Sensor-Ranking, das goldene Kalb der Pixelzähler

Sensor-Ranking, das goldene Kalb der Pixelzähler

Kommentare

  
  1. AvatarNasa sagt:

    Lieber Claus,
    ein mir aus der Seele gesprochener Artikel zu der Sensor-Bewertung von DXOMark. Ich verlasse mich auf meine Praxis. Würde mich mal interessieren was der verstorbene A. Borell gesagt hätte. Selbst fotografiere ich in SW mit der M8, Farbe mit der M9 und bin hochzufrieden. Diese Bodys entsprechen noch dem Leica-Feeling der früheren Zeit. Der CCD-Sensor hat eine größere Pixelgröße (6,8 micron) als der von Sony, Nikon und Canon was der Bildqualität in Verbindung mit den Leica-Objektiven zugute kommt. Auflösung 900 lp/ih was 50 lp/mm bei 50% Kontrast, wenn das nicht reicht bis DIN A3. Nyquist-Faktor des Sensor M8 liegt bei 73,5lp/mm. Kleinere Pixelgrößen in Sensoren brauchen Objektive die hoch korrigiert sein müssen. Eine M11 mit 47MP brauche ich nicht, wenn ich im Herbst zwei Wochen zum Schafsabtrieb in Georgien bin. Testberichte lese ich auch nicht mehr mit 71 Jahren.
    LG Ingo

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Lieber Ingo,

      danke für die Unterstützung! Man weiß wirklich nicht, wo dieser Pixelwahnsinn hinführen soll, auch konnte mir noch keiner schlüssig erklären, wofür diese irrsinnig hohen Auflösungen (für den größten Teil der Benutzer) eigentlich gut sein sollen.

      Der neueste “Exzess” ist jetzt die Sony A7 rIV mit 61 MP. Die Heinis auf DPreview haben Sabber am Kinn und ich frage mich: Wie bekloppt kann man sein?

      Liebe Grüße,

      Claus

  2. AvatarKai sagt:

    Lieber Claus,
    was für eine Arbeit.
    Und ja, mancher Fortschritt ist ein Schritt fort und manch vermeintlicher Rückschritt eher wieder ein Hinschritt. Wie für Dich bei der Q. Ich meine, sogar damals geschrieben zu haben, dass Dir die Q genügen würde.

    Insgesamt frage ich mich schon, ob es so viel Theorie auch zu analogen Zeiten auf den Markt geworfen wurde wie heute. Wie Du wohltuend betonst, zählt allein die Praxis. Bei Sony vermute ich, dass nicht all zu viel deren Klientel in der Praxis zuhause ist, denn in der Praxis finde ich deren Sensor ziemlich langweilig. Und kenne auch den ein oder anderen, der deswegen schnell wieder weg von Sony ist, in einem Fall eben hin zu Leica.

    Ein anderes Thema, was man auch in der Kameraentwicklung ernst nehmen sollte, ist Nachhaltigkeit. Wir verbrauchen immer mehr seltene Erden, die unter gruseligen Bedingungen gewonnen werden. Warum müssen wir also mechanische Konzepte wie. z.B. optischen Sucher oder mechanischen Verschluss fast zwanghaft durch Elektronik ersetzen und den Markt zudem mit ständigen Neuentwicklungen fluten. Hier könnte Leica viel Potential ausschöpfen.
    Ich habe gerade Nickel gesehen. Es gibt kaum noch Bäume dort, wer nicht muss, fischt dort nicht im Fluss und das Durchschnittsalter der Menschen liegt bei 48 Jahren. Es dürfte ein Beispiel sein.

    Übrigens überlege ich ernsthaft, mir eine M9 zuzulegen. Zum einen weiß ich, dass auch Du ihr nachtrauerst, zum anderen gibt es viele, die unabhängig von theoretischen Tests praxisbegeistert von deren Sensor sind. Und nachdem die aktuelle Tour etwa 1300 EUR für alles rund um Film kosten wird, könnte ich mir vorstellen, mit ihr zu ergänzen.

    Liebe Grüße

    Kai

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Lieber Kai,

      “Nachhaltigkeit” ist wohl das, was auch in der Kameraindustrie am meisten mit Füssen getreten wird. Da geht es nur ums Geschäft und darum, das nächste “aufgeblähte” Teil herauszubringen, um eine technik-affine Käuferschicht Glauben zu machen, das bräuchte man jetzt unbedingt für gute Fotos.

      Ich käme mit der Q allein sicher aus, aber vor die Wahl gestellt, würde ich wahrscheinlich eher die M10 behalten. Am besten ist aber, beide in Kombination zu haben, das hat sich für mich schliesslich seit fast vier Jahren bewährt.

      Eine M9 ist nach wie vor eine gute Wahl (siehe auch meine Sonderseite über die M9). Wenn du dich in der Hinsicht umsiehst, brauche ich dir wahrscheinlich nicht zu sagen, dass du darauf achten musst, dass der Sensor wegen der Korrosions-Problematik geprüft sein sollte oder schon ausgetauscht wurde.

      Ich hatte “zwischendurch” 2017 auch mal wieder eine schöne M9-P, die ich zum Sensor-Austauschprogramm sandte, das in der Zeit gerade lief. Sie war dann wieder wie neu, aber ultimativ war mir klar, dass ich sie nie so nutzen würde, weil ich hauptsächlich die M10 (und eben die Q) in Gebrauch hatte. Also entschloss ich mich, sie wieder zu verkaufen. Sie ging dann sogar nach Südkorea.

      Viele Grüße, weiterhin gute Reise,

      Claus

      • AvatarKai sagt:

        Lieber Claus,

        ich meinte auch die Q und die M10, ich meinte das damals zum Tausch zur Q2:-)
        Habe auf der Tour übrigens einen ehemaligen Manager von Ilford getroffen, der ist auf Fahrradtour ebenso ganz im Norden. War ganz spannend in einer Ecke, wo am Tag max 20 Autos auf der Hauptstraße unterwegs sind, inkl. der Grenzwacht.
        Ja ich kann mich gut an Deinen Artikel zur M9 erinnern, bin ja ein aufmerksamer Leser:-)
        Liebe Grüße mittlerweile aus Dalarna von einem christlich geführten kleinen Campingplatz mit viel viel Seele.

        Kai

  3. AvatarSebastian sagt:

    Hallo Claus,

    danke für den Bericht. Über die Dateigröße bin ich auch nicht begeistert und die Q2 hat mich jetzt nicht so geflasht wie die Q1. Die Auswahl der Auflösung ist doch nur bei JPG relevant oder? Weil DNG wird doch (denke ich) immer in voller Auflösung gemacht, oder?

    Aber ich denke dass Leica den Weg mit diesem Sensor weitergehen wird, d.h. der wird dann sicherlich in SL2 und M11 verbaut werden, oder?

    Grüße
    Sebastian

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Hallo Sebastian,

      richtig, die DNG’s sind immer groß, da nützt es nichts, an den JPG’s zu drehen. Ich bin mir nicht sicher, ob man mit einem Firmware-Update die DNG-Größe verändern kann. Bei CCD-Sensoren kennt man “Pixel-Binning“, man fasst mehrere Pixel zusammen. Das verbessert das Signal/Rauschen-Verhältnis, aber verkleinert natürlich die Auflösung. Andererseits wäre das für viele (wie mich) sogar erwünscht.

      Aber ich weiss nicht, ob das bei CMOS-Sensoren oder überhaupt bei der Q2 möglich wäre.

      Deine Einschätzung, dass Leica weiterhin Sensoren dieses Typs verwenden wird, ist wahrscheinlich korrekt. Wie du dir denken kannst, bin ich persönlich von dieser Wahl nicht begeistert. Für die M11 wünschte ich einen Sensor mit höchstens 36MP, am liebsten sollte er so invariant (Iso-los) wie der jetzige sein.

      Schönen Abend,

      Claus

      • AvatarStefano Strampelli sagt:

        Ich erwarte auch, dass die Leica M11 mehr Auflösung haben wird als die M10. Für eine gute Idee halte ich es aber nicht. Zum einem sind für mich 47 Megapixel ohne Stabilisator sinnlos und ich bin mir nicht sicher, dass Leica der M11 einen Stabilisator geben wird. Zum anderen sind 47 Megapixel viel anfälliger für Fehlfokussierung. Leicht fehlfokussierte Aufnahmen kann man mit der M10 leicht retten, indem man ein wenig nachschärft. Mit 47 Megapixeln geht es aber nicht.

        • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

          Sehe ich genauso. Am liebsten wäre mir, wenn sie bei 24MP bleiben (oder weniger!!), aber das ist wohl mehr als unwahrscheinlich. Wenn sie schon in Pixelwahn verfallen, sollen sie gefälligst eine Bildstabilisierung in die Kamera einbauen. Wie sie das realisieren, ohne dass die Kamera wieder größer wird, weiss ich nicht. Sie sollen sich halt anstrengen, wenn sie einem unbedingt die schwachsinnig hohen Auflösungen aufzwingen wollen.

  4. AvatarDirk Säger sagt:

    Lieber Claus,

    warum sitze ich hier mit einem breiten Grinsen im Gesicht? Ich zitiere ein “leicht” verändert Loriot: ” Ein Leben ohne Q ist möglich, aber sinnlos.”
    Und auch hier zeigt sich mal wieder, daß mehr nicht unbedingt besser ist. Meinen Glückwunsch zum “Reerwerb” der Q.

    Liebe Grüße,
    Dirk

  5. AvatarMartin sagt:

    Lieber Claus,

    dass ist aber ein lange Erklärung für den Neuerwerb der Q-P …
    So wünsche ich Dir viel (Dir bekannte) Freude mit ihr!

    Ich sehe es ähnlich und verlasse mich auf meine Aufnahmen. Testberichte lese ich schon seit langem nicht mehr. Fotozeitschriften haben seit meinem Erwerb der Leica M-P bei mir ausgedient.

    Das Ergebnis zählt und die Auswahlkriterien sind die des Ergebnisse und des Einsatzzweckes einer Kamera wie auch das anvisierte Druckformat.
    Und jetzt sehe ich Dich glatt vom Stuhl fallen: So überlege ich mir gar als Zweitkamera eine Sony RX 100 VI oder HX 99 anzuschaffen, welche mir für eine vorgesehene Einsatzart vollkommen ausreichen würden. Die Smartphone-Kamera reicht leider dafür nicht ganz.

    LG,
    Martin

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Lieber Martin,

      das mit der “langen Erklärung” stimmt irgendwo. Am Ende, erst nachdem ich die Q2 verkauft hatte, merkte ich, was ich an der Q1 hatte.

      Allerdings hatte ich die Q2 schon verkauft, bevor der DxO-Report herauskam, es war tatsächlich mehr eine Sache des Gefühls als der Rationalität. Und als dann die Sensor-Daten bekannt wurden, fragte ich mich, warum die so wenig meine Wahrnehmung widerspiegeln. Deshalb der gründliche Blick in die Testkriterien.

      Es ist nicht so, dass ich die Q2 verkauft habe, weil mir der Sensor insuffizient erschien. Ich könnte ja einfach alle Dateien auf 24MP verkleinern. Aber ich würde immer auf den riesigen Originaldateien hängen, die ich nicht brauche.

      Wegen deiner evtl. Zweitkamera bin ich gar nicht überrascht: Bei Kameras in der Größe sind die Sonys unbedingt ins Auge zu fassen.

      LG,

      Claus

      • AvatarMartin sagt:

        Die Fähigkeiten für den Einsatzbereich des point-and-shoot scheinen die Sony Kameras gut geeignet zu sein.

        Bei mir hat es sich entwickelt, dass ich zu bestimmten Themenbereichen fotografie. Z. B. Komplementärfarben, bestimmte Kontraste oder Formen oder alles, was mit Wasser zusammenhängt. Hier ist bei mir eine regelrechte Sammelleidenschaft entstanden. Die Aufnahmen werden i. d. R. in 18×10 gedruckt und/oder in Tableaus montiert. Oft stehe ich mit meiner M-P und den zwei Objektiven vor dem Problem entsprechend benötigter Brennweitenauswahl. Insbesondere dann, wenn das Foto fertig im vorgegebenen Format komponiert wird. Da ist es dann recht schön, einfach solche eine Kamera aus der Hosentasche ziehen zu können. Die Leica D-Lux 7sagt mir hierfür einfach nicht zu.

        LG,
        Martin

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