Distagon

Für ein Messsucherkamera-Objektiv ist das Zeiss 1,4/35 ziemlich groß und dick und schwer. Dafür hat es Innenfokussierung (was bei M-Bajonett-Optiken selten ist), Sondergläser, Asphären und ein Floating Element.

Erste Eindrücke 

Zeiss Distagon

Von Zeiss gibt es eine Gegenlichtblende (#000000-2112-813), die verdächtig ähnlich aussieht wie die LH-13 von Voigtländer. Und die passt genauso auf das Objektiv.

Das ZEISS Distagon 1,4/35 ZM T*, um es einmal mit vollem Namen wie auf dem Frontring eingraviert anzusprechen, kommt beeindruckend daher. Für ein Messsucherkamera-Objektiv ist es ziemlich lang (65 Millimeter ohne Front- und Rückdeckel, 90 mit) und wuchtig (63 Millimeter Durchmesser). Es wiegt 421 Gramm (gewogen, wie ich es in die Tasche packe, also mit beiden Deckeln und Gegenlichtblende). Also ja, es ist groß und schwer. Aber wer dieses Objektiv nur darauf reduziert (und das passiert leider oft im Netz), wird ihm nicht gerecht.

Ausgeliefert wird das Distagon in einem dünnen Pappkarton. Gegenlichtblende ist nicht dabei, die Anleitung ist minimalistisch. Wer die – im Zeiss-Jargon – Störlichtblende will, muss nochmals 160 Euro auf den Tisch legen. Das finde ich frech, wenn eine Standard-Einschraubblende nur ein paar Euro kostet. Aber die könnte beim Gebrauch von Filtern stören. Jene haben die Größe 49, und das brachte mich auch auf die Idee, am 35er Distagon die Blende zu probieren, die Voigtländer für die beiden Apo-Lanthare anbietet (eines davon ist ja auch ein 35er, Blog-Gastleber Claus Sassenberg hat es jüngst erst hier besprochen). 

Das Teil heißt LH-13 und passt mechanisch auf das Frontbajonett sowie optisch in den Strahlengang – Vignettierung konnte ich nicht feststellen. Immerhin 50 Euro gespart. Eine weitere Handvoll Euro sollte man in einen neuen Frontdeckel investieren. Die von Zeiss sind miserabel und einer Weltmarke unwürdig. Erst kriegt man sie kaum drauf, dann fallen sie ständig runter. Das bekommt jeder Noname-Hersteller besser hin. Mann, Mann, Mann.

Zeiss Distagon

Leuchtend – so wirken viele Bilder, die mit dem 1,4/35 gemacht wurden wie hier im Val Bedretto, Tessin, Schweiz. Alle Bilder in diesem Artikel wurden so bearbeitet, wie die meisten es wohl machen: Aus dem DNG entwickelt, Belichtung hier und da angepasst, vielleicht noch der Kontrast, aber kein Nachschärfen und keine Ausschnitte, wenn nicht anders erwähnt. Zeiss Distagon 1,4/35 an Leica M10. 1/1000 sec, f/4.8 ca., ISO 200.

Das 35er Distagon im praktischen Alltag

Zeiss Distagon

Das 1,4/35 eignet sich auch hervorragend für die Sachfotografie, weil es nicht verzeichnet. Für mich hat dieses Bild nostalgischen Wert. Genau so ein VW 412 Variant war das erste Auto meiner Eltern, an das ich mich erinnern konnte. Um so größer war die Überraschung, als sich diesen hier bei Würzburg an der Straße stehen stand. Zeiss Distagon 35/1.4 an Leica M262. 1/500 sec, f/2.8 ca., ISO 200.

In Internet existieren ziemlich viele Artikel über das Zeiss 1,4/35 ZM. Auf Macfilos, wo die M-Files ja in englischer Sprache veröffentlicht werden, gibt es einen guten Text über das Objektiv von Mike Mike Evans’ (https://www.macfilos.com/2018/05/18/2018-5-16-zeiss-distagon-t-1435-zm-review/), der gut gelesen zu werden scheint. Besonders interessant sind Mikes Erfahrungen mit dem Objektiv an der Leica CL mit ihrem APS-C-Sensor und an MFT-Kameras.

Ich habe das Distagon in der praktischen Anwendung als sehr gut erlebt. Der Blendenring ist schön breit und griffig, die Entfernungseinstellung läuft weich, aber nicht zu locker. An die Drittel-Blendenstufen kann man sich gewöhnen, und die gewisse Kopflastigkeit an einer M-Kamera kann man einfach mit einer Daumenstütze ausgleichen. Klar, das 1,4/35 und eine M-Kamera sind schon ein kleiner Brocken, aber er passt noch in eine sehr kleine Tasche. Ich habe sie tagelang auf langen Touren durchs Hochgebirge getragen.

Zeiss Distagon

Was aus unserem Variant wurde, weiß ich nicht. Dieser hier ist ein anderes Exemplar, und zwar mit kalifornischer Vergangenheit. Nur wenige dieser rostanfälligen Fahrzeuge haben überhaupt überlebt. Zeiss Distagon 1,4/35 an Leica M262. 1/180 sec, f/4 ca., ISO 200.

Zeiss Distagon

Hauchdünne Schärfeebene: Wenn das nicht 3-D-Pop ist, was dann? Zeiss Distagon 1,4/35 an Leica M262. 1/90 sec, f/1.4, ISO 200.

Distagon

Detailreich: Blick vom Schwanberg auf Iphofen in Franken. Zeiss Distagon 1,4/35 an Leica M262. 1/1500 sec, f/4 ca., ISO 200.

Zeiss Distagon

Als könnte man dieses Stück Geologie anfassen – noch so ein Beispiel für scheinbare Dreidimensionalität. Val Bedretto. Zeiss Distagon 1,4/35 an Leica M10. 1/250 sec, f/4 ca., ISO 200.

Nur eines ist nicht gut: Weil das Distagon nun einmal lang und dick ist, versperrt es einiges vom Sucher-Durchblick. In rechten unteren Quadranten sieht man nicht, was man fotografiert, und auch ohne Gegenlichtblende wird’s nicht viel besser. An der M10 ist es schlimmer als an der Zeiss Ikon mit ihrem Riesen-Sucher, aber das Problem ist unbestreitbar. Wer sehr exakt formatfüllend fotografieren will (was mich der Diafilm über viele Jahre gelehrt hat), muss üben.

Optische Qualität an der digitalen M

Zeiss Distagon

Mit 35ern sind unzählige Reportagen entstanden, und das Zeiss Distagon ist wie gemacht dafür. Stürmische Nacht vor der Cristallinahütte in den Tessiner Alpen (der Hund durfte später noch rein). Zeiss Distagon 1,4/35 an Leica M10. 1/600 sec, f/1.4., ISO 6400.

Nun ist ein Objektiv vor allem dafür da, dass man Bilder damit macht (in Messsucher-Kreisen muss man daran gelegentlich erinnern), und darauf beziehe ich mich auch. MTF-Kurven und andere mehr oder weniger wissenschaftliche Tests gibt’s im Netz. Hier spricht also die Praxis. Ermittelt an digitalen M-Kameras und sicher auch repräsentativ für analog. Und in dieser Praxis schlägt sich das 1,4/35 mit Bravour. Es ist scharf bis in die Ecken, es hat keinen focus shift, das Licht kann von vorne, von hinten oder in den unmöglichsten Winkeln kommen, nicht bringt dieses Stück Optik aus der Ruhe. Es muss an der aufwendigen optischen Rechnung in Verbindung mit der exzellenten T*-Vergütung liegen.

Zeiss Distagon

Rechts unten kann man mit etwas Mühe ein regenbogenartiges Geisterbild sehen. Mehr Flares habe ich nicht hinbekommen mit dem Distagon, aber wer’s braucht, kann sich ja ein Plugin dafür laden. Val Bedretto, Tessin, in Richtung Nufenenenstock. Zeiss Distagon 1,4/35 an Leica M10. 1/1000 sec, f/2.4 ca., ISO 200.

Was mich umgehauen hat, war eine besondere Transparenz in den Bildern. Sie leuchten ganz eigentümlich, was daran liegt, dass die hellsten Partien immer noch durchgezeichnet sind (bis der M-10-Sensor in die Knie geht) und die Schatten nicht absaufen. Schon aus der Kamera sieht das fast nach HDR aus, aber nicht irgendwie künstlich. Die Algorithmen der M10 können es nicht gewesen sein, denn alle Objektivprofile waren abgeschaltet.

Zeiss Distagon

Episch. Die Landschaft und wie das Distagon sie zeichnet. Oberstes Val Formazza, Italien. Zeiss Distagon 1,4/35 an Leica M10. 1/750 sec, f/5.6 ca., ISO 200.

Zeiss Distagon

Nochmals: knifflige Beleuchtung, starkes Objektiv. Capanna Corno Gries im Tessin. Zeiss Distagon 1,4/35 an Leica M10. 1/125 sec, f/4 ca., ISO 200.

Zeiss Distagon

Und das am nächsten Morgen. Das silberne Band im Tal ist die Nufenen-Passstraße. Zeiss Distagon 1,4/35 an Leica M10. 1/500 sec, f/3.4., ISO 200.

Zeiss Distagon

Dieses Bild ist nicht nur für Bokeh-Studien interessant. Das Kreuz steht auf dem Griespass knapp südlich der Grenze zwischen Schweiz und Italien, wo im Dezember 1953 drei Pfadfinder, 15 und 16 Jahre alt, in einem Schneesturm erfroren sind. Zeiss Distagon 1,4/35 an Leica M10. 1/1500 sec, f/2.4 ca., ISO 200.

Zeiss Distagon

Die Überlebenden der Tragödie haben an der Unglücksstelle auf 2452 Metern ein einfaches Biwak errichtet, um an ihre Freunde zu erinnern und ähnliche Unglücke zu verhindern. Die Halstücher der Verstorbenen hängen noch immer da, als holten ihre Besitzer sie jeden Moment wieder ab. Zeiss Distagon 1,4/35 an Leica M10. 1/60 sec, f/1.4, ISO 640.

Zeiss Distagon

Auch als Portraitobjektiv ist das Distagon super, wenn man noch etwas Umgebung mit drauf haben will. Man beachte die Schärfe und das Bokeh. Zeiss Distagon 1,4/35 an Leica M10. 1/60 sec, f/1.4, ISO 200 (Ausschnitt).

Die Schärfe ist über jeden Zweifel erhaben. Asphärische Linsen, ein floating element, Spezialglas mit anormaler Teildispersion: Bei Zeiss haben sie alle Register gezogen, um in der Prestige-Klasse 1,4/35 etwas Ordentliches auf die Beine zu stellen. Es ist gelungen, zumal auch die unscharfen Bereiche sehr ansprechend wiedergegeben werden. Der Übergang zwischen scharf/kontrastreich und unscharf/weich ist recht markant, was dann für den viel zitierten 3-D-Pop sorgt. Das ist hier sehr gut beschrieben: 

(https://www.35mmc.com/01/04/2019/zeiss-35mm-f-1-4-zm-distagon-review/). Weitere gute Texte über das 35er gibt es von KJ Vogelius (http://gear.vogelius.se/-reviews/zeiss-zm-35-distagon/index.html), Joeri van der Kloet (http://joerivanderkloet.com/zeiss-zm-distagon-351-4-review/) und Jack Takahashi (https://jacktaka.com/zeiss-35mm-f14).

35mm Objektive

Gleiche Brennweite, gleiche Lichtstärke und sonst doch so unterschiedlich: Voigtländer Nokton II 1,4/35, Zeiss Distagon 1,4/35, Leica Summilux Asph. 1,4/35 (von links)

Alternativen

35mm Objektive

Verglichen mit dem Nokton (links), das so sehr an die alten Summiluxe erinnert, und dem aktuellen Summilux FLE (rechts) ist das Distagon ein ordentlicher Brummer.

Ich habe keinen direkten Vergleich mit dem aktuellen Summilux 35 angestellt. Ich nutze das Summilux 35 FLE seit vielen Jahren und mit gleichbleibender Begeisterung. Es zeichnet ganz wunderbar, und mit etwas Übung oder beherztem Abblenden bewältigt man auch den kleinen Rest focus shift.  Das Summilux ist unzweifelhaft handlicher und leichter (um 84 Gramm – ob das viel oder wenig ist, muss jede/r selbst entscheiden) und ragt weit weniger in den Sucher hinein. Rein von der Abbildungsleistung her könnte ich nicht mit letzter Sicherheit sagen, welches 1,4/35 von den beiden nun das bessere ist.

Eine ganz andere Möglichkeit ist das Nokton Classic von Voigtländer, das ebenfalls eine Ausgangsöffnung von 1,4 bietet und das es inzwischen in Version II gibt. Das Nokton wiegt fast 200 Gramm weniger und ist vergleichsweise winzig. Optisch kommt es an das Distagon nicht ansatzweise heran, es zeichnet mehr so „vintage“ (man könnte auch sagen: nicht so scharf, nicht so kontrastreich, weich an den Rändern). Charme hat das Nokton trotzdem, nicht nur weil es gegenüber dem Distagon nur etwa ein Drittel kostet. In Teil 2 der M-Files gibt es mehr über das Nokton zu lesen: https://www.messsucherwelt.com/die-m-files-teil-2-die-bessa-r4m/. 

Ach so – man kann sicher mit jedem 1,4/35 glücklich werden. Ganz ohne dagegen weniger, glaube ich. Niemand, der ernsthaft fotografiert, sollte ohne so ein vielseitiges Objektiv sein.

3.  Ein Super Super-Elmar? Das Distagon ZM 4/18 von Zeiss

Zeiss Distagon

Das Zeiss 4/18 kam 2007 auf den Markt und wurde sieben Jahre später wieder eingestellt

Erste Eindrücke 

Zeiss Distagon

Lobenswert: Anders als sonst bei Zeiss, war beim 18er Distagon die hochwertige und effektive Gegenlichtblende mit dabei. Sie wird mit der üblichen Bajonett-Mechanik angebracht.

Das Carl Zeiss Distagon 4/18 ZM T* (so ist es vorn auf dem Objektiv eingraviert – tatsächlich heißt die Marke bei 18er Carl Zeiss und beim 35 ZEISS) ist ein kompakt konstruiertes Objektiv (47 Millimeter ohne Front- und Rückdeckel, 70 mit; Durchmesser 65 Millimeter). Es wiegt mit beiden Deckeln und Gegenlichtblende 364 Gramm. Die Blende ist gut: montiert wird sie Zeiss/Voigtländer/Cosina-typisch an einem verchromten Bajonett, und ihre Tulpenform ist recht effektiv. Und die Gegenlichtblende ist im Pappkarton sogar mit dabei – hey Zeiss, geht doch!

Der Frontdeckel ist auch hier miserabel. Bei der Suche nach Ersatz muss man schauen, dass der Deckel trotzdem unter die Gegenlichtblende passt (wenn man letztere immer drauflässt, was schon zum mechanischen Schutz ratsam ist). Was mir gefällt, ist das 58er Filtergewinde. Wenn man einen Filter mit niedrig bauender Fassung verwendet, droht trotz des enormen Bildwinkels keine Vignettierung. Ich habe das früher schon mal mit einem Orangefilter von Heliopan ausprobiert, der eine ausgewiesene Slim-Fassung hatte. 

Zeiss Distagon

Starke Leistung im Gegenlicht. Auf Borkum. Zeiss Distagon 4/18 an Leica M10. 1/500 sec, f/8 ca., ISO 100.

A propos früher schon mal: Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass meine Liaison mit dem 18er Distagon eher so Liebe auf den zweiten Blick war. Ich hatte es vor einigen Jahren schon einmal und habe es dann für ein anderes Objektiv in Zahlung gegeben. Scheiden tat nicht weh, weil ich die Schärfe des Objektivs zwar immer mochte, aber die Farbverschiebungen zum Rand hin an meiner damaligen M Typ 240 nicht akzeptabel waren. Mit dem Super-Elmar 3,4/21 war das Thema gelöst, dachte ich. 

Trotzdem wollte mich das 18er von Zeiss nicht so recht loslassen, und als sich vor einiger Zeit eines neu recht günstig angeboten sah, konnte ich nicht mehr widerstehen. In Summe habe ich nichts verloren, weil die Gebraucht-Preise auch für einige Zeiss-Objektive eher steigen. Am liebsten hätte ich im zweiten Anlauf endlich ein silbernes Exemplar erwischt, aber die gibt es wirklich sehr selten. Warum ich bei ZM-Objektiven Silber besser finde, steht übrigens hier: https://www.messsucherwelt.com/die-m-files-teil-5-zeiss-ikon/ Das Distagon gibt’s auch in Silber, aber das schwarze war gebraucht wirklich günstig.

Das 18er Distagon im praktischen Alltag

Spiegelsucher

Die Zeiss-Spiegelsucher für das 18er ist ausgezeichnet und liefert ein besseres und größeres Bild als sein Leica-Pendant. Und vergleichen mit diesem, ist er fast ein Schnäppchen.

Das 18er von Zeiss lernt man schnell zu schätzen, wenn man es ein paarmal benutzt hat. In der Handhabung ist es sehr unkompliziert mit breitem Fokus- und Blendenring, und es ist vielseitig einsetzbar. In wirklich dunklen Innenräumen ist Blende 4 jetzt vielleicht nicht optimal, aber die modernen High-ISO-Wunder gleichen das mehr als aus. 

Natürlich ist ein Fotografieren allein mit dem Messsucher praktisch unmöglich. Arbeitet man digital, braucht es entweder einen externen elektronischen Sucher (Visoflex) oder Live-View. Oder einen externen optischen Aufstecksucher, der beim analogen Fotografieren ohnehin die einzige Option ist. Der von Zeiss ist hervorragend, sehr groß, sehr hell und absolut resistent bei Gegenlicht. Dazu trägt sicher auch die T*-Vergütung bei. Der Zeiss-Sucher ist teuer, kostet aber immer noch nur die Hälfte des Leica-Pendants. Und das kommt zwar im Lederetui, ist aber sicher nicht besser.

Zeiss Distagon

Rechts unten gibt’s ein paar Flares. Mehr konnte ich nicht herbeiführen. Borkum. Distagon 4/18 an Leica M10. 1/250 sec, f/8 ca., ISO 100.

Zeiss Distagon

Wo es eng zugeht, ist ein Superweitwinkel auch hilfreich. Im Alten Elbtunnel in Hamburg. Distagon 4/18 an Leica M10. 1/125 sec, f/4, ISO 1000.

Zeiss Distagon

Auf der Elbphilharmonie. Distagon 4/18 an Leica M10. 1/250 sec, f/5.6 ca., ISO 100.

Zeiss Distagon

Man kann sogar mit einem 4/18 ein wenig mit der Tiefenschärfe spielen. Würzburger Residenz. Distagon 4/18 an Leica M10. 1/250 sec, f/4, ISO 200.

Zeiss Distagon

Macht die Räume weit: Mausoleum von Schloss Schwanberg in Franken. Distagon 4/18 an Leica M10. 1/750 sec, f/4, ISO 200.

Weitwinkel

Was immer dieses Drehkreuz soll, mit dem 18er sieht es noch bizarrer aus. Val Cristallina, Tessin. Distagon 4/18 an Leica M10. 1/250 sec, f/8, ISO 200.

Optische Qualität an der digitalen M

Dass es mit dem Zeiss 18er an der M 240 oder 262 nicht so gut geht, habe ich ja schon geschrieben. Also konzentriere ich mich auf die Kombination mit der M10, und es ist frappierend, wie unterschiedlich das Ergebnis ausfällt. Die Farbstiche am Rand tauchen fast gar nicht mehr auf (immer getestet mit ausgeschaltetem Korrekturprofil), die Schärfe in den Ecken scheint mir besser. Leichtere chromatische Aberrationen und Vignettierung kommen bei beiden Kameras vor, sind aber vergleichsweise einfach zu korrigieren.

Was mich am 18er Distagon vielleicht am meisten beeindruckt, ist die Stabilität bei Gegenlicht. Bei einem Bildwinkel von 100 Grad hat man ja gerne mal eine Lichtquelle im Bild (gewollt oder unvermeidlich). Mit dem Distagon geht davon keinerlei Schrecken aus. Es gibt einzelne kleine Geisterabbildungen, Schleier habe ich kaum entdeckt. Da haben die Ingenieure ganze Arbeit geleistet und die optische Rechnung und die T*-Vergütung hervorragend verbunden. Begeistert hat mich auch der Mikrokontrast, der die Bilder sehr knackig wirken lässt. Allerdings ist das 18er nicht so gut wie das 35er bei der Durchzeichnung der sehr hellen und sehr dunklen Bereiche. Alles in allem bietet es trotzdem eine sehr gute optische Leistung.

Zeiss Distagon

Super Schärfe, hoher Detailreichtum – das Distagon 4/18 macht an der M10 eine gute Figur. Stärker als hier sollte man freilich nicht abblenden, weil sonst die Beugung die Leistung beeinträchtigt. Der Gipfel im Hintergrund ist der 3273 Meter hohe Basodino. Als ich vor 30 Jahren schon einmal an dieser Stelle war, reichte der Gletscher mindestens 200 Meter weiter ins Tal. Höhenmeter. Distagon 4/18 an Leica M10. 1/180 sec, f/9.5, ISO 200.

Zeiss Distagon

Mit einem 18er kann man den Raum ausdehnen, aber auch Kleines groß machen. Val Formazza, Piemont. Distagon 4/18 an Leica M10. 1/250 sec, f/11, ISO 200.

Weitwinkel

Ganz frei ist das 18er auch in Verbindung mit der M10 nicht von Farbverschiebungen zum Rand hin. Die Wolke rechts sollte eigentlich ganz grau sein und nicht leicht rosa. Distagon 4/18 an Leica M10. 1/250 sec, f/4.8, ISO 200.

Auch in puncto Verzeichnung lässt das 18er nichts zu wünschen übrig. Ganz gut ist die optische Leistung im Nahbereich. Dieser reicht bis jenseits dessen, was der Messsucher leistet und hat ein Minimum von 0,5 Meter, ein Fall für Visoflex oder Live-View. Denn ja, bei ganz geöffneter Blende und minimaler Entfernung hat auch ein 4/18 keine unendliche Tiefenschärfe. Focus Peaking hilft – wie auch beim voll geöffneten 1,4/35 im Nahbereich.

Zeiss-Objektive haben natürlich keine Leica-6-Bit-Codierung, so dass die Kamera (sei es eine M oder eine SL mittels originalem Adapter) nicht wissen kann, was für ein Objektiv angesetzt ist. Entsprechend greifen keine Korrektur-Algorithmen, was schon eine besondere Stunde der Wahrheit bedeutet. En Profil für das 3,8/18 von Leica kann man händisch übrigens nicht einstellen, weil das in den Kameras nicht hinterlegt ist (braucht es auch nicht, denn alle Super-Elmare wurden ja mit Codierung ausgeliefert). Probieren kann man das Profil des Tri-Elmars in der 18-Millimeter-Stellung oder die Allzweckwaffe, das Profil für das 21er Elmarit pre-asph (11134), das aber oft überkorrigiert. Am elegantesten ist es, die Korrekturprofile in Lightroom zu verwenden (Voraussetzung: man fotografiert in RAW), da ist für beide Distagone etwas sehr Brauchbares hinterlegt, das die Rest-Verzeichnung und die Vignettierung gleichermaßen behebt. Die Farbfehler lassen sich mit CornerFix reparieren.

Alternativen

18mm Objektive

Ähnliche Größe, ähnliche technische Daten: Leica Super-Elmar Asph. 3,8/18 und Zeiss Distagon 4/18.

Bei 18 Millimetern Brennweite für die Messsucherkamera denkt man sicher zuerst an das Super-Elmar 3,8/18 von Leica. Es ist der natürliche Konkurrent für das Distagon, wurde aber unlängst auch ersatzlos eingestellt. Es genießt einen guten Ruf hinsichtlich seiner optischen Qualität. In Größe und Gewicht unterscheidet es sich vom Distagon nicht besonders mit 37 Gramm weniger und einer etwas eckigeren Form, bedingt durch die Gegenlichtblende.

So gut die Leica-Gegenlichtblende ist, so unschön ist die Verwendung von Filtern am Super-Elmar. Man braucht einen teuren Adapterring für einen riesigen 77er Filter, und dann ist es auch noch so, dass der Adapter durchbrochen ist (für den Messsucher). In der Folge kann Licht von hinten innen auf den Filter fallen, was wohl jedes Bild ruiniert, selbst wenn man auf Flares steht. Und das ist nicht nur für Schwarzweiß-Fotografen wichtig. Am Superweitwinkel nimmt man doch gerne auch mal einen Graufilter und verzaubert die Oberfläche des wogenden Meeres.

18mm Objektive

Wenn man auf 18 Millimeter aus ist als Messsucherkamera-Nutzer, bleiben neben dem Zeiss Distagon noch das Leica Tri-Elmar Asph. 4/16-18-21 sowie das Leica Super-Elmar Asph. 3,8/18. Die roten Markierungen an den vorderen Gewinden sollten die Nutzer daran erinnern, immer die Gegenlichtblende aufgeschraubt zu lassen, sonst könnte der stark konvexen Frontlinie ein Unheil zustoßen.

Ansonsten gibt’s noch das erwähnte Tri-Elmar mit seinen 16, 18 und 21 Millimetern Brennweite. Es ist mit f/4 gleich lichtstark wie das Distagon und stellt die einzige derzeit neu erhältliche Alternative dar. Ich wüsste von keinem anderen 18er, das je mit M-Bajonett hergestellt worden wäre.

4. Zusammenfassung: Zwei Objektive, die man nicht unterschätzen sollte

Ich denke, es wurde deutlich, dass nicht nur ich beide Distagone gut finde, sondern dass sie dies objektiv (pun intended) auch sind. Wer auf Film arbeitet, braucht ohnehin keine Korrekturprofile und keine korrekten EXIF-Daten. Aber auch im digitalen Workflow haben beide Objektive ihre Berechtigung, zumindest ab einer M10 aufwärts. Und wenn einem EXIF-Daten wichtig sind, kann man sie mit einem kleinen Lightroom-Plugin namens LensTagger ergänzen. 

Distagon oder Super-Elmar? Auf die Kamera kommt’s an

Wir haben gesehen, dass das größte Problem beim 18er die Farbverschiebungen (colour drift) sind. An einer M262/240 finde ich das Ausmaß schwer erträglich, aber je nach eigenen Anforderungen und nach der Beleuchtungssituation der Motive kann man das vielleicht auch anders empfinden. Auch dazu gibt es mehr in Teil 5 der M-Files (https://www.messsucherwelt.com/die-m-files-teil-5-zeiss-ikon/). An der M10 oder der für colour drift angeblich noch weniger anfälligen M10R gibt es wenig, was gegen das Distagon 4/18 spricht. Und vieles, was für es spricht – nicht nur, aber ganz besonders das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Distagon oder Summilux? Kopfsache und Herzenssache

Am Distagon 1,4/35 gibt es eigentlich nichts auszusetzen. Ein tolles Objektiv mit herausragender Schärfeleistung und zugleich schönem Bokeh, exzellenter Durchzeichnung von Lichtern und Schatten, superbem Gegenlichtverhalten und sehr guter Ergonomie. Wenn man also eine Messsucherwelt jenseits von Leica akzeptiert (und das sollte man wirklich), bleibt fast nur noch die Frage, ob man mit Größe und Gewicht des Distagon klarkommt und lernt, auch mit einem rechts unten etwas verdeckten Blickfeld im Sucher zu fotografieren.

Zeiss Distagon

Zum Abschluss noch ein Bild mit dem 35er: Der Griessee im obersten Wallis und was vom gleichnamigen Gletscher übrigblieb. Zeiss Distagon 35/1.4 an Leica M10. 1/1000 sec, f/4.8 ca., ISO 200.

Weitwinkel

Und noch eines mit dem 18er: die Würzburger Residenz von der weniger bekannten Gartenseite aus. Distagon 4/18 on Leica M10. 1/150 sec, f/4, ISO 200.

Die beiden Distagone: Mit 18 and 35 Millimetern um die Welt

Beide Zeiss-Distagone sind Objektive zum Fotografieren und nicht für die Vitrine. Sie haben keinen Leica-Nimbus und keinen Leica-Werterhalt. Es kommt alles ein wenig bescheidener daher bei Zeiss, die Dinger taugen nicht fürs Unboxing-Video. Aber ihre inneren Werte sind beachtlich. Vielen (Messsucher-) Fotografen würden diesen beiden Objektiven für eine Weltreise genügen. Noch Wünsche?

weitwinkel

Mal kurz durchatmen, hier geht es nur um Objektive. Morgens an der Piancesso-Hütte hoch über dem Val Bedretto im Tessin. Zeiss Distagon 35/1.4 an Leica M10. 1/2000 sec, f/2.8 ca., ISO 200.

Hinweis in eigener Sache: Mit diesem Artikel werden die M Files wieder aufgenommen. In der Fortführung sind einige weitere Folgen für Herbst/Winter geplant, darunter möglicherweise auch nochmals Artikel zu weiteren Zeiss-ZM-Objektiven. Das Fernziel bleibt, am Ende eine umfassende Übersicht über die möglichst vollständige ZM-Reihe zu schaffen. Insbesondere Leser, die mit den raren ZM-Objektiven 2,8/15 und 2/85 praktische Erfahrung haben, können sich gerne über Blog-Gastgeber Claus Sassenberg melden, ich wäre sehr interessiert an Bildern und Nutzerstimmen.

* * *

Disclaimer: Die Artikel für die Messsucherwelt entstehen ohne kommerzielle Interessen. Ich bekomme keine Vergünstigungen von Herstellern oder Händlern. Ich danke aber dem Lichtblick Fotofachgeschäft (www.lichtblick-foto.de) und dem Leica Store Konstanz (https://www.leica-store-konstanz.de) für einige Leihgaben, die halfen, diesen Artikel abzurunden.

Comments

  1. Michael Christ
    30. September 2021

    Leave a Reply

    Lieber Herr Rau
    Ihnen besten Dank für diesen wieder exzellenten und interessanten Beitrag! Ich selbst bin ein grosser Fan der Zeiss ZM Objektive, deren Zeichnung mir ausserordentlich gefällt! Teilweise besser als die Leitz/Leica Linsen.
    Gerne möchte ich noch ergänzen, dass der Zeiss Service eine Tabelle erstellt hat, welche Objektiveinstellungen an der M9 oder auch M10 empfohlen werden, um die Korrekturen für ZM Objektive vorzunehmen. zB liefern die Einstellungen 24/f2.8 oder 28/f2 exzellente Bildergebnisse für Aufnahmen mit dem Zeiss ZM 18mm/f2.8.

    Danke nochmals sehr!
    Ihr Michael Christ (meine email ist Ihnen zugänglich, gerne sende ich Ihnen dieses File mit der Einstellungsübesicht zu).

  2. Dirk Säger
    27. September 2021

    Leave a Reply

    Sehr geehrter Herr Rau,

    vielen, vielen Dank für diesen überaus interessanten und aufschlußreichen Artikel. Ich frage mich, wo Sie die Zeit dafür hernehmen. Ich hatte darüber nachgedacht, ein Voigtländer 35mm f/1.4 Nokton zu kaufen. Nach diesem Artikel werde ich das nicht machen. Vintage-Objektive habe ich schon genug.
    Nun bin ich gespannt, wie es mit den M-Files weitergeht.
    Viele Grüße, Dirk Säger

    • Jörg-Peter Rau
      28. September 2021

      Leave a Reply

      Lieber Herr Säger,

      vielen Dank für die Rückmeldung. Mir machen die M-Files selbst ja selbst den vielleicht größten Spaß, und ich verknüpfe gerne meine ganz praktischen Erfahrungen mit ein paar grundsätzlicheren Überlegungen. Das Teilen von Wissen liegt mir dann eben auch schon von Berufs wegen. – Keine Zeit hätte ich freilich für umfassende Labortests und der dergleichen, da ich mich dafür nicht so begeistern kann und auch die Aussagekraft für begrenzt halte.
      Zum 35er Nokton – in Folge 2 der M-Files habe ich mich mit diesem etwas genauer auseinandergesetzt: https://www.messsucherwelt.com/die-m-files-teil-2-die-bessa-r4m/. Ganz sicher kein schlechtes Objektiv, und wer nicht so viel ausgeben will und/oder ein sehr handliches, aber lichtstarkes Objektiv sucht, ist gerade im Analog-Einsatz gut damit bedient. Ich würde beim 35 eher zum neuen Ultron raten, das Claus Sassenberg so begeistert hat, oder zu einem gebrauchten Summarit (wenn man mal eines findet), das ich persönlich überragend finde. Es sei denn, man braucht die Lichstärke von 1,4 wirklich. Da wird’s dann entweder sperrig (Zeiss) oder sehr teuer (Leica).

      Viele Grüße, Jörg-Peter Rau

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