Leica Q2 + M10 beim Musical

Leica Q2 + M10 beim Musical

Kommentare

  
  1. AvatarHans Traut sagt:

    …hallo zusammen,
    also in letzter Zeit fotografiere ich Bühnentanz mit der M 10 mit Summilux 50 1,4 und dem Aufstecksucher.
    Das geht hervorragend und zwar mit -3EV Iso Auto und 1/250 Belichtung. – manchmal sogar 1/300!
    Blende immer auf 1,4. Das 50ger ist an der M 10 ideal, eigentlich wie früher mit meiner analogen M 6. Damals war eh
    das 50ger das einzige Objektiv als Standart. Im Vergleich zu Sony A7 mit 50ger hat die Leica damit einen etwas grösseren Bildwinkel – bei Sony Vollformat wirkt es ziemlich zoomig. Das Summilux 50 ergibt für mich an der Leica M 10 sowas wie einen goldenen Schnitt. Einfach edel und stellt alles was ich von anderen Vollformatkameras so sehe weit in den Schatten. Das wird oft als Pop oder 3D ? beschrieben, aber es ist noch mehr und mit Worten nicht zu beschreiben. Ich bearbeite gar nichts mit LR oder Capture One. Ich finde diese ganze Softwarebearbeitung eher als Marketingstrategie. Für mich reicht bei der oben beschriebenen Einstellung ein bisschen Aufhellen und natürlich öfter Änderung des Bildausschnittes.
    Ich hatte 3 Jahre auch eine Q, aber die 28 mm waren mir für Bühne zu weitwinkelig. Witziger Weise habe ich irgendwo in einem Test über die Q gelesen, dass sie eher ein 24 mm Objektiv hätte – aber dieser Eindruck kommt wohl davon, dass z. B. bei Sony a7 auch ein 28ger enger wirkt.
    Natürlich gehe ich zu einem Fototermin mit Tanz immer mit leichtem Unbehagen bei dem Gedanken da ohne Autofokus nur Ausschuss zu produzieren. aber ich stelle immer wieder fest, dass ich gedanklich viel intensiver an dem Geschehen auf der Bühne dabei bin, als mit einer Kamera mit rasantem Autofokus und die Bilder sind alle richtig. Autofkus ist irgendwie so: wird ja eh alles scharf und schon entgleitet mir die Aufmerksamkeit zum Hinschauen, die Bilder werden beliebig. In den letzten Jahren war bei sogenannten Testern ein wahrer Hype ausgebrochen, dass nur noch Kameras mit ultrarasantem Phasenfokus die Daseinsberechtigung in der Welt der Superfotografen hätten – ein gewaltiger Irrglaube. Da bekommt die M regelmässig Punktabzug – was für ein Nonsense!
    Die M 10 hat einen so hervorragenden Sensor – wirklich unglaublich.

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Ich bin in allem, was du sagst, ganz bei dir, weil es genau meinen Erfahrungen entspricht.

      Viele Kameratester haben null Vermögen, manuell halbwegs schnell zu fokussieren, darum nehmen sie an, es sei unmöglich. Sie können sich nicht vorstellen, dass jemand mit Geschick und Erfahrung selbst mit hauchdünner Tiefenschärfe klarkommt. Das ist zwar immer spannend und fordert einen nahezu körperlich, man hat hier und da Ausschuss, aber die Ergebnisse sind es wert!

      Seit die Q2 da ist, weiss ich den Sensor der M10 noch mehr zu schätzen. Dein Belichtungstipp trifft genau ins Schwarze für solche Verhältnisse. Einfach genial, wie man bei sehr prominenten Spitzenlichtern (Bühnenscheinwerfer, hell angestrahlte Hautpartien) die Belichtungskorrektur “gnadenlos” nach unten stellt und hinterher alles mit einem Zug am Helligkeitsregler in LR da ist!

      Das 50er Summilux ist wirklich eine Mega-Optik, und das kann man nicht einfach mit “Schärfe” beschreiben (daran mangelt es natürlich nicht). Für mich persönlich ist das 35er Summilux eine ideale Ergänzung, wenn ich mehr Bildwinkel brauche. Wie du muss ich passen, wenn ich die Bildwirkung in Worte fassen soll. Und was die Bildbearbeitung betrifft: Ich bin nach einigen Umwegen eigentlich auch an der Stelle gelandet, wo LR in erster Linie zur Archivierung dient. An den DNG’s werden bei mir mittlerweile nur die Tonwerte angepasst, das war’s. Oder mal ein Staubfleck entfernt…

      Die Q hat meines Erachtens in der Tat eine weitere Brennweite als 28mm, das hatte ich auch schon mal im Vergleich zum 28er Elmarit an der M10 gemerkt. Ich vermute, das dient dazu, die “SDC” (=”Software Distortion Correction”) auszugleichen, die Leica wegen der starken tonnenförmigen Verzerrung des 28 Summilux an der Q in die DNG’s einbaut. Sean Reid hat die DNG’S mal davon “gestrippt”, das Bildfeld ist sofort weiter, aber wehe, es waren gerade Linien in dem Bild!

      Weiterhin viel Erfolg mit der Bühnenfotografie, viele Grüße,

      Claus

  2. AvatarMichael Christ sagt:

    Lieber Herr Sassenberg, besten Dank für die spannenden Ausführungen.
    In Ihrer Antwort auf obigen Kommentar zur Belichtungskorrektur in der M10 bin ich hellhörig geworden und habe nochmals Ihre Texte zur Invarianz der M10/Leica Q gelesen. Obwohl Technikbegeistert (und die Physik schon zur Schulzeit liebend) musste ich an einzelnen Punkten ‚aussteigen‘.
    Mir ist bewusst, dass eine ettr Belichtung für ‚Standardsituationen‘ optimal ist, und wenn eine Belichtung mit ISO 200 mgl ist, umso besser für Dynamik und niedriges Rauschverhalten.

    Was ist aber Ihr ideales Vorgehen bei starken Kontrasten (zB Gegenlicht, oder Personen im Schnee – ich hatte bei letzterem ganz gruseliges Ausbrennen der Details mit meiner M10), oder bei der von Ihnen nun vorgestellten Fotografie von Veranstaltungen unter Löw light Bedingungen? In früheren Beiträgen von Ihnen (Veranstaltungen in Low Light) haben Sie zB auch ‚überbelichtet‘.
    Würde mich freuen, wenn Sie Ihre Strategie der Belichtung nochmals kurz ausführen können.
    Danke Ihnen wirklich sehr!
    Beste Grüsse
    Ihr Michael Christ (entwickle mit CaptureOne)

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Hallo Herr Christ,

      bei Fotografie im Schnee oder am Strand wird die Belichtungskorrektur nach oben geregelt, aber nur, weil der Belichtungsmesser der Kamera “zu dumm” ist, nämlich viel zu viel reflektiertes Licht mißt und die Fotos mit den entsprechenden Zeiten unterbelichtet sind. Das gilt schon seit der analogen Fotografie.

      Das gleiche gibt es auch umgekehrt, z.B. wenn Sie eine schwarze Lokomotive (bildfüllend) ablichten. Wie gesagt, beides hat nur etwas mit dem Belichtungsmesser zu tun, irgendwelche Sensoreigenschaften spielen keine Rolle.

      Natürlich gilt das nur, wenn helle oder dunkle Anteile einen erheblichen Bereich der Bildfläche ausmachen.

      Wenn Ihnen z.B im Schnee etwas “ausbrennt”, liegen auf jeden Fall besondere Kontrastsituationen vor, die Sie selbst erkennen müssen (Histogramm!).

      Bei Low-Light oder bei Gegenlicht wird (bei digitalen Kameras!) die Belichtungsmessung tendentiell nach unten korrigiert. Wie viel, das hängt davon ab, wie wichtig Ihnen die Highlights sind. Vielleicht “pfeifen” sie ja darauf, dann müssen Sie gar nichts machen. Beim Musical war das Mass aller Dinge, die Gesichter der Akteure im Dynamikbereich der Kamera zu halten (siehe Antwort auf Stefano Strampelli).
      Auch das würde ich bei jeder digitalen Kamera so einregeln. Aber bei einem invarianten Sensor hat man einfach mehr “Luft nach unten”.

      Ich hoffe, diese kurze Antwort bringt “Licht ins Dunkel”, noch ausführlicher würde den Rahmen der Kommentarleiste sprengen. Vielleicht schreibe ich mal ein Tutorial zu unterschiedlichen Belichtungs-Strategien mit analogen und digitalen Kameras.

      Viele Grüße,

      Claus

      • AvatarMichael Christ sagt:

        Besten Dank! Habe noch weiter quer gelesen. Insbesondere Ihr und der von Ihnen zitierte Beitrag von Foto-Schumacher zur Invarianz von Sensoren war sehr hilfreich. Was ich aber dort auch verstanden habe, dass die ‚Unterbelichtung’ von Schatten zu einer Begrenzung der Dynamik/ Farbe führt ….. und das kann bei starken Kontrasten im Schatten limitieren …
        Ja, ein ‚Tutorial‘ zur Belichtungsstrategie wäre sehr unterstützend. Ich selbst habe jedenfalls mitgenommen, dass man sein Handwerkszeug gut kennen muss und das 10 Zonensystem durchaus auch heute irgendwie ein Gültigkeit hat 🙂
        Besten Dank! Macht richtig Spaß! Ihr Michael Christ

  3. AvatarStefano Strampelli sagt:

    Sehr geehrter Herr Sassenberg,
    seit Juli letzten Jahres bin ich (glücklicher) Besitzer einer M10 und ziemlich früh bin ich auf Ihre Seite gestoßen, die ich sehr gelungen finde. Einen Beitrag hatte ich jedoch noch nicht geschrieben.
    In diesem Beitrag haben mich Ihre Einstellungen für die M10 am meisten interessiert. Sie schreiben, dass sie die Belichtungskorrektur wegen der vielen hellen Spots auf -1EV stellen. Ich fand die Aussage interessant, weil ich genau das Gegenteil mache. Wegen der stark mittbetonten Integralmessung (die für mich fast wie eine Spotmessung wirkt) habe ich festgestellt, dass die automatische Belichtungskorrektur der M10 oft zu stark unterbelichteten Bildern führt, wenn sich im Hintergrund helle Spots befinden.
    Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg mit Ihrem Blog
    Stefano Strampelli
    PS: Über Schreib- und Grammatikfehler bitte hinwegsehen. Deutsch ist nicht meine Muttersprache.

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Lieber Herr Strampelli,

      zunächst: Exzellentes Schriftdeutsch! Da kenne ich eine Menge “Muttersprachler”, die da gar nicht hinkommen!

      Was die Belichtungskorrektur betrifft, haben Sie mich missverstanden, oder eher, ich habe mich ungenau ausgedrückt: Es geht nicht eigentlich um die Darstellung der Spots. Ihre Beobachtung, dass die mittenbetonte Messung der M10 sich von der Werkseinstellung eher “auf der sicheren Seite” bewegt und tendentiell immer unterbelichtet, ist völlig korrekt. Wenn es nur darum ginge, würde ich auch nach oben stellen.

      Das Problem sind die Gesichter der Darsteller im hellen Scheinwerferlicht. Wenn sie keine Belichtungskorrektur durchführen, brennen sie wegen der Spots aus (sie reflektieren viel mehr Licht, als die Kamera misst), meist soweit, dass sie in LR unwiederbringlich sind! Daher vor allem ist das wichtig, bei Bühnenfotografie im Sinn zu behalten!

      Ausserdem nicht vergessen: Die M10 hat einen invarianten Sensor. Bei Low-Light ist es strategisch günstig, die ISO niedrig zu halten, der Gewinn an Dynamik ist evident. Ich hätte bei der Aufführung ohne weiteres auch -2 oder -3 EV einstellen können. Das gilt natürlich nicht bei normalen Lichtverhältnissen, da ist immer noch ETTR angesagt.

      Ich hoffe, das dient zur Klärung dieser meiner ungenauen Aussage, aber in der Tat würde man einen Haufen unbrauchbarer Bilder produzieren, wenn man das bei einer solchen Show nicht beachtet.

      Viele Grüße, weiterhin “gutes Licht” für Ihre M10,

      Claus Sassenberg

      • AvatarStefano Strampelli sagt:

        Hallo Herr Sassenberg,
        vielen Dank für Ihr Lob bezüglich meines Deutsches!

        Danke für die Ausführungen. Ich hatte an helle Stellen im Hintergrund gedacht, die bei der M10 unweigerlich zu unterbelichteten Fotos führen. Jetzt verstehe ich, dass Sie die Gesichter der Hauptdarsteller meinen und ich schließe mich Ihrer Meinung an. “Recovery from the Highlights” ist tatsächlich nicht unbedingt die Hauptstärke, die ich der M10 zuschreiben würde und daher sollte man lieber vorsichtig belichten.

        Viele Grüße und für Sie auch weiterhin “gutes Licht” für Ihre Leicas
        Stefano Strampelli

  4. AvatarKai sagt:

    Moin, lieber Claus.
    Du hast es selbst gesagt: „Jammern auf hohem Nivau…“ . Du hast Die Q2 gekauft, obwohl Du von der Q so begeistert warst. Ich habe mich scho bei den Hermann Bildern gefragt, was an den Bildern nun besser sei als an denen mit der Q.

    Abgesehen davon glaube ich, dass die Q2 absolut spitze ist, ich selbst mit der Q aber mehr als glücklich wäre.
    Aber eine Frage, die ich mir immer wieder stelle, ist, wie gut elektronisch korrigierte Optiken tatsächlich sind. Will heißen: was würde das Objektiv der Q in der analogen Welt bringen? Ist nur eine Hypothese, lässt sich als Frage aber auch alle aktuellen Objektivreihen für spezielle Kamerasysteme stellen.
    Und genau da sehe ich den ganz großen Vorteil der M, deren Objektive sich gleichsam als optische Objektive bewähren müssen, beweisbar bewähren müssen. Und so verwundert es nicht, mit der M die eigentlich besseren Bilder zu bekommen.
    Was den Sucher betrifft, halte ich ja nach wie vor einen hervorragenden optischen Sucher auch für die Gesundheit der Augen durch nichts zu ersetzen. Bedauerlicherweise wird das ja nie thematisiert. Aber die nicht wahrnehmbaren Frequenzen nur wenige Millimeter vor den Augen, was werden sie bewirken? Gerade in dunklen Situationen?
    Manueller Fokus ist in diesem Zusammenhang bestimmt nicht jedermanns Sache, aber wer darin geübt ist, wird auch unter widrigen Lichtverhältnissen kaum unscharfe Bilder hinbekommen, weil er die Schärfeebene vorher festlegt.
    Für alle Fälle, sollte ich mir mal ein Q leisten, habe ich einen alten 28mm Aufstecksucher:-) Ich glaube, man kann auf den Autofokus fast blind vertrauen. Und doch glaube ich, dass ich eher eine gebrauchte digitale M (M9?) nehmen würde als die Q oder Q2.
    Ach ja, mit dem Thema Bühne hast Du Dir mal wieder eines der schwierigsten Themen herausgesucht, meine Bewunderung.
    Lieber Gruß und ab jetzt wie gewohnt wieder gelebte Ungeduld auf Deinen nächsten Beitrag 🙂
    Kai

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Moin Kai,

      du hast ja völlig recht: Prinzipiell macht die Q2 keine “besseren” Bilder als die Q – das war schon klar, als ich sie kaufte. Aber ich wollte nach fast 4 Jahren mit der Q das neue Modell. Die Handhabung, Wetterfestigkeit, Akku-Kapazität und eben die ganzen verbesserten Kleinigkeiten hatten schon ihren Reiz für mich. Nur die Kröte mit der hohen Auflösung muss ich schlucken.

      Das mit SDC ist auch für jemanden, der Leica-Vollformat-Optiken gewöhnt ist, nicht populär. Aber man muss sich klar machen, dass das Objektiv ohne SDC unverhältnismässig gross und schwer geworden wäre. Da das auch schon bei der ursprünglichen Q Anwendung fand und ich trotzdem immer über die megascharfen Bilder begeistert war, ist das weiterhin kein Problem für mich. Sean Reid hat das Summilux der Q2 genau untersucht und kommt zu dem gleichen Schluss. Freilich hat die Linse ohne SDC (man kann das vom DNG trennen) eine deutliche tonnenförmige Verzerrung, die es bei den 28mm-Objektiven für die M niemals gibt.
      Nebenbei: SDC ist nur bei Leica ein Sonderfall, alle anderen benutzen das sowieso, um Kosten bei der Herstellung zu sparen.

      Des weiteren stimme ich dir zu, dass nichts über einen optischen Sucher geht. Der in der ursprünglichen Q war allerdings so gut, das man prima damit leben konnte. Der jetzige irritiert mich bei Low-Light (es kann Einbildung sein), aber ich habe die Hoffnung, dass das verbessert werden kann.
      Und bei aller Flexibilität der Q: Man sieht ja, was man mit einer M10 und 35er Summilux machen kann. Und das ist auch nur eine Kamera und eine Linse. Ultimativ würde ich mich immer für eine M entscheiden. Wie du.

      Liebe Grüße,

      Claus

Trackbacks

  1. […] so, als wäre hier unterdessen nichts passiert: eine große Musikschulaufführung (über die man hier und hier lesen, bzw. schauen kann), die Geburt einer allerliebsten Großnichte, ein […]

Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail wird nicht veröffentlicht.

Folgende HTML-Tags und Attribute dürfen verwendet werden:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

© 2019 - Messsucherwelt

Powered by WordPress - Built by ThemeShift

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen