Ein Objektiv, eine Brennweite: Einfachheit und Schlichtheit sind charakteristische Merkmale des Leica M-Systems. Eigentlich. Denn zwei Leica Tri-Elmar-Objektive sind mit 16/18/21 Millimetern bzw. 28/35/50 Millimetern anders. Schauen wir uns diese und zwei weitere Objektive mit verstellbarer Brennweite an, die Leica nie auf den Markt gebracht hat.

Eine Auktion vor einiger Zeit erinnerte nicht nur daran, dass die Fangemeinde auch mit einem dritten Objektiv mit variabler Brennweite bedient werden sollte. Sondern auch an die beiden durchaus ja etwas exotischen Tri-Elmar-Konstruktionen. Das verklopfte 28-75/3,4-5,6 Vario-Elmar-M wurde angeblich in nur drei Prototypen gebaut und erzielte bei der Leitz-Auktion Nr. 37 eine unglaubliche Summe: fast eine Viertelmillion Euro!

Produktfoto Leica Tri-Elmar 1:4/16-18-21 ASPH (WATE) an Leica M10 Monochrom mit Visoflex EVF
An einer anspruchsvollen Kamera getestet – und für gut befunden: Das Leica Tri-Elmar 16-18-21 an der Leica M10 Monochrom. Bei hellem Licht, wie an diesem Wintertag, ist der elektronische Aufstecksucher fast schon Pflicht, denn da geht übers Display nicht mehr viel.

Ja, man kann in der M-Welt Augenblicke atemlosen Staunens erleben. Wenn man das perfekte Bild sieht und die Kamera zum Auge nimmt… oder feststellt, dass man gerade keine Kamera dabei hat. Wenn man seine Dateien oder Abzüge durchsieht und entdeckt, dass ein Bild etwas Besonderes hat, man bisher übersah. All das hat etwas Magisches.

Manchen aber läuft auch ein Schauer über den Rücken, wenn sie aus reiner Neugierde Auktionsergebnisse durchstöbern. So erging es mir, als ich feststellte, dass a) Leica offensichtlich wirklich ein Zoomobjektiv für das M-System bis ins Stadium möglicher Produktion gebracht hat; und dass b) von den angeblich drei existierenden Prototypen einer zum Schnäppchenpreis von 240.000 Euro verkauft wurde (https://www.leitz-auction.com/auction/en/auktion34/auction37/article/227.html). Das ist das Achtfache des Startpreises und das Dreifache der Schätzung. Oder eine Summe, die nur sehr, sehr, sehr wenige Menschen überhaupt für etwas ausgeben können. Geschweige denn für ein Objektiv.

Beispielfoto, gemacht mit Leica Tri-Elmar 28-35-50 für das M-System (MATE)
Ein toller Reisebegleiter: Das Leica MATE aka Tri-Elmar 35-50-28 (um es einmal in der Reihenfolge der Brennweitenumschaltung zu schreiben) ist praktisch, wenn die Tasche klein sein soll. Zum Beispiel beim Wandern, wie hier in den österreichischen Alpen. Der schöne Gipfel in der Bildmitte ist die Zimba. Leica Tri-Elmar 28-35-50 @35, Leica M262.
Beispielfoto, gemacht mit Leica Tri-Elmar 16-18-21 für das M-System (WATE)
Ebenfalls super für unterwegs geeignet: Das Leica WATE alias Tri-Elmar 16-18-21 ist sowohl in Innenräumen als auch in engen Stadtszenen hilfreich. Hier in Lecce, Süditalien. Leica Tri-Elmar 16-18-21 @18, Leica M10.

Leica Tri-Elmar: Ein paar allgemeine Gedanken vorab

Produktfoto Leica Tri-Elmar 1:4/16-18-21 ASPH (WATE) und Leica Tri-Elmar 1:4/28-35-50 (MATE)
Zwei einzigartige Objektive: Die Tri-Elmare 28-35-50 (links) und 16-18-21 (rechts) waren die einzigen M-Objektive mit variabler Brennweite, die Leica jemals auf den Markt brachte.

Im Jahr 2016 gab’s irgendwie nicht so viel Gerede über den Vario-Elmar

Das Vario-Elmar-Objektiv tauchte bereits 2016 in einem Forum auf, als ein Leica-Beta-Tester mit kaum verhohlenem Stolz seine Existenz durchsickern ließ, aber das vorgestellte VARIO-ELMAR-M 1:3,5-5,6/28-75 ASPH. stieß weder in den Leserkommentaren noch durch Backlinks zu anderen Foren auf großes Interesse (https://www.dpreview.com/forums/thread/4052244#forum-post-58320077).

Vielleicht war einfach die schwachbrüstige 5,6er Blende am langen Ende für alle Bokeh-Fans unattraktiv. Oder die Idee eines stufenlosen Zoom-Mechanismus überzeugte nicht, weil man dafür Live-View benötigt, und erst die damals noch gar nicht erschienene M10 als erstes M-Gehäuse überhaupt eine akzeptable EVF-Leistung bringen sollte. Oder die damaligen Leser hatten (wie wir heute wissen, berechtigte) Zweifel, ob das Objektiv es wirklich jemals in die Serienproduktion schaffen würde. 

Zwei Leica Tri-Elmar Objektive mit variabler Brennweite wurden tatsächlich gebaut

Das spektakuläre Auktionsergebnis des Vario-Elmar (ich werde nicht weiter auf dieses Objektiv eingehen, dafür weiß ich einfach zu wenig darüber) wirft jedoch ein interessantes Licht auf zwei recht ähnliche Objektive, die Leica tatsächlich hergestellt hat bzw. noch anbietet. Es handelt sich um das Leica MATE (medium angle Tri-Elmar) und das WATE (wide angle Tri-Elmar), zwei Akronyme, die inzwischen ziemlich gängig sind und die ich in der Folge ebenfalls verwenden werde.

Das eine ist das aktuelle Tri-Elmar-M 1:4/16-18-21 ASPH., das 2006 eingeführt wurde und seither unverändert geblieben ist, also das WATE. Das andere ist das Tri-Elmar-M 1:4/28-35-50 ASPH., das nur von 1998 bis 2007 in Produktion war und in dieser kurzen Zeit nicht weniger als zweilmal überarbeitet wurde. Das ist das MATE. Hin und wieder gab es schon Gerüchte, dass der MATE einen Nachfolger bekommen könnte. Das oben erwähnte Vario-Elmar sollte dieses Objektiv dann aber jedenfalls nicht werden.


Leica Tri-Elmar Objektive: Mechanik und Handhabung 

Produktfoto Leica Tri-Elmar Leica Tri-Elmar 1:4/28-35-50 (MATE) an Leica M (Typ 262) Gehäuse
Eine Kamera, ein Objektiv, unbegrenzte Möglichkeiten: Die Leica M (Typ 262) passt sehr gut zum Tri-Elmar 28-35-50 (bzw. andersrum), für das Tri-Elmar 16-18-21 ist sie wegen des fehlenden Live-View dagegen nicht zu empfehlen.

Präzisionsmechanik, wie sie im Buche steht

Ich konnte sowohl mit dem Leica MATE als auch mit dem WATE arbeiten, und darauf stützt sich dieser Bericht. MTF-Kurven und Laboraufnahmen gibt’s sicher woanders. Was die Tri-Elmare gemeinsam haben, ist die hervorragende Fertigungsqualität; die Haptik ist einfach beeindruckend. Das MATE hat als Besonderheit eine sehr ausgeklügelte Mechanik, die je nach gewählter Brennweite die 28-, 35- und 50-Millimeter-Rahmenlinien erscheinen lässt. Das WATE hat derlei nicht zu bieten. Warum aber auch? Es gibt keine M-Leicas mit 21er, 18er oder 16er Bildfeldrahmen. Also ist mal bei der Bildgestaltung auf Live-View oder einen externen Sucher angewiesen, während das Fotografieren mit der MATE sehr organisch vonstatten geht. So oder so, Das Leica MATE und das WATE sind sehr bemerkenswerte Objektive.

Das MATE Tri-Elmar: Einfach ansetzen und losfotografieren

Das MATE ist angenehm zu bedienen, und man gewöhnt sich sehr schnell daran, dass die 50-Millimeter-Position recht unkonventionell in der Mitte sitzt. Es ist eben kein klassisches Zoomobjektiv. Ich empfinde es als universelles Messsucherobjektiv mit der 50-Millimeter-Standardbrennweite in Mittelstellung und einer moderaten Erweiterung des Bildwinkels (35) zur einen und einer markanten Erweiterung (28) zur anderen Seite. 

Vor diesem Hintergrund ist die Bedienung der MATE sehr intuitiv. Ausschnittwahl und Fokussieren kann bei fast allen neueren M-Kameras gleichzeitig mit dem Einstellen der Belichtung erfolgen. Die M4-P und die M-A sind die einzigen M-Gehäuse mit 28-Millimeter-Rahmenlinien, aber ohne eingebauten Belichtungsmesser. M3, M2 und M4 dagegen bieten weder Belichtungsmessung noch 28-Millimeter-Rahmenlinien; dasselbe gilt für die M-Gehäuse mit 0,85er-Suchervergrößerung (M6, M7, MP).

Der Einsatz des MATE ergibt an diesen Kameras kaum Sinn. In der digitalen Welt ist bei der M9, M240, der M10 und der M11 alles in Ordnung. Mit einer Ausnahme: In allen Positionen verdeckt das Objektiv das Sucherbild in einem dramatischen (bei 28 Millimetern) oder geringeren (bei 50) Ausmaß. Die an sich sehr schöne, durchbrochene Gegenlichtblende macht es leider noch ein bisschen schlimmer. 

Produktfoto zeigt Blick durch den Sucher der digitalen Messsucherkamera Leica M (Typ 262) mit angesetztem Objektiv Leica Tri-Elmar 1:4/28-35-50 (MATE)
Was sich im unteren rechten Teil Ihres Bildes befindet, muss man wohl erraten. Ein Blick durch den Sucher der M 262 mit dem MATE auf minimaler Entfernungseinstellung (übrigens nur 1 Meter).

Übrigens – wer ein MATE in Betracht zieht, sollte bedenken, dass es drei Versionen gibt. Die erste Version hat ein Gewinde für E55-Filter und eine andere Gegenlichtblende (die gleiche wie beim 24/2.8 ASPH.) als die beiden späteren (E49). Diese wurden laut verschiedenen Quellen wie hier im Leica Forum mechanisch überarbeitet. Je später, desto besser, scheint es; allerdings habe ich gehört, dass Ersatz-Gegenlichtblenden für die letzte Version besonders schwer zu finden seien. Am besten also nach einem Objektiv Ausschau halten, bei dem die Blende gleich mit dabei ist.

Beim WATE geht’s nur mit externem Sucher oder Live View

Die WATE hat die gleiche hervorragende Haptik, aber die allgemeine Ergonomie ist nicht so gut wie die der MATE. Denn für den analogen Einsatz braucht’s auf jeden Fall einen externen Sucher. Es gibt zum Beispiel den massiven Universal-Weitwinkelsucher (manche nennen ihn in Anspielung auf Mary Shelley Frankenfinder), der häufig zusammen mit dem WATE verkauft wurde. 

Produktfoto Leica Tri-Elmar 1:4/16-18-21 ASPH (WATE)an Leica M6 mit Universal-Weitwinkelsucher ("Frankenfinder")
Ist das WATE eine gute Wahl für eine analoge Leica? Mit dem Universal-Weitwinkelsucher aka Frankenfinder wird das Paket ziemlich sperrig. Ganz zu schweigen von der Ästhetik.

Dieser so genannte Universal-Weitwinkelsucher M sieht zwar tatsächlich aus wie ein Monster, ist aber mit seinen fünf Brennweiten (16, 18, 21, 24, 28) und den verschiedenen Entfernungen, die zur Korrektur der Parallaxe gewählt werden können, ein wahres Wunderwerk der Technik. Eingebaut ist sogar eine Wasserwaage, die Ihnen, den Horizont oder was auch sonst gerade auszurichten. Aber Obacht, dass gewählte Brennweite an Objektiv und Sucher tatsächlich übereinstimmen!

Produktfoto Leica Tri-Elmar 1:4/16-18-21 ASPH (WATE) an Leica M Monochrom (Typ 246) mit elektronischem Sucher
Bei einer digitalen M mit EVF-Anschluss ergibt das WATE in meinen Augen mehr Sinn. Hier an einer M Monochrom (Typ 246) mit aufgesetztem elektronischem Sucher. Für den Bildausschnitt ist er in Ordnung, und die Fokussierung ist bei so kurzen Brennweiten kein großes Problem.

Die Entfernungs- und Belichtungseinstellung erfolgt dann wie gewohnt über den Sucher der Kamera. Benötigt man einen Filter – zum Beispiel in der Schwarz-Weiß-Fotografie -, benötigt man einen Zubehörring für das WATE und kann dann E67-Filter adapieren. Dabei Vorsicht, dass nicht von hinten Streulicht einfällt. Denn der Filterhalter, Leica #14473, ist durchbrochen, sonst würde da der Messsucher nicht funktionieren.

Abschließend zu Mechanik und Handhabung: Beide Leica Tri-Elmar Objektive, das MATE wie auch das WATE, sind beeindruckendes Stück Technik. Wer die Gelegenheit hat, sollte sie mal ausprobieren, und sei es nur wegen ihrer Haptik.

Produktfoto Leica Tri-Elmar 1:4/16-18-21 ASPH (WATE) und Leica Tri-Elmar 1:4/28-35-50 (MATE)
Beeindruckende Ergebnisse feinmechanischer Kunst: Sowohl MATE und WATE sind Schmuckstücke.

Leica Tri-Elmar MATE, Optik: Ein bisschen in die Jahre gekommen

Produktfoto Leica Tri-Elmar Leica Tri-Elmar 1:4/28-35-50 (MATE)
Die Gravur E 49 zeigt, dass dieses Tri-Elmar 28-35-50 aus der zweiten oder dritten Serie stammt. Die früheren Modelle hatten ein E55-Filtergewinde. Angeblich ist die letzte Version dank einiger Veränderungen in Mechanik und Streulichtverhalten die beste.

Der vor einiger Zeit leider verstorbene Erwin Puts testete das MATE gegen viele zeitgenössische und ältere M-Objektive und kam zu dem Schluss, dass dieses Drei-Brennweiten-Objektiv besser als alle älteren 28-, 35- und 50-Millimeter-Objektive und mehr oder weniger auf dem gleichen Niveau wie die neuesten Leica-Primes sei. Ich habe keinen Grund, seine Aussage generell anzuzweifeln, aber im Jahr 2022 ist die Entwicklung von Objektiven doch nochmals vorangekommen. Zum Beispiel bei Schärfe und Mikrokontrast: Selbst wenn man die extrem leistungsstarken 35er und 50er Apo-Summicrone beiseite lässt, bin ich überzeugt, dass die aktuellen 28er Summicron- und Elmarit-Objektive das MATE übertreffen. Und ich denke, dass das 35 Summarit das MATE ebenfalls übertrifft. Ich habe mit beiden Objektiven fotografiert, aber keinen direkten Vergleich angestellt.

Produktfoto Leica Tri-Elmar Leica Tri-Elmar 1:4/28-35-50 (MATE)
Die Gegenlichtblende für die E49-Version des MATE ist besonders selten, also beim Kauf darauf achten. Dieses Objektiv wiegt mit Gegenlichtblende und beiden Deckeln 382 Gramm.

An kaum einem Objektiv ist eine 6-Bit-Codierung so sinnvoll wie beim MATE

Das MATE, das ich über einen längeren Zeitraum verwendet habe, hatte zunächst keine 6-Bit-Codierung, und ich habe nicht immer manuell ein Profil für die jeweils eingestellte Brennweise ausgewählt. Auf dieser Grundlage erscheint es etwas unfair, über Vignettierung und Farbverschiebungen zu diskutieren (für Details zu letzterem Phänomen und aus vielen anderen Gründen empfehle ich unbedingt ein Abonnement der hervorragenden Website von Sean Reid). Ohne elektronische Korrektur dieser beiden Phänomene zeigt das MATE eine gewisse Vignettierung – und zwar vor allem in der 35-Millimeter-Position, was mich überrascht hat. 

Wenn man das Korrekturprofil manuell auswählt, sind die Probleme gelöst, aber das umständlich, und genau das wollen wir Messsucher-Fotografen ja gar nicht. Man muss das Profil jedes Mal ändern, wenn man eine neue Brennweite auswählt. Mein Tipp also: Gleich nach einer codierten Version suchen oder es zum Codieren einsenden. Anschließend wird die Information über die aktuell gewählte Brennweite automatisch für das Korrekturprofil verwendet (genial!).

Im Gegenlicht leistet sich das MATE dann doch ein paar Schwächen

Die MATE hat Streulicht und verzwickte Beleuchtungssituationen eigentlich ganz gut im Griff. Aber hervorragend ist es in dieser Hinsicht nicht. Ich habe es immer wieder an seine Grenzen gebracht, auch bei konsequenter Nutzung der Streulichtblende. Die Tatsache, dass die Frontlinse recht tief im Tubus sitzt, hilft aber zumindest, unerwünschte Reflexe zu vermeiden. Angeblich schlägt sich die jüngste Version des MATE bei Gegen- und Streulicht noch am besten. 

Beispielfoto, gemacht mit Leica Tri-Elmar 28-35-50 für das M-System (MATE)
Was für ein Moment. San Sabino, Bari. Leica Tri-Elmar 28-35-50 @28 an M10

Leica Tri-Elmar 28-35-50 – das Fazit zum MATE: Nice to have, nice to use

Alles in allem ist die MATE super komfortabel in der Handhabung, und man sehr gute Bilder damit machen. Wir alle wissen, dass das Material dabei eine geringere Rolle für das Ergebnis spielt, als uns die Industrie immer wieder erzählt. Im Falle des MATE bedeutet das, dass man mit anderen Objektiven mindestens genauso gerne gut arbeiten kann. Ein wichtiger Grund, dieses Objektiv zu besitzen, ist also sicherlich seine besondere Stellung in der Ahnenreihe der Leica M-Objektive. Es ist einfach schön, so ein Meilenstein-Produkt zu besitzen, oder?

Produktfoto Leica Tri-Elmar 1:4/16-18-21 ASPH (WATE) und Leica Tri-Elmar 1:4/28-35-50 (MATE)
Schon diese Schärfentiefeskalen, einfach wunderbar. Das WATE fokussiert übrigens bis auf 0,5 Meter mit einem spürbaren Klick an der 0,7-Meter-Entfernungsmessergrenze. Hyperfokal geht es runter bis auf 0,35 Meter.

Leica Tri-Elmar WATE, Optik: Attraktiv mit einigen Abstrichen

Produktfoto Leica Tri-Elmar 1:4/16-18-21 ASPH (WATE)
Ein weiteres großartiges Stück Technik: Das Leica Tri-Elmar 16-18-21 ist klein für seine Leistung und mit 331 Gramm inklusive Gegenlichtblende und beiden Deckeln recht leicht.

Vorweg: Die mit dem WATE aufgenommenen Bilder sehen super aus (der Rest liegt bei denen, die es benutzen, und die Bildkomposition mit einem Ultraweitwinkel ist nicht trivial). Die Schärfe ist bei allen Brennweiten ab Offenblende gut, mit einem gewissen Abfall zu den (Vollformat-) Ecken hin. Der gute Schärfeeindruck ist dabei vor allem auf den sehr hohen Mikrokontrast zurückzuführen: Mit dem WATE aufgenommene Bilder haben einen gewissen Pop, den ich erfreulich finde. 

Produktfoto Leica Tri-Elmar 1:4/16-18-21 ASPH (WATE)
Die Streulichtblende ist ein konstruktiver Bestandteil des WATE und sollte nicht entfernt werden, da die Frontlinse sonst sehr verletzlich hervorsteht.

Wer Pixelpeeping betreibt, wird feststellen, dass die Auflösung nicht immer mit den besten Leica-Festbrennweiten mithalten kann. Zum Beispiel ist das 21/3,4 Super-Elmar bei offener Blende viel besser als das WATE. Abgeblendet schwindet der Unterschied. Wenn also die Entwicklung eines Objektivs mit variabler Brennweite größere Kompromisse zu machen sind als bei einer Festbrennweiten, dann ist das WATE der Beweis dafür. Dennoch bleibt es ein Objektiv, das den Leica-Standards in jeder Hinsicht gerecht wird, und es gibt keinen vernünftigen Grund, das WATE aufgrund von Schärfe- oder Abbildungsproblemen abzulehnen.

With a little help from my… Algorithmen

Alle jemals produzierten WATEs sind 6-Bit-codiert. Das ist jetzt nicht überraschend, denn dieses Objektiv wurde zusammen ja 2006 mit der M8 eingeführt. An deren APS-H-Sensor ergibt das WATE ein Objektiv von ziemlich genau 21/24/28 Millimetern. Ich finde es schon bezeichnend, dass Leica weder Kosten noch Mühen gescheut hat, um dieses Objektiv gleich als vollwertiges Vollformat-Objektiv aufzusetzen. Man hatte sicherlich schon einen Vollformatsensor im Sinn und nicht in erster Linie die Analog-Kundschaft. Wie praktisch, dass Leica beiden Zielgruppen, digital und analog, den wichtigen 90-Grad-Blickwinkel (bei Vollformat 21 Millimeter Brennweite) bieten konnte. 

Das Korrekturprofil funktioniert sehr gut. Der einzige Nachteil ist, dass es gleich ihrer drei sind und man das passende für die jeweils eingestellte Brennweite manuell wählen muss. Ich habe mich als Kompromiss für das 18-Millimeter-Profil entschieden, die Ergebnisse sind zufriedenstellend. Wenn aber das WATE an einer digitalen M mit ausgeschalteter Objektiverkennung verwendet wird, sieht ist reichlich Vignettierung und Farbverschiebung zu sehen. Bei Verwendung auf Film ist’s nicht so schlimm, da Film weniger heikel ist, wenn die Lichtstrahlen in einem schrägen Winkel eintreffen. 

Gegenlicht und Co. steckt das WATE gut weg

Je größer der Bildwinkel, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit (oder, wie man’s nimmt, Gefahr), dass die Sonne im Bild ist oder – was oft schlimmer ist – reflektierende Objekte und andere Lichtquellen. Ein exzellentes Handling von Streulicht ist bei Weitwinkelobjektiven von also entscheidender Bedeutung, und zwar umso mehr, als Streulichtblenden zum Ansetzen allein aufgrund geometrischer Gesetze in ihrer Wirkung begrenzt sind. 

Apropos Streulichtblende – ich glaube, das WATE war das erste Leica M-Objektiv, das mit der heute üblichen, aufschraubbaren Streulichtblende kam. Das patentierte Gewinde sorgt dafür, dass sie immer in der richtigen Position ist: Gut gemacht, Leica! Ich finde die ausziehbaren Blenden an den neuen APO-Summicronen da nicht unbedingt als Fortschritt. 

Auf der gleichen Einschrauben-Prinzip beruht auch der optionale Filteradapter (E 67). Er ist durchbrochen, um die Funktion des optischen Entfernungsmessers sicherzustellen, denn das Objektiv ist ka vollständig gekoppelt. Der Nachteil dabei ist, dass Licht von hinten auf den Filter treffen kann, was selbst das beste Objektiv kaum verkraften kann. Wer also den Messsucher nicht braucht, kann das Problem mit einem präzise geschnittenen Ring aus schwarzem Karton oder Kunststoff lösen. Auf die Innenseite des Adapters angebracht, kann der viel Ärger ersparen.

Beispielfoto, gemacht mit Leica Tri-Elmar 16-18-21 für das M-System (WATE)
Macht weit, weiter, (fast) am weitesten. Bari, Lungomare. Leica Tri-Elmar 16-18-21 @18 an M10

Leica Tri-Elmar 16-18-21 – das Fazit zum WATE: Beeindruckend

Das WATE ist ein beeindruckendes Stück mechanischer und optischer Ingenieurskunst. Und es stellt eine sehr nützliche Ergänzung für diejenigen M-Nutzer dar, die es krass weitwinklig haben wollen. Auch dank der elektronischen Unterstützung ist die Bildqualität sehr gut und kann bei Abblenden nachgerade hervorragend sein. Und das WATE ist die einzige Option, wenn es ein echtes Leica-Objektiv mit 16 Millimeter sein soll. Wer sich dafür entscheidet, kann die eigenen kreativen Möglichkeiten beträchtlich erweitern. Neueinsteiger in die Ultraweitwinkelfotografie dürften sich sportlich herausgefordert fühlen.


Wie sinnvoll sind die Leica Tri-Elmar Objektive in der praktischen Nutzung? 

Produktfoto Leica Tri-Elmar 1:4/16-18-21 ASPH (WATE) in Benutzung an Leica M10 Monochrom mit Visoflex EVF
Im Praxistest: Die Arbeit mit dem WATE ist eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen ich gerne ein Stativ benutze. Es hilft enorm, den Horizont gerade zu halten.

MATE: Ein 28er und 35er braucht man selten gleichzeitig

Das MATE ist super, wenn man an Orten fotografiert, an denen ein Objektivwechsel nicht ratsam oder möglich ist (sandige oder staubige Umgebung, stürmisches Meer). Andererseits bin ich davon überzeugt, dass niemand ein 28er, ein 35er und ein 50er auf einmal braucht. Ein 50er und ein 28er reichen aus, oder ein 35er allein. Aber, klar, die zusätzliche Option schadet auch nicht. Ein Problem ist eher die geringe Ausgangsöffnung. Bei Blende 4 braucht man für Innenaufnahmen schon eine Kamera mit sehr guten Low-Light-Eigenschaften.  

Wenn das Gewicht eine Rolle spielt, ist ein Blick auf die Zahlen sinnvoll: Das MATE wiegt 382 Gramm (von mir gewogen, mit beiden Deckeln und Blende), während die sehr schöne Kombination aus Elmarit 2,8/28 ASPH und Summarit 2,4/50 auf kaum mehr kommt, 414 Gramm. Wer weitere 40 Gramm akzeptiert, kann sich statt des (ich betone erneut: vielfach unterschätzten) Summarit das 50er Summicron in die  Tasche packen. Sie gewinnen zwischen einer und zwei Blendenstufen, und das Kit mit zwei Objektiven kostet Sie nicht mehr als das sehr begehrte MATE. 

WATE: Reicht auch einfach ein 18er oder 21?

Das WATE ist die einzige Option auf die 16-Millimeter-Brennweite mit dem roten Punkt  (Voigtländer hat ein abermals verbessertes 15er – und ein verrücktes 10-Millimeter-Superweitwinkelobjektiv im Programm). Wie groß man die Spreizung zwischen 16 und 21 Millimetern empfindet, mag unterschiedlich sein. Wer nicht gerade ein leidenschaftlicher Ultraweitwinkel-Fotograf ist, braucht aber vielleicht nicht alle drei Optionen.

Produktfoto Leica Tri-Elmar 1:4/16-18-21 ASPH (WATE) mit 18-mm-Objektiven von Zeiss und Leica
Mehr als ein Kompromiss: Wer nicht alle drei Brennweiten des WATE braucht, könnte mit dem Zeiss Distagon 18/4 oder dem Leica Super-Elmar 18/3,8 (von links) sehr glücklich werden.

Leica Tri-Elmar 16-18-21, ein Traumpartner für die Pixii?

Anders ist es natürlich bei APS-C-Sensoren wie dem der Pixii: Hier ergibt das Äquivalent 24-28-32 durchaus Sinn, so wie es auch bei der M8 mit ihren APS-H-Sensor und Cropfaktor 1.33 seinerzeit ja auch der Fall war. Man brauchte da nicht einmal den Frankenfinder und konnte stattdessen den viel zierlicheren 21-24-28er Aufsteck-Spiegelsucher verwenden. Ich werde die Kombination aus WATE-Objektiv und Pixii-Kamera in meinem hoffentlich bald bevorstehenden Pixii-Test ausprobieren.

Wie wäre es stattdessen mit einer 18er oder 21er Festbrennweite?

Eine 18er oder 21er Festbrennweite mit einem der zierlichen und schönen externen Sucher könnte einfacher im Handlung sein als das WATE. Zeiss hatte das 18/4 im Programm, das ich in Teil 11 großen M-Files-Serievorgestellt habe. Leider ist es nicht mehr neu erhältlich. Auch Leicas Super-Elmar M 18/3,8 wurde, durchaus zu meiner Überraschung, vor einiger Zeit abgekündigt, während ich das immer noch erhältliche kleine, superscharfe und noch einigermaßen günstige Super-Elmar-M 21/3,4 nicht genug loben kann. 

Und doch: Die Leica Tri-Elmar Objektive sind einfach praktisch

Die Tri-Elmare mögen vielleicht etwas exotisch wirken, aber es handelt sich um Objektive, die in der Praxis einen hohen Wert haben. Natürlich kann man sie auch durch Festbrennweiten ersetzen, aber es ist unbestreitbar, dass die Tri-Elmare mehr Flexibilität und Tempo ermöglichen – sie haben in dieser Hinsicht einfach Zoom-Qualitäten. Zugleich zeigen sie nur wenige der zoomtypischen Kompromisse. Sie sind, um es noch einmal zu sagen, technische Wunderwerke (es heißt nicht umsonst, dass die Produktion des MATE eingestellt wurde, weil die Herstellungskosten zu hoch gewesen seien). 

Beide Objektive, das Leica Tri-Elmar 16-18-21 wie auch das Leica Tri-Elmar 28-35-50, sind es auf jeden Fall wert, von Leica-Liebhabern in Ehren gehalten zu werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass beide zu modernen Klassikern und begehrten Stücken für viele Sammlungen werden. Die Preise für das MATE sind bereits kräftig gestiegen, während das Angebot für das WATE derzeit noch gut zu sein scheint. Sollte es eines Tages eingestellt werden, dürften die Gebraucht-Preise anziehen (wie zuletzt bei den Summariten zu beobachten).

Ein Bi-Elmar 21/35… das wäre ein Knüller gewesen

Ich persönlich schätze diese beiden Objektive und habe gerne mit dem Leica MATE und WATE fotografiert – und ich blicke mit ein wenig Wehmut nach Wetzlar, weil Leica nie den Mut hatte, ein Bi-Elmar 21-35 mit einer Lichtstärke im Bereich von 3,5 auf den Markt zu bringen. Das hätte meine (und sicher nicht nur meine) Bedürfnisse an eine Ausrüstung für die Reise weitgehend erfüllt, vielelicht noch zusammen mit einem kleineren 90er. 

Produktfoto Leica Tri-Elmar 1:4/16-18-21 ASPH (WATE) und Leica Tri-Elmar 1:4/28-35-50 (MATE) sowie Konica M-Hexanon Dual 1:3.4-4/21-35
Die glorreichen Drei: Dies sind die einzigen drei Objektive mit mehreren Brennweiten, die meines Wissens jemals für das Leica M-Mount verkauft wurden (von links): Leica Tri-Elmar 16-18-21/4 APSH., Konica M-Hexanon Dual 21-35/3.4-4, und Leica Tri-Elmar 28-35-50/4 ASPH. in einem seltenen Gruppenbild.

Konica bot in den 2000er Jahren mit dem Hexanon-Dual genau solch ein M-Mount-Objektiv an, aber es wurden nicht viele davon hergestellt, und sie sind jetzt schwer zu finden; hier gibt es die M-Files-Folge dazu. Aber man weiß ja nie, vielleicht überrascht uns Leica ja noch einmal? Wenn es nach mir ginge, wäre diese Überraschung ein Objektiv, von dem nicht nur ein paar Prototypen gebaut werden (die ein paar Jahre später auf Auktionen absurde Preise erzielen), sondern ein serienproduziertes, praktisches Objektiv für die Messsucherfotografie. Genau wie es damals mit dem WATE und MATE in den Jahren 1998 und 2006 war.

Beispielfoto, gemacht mit Leica Tri-Elmar 16-18-21 für das M-System (WATE)
Verblüffendes WATE. Castel del Monte. Leica Tri-Elmar 16-18-21 @16 an Leica M10.
Beispielfoto, gemacht mit Leica Tri-Elmar 28-35-50 für das M-System (MATE)
Vielseitiges MATE. Grenzgebiet zwischen West-Berlin und der ehemaligen DDR. Leica Tri-Elmar 28-35-50 @35 an Leica M10
Beispielfoto, gemacht mit Konica M-Hexanon Dual 21-35
Visionäres Hexanon-Dual. Kriegsgräberstätte bei Meersburg, Bodensee. Konica M-Hexanon Dual 21-35 @21 an Leica M10

8 Kommentare

  1. Lieber Jörg-Peter Rau,
    vielen Dank für den schönen Bericht! Ich hatte mir im vergangenen April eines der späteren MATEs gekauft und es auf meiner M240-P bei Reisen in Meeresnähe (Karibik, Holland) und staubiger Umgebung (Usbekistan) gewinnbringend einsetzen können. Das Handling fand auch ich sehr gut, mit den Flares muss man lernen zurechtzukommen (ist aber gut möglich). Das Konica 3.5-4/21-35 mm würde mich prinzipiell auch reizen, aber dann hätte ich schon zwei Brennweiten doppelt (die 35 mm mit dem MATE und die 21 mm mit meinem kleinen und leichten Voigtländer 21 mm Color-Skopar 1/3.5, das für unterwegs auch sehr praktisch ist. Wie ist denn die optische Leistung des Konica bei 21 mm mit der des WATE einzuschätzen?
    Viele Grüße
    Frank

    • Jörg-Peter Rau

      Lieber Frank Thomas,

      tatsächlich sehe auch ich staubige und anderweitig für den Objektivwechsel ungeeignete Ort als optimales Einsatzgebiet für das MATE. Man kann tatsächlich ausgezeichnet mit ihm fotografieren, auch bei heftigem Gegenlicht. Live View oder ein elektronischer Siche ist da übrigens sehr nützlich…

      Ich habe keine Vergleichsaufnahmen Konica/Voigtländer, aber ich kann sagen, dass das 21/3.5 ein ausgezeichnetes Objektiv ist, und nimmt man die Kompaktheit und den Preis dazu, ist es einfach nur der Hammer (dazu hat Claus auch schon hier geschrieben, und in den M-Files werde ich diese Optik auch bald mal besprechen). Das Konica ist auch gut, ich würde aber das Voigtländer als besser einschätzen – ich habe beide benutzt, aber leider eben nie parallel. Nimmt man dann noch hinzu, dass das Konica nur schwer zur bekommen ist, wäre mein Rat, beim Voigtländer zu bleiben.

      Ich hoffe, das hilft ein wenig. Grüße, Jörg-Peter

  2. Moin, Joerg-Peter.
    Einen tollen Start in dieses noch ganz frische Jahr.
    Vielen Dank für diese Betrachtung zweier Leica-Exoten.
    Tatsächlich hatte ich mir, wenn auch halbherzig, Gedanken zum 16-18-21mm gemacht. Als Alternative zum SL 16-35mm.
    Aber wie Du bereits angemerkt hast: Weitwinkelfotografie ist nicht ohne. Da gibt es kaum wirklich ansprechende Resultate, weil dieses Genre gerne unterschätzt wird. Hauptsache alles mit aufs Bild. In der Summe dann in der Regel doppelt langweilig.

    Ich hatte mich letztendlich für das 21er Super Elmar entschieden, um Gebäude von innen und außen oder Straßenzüge aufzunehmen. Aber selbst damit muss man absolut die Ausrichtung und Proportionen im vorderen Bereich im Auge behalten. Ein vor dem Haus parkendes Auto wird da schnell mal breit und flach. Ein Bett wird endlos lang und ein Tisch utopisch breit. Bei zahlreichen Aufnahmen aber merke ich, dass ich sie genauso mit einem etwas veränderten Standort auch mit 28mm hinbekomme. Und da gebe ich Dir ein weiteres Mal Recht- das Super Elmar ist ein Traum. Dennoch wird es bei mir sehr selten eingesetzt.

    Wenn ich Dich aber richtig verstehe, hast Du sowohl das 21er wie auch das 16-18-21mm. In welchen Fällen würdest Du tatsächlich die Brennweite unter 21mm vermissen?

    • Jörg-Peter Rau

      Hallo Kai (ich müsste ja eigentlich ein donnerndes „Grüß Gott“ erwidern…)!

      Ja, die großen Bildwinkel haben ihre Tücken. Ich finde sie für Reportagen manchmal erforderlich, manchmal nützlich und bisweilen einfach auch ganz effektvoll. Wenn Menschen am Rand abgebildet sind, ist es besonders wichtig, ein sehr gut auskorrigiertes Objektiv zu haben. Für Innenaufnahmen kann so eine ganz kurze Brennweite auch ganz sinnvoll sein… am wenigsten aber für Landschaften, wenn man nicht sehr sorgfältig komponiert.

      Ich persönlich nutze das 21er sehr häufig und vermisse das 16-18-21 kaum. 16 oder 18 Millimeter fehlen mir allenfalls in sehr engen Innenräumen oder in ganz kompakten Szenen, wenn ich viel Vordergrund brauche (nicht bei Beitband-Panorama-Landschafts-Aufnahmen, wo die Beine meist noch immer das beste Zoom sind). Beim WATE kommt noch hinzu, dass man mit Orange-, Grau- oder anderen Filtern immer ein ziemliches Gefummel hat, das ist beim Super-Elmar dank gängigen 46er Filter so viel einfacher.

      Mein vom Brennweitenbereich her vielleicht nützlichstes Objektiv ist aber an der Panasonic das unkonventionelle 20-60, das im Kit mitgeliefert wurde. Ein preiswertes Teil, sicherlich stark von Software-Korrekturen abhängig, aber die Ergebnisse sind klasse. Kannst mal schauen, ich habe bei Macfilos dazu einen Text geschrieben.

      Grüße, Jörg-Peter

  3. Danke für den Bericht!!!! Ja…das WATE. Nach langem hin und her (WATE oder SEM) habe ich mir im November 2022 dann das WATE gegönnt, nachdem ich es vorher ausgiebig bei einem Leica-Workshop am Dachstein testen konnte. Beim Test war ich (mit meiner M11) sehr angetan! Das nagelneue WATE kam dann im November zu meinem Händler und bei den ersten Test-Shots war bis auf die Mitte nichts scharf zu bekommen…Unschärfe ausserhalb der Mitte und komplett verzerrt. Fazit: das Objektiv ging zurück an Leica, es war nach Rückmeldung von Leica völlig dezentriert und wird Stand heute immer noch „repariert“. Ich habe für die Zwischenzeit ein „Leihobjektiv Tri-Elmar“ aus Wetzlar – das ist prima und ich freue mich, mit dem Tri-Elmar zu fotografieren. Zwei Fragen muss man sich allerdings trotzdem stellen: Wie kann ein neues Objektiv dezentriert bei den hohen Qualitätsstandards produziert werden? Und wie hat das die „Quality assurance“ vor Auslieferung überstanden? So überzeugt ich von Leica bin (mein „Fuhrpark“ ist inzwischen beträchtlich groß) macht mich das doch etwas nachdenklich… Trotzdem: ich genieße es, mit dem Trinken-Elmar zu fotografieren (sowohl mit der M11 „Landscape“ als auch mit der M10M z.B Street…).

    • Jörg-Peter

      Lieber Frank Mühlhausen, vielen Dank für die Rückmeldung. Die Erfahrung mit dem WATE klingt ja nicht so toll, und leider ist der Leica-Kundendienst nicht immer schnell (aber nach meiner Erfahrung immer zuverlässig und gut). Auf die Fragen weiß ich natürlich auch keine Antwort, aber die waren ja wohl eher rhetorisch gemeint? Ich drücke jedenfalls die Daumen für künftige tolle Erlebnisse mit diesem ungewöhnlichen Objektiv. Grüße JP Rau

  4. Ich besitze ein MATE der ersten Generation, das ich vor zwei Jahren gebraucht erworben habe: in der Tat vor allem für Wanderungen, wofür es sich sehr gut eignet. Die optische Qualität ist sehr gut. Dagegen hatte ich wiederholt Probleme mit der Mechanik: Der 35mm Brennweitenbereich ließ sich nicht mehr ansteuern. Die Mechanik klemmte schlicht und einfach. Zweimal musste ich es nach Wetzlar einschicken. Das zweite Mal erfolgte die Reparatur aus Kulanz umsonst. Seitdem benutze ich es allerdings weniger. Also insgesamt ein gemischtes Resumé.

    • Jörg-Peter

      Lieber Tim Brandi, danke für den Kommentar. Ich glaube mal irgendwo gehört zu haben, dass die späteren MATEs auch mechanisch verbessert worden seien, kann mich aber nicht mehr ganz sicher erinnern. Als Wandergefährte ist es auf jeden Falle ein tolles Objektiv, und an den neueren digitalen M-Kameras ist ja so viel High-ISO-Reserve, dass man vielleicht auch mit Blende 4 auskommen kann. Ich hoffe, das MATE begleitet Sie noch lange und erlebt auch eine rege Nutzung! Grüße JP Rau

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