Posted by on 16. Mai 2021

Erst einmal: Vielen Dank. Ich freue mich riesig über das Echo auf mein “M-Files”-Projekt. Kenntnisreiche Kommentare, nette Mails, viele Tipps und fundierte Kritik haben mich ehrlich begeistert. Und auch deshalb kommt hier noch eine Zugabe – ich gebe einen Überblick speziell über die Objektive, die ich benutzt habe, und habe einige ausgesucht, die ich persönlich in besonderer Weise empfehlenswert finde. Auch danach haben manche gefragt. 

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So viele Möglichkeiten und doch nur eine kleine Auswahl – das sind die M-Mount (aber nicht Leica M-System-) Objektive, um die es in den „M Files“ ging. Von hinten, links nach rechts: Zeiss ZM 85/4, Leitz 90/4; Minolta 90/4; Konica 50/2, Minolta 40/2, Leitz 40/2, Zeiss 50/2; Zeiss 25/2,8, Zeiss 35/2,8, Voigtländer 35/2,5, Voigtländer 35/1,4; Voigtländer 21/4, Voigtländer 15/4,5, Minolta 28/2,8 und Rollei 40/2,8.

Bisher habe ich etwa 15 verschiedene Objektive für die „M-Files“ benutzt, und die meisten von ihnen sind Weitwinkel oder Normalbrennweiten. Bei den Teles habe ich nicht so viel zu bieten – ich weiß, dass es einige mehr gibt als die, die ich verwendet habe. Mein Interesse liegt aber nun mal eher auf den weiteren Bildwinkeln. Und vorab noch etwas: Ich habe die Objektive nicht wissenschaftlich getestet und erhebe auch in keiner Weise einen solchen Anspruch. Ich habe einen riesigen Respekt vor Leuten, die so etwas können (und mehr noch, wenn es dann auch noch nah an der Praxis ist wie bei Sean Reid). Mir geht es einfach um die praktische Anwendung, und dazu etwas zu sagen, fühle ich mich dann schon berufen.

 

Die echten Weitwinkel

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Das sind die vier kurzen Brennweiten, die in den „M-Files“ vertieft behandelt wurden: Voigtländer Super-Heliar 15/4.5, Voigtländer Color Skopar 21/4, Zeiss Biogon 25/2.8 und Minolta M-Rokkor 28/2.8

Für mein „M-Files”-Projekt hat es sich so ergeben (denn es gab zu Beginn nicht den großen Masterplan), dass die Objektive Voigtländer Super-Heliar 15/4.5, Voigtländer Color Skopar 21/4, Zeiss Biogon 25/2.8 und Minolta M-Rokkor 28/2.8 besonders in den Fokus rückten (pun intended). Am Rande konnte ich mich auch noch mit den beiden Leica-Objektiven Super-Angulon 21/3.4 und Elmarit 21/2.8 ASPH beschäftigen. Aus früherer Zeit habe ich Erfahrungen mit dem Zeiss 18/4 und dem Zeiss 21/2.8. Das 18er habe ich wieder abgegeben, weil es an meinen damaligen Digitalkameras (M262 und Alpha 7) nicht überzeugte – an der M10 soll es dramatisch besser sein. Ja, ich hätte es vielleicht, wie das 21/2.8, doch behalten sollen. Auf der anderen Seite habe ich jetzt das Super-Elmar 21/3.4, von dem ich ebenso begeistert bin wie Blog-Gastgeber Claus Sassenberg.

Die etwas weiteren Normalbrennweiten

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35 oder 40 Millimeter sind super für die Messsucherfotografie. Ich habe benutzt (oben, von links): Minolta M-Rokkor 40/2, Leitz Summicron-C 40/2; Rollei Sonnar 40/2.8 und (unten) Zeiss C Biogon 35/2.8, Voigtländer Nokton Classic II 35/1.4, Voigtländer Color Skopar 35/2.5.

Das 35er ist auch meine Lieblingsbrennweite. Auf die einsame Insel würde ich es mitnehmen und an viele andere Orte auch. So umfassen die „M-Files“ dann auch gleich drei 35er mit ihrem 63-Grad-Bildwinkel, und das sind: Voigtländer Color Skopar 35/2.5 (ein Pancake); Voigtländer Nokton II MC 35/1.4 (also Version II, multi-coated) und Zeiss Biogon 35/2.8. Dazu kommen noch drei 40er (Leica Summicron-C 40/2; Minolta M-Rokkor 40/2; Rollei Sonnar 40/2.8). Mit ihrem etwas engeren Bildwinkel von 56 Grad sind sie vielleicht noch vielseitiger, aber nur wenige Kameras haben die passenden Rahmenlinien. Also schätzen oder externen Sucher verwenden (wenn man denn einen für 40 Millimeter findet) oder an der Digitalkamera Live-View benutzen. Alles leider nicht ganz ideal, finde ich.

Die Normalobjektive

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Nicht von Leica, aber sie setzen einen Standard: Konica M-Hexanon 50/2 und Zeiss Planar 50/2.

Trotz meines Plädoyers für 35er bin ich auch ein Fürsprecher des guten alten 50ers. Mich hat es viel gelehrt, weil es einen zwingt, fokussiert zu arbeiten. Aus der 360-Grad-Welt um einen herum muss man da schon sehr bewusst einen Ausschnitt suchen. Mich persönlich beeindruckt es auch, dass in einem 50er fast zwangsläufig all das Wissen aus einem ganzen Jahrhundert optischer Forschung und Konstruktion steckt. Also ein Klassiker. Hier in den „M-Files“ kommt er in zwei Variationen: Konica M-Hexanon 50/2 und Zeiss’ Planar 50/2. Leider konnte ich das neue Voigtländer Apo Lanthar 50/2 ebenso wenig einbauen wie das viel diskutierte (und schon deshalb interessante) Zeiss Sonnar 50/1.5.

Die Teleobjektive

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Längere Brennweiten, aber für Messsucherkameras noch ganz gut geeignet (von links): Leitz Elmar-C 90/4, Zeiss Tele-Tessar 85/4 und Minolta M-Rokkor 90/4.

Mit Tele-Brennweiten an der Messsucherkamera kenne ich mich am wenigsten aus. Sie liegen mir einfach nicht so. In einem älteren Artikel über die Summarite zeigte ich mich über das 75 begeistert (und bin es noch immer). Bei den 90er tut es mir mein gutes altes Elmarit aus der letzten Baureihe. Dennoch wollte ich die Teles nicht ganz links liegen lassen. Für die „M-Files“ habe ich mit dem C-Elmar 90/4 viel gearbeitet und mit dem M-Rokkor 90/4 sowie dem 85/4 immerhin mehr als nur ein bisschen. Da sind nun wirklich keine Lichtriesen dabei, dafür ist’s mit dem Fokussieren bei maximaler Blende nicht ganz so kritisch. Es gibt noch weitere interessante Teles im „M-Files“-Bereich, insbesondere das Voigtländer 75/1.5 wäre mal noch spannend; es soll dem legendären 75er Summilux ja recht ähnlich sein.

Nach einem Jahr Feldarbeit: Ein paar Tipps

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Erprobt in der Praxis: Mit allen Objektiven, um die es in den „M-Files“ geht, war ich draußen, ich habe sie an analogen und digitalen Kameras verwendet. Wissenschaftliche Versuche waren das aber nicht.

Die Arbeit für die „M-Files“ hat mich durch das ganze Jahr 2020 und noch weit ins Jahr 2021 hinein begleitet. Da kommt schon einiges an Erfahrung zusammen, sodass ich mir jetzt eine kleine persönliche Hitliste zutrauen kann. Dazu ein kleiner Exkurs: Ich schreibe so gerne für die Messsucherwelt, weil der Umgang hier höflich ist und Meinungen als das wahrgenommen werden, was sie sind – Meinungen. Trotzdem hier nochmals in aller Form: Ich habe nicht die die „fünf besten“ Objektive ausgewählt (das wäre schlicht anmaßend) und auch nicht meine „fünf Lieblinge“ (das wäre zu subjektiv). Ich stelle in der Folge eine fünf Objektive vor, die ich besonders empfehlenswert finde mit Blick auf eine breitere Zielgruppe, in der zwangsläufig ganz unterschiedliche Bedürfnisse und Interessen vertreten sind.

Und noch ein letztes: In den „M-Files“ habe ich mich auf die etablierteren Hersteller wie Minolta, Zeiss und Voigtländer konzentriert. Ein Objektiv von 7Artisans, TT Artisan, Iberit oder Laowa habe ich bisher nie benutzt. Das hat etwas mit meinen Kapazitäten zu tun. Bei einigen dieser Hersteller habe ich aber auch das Gefühl, dass es einen, sagen wir mal, laxen Umgang mit geistigem Eigentum gibt. Plagiate kann ich aber nicht leiden – schon aus beruflichen Gründen. Originalität hat einen Wert und darf folglich auch ihren Preis haben. Wenn das nicht mehr so ist, verlieren wir mehr, als manche die „Open Source“-Fürsprecher überblicken können (oder wollen).

Meine Top fünf! Von all den Objektiven empfehle ich diese ganz besonders:

Platz 5: Carl Zeiss C-Biogon T* 2,8/35 ZM

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Klein und sehr gut, nur leider ein bisschen schwierig an manchen Digitalkameras: Zeiss Biogon ZM 35/2.8 T*.

Was macht das Objektiv empfehlenswert? Das Zeiss Biogon ZM 35/2.8 ist eine phänomenale Optik, wenn man sie an einer analogen Kamera oder an einem digitalen Monochrom-Modell benutzt. Schon bei ganz offener Blende ist das Bild bis in die Ecken knackscharf, hat faszinierenden Kontrast und eine fantastische Auflösung. Abblenden bringt kaum Verbesserungen. Das kleine Biogon zeigt den viel beschworenen 3-D-Pop. Und das alles in einem sehr kleinen und solide gebauten Objektiv, das auch noch ein feines Handling bietet, den Sucher kaum blockiert und nebenbei weitgehend gegenlichtresistent ist.

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Schärfe und Auflösung auf Referenz-Niveau: Das kleinste 35er von Zeiss ist top für analog. Kodak ProImage100.

Wo liegen die Schwächen? Das Zeiss wäre auf einer der Top-Positionen meiner Hitliste gelandet, wenn es nicht ein paar Schwächen an digitalen Kameras hätte. Das Risiko ist hoch, sich an den Rändern rote Farbstiche einzufangen. Über den Daumen gepeilt, würde ich sagen, dass das Problem an älteren Kameras wie der M262 und bei gleichmäßiger, indirekten Beleuchtung unter Wolken größer ist. Man kann mit Korrekturprofilen einiges verbessern, und das Flatfield-Plugin, das in den neueren Lightroom-Versionen schon integriert ist, ist noch hilfreicher. Auf der Seite von Sean Ried gibt es dazu alle Informationen (schon dafür lohnt sich das Abo). Aber – nicht alle wollen so tief ins Post-Processing einsteigen. 

Mehr zu diesem Thema sowie weitere Beispielfotos gibt es hier: M-Files, Teil 5

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Auch an der Digitalkamera ist das kleine Biogon knackscharf und kontraststark. Aber es können Farbverschiebungen zum Rand hin auftauchen, wie hier bei Nutzung an der M262.

Was sollte man noch wissen? Das Objektiv kommt ohne Streulichtblende (wie es bei Zeiss korrekterweise heißt), und die kostet nochmals richtig extra. Eine No-Name 43er Einschraubblende tut es vielleicht auch. Zeiss-ZM-Objektive stehen in dem Ruf, dass sich die Mechanik des Fokusrings lockern kann („wobble“). Bei einem Gebraucht-Kauf sollte man darauf achten. Wenn das kleine 35er innerhalb der eigenen Ausrüstung das einzige Objektiv mit 43er Filtergewinde bleibt, braucht man eigens dafür eventuell Filter (bei Schwarzweiß in meinen Augen ein Muss).

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Wenn einem das Zeiss Biogon 35/2.8 (links) nicht so zusagt, wäre vielleicht das Voigtländer Color-Skopar 35/2.5 interessant oder das Leica Summarit 35 (hier 2.4, das ältere mit 2.5 Anfangsöffnung ist genauso gut). Oder eines der beiden neueren 35er von Voigtländer, die Claus Sassenberg hier soeben vorgestellt hat.

Gibt es Alternativen? Das Zeiss Biogon 35/2.8, für Sean Reid ein absolutes Referenz-Objektiv, gibt es derzeit (Frühling 21) noch neu zu kaufen. Zeiss bietet auch ein Biogon 35/2 an, das ich aber nicht kenne. Voigtländer führt das Ultron 35/2, für das sich Claus Sassenberg soeben ja nachvollziehbar begeistert hat, sowie das kleine Pancake-Objektiv 35/2.5. Letzteres ist optisch gut, aber nicht so gut wie das Biogon. Natürlich ist auch das neue Apo-Lanthar 35 eine Überlegung wert, es spielt in Sachen Handlichkeit aber auch in einer anderen Liga. Und sonst? Mit einem gebrauchten 35er Summarit, ob 2.4er oder 2.5er-Ausführung ist egal, macht man nie etwas falsch. Aber es wird mehr kosten als das Zeiss in neu.

Platz 4: Minolta M-Rokkor 28mm 1:2.8

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Ein kleines gemäßigtes Weitwinkel für Messsucherkameras: Das M-Rokkor 28/2.8 wurde lange unterschätzt.

Was macht das Objektiv empfehlenswert? Das M-Rokkor 28/2.8 ist ein sehr kleines und leichtes Weitwinkel, das mit fast allen Messsucherkameras prima harmoniert – 28er Rahmenlinien sind ja weitgehend Standards. Die Ausgangsöffnung von 2.8 ist für Digital voll ausreichend, seit mittlere bis hohe ISO-Werte kein Problem mehr darstellen (und weil man so ein Objektiv nicht zum Freistellen kauft). Aber auch für Analog ist das kleine Rokkor eine Empfehlung. Mit 400er Film, einer ruhigen Hand und der systembedingt erschütterungsarmen Messsucherkamera geht da eine ganze Menge. Schärfe und Kontrast sind gut bei Offenblende und sogar ausgezeichnet, wenn etwas abgeblendet. Streulicht (beim 28 schon oft ein Thema) packt das Dingelchen großartig weg. Auch digital ist alles bestens, bis zum Rand gibt es keine Farbverschiebungen.

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Der Härtetest für alle Teile der Ausrüstung. Das M-Rokkor 28 begeistert hier an der Minolta CLE, die ebenso wie der Kodak ProImage100 zum Ergebnis wesentlich beiträgt.

Wo liegen die Schwächen? Viele Exemplare des M-Rokkor 28 leiden an der Weißpunkt-Krankheit. Die steht in keinem Lehrbuch, taucht aber an diesem Objektiv häufig auf. Sie zeigt sich darin, dass die Innenseiten der vorderen Linsengruppe weiß gesprenkelt scheinen. Wenn es deutlich sichtbar ist, muss man gewiss mit optischen Mängeln rechnen. Reparieren lässt es sich kaum mehr, weil Minolta das Foto-Geschäft längst aufgegeben hat. Abgesehen davon: Ja, es gibt auch noch bessere 28er für die Messsucherkamera. Sie kosten ein Vielfaches und helfen an der Digitalkamera meist auch noch durch Korrekturprofile nach.

Mehr dazu gibt es hier, mit zahlreichen Beispielfotos: M-Files, Teil 8

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Auch an der Digitalkamera schlägt sich das 28er M-Rokkor sehr gut, man beachte die Scharfzeichnung über die ganze Bildfläche. Die Vignettierung ist etwas stärker als im Analog-Einsatz. M10.

Was sollte man noch wissen? Gute Exemplare des 28er M-Rokkor sind nicht so leicht zu finden. Am größten ist das Angebot in Japan, wo aber die Preise knackig sind, außerdem muss man 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer plus 4,3 Prozent Zoll zahlen. Gut ist es, wenn die originale Gegenlichtblende dabei ist, die per Bajonett montiert wird. Ansonsten tut es auch eine No-Name-Einschraublösung. A propos: Man braucht für das 28er M-Rokkor Filter mit Gewinde 40.5. Das ist bei den anderen M-Rokkoren (40/2 und 90/4) gleich, aber wenn man nur für dieses eine Objektiv beispielsweise einen je einen Grau-, Gelb- und Orangefilter erwerben muss, haut es natürlich schon rein.

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Das M-Rokkor 28/2.8 (links) ist ein wunderbar handliches, vielseitiges Weitwinkel für die Messsucherkamera. Als Alternativen bieten sich unter anderem das M-Hexanon 28/2.8 von Konica und das wunderbare Elmarit von Leica an (letzteres hier in der vorletzten Version von vor 2016).

Gibt es Alternativen? Obwohl es sich um eine so nützliche Brennweite handelt, sieht es mit 28-Millimeter-M-Bajonett-Objektiven von Drittherstellern nicht so toll aus. Konica hatte für die Hexar ein 28/2.8 im Angebot, das sehr gut zu sein scheint, aber recht rar ist. Voigtländers Ultron 28/2 hat einen guten Ruf, am Zeiss Biogon 28/2.8 scheiden sich die Geister ein wenig. Ultron und Biogon haben aber den Vorteil, neu erhältlich zu sein. Ansonsten gibt es eine ganze Ahnenreihe von 28/2.8-Objektiven aus dem Hause Leica, aber erst die zweiaktuellste Version (Asph.) des 28er Elmarit kann in Sachen Handlichkeit zum M-Rokkor aufschließen.

Platz 3: Carl Zeiss Biogon T* 2,8/25 ZM

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Das ist eines der am höchsten auflösenden Objektive, das Zeiss je gebaut hat (nach eigener Darstellung): Biogon ZM 25/2.8 T*.

Die T*-Vergütung von Zeiss ist legendär. Dem 25er steht sie ganz außerordentlich gut. Kodak ProImage 100.

Was macht das Objektiv empfehlenswert? Das Zeiss Biogon 25/2.8 mag erst einmal ein wenig exotisch daherkommen, aber im Kern ist es eigentlich ein 24er, was ja von der Spiegelreflexkamera her ja eine vertraute Brennweite darstellt. Das Biogon ist phänomenal scharf und resistent gegen Streulicht. Beides trägt in kniffligen Situationen zu außerordentlichen Ergebnissen bei. Die Verzeichnung ist sehr gering, so dass das Biogon auch für Architekturaufnahmen eine hervorragende Wahl darstellt. Die Auflösung liegt weiter über der eines 24-Megapixel-Sensors. 

Wo liegen die Schwächen? Schwer zu sagen, ehrlich. An älteren Digitalkameras war die Randschärfe nicht ganz so exzellent (aber immer noch sehr gut), und ein paar Farbverschiebungen nach rot glaube ich bei besonderen Beleuchtungsverhältnissen auch gesehen zu haben. Beides droht aber nur bei voll geöffneter Blende. Den Bildausschnitt festzulegen, ist nicht immer einfach. Für ein 25 braucht man entweder einen speziellen Aufstecksucher, oder man wandert mit den Augen von einem äußersten Rand zum nächsten durch den 0.72er Sucher der neueren Leica-Kameras. 

Details dazu und weitere Fotos gibt es hier: M-Files, Teil 5

Man beachte die Reflexe in den Skulpturen und am Riesenrad im Hintergrund: Exzellente Schärfe und keine chromatischen Aberrationen. Das ist schon sehr, sehr gut. Zeiss Biogon 25/2.8 ZM an Leica SL.

Was sollte man noch wissen? Ich habe gute Erfahrungen mit der mechanischen Qualität der Zeiss-ZM-Objektive gemacht, es gilt aber auch hier das für das 35er Gesagte: Der Fokusring kann zuerst viel, dann zu viel und dann unerträglich viel Spiel entwickeln. Der 25er Aufstecksucher von Zeiss ist teuer, den älteren 24er von Leica bekommt man bisweilen günstiger. Bei den Streulichtblenden gibt es gleich zwei: eine ist rund und passt auch auf das 28er ZM, die andere ist eckig und auch für die beiden 21er von Zeiss geeignet, ihr Nutzen ist beschränkt. Die Filtergröße 46 ist Standard.

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Alternativen zum Zeiss Biogon 25/2.8 (links) sind rar. Die 24er von Leica (Elmar 3.8 oder Elmarit 2.8) sind beide ausgezeichnet, werden aber beide nicht mehr hergestellt.

Gibt es Alternativen? Obwohl an der SLR so beliebt, hat sich die 24er Brennweite an der Messsucherkamera nicht so recht durchgesetzt. Verständlich – das 28er ist komfortabler mit dem Messsucher zu nutzen, und wenn man schon das Gefummel mit einem Aufstecksucher in Kauf nimmt, neigt man eher zum 21er als „richtigem“ Superweitwinkel. Voigtländer hatte früher mal ein 25er Skopar im Programm (mit und ohne Kupplung für den Entfernungsmesser, darauf sollte man achten). Ansonsten teuer von Leica, aber das 24/2.8 ist schon viele Jahre und das 24/3.8 nun auch schon länger eingestellt.

Platz 2: Voigtländer Nokton Classic 35mm F1.4 II MC

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So klein wie die frühen 35er Summiluxe und ein ebenso günstiges wie gutes Allround-Objektiv für die Messsucherkamera: Voigtländer Nokton 35/1.4, hier in der verbesserten zweiten Version.

Achtung. Ein lichtstarkes 35er erlaubt ein schönes Spiel mit der Tiefenschärfe. Darum ist das Bokeh, obschon Geschmackssache, keineswegs egal. Kodak ProImage100.

Was macht das Objektiv empfehlenswert? Ganz allgemein finde ich, dass niemand, der mit einer Messsucherkamera fotografiert, auf ein lichtstarkes 35er verzichten sollte. Es ist maximal vielseitig – man kann es drinnen und draußen einsetzen, in der Stadt und in der Natur, für Portraits mit Umgebung und Reportagen. Das Nokton Classic 35/1.4 II von Voigtländer bietet dafür eine sehr ordentliche optische Leistung: Die Schärfe ist ab Blende 4 prima, die Verzeichnung ist tolerabel, mit Streulicht gibt’s kaum Probleme. All das kommt gut verarbeitet in wunderbar handlicher Form und zu einem günstigen Preis. Perfekt ist das Objektiv sicher nicht, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis ist super. Und: Das Objektiv hat eine wirklich einmalige Handschrift.

Wo liegen die Schwächen? Wenn ein Objektiv einzigartig zeichnet, kann man das auch ganz grässlich finden. Hier wäre im Angebot: unruhig verwischte Unschärfebereiche, krasse Spitzlichter im Hintergrund, harsche Kontraste. Außerdem nur mäßige Schärfe schon knapp abseits der Bildmitte bei Offenblende. Die Version II soll ja eine Verbesserung darstellen. Mag sein, aber eine moderne, perfekte Optik ist es nicht geworden.

Mehr über das Objektiv und weitere Bilder gibt es hier: M-Files, Teil 2

Ein Objektiv mit Charakter: Zwiebelringe und Verwischung im Unschärfebereich, weiche Zeichnung bei offener Blende. Muss man nicht mögen, kann man aber! Voigtländer Nokton Classic 35/1.4 II an M262.

Was sollte man noch wissen? Die Gegenlichtblende (LH-6) muss man extra und für viel Geld kaufen. Sie ist trotzdem wichtig, weil sie den unangenehm chromglitzernden Montagering vorn am Objektiv abdeckt. Tipp: No-Name-Blende zum Einschrauben suchen, die gibt es auch mit Durchbruch für den Messsucher-Ausblick Das Nokton braucht 43er Filter, für die man sonst vielleicht keine Verwendung hat. Es gibt überdies verschiedene Versionen des Nokton 35/1.4. Generation I ist nicht gekennzeichnet, Generation II mit römischer Ziffer in der Frontgravur. Und dann gibt es auch noch die Wahl zwischen Einfach- (das ist das „vintage“) und Mehrfachvergütung. Letztere ist sinnvoller, denn schlechter aussehen lassen kann man ein Bild immer noch, notfalls einfach Plugins kaufen. (Sarkasmus aus).

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Ein lichtstarkes 35er ist fast ein Muss für die Messsucherkamera. Das Nokton 35/1.4 II von Voigtländer (links) ist eher von der speziellen Sorte. Alternativen sind das Distagon 35/1.4 von Zeiss und das Leica Summilux. Wer das eine gute Stück fürs Leben sucht, ist mit letzteren trotz des enorm hohen Preises auch sehr gut beraten.

Gibt es Alternativen? Von Zeiss gibt es mit M-Bajonettanschluss das Distagon 35/1.4. Es verfolgt eine fundamental andere Leitlinie. Das Distagon hat asphärische Linsen, floating element, Spezialglas. In Bauform und -größe, Bildwirkung, Schärfe, Auflösung, Korrektur ist das Distagon eine ganz andere Nummer, das haben mir schon erste Versuche gezeigt. Voigtländer hat auch ein Nokton 35/1.2 am Start, inzwischen schon in dritter Generation. Es ist viel größer und schwerer sowie deutlich teurer als das 1.4er; benutzt habe ich es noch nie. Ansonsten verweise ich auf Claus Sassenbergs Erfahrungen mit den beiden neueren 35/2.0-Objektiven von Voigtländer. 

 

 

Platz 1: Carl Zeiss Planar T* 2/50 ZM

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Einfach gut: Das Zeiss Planar ZM 50/2 ist ein Standardobjektiv im besten Sinne.

Die Bezeichnung Planar steht für hervorragende Schärfe – auch, aber nicht nur dank der Ebnung des Bildfelds. Das 50/2 von Zeiss mit M-Bajonett löst diesen Anspruch sehr gut ein.

Was macht das Objektiv empfehlenswert? Trotz meines Bekenntnisses zum 35er: Ich halte auch die klassische Normalbrennweite von 50 Millimetern für eine sehr gute Wahl. Der Bildwinkel ist etwas enger und zwingt zu einem bewussteren Arbeiten. Auch braucht man keine Extrem-Lichtstärke, um mit der Tiefenschärfe spielen zu können. Das Zeiss Planar 50/2 unterstützt dieses Bemühen ideal: Es ist scharf, zeichnet enorm kontrastreich und hat ein perfekt geebnetes Bildfeld. Streulicht ist auch kein Thema. Und das alles gleichermaßen für den analogen und den digitalen Gebrauch. Für Architektur oder Landschaft ist das Planar –bei einem maßvollen Preis – eine hervorragende Wahl.

Wo liegen die Schwächen? Die extrem hohe Kontrastleistung über die ganze Bildhöhe bringt es mit sich, dass Objekte auch außerhalb der Schärfeebene nicht so richtig weich wirken. Es gibt sicher 50er mit schönerem Bokeh, und das Planar ist nicht unbedingt ein Portraitobjektiv. Bei herausfordernderen Lichtverhältnissen können recht deutliche chromatische Aberrationen auftreten. Und noch was – die Zeiss-Frontdeckel für ZM-Objektive sind eine Katastrophe. Erst kriegt man sie kaum drauf, und dann halten sie nicht.

Auch ein hervorragendes Objektiv kann an seine Grenzen stoßen: Chromatische Aberrationen in den Zweigen gegen das gleißende Winterlicht. Zeiss Planar ZM 50/2 an M10.

Was sollte man noch wissen? Das übliche Programm bei vielen Zeiss-ZM-Objektiven: Die Streulichtblende ist sehr teuer – man braucht aber eher eine, da das Frontbajonett spiegeln kann; Filter haben die Leica-inkompatible Größe 43; der Fokusring kann lose werden bis hin zum bösen Wackeln. Raten würde ich zur silbernen Variante, da kann man deutlich besser die Skalen ablesen. Alles in allem aber ist das Planar ein „no brainer“, wenn man ein Normalobjektiv sucht, das auch im Preis-Leistungs-Verhältnis einen Standard setzt.

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Das Planar 50/2 von Zeiss (links) und drei Alternativen mit derselben Spezifikation: Konica M-Hexanon, Voigtländer Apo-Lanthar, Leica Summicon.

Gibt es Alternativen? Da denkt man natürlich ans Summicron aus dem Hause Leica. Das war schon immer ein Referenzobjektiv, was sich aber auch in den Gebrauchtpreisen selbst für ältere Generationen und schlechtere Zustände widerspiegelt. Das M-Hexanon 50/2 wirkt mechanisch so gut wie das Planar, und optisch liegt es nicht weit dahinter. Ansonsten gibt es von Zeiss das etwas teurere, super kompakte Sonnar 50/1.5, dessen schöneres Bokeh man sich dem Vernehmen nach mit kräftigem Focus Shift erkauft. Ein 50/1.5 hat auch Voigtländer zu bieten. Viel interessanter scheint mir als Alternative zum Planar aber das Voigtländer Apo Lanthar 50/2, das den Markt der 50er für M-Bajonett durcheinanderwirbeln könnte.

Und was ist mit…?

Moment mal, werden einige jetzt denken. In dieser komischen Hitparade ist ja gar kein 21er und kein 40er drin, kein Tele, kein Meilenstein wie eben das Sonnar 50/1.5! Nun, so wie man darüber diskutieren kann, ob eine Musik-Bestenliste ohne Abba, Beatles, Stones oder U2 überhaupt ernstzunehmen ist, so handelt es sich auch hier um eine Auswahl. Ja, das jüngste 15er von Voigtländer, das winzige 21/4.5 von Zeiss, das Konica 35/2, die hätten mich alle auch noch interessiert. Es ist noch so viel zu entdecken da draußen, da verbietet es sich nachgerade von selbst, sich zur Instanz aufschwingen zu wollen.

Alternativen von Leica

Zur Erinnerung – die M-Files beziehen sich ausdrücklich auf Kameras und Objektive, die nicht zum Leica-M-System gehören. Und es hat sich gezeigt: Wer sich für die Messsucherfotografie auf M-Bajonett-Basis interessiert, sollte ruhig mal links und rechts nach spannenden Optiken schauen. Dennoch sind natürlich auch Leica-Objektive fast immer eine gute Option. Während für manche wahnwitzige Sammlerpreise aufgerufen werden, gibt es doch auch noch einige andere Modelle zu ganz vernünftigen Konditionen.

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Was passt? Like-a-Leica oder original Leica? Jedes dieser vier Leica-Objektive ist ebenfalls empfehlenswert, und mit etwas Geduld sind noch erschwingliche Exemplare zu bekommen (von links): Elmarit -M 21/2.8 asph., Super-Angulon 21/3.4 (großartig für analog, ungeeignet für digital), Elmar-M 50/2.8 letzte Version, Elmarit-M 90/2.8.

Die Sache mit den 21ern

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Wer nur eine Brennweite unterhalb von 28 wählt, landet wahrscheinlich beim 21er. Zum Beispiel beim Zeiss Biogon 21/4.5 (super für Film, weniger für Digital), Voigtländer Color-Skopar 21/4 und das exzellente Zeiss Biogon 21/2.8.

In der Hitparade ist kein 21er drin, obwohl das eine großartige Brennweite für die Messsucherkamera ist. Für die „M-Files“ konnte ich, zum Teil durch großzügige Leihgaben von Gleichgesinnten, eine ganze Reihe von 21-Millimeter-Objektiven benutzen. Im Kapitel über die Minolta CLE (Teil 8) habe ich dazu etwas mehr geschrieben. Das Zeiss Biogon 21/2.8 wäre meine erste Empfehlung; wenn’s bei analog bleibt, ist auch das kleine und sehr günstige Voigtländer 21/4 ein guter Tipp. Summa summarum würde ich aber sagen: Wer ein phantastisches 21er sucht, das auf Film und Sensor exzellent abbildet, bleibt in diesem Fall einfach am besten bei Leica und nimmt das Super-Elmar 21/3.4.

Und noch ein Wort zu den Teles

Wie schon erwähnt, bin ich kein Fan von längeren Brennweiten an der Messsucherkamera. Denn man setzt sich mit ihnen in eine systemimmanente Falle: Je dringender man maximale Fokusgenauigkeit brauchen würde (zunehmende Brennweite), desto weniger bekommt man davon (gleichbleibende Messbasis). Für mich ist die Messsucherfotografie im Kern Weitwinkelfotografie, und wenn man sich mal das Programm der Hersteller ansieht, dann schätzen die den Markt offenbar genauso ein. Wenn’s aber ein Tipp für ein Tele sein soll – das Zeiss 85/4 ist super, das M-Rokkor 90/4 gut und günstig. Und das winzige Macro-Elmar 90/4 von Leica das vielleicht am meisten unterschätzte Objektiv in deren Programm.

So viele Möglichkeiten – ist das nicht toll?

So, das waren jetzt einfach meine Gedanken und die gesammelten Antworten auf mehrfach gestellte Fragen. Ich kann mich freilich irren, und wer nach dem Lesen zu einer anderen Schlussfolgerung kommt, liegt vielleicht mindestens genauso richtig. Also gerne via Kommentarfunktion in die Diskussion einsteigen und eigene Tipps teilen! Und sonst gilt: Soll jeder nach seiner Fasson selig werden. 

Eine große Auswahl und zugleich nur ein kleiner Ausschnitt aus der Vielfalt: Zu den schönsten Dingen am (Leica)-M-System gehört, dass man so viele Objektiv-Optionen hat. Manche sind erstaunlich günstig, andere kann man nur unter Luxus verbuchen.

Comments

  1. Jörg-Peter Rau
    15. Oktober 2021

    Leave a Reply

    Lieber Polarwolf,
    das freut mich. Ist immer toll, wenn die viele Arbeit auch für andere Menschen einen praktischen Nutzen hat. Dafür macht man’s ja. Zum Thema 50er könnte ich wohl bald einen Roman schreiben. Ich bin gernerell mehr der 35er-Typ, war aber erst neulich wieder unterwegs und habe mir ein 50er herbeigewünscht. Vielleicht habe ich mal die Gelegenheit, das Voigtländer Apo-Lanthar zu benutzen. Wenn einen die Größe nicht stört, könnte das ein echter Preis-Leistung-Knaller sein. Wobei ich das Planar in dieser Hinsicht schon auch ganz hervorragend finde.
    Also viel Spaß und empfiehl die M-Files gerne weiter. Sie sind für die Benutzer gedacht!
    Viele Größe, Jörg-Peter

  2. Polarwolf
    15. Oktober 2021

    Leave a Reply

    Vielen Dank für diese tolle Zusammenfassung!
    Auf der Suche nach einem 50mm-Objektiv hat mir Deine Zusammenstellung schon sehr gut geholfen, es freut mich auch, dass das oftmals vergessene Hexanon Erwähnung findet 🙂
    Die komplette M-Files-Serie ist sehr schön zu lesen und voller nützlicher Informationen als auch einem kritischen und doch nüchternem Blickwinkel geschrieben 🙂
    Weiter so!

  3. Jean-Claude HARDT
    12. Juli 2021

    Leave a Reply

    Sehr geehrter Herr Rau,

    Vielen Dank für die netten Worte.
    A propos „jenseits von Leica“: Ich hatte damals die Gelegenheit die Leica M6 mit der Zeiss ZM zu vergleichen: der Zeiss-Sucher war für mich um Längen besser, heller und der Messfleck für die Entfernungseinstellung klarer als bei der M6, das war für mich die Kaufentscheidung für die ZM.
    Ausserdem habe ich einige Voigtländer-Objektive, die qualitativ nicht ganz an Zeiss und Leica heranreichen (meine ganz persönliche Meinung, ich bin Schärfefanatiker), mir aber dennoch sehr gut gefallen und oft benutzt werden.

    Mit fotografischen Grüssen und allzeit „Gut Licht“,

    Jean-Claude Hardt.

  4. Jean-Claude HARDT
    7. Juli 2021

    Leave a Reply

    Sehr geehrter Herr Rau,

    Ich bin heute durch Zufall auf diese Internetseite gestossen, und finde sie sehr interessant!
    Vielen Dank für die hochinteressanten M-Files.
    Ich fotografiere mit Minolta CLE und Zeiss Ikon ZM. Ich hatte mir damals die ZM neu gekauft, kurz vor einer 2-wöchigen Islandreise, und wollte eine 2.Sucherkamera mit M-Bajonett als „Ersatzkamera“ dabeihaben, falls die Zeiss nicht mehr funktionieren würde. Da habe ich ein sehr schönes und voll funktionsfähiges CLE-Gehäuse gebraucht in Köln gekauft, und da kein 40mm-Rokkor zu haben war, kaufte ich ein Voigtländer 1,4/40mm neu dazu.

    Mittlerweile fotografiere ich lieber mit der CLE als mit der ZM, aber der Sucher der ZM ist tatsächlich unschlagbar gut, auch für mich als Brillenträger.
    Als Tele habe ich mir das 90mm/2,5 Summarit von Leica neu dazu gekauft, da gebraucht damals kein 90er mit M-Bajonett zu finden war. Ich habe von 21mm bis 90mm den gesamten Brennweitenbereich abgedeckt, aber das 40mm an der CLE ist mittlerweile zu meinem Allroundobjektiv geworden, selten wechsle ich jetzt noch die Objektive an den beiden Kameras. Die Zeiss-Objektive sind für mich einfach die beste Wahl wenn es um Dias geht, hoher Kontrast und knackige Schärfe sind in der Projektion einfach ein Genuss, speziell bei der Verwendung von Fuji Velvia 50! Leider fällt hier aber die Vignettierung in den Ecken noch mehr auf, das einzige was mich an den Zeiss-Objektiven stört…
    Mit freundlichen Grüssen,
    Jean-Claude Hardt.

    • Jörg-Peter Rau
      11. Juli 2021

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      Lieber Jean-Claude Hardt, vielen Dank für die nette Rückmeldung. Zeiss Ikon und Minolta CLE gehören zweifellos zu den besten Messsucherkameras und müssen in vielerlei Hinsicht den Vergleich mit Leica nicht scheuen. Ich hoffe, dass die „M-Files“ den Blick auch auf solche weniger bekannte Kameras lenkt. Gleiches gilt für Objektive, wo es auch jenseits von Leica Spannendes zu entdecken gilt. Ihnen jedenfalls noch sehr viel Freude an Ihrer Ausrüstung und vor allem beim Fotografieren selbst! Ihr Jörg-Peter Rau

  5. Ingo Reinhardt
    22. Mai 2021

    Leave a Reply

    Lieber Jörg-Peter,

    Sie erinnern mich an den Vater der Feldforschung Bronislaw Malinowski. Mit der Forderung Malinowskis sich entgegen der zu seiner Zeit verbreiteten “Lehrstuhl-Forschung” zu stellen.

    Der funktionalistische Ansatz Malinowskis findet folglich in der Methode der teilnehmenden Beobachtung zum Ausdruck und wird von ihm später zu einer allgemeinen Kulturtheorie ausgebaut. In Analogie haben Sie in den M-Files die Methode einer teilnehmenden Beobachtung durchgeführt und zu einer allgemeinen Kultur der Messsuchertheorie weiter ausgebaut und sich nicht in MTF-Diagrammen, Passfehler asphärischer Linsen, Lens performance Curves etc. in der Messsucherwelt von Doc Sassenberg ausgetobt.

    Einige Anmerkungen von meiner Seite:

    Das Voigtländer 4/21 mm ist an der M6, M8 hervorragend und an der M9, M10 nicht einsetzbar.
    Das Voigtländer 2,5/35mm Color Skopar an der M6, M8, M9 hervorragend und übertrifft das Summicron III 1969-1979 2/35mm. Siehe auch E. Puts.
    Das Zeiss 2,8/25mm ist an der M6, M8, M9, M10 überirdisch
    TTartisan 1,4/50mm an der M6, M8, M9 besser als das Summilux II 1,4/50mm von 1962-2004

    Liebe Grüße aus Graz

    Ingo Reinhardt

    • Jörg-Peter
      22. Mai 2021

      Leave a Reply

      Hallo Ingo,
      so viel wissenschaftliche Überlegung war ehrlich gesagt gar nicht drin. Ich bin einfach dazu übergegangen, Objektive in einer normalen Nutzung zu beurteilen und das mit einem einigermaßen strukturierten Vorgehen. Dafür sind sie ja auch hergestellt worden. Da sehe ich übrigens auch als ein Prinzip dieser Seite, deshalb habe ich meine Arbeit hier zur Veröffentlichung angeboten. Claus Sassenberg verfolgt da in meinen Augen eine ganz ähnliche Idee wie ich. Zu den einzelnen Objektiven gibt es in den verschiedenen Kapiteln der „M-Files“ detaillierte Einschätzungen mit Bildbeispielen. Danach scheint mir das Voigtländer 21/4 an der M10 gut einsetzbar, an älteren vollformatigen digitalen M-Kameras dagegen nicht. Die M10 scheint generell eine ganz gute Wahl Nicht-Leica-Optiken zu sein. Das Zeiss 21/4.5 ist an ihr zumindest brauchbar (anders als an der M240), vom Zeiss 18/4 an der M10 höre ich Gutes (am Vorgängermodell war es ebenfalls nicht überzeugend).
      Viele Grüße, Jörg-Peter

  6. Jörg-Peter
    16. Mai 2021

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    Vielen Dank, Philipp!

    Freut mich, wenn Du einen Nutzen in den „M-Files“ gefunden hast. Bei den 21ern weiß ich jetzt nicht ganz genau, welches Du meinst. Das 21/4 VM ist günstig und winzig, aber nur für analog uneingeschränkt empfehlenswert. Beim Zeiss 21/4.5 scheint es ähnlich zu sein. Das mit den Gegenlichtblenden hatte ich in einer der Folgen mal erwähnt. Und ja, schau Dir das Planar nochmals an. Vielleicht kommst Du aber zu einer anderen Schlussfolgerung wie ich.

    Generell ist es mit der Verewendung an der Digitalkamera immer so eine Sache. Es hängt zum einen stark von den Erwartungen der Benutzer ab. Zum anderen von der Kamera (genauer: Sensor, Sensoraufbau, Deckgläser usw.): An der M10 können die Ergebnisse sehr, sehr anders aussehen als an einer M240. Nochmals anders ist es bei SL oder Sony-Kameras. Und es hat drittens etwas mit dem Motiv selbst zu tun, glaube ich. Ein bewölkter Himmel mit sehr gleichmäßiger Beleuchtung scheint mir die Farbverschiebungen am meisten zutage treten zu lassen.
    Weniger knifflig als mit Farbverschiebungen ist es mit der Schärfe. Aber auch da muss ich etwas einschränken: Der Schärfeeindruck ist bei knackigem Licht ja grundsätzlich besser. Das führt in meinen Augen zu so unterschiedlichen Wahrnehmungen beispielsweise beim ZM 18/4. Da hilft nur: Selbst ausprobieren!

    Viele Grüße und viel Spaß! Jörg-Peter

  7. Philipp
    16. Mai 2021

    Leave a Reply

    Hallo Jörg-Peter,
    Vielen Dank für die Feldarbeit und die vielen-vielen Hinweise. Mir gefällt auch die Herangehensweise zur Rangfolge, das ist gut, nachvollziehbar und jeweils gut begründet. Auch die Sicht zum Plagiat teile ich vollumfänglich, VL zeigt ja wie man tolle Linsen zu vertretbaren Preisen liefern kann. Aus meiner persönlichen Erfahrung ein Hinweis zum 21er, das schien mir digital nicht zu funktionieren, das leider teurere 21/3.5 erschien mir deutlich besser. Ich blieb dann bei ihm. Übrigens, Deine beiden Highlights teilen sich Gewindedurchmesser und Gegenlichtblende…nach Deinen Ausführungen zum Zeiss Planar werde ich mir das doch noch einmal ansehen, wollte es eigentlich verkaufen (weil an meiner CL bereits 75).
    Einen schönen Sonntag
    Philipp

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