Leica 90mm

Eigentlich bin ich nicht so der Typ für lange Brennweiten oder Makro.

So, nachdem ich das nun hinter mir gelassen habe, muss ich zugeben, dass ich ab und zu mal ein bisschen Reichweite brauche.

Dazu kann man bei Landschaftsaufnahmen damit so schön komprimieren (dass es noch nicht so auffällt, wie bei wirklich langen Brennweiten, denn über 90mm kann ein DSLR-Nutzer natürlich nur müde lächeln…).

Nebenbei: Neulich las ich einen Beitrag auf LuLa, in dem der Autor aufforderte, man solle sich bei Landschaftsaufnahmen doch mal von den Weitwinkelobjektiven freimachen, mit denen die nur gemacht werden. Ich brauchte einen Moment, um zu verstehen, dass er nur von sich auf den Rest der Welt schloss, offenbar hatte er seit Jahren nur mit weiten Linsen fotografiert. Jedenfalls hängt bei mir die Wahl der Linse eindeutig von der Art des Motivs ab, und dazu zählt auch Landschaft. Mit meinem „alten“ 90er Summarit habe ich einige sehr schöne Keeper in der Hinsicht gemacht.

Das Neue Macro-Elmer 90mm habe ich nun seit Anfang des Jahres. Hauptgrund für die Kaufentscheidung waren die Masse des Objektivs: Eingefahren ist es etwa so gross wie das alte 50er Summicron, das kommt meinem krankhaften Verlangen nach  Kompaktheit der Ausrüstung überaus entgegen. Dazu hat es – surprise! – exzellente Abbildungseigenschaften.

Der Grund, dass ich mich überhaupt erinnerte, etwas über das Objektiv zu schreiben, war, dass ich jetzt endlich auch den Makro Adapter geliefert bekam. Typisch Leica – ein halbes Jahr Lieferzeit…

Erst wollte ich ihn zurückschicken (das Ding ist schweineteuer!), aber dann probierte ich ihn aus und fand doch die Möglichkeiten damit (auch im Gebrauch mit anderen Objektiven) sehr verlockend.

Dennoch – alle bisherigen Aufnahmen, die ich hier zeige, sind ohne den Adapter gemacht, man braucht ihn also nur bedingt.

Die Aufnahmen im Slider habe ich gemacht, als ich vor ein paar Tagen auf einen Reifenwechsel wartete. Meine kleine, bevorzugte Autowerkstatt ist nämlich am Rande Vlothos, die Farbe der Gerste schlägt gerade von grün nach gelb um, um diese Zeit sind die Felder besonders schön. Ein paar andere Bilder stammen aus dem Verlauf des Jahres. Ich denke, sie sprechen für sich, was Abbildungseigenschaften des Objektivs betrifft. Wer gerne wissen will, wie Objektiv und Adapter zusammen arbeiten, sollte sich diesen Artikel von Jono Slack durchlesen.

3 Kommentare

  1. Moin Claus.
    Nun sind wir zurück und könnten gleich wieder los.
    Vielen Dank für die Antwort. Die Entscheidung fällt tatsächlich schwer. Spannend wäre es zu sehen, wie sich das Summarit im Nahbereich verhält. Was ich nicht mehr nehmen würde, wäre der Zwischenring. Das ist wirklich mühsam. Ansonsten fordert die Leica ja generell zu sehr sauberem Arbeiten auf, für alles andere gibt es Sony:-)

    Lieber Gruß

    Kai

  2. Moin, Claus.
    Wenn ich Dich richtig verstehe, hast Du zwei 90mm Brennweiten, eben dieses herrliche Makro und das mit 2.4 Blende.
    Meine Frage, warum hast Du beide?
    Ich hatte mal das 90er Makro, idiotischer Weise hatte ich es wieder verkauft. Und so werde ich mir auf jeden FAll wieder eines zulegen. Ist nur die Frage, mit welchem man, abgesehen vom Preis, besser aufgestellt ist. Vor allem auch was die Schärfentiefe und das Bokeh betrifft.
    Ich danke Dir für Deine Mühe. In dieser Woche werde ich übrigens das Fotografische Museum Stockholm besuchen, soweit sind wir schon im Süden.
    Lieber Gruß

    Kai

    • Claus Sassenberg

      Hallo Kai,

      das 90er Summarit (noch das Alte, f/2.5) war mein erstes, einige Jahre später kaufte ich das Macro, weil es eingefahren so schnuckelig klein ist.
      Das Summarit ist hervorragend, eigentlich hätte ich das Macro nicht gebraucht. Vor einer M9 hat es den Vorteil, deutlich Lichtstärker zu sein. Im Lauf der Jahre hat es mir eine Menge Keeper beschert.

      Das Macro hat neben der Kompaktheit natürlich den Vorteil, näher zu fokussieren. Blende f/4 ist vor der M10 kein Problem. Es ist auf dem Papier optisch besser als das Summarit, das ist aber im „echten Leben“ irrelevant.

      Beides sind exzellente Porträt-Linsen mit reichlich Bokeh. Es ist klar, dass man das Summarit bei voller Öffnung im Bereich 3-15m sehr sorgfältig fokussieren muss. Aber mit dem Makro-Elmar darf man auch nicht schludern. Das bringt die Brennweite so mit sich. Der Messsucher sollte schon ordentlich justiert sein.

      Viele Grüße und weiterhin gute Reise,

      Claus

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