M10, M2, Q: Von Hochzeiten und einem Kamerafall

M10, M2, Q: Von Hochzeiten und einem Kamerafall

Kommentare

  
  1. Kai sagt:

    Lieber Klaus,
    machmal braucht so ein Artikel, um ihn zu lesen und auf sich wirken zu lassen. Und ich fühlte mich spontan an einen Artikel in der LFI erinnert, Ausgabe 4/2009: Der englische Fotograf beschreibt darin, wie er mit der Leica M die Hochzeit eines Billingham-Sprosses fotografiert.
    Du stehst seinen Bildern jedenfalls in nichts nach. Darum beneide ich Dich.

    Der Titel beginnt übrigens mit der Verantwortung, die eine Fotografin, ein Fotograf mit solcher Aufnahme übernimmt.

    Ich habe, wenn ich mal zur Hochzeitsfotografie genötigt wurde, lediglich mit dem Summilux fotografiert und alle Höhen und Tiefen erlebt. Bei der ersten Hochzeit mit meiner brandneuen R8 belichtete ich mit ISO 100 statt 400, die nächsten Tage war ich entsprechend verschwitzt. Aber ungewollt bekamen die Bilder einen ganz eigenen Ausdruck und ich wurde sogar weiter empfohlen.

    Einmal habe ich in de Ferne eine Hochzeit fotografiert, ohne vorher mit dem Paar sprechen zu können. Sie meinten nur, ich solle mal machen. Würde ich nie wieder tun.
    Was ich aber immer dabei hatte, war die Leica Minilux auf dem Ministativ, damit sind mir dank des Autofokus sagenhafte Tischporträits enstanden.
    Ich bin nun einige Jahre auf keiner Hochzeit außer der eigenen gewesen und das hat mir auf jeden Fall eine Menge Lampenfieber erspart.

    Aber wenn eine Hochzeit, dann ist das Summilux 1.4 / 50 einfach Pflicht.

    Aber Dein Artikel zeigt auch, es hätte keine 400 Bilder gebraucht. Ich bin fest davon überzeugt, mit der Hälfte der Aufnahmen hätten genauso viele Bilder ohne Abstriche ins Album gefunden, oder?

    Auf jeden Fall mein großes Kompilment.
    Liebe Grüße

    Kai

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Lieber Kai,

      das kann ich nur noch mal betonen, dass ich mich um so einen Job nicht reisse! Zuviel Verantwortung. Aber richtig: Das 50er Summilux darf nicht fehlen, nur aus Bequemlichkeit hatte ich das 35er fest auf der M2, ich wollte das wechseln vermeiden. Aber das hat seinen eigenen Charakter.
      400 Bilder sind schnell zusammen, wenn man 6 oder 8 Stunden Zeit hat. Sicher kann man eine engere Auswahl treffen, aber das soll das Brautpaar selbst tun. Vermutlich kommen viele digitale Fotografen bei so einem Event auf mehrere tausend Bilddateien. Viel Spass beim sortieren…

      Liebe Grüße,

      Claus

    • Jo sagt:

      Der Klassiker 1,4/50 mm, ob nun von Leitz, Zeiss oder Nikon, bietet eine besondere Ästhetik, was sicherlich der modifizierten Doppel-Gauß-Konstruktion geschuldet ist! Und mit einer Spiegelreflexkamera lassen sich Farbkontraste (auch Polfilter) sowie die Schärfentiefe prima via Pentaprisma vor der Aufnahme beurteilen – ganz ohne Bildfeldschwund, um das Kleinbildformat voll auszuschöpfen. Für Film bleiben diese Objektive immer noch die erste Wahl!
      Das Software Defined Imaging verlangt jedoch – aus technischen Gründen – andere Konzepte, um das Potential der Sensoren zu nutzen …

      • Kai sagt:

        welche Konzepte sind es denn? Auch in digitalen ist diese Brennweite hoch populär. Und es gibt mehr als zwei Portraitfotografen, die zum Teil ausschließlich digital mit genau diesem Objektiv unterwegs sind. Verstehe ich gerade nicht so ganz.

        • Jo sagt:

          Ob ein latentes Bild photochemisch oder photoelektrisch zwischengespeichert wird, geschieht völlig unabhängig von der angesetzten Brennweite; allerdings gibt es unterschiedlich Anforderungen an Photodioden oder Silberhalogenidkristallen hinsichtlich der Objektivrechnungen! Beispielsweise zeichnet das symmetrische Summicron-M 2/50 mm (mit 6 sphärischen Elementen) verzeichnungfrei und etwas abgeblendet bis in die äußersten Ecken feinste Details auf Film ab. Ein technische Qualität die selbst angemessene Filme nicht auszuschöpfen vermögen, eine präzise Fokussierung und Belichtung vorausgesetzt.
          Da die heutigen Sensoren schräg einfallendes Licht nicht verarbeiten können, werden – auch bei den Spiegellosen DigiCams – Retrofokuskonzepte verwendet, um die Strahlenführung zu verbessern. Reflexe der spiegelnden Oberflächen von Sensoren (Millionen von Mikrolinsen, Glasfilter) stellen eine weitere Herausforderung an die „digitalen“ Objektivrechnungen dar. Etwa bei Gruppenfotos erkennt man leicht im ausgedruckten Foto, den sichtbaren Unterschied – insbesondere bei den Gesichtern im Randbereich … und bei Weitwinkelobjektive fällt zudem die tonnen- und/oder wellenförmige Verzeichnug bei Architekturaufnahmen störend ins Auge. Das Summicron-M 2/35 mm gleicht dem 2/50 bezüglich der Bildfeldebenung; die kürzeren Brennweiten (28 mm und 21 mm) bedingen auch für die Leica M ein Retrofokuskonzept …

          • Kai sagt:

            das ist mir sehr theoretisch. Vor allem, wo es hier um das Summilux für die Hochzeitsfotos geht. Und vor dem Hintergrund, dass man auch mit digitalen Kameras alte Objektive mit wenigen Ausnahmen (meist anschlußbedingt) nutzen kann. Nikon und Leica machen das insbesondere vor.
            Und der Kameraindustrie, das sollte man in einem nicht unerheblichen Teil berücksichtigen, möchte mit den digitalen Kameras auch gerne die neuesten Objektive verkaufen.
            Die allermeisten Aufnahmen entstehen heute in der Regel für die virtuellen Halden, hier können selbst durchschnittliche Objektive kaum ihr Potential ausnutzen. Wirklich zeigen tun die Objektive ihr Können im Druck. Und das machen anteilig heute die wenigsten.
            Weitwinkelfotografie ist sicherlich noch einmal ein eigenes Thema, aber der Hype jenseits unterhalb der 28mm Brennweite ist ja auch noch recht jung, und entsprechend auch damit die vorrangige Entwicklung.

            Was das Ganze aber nicht ändert, ist sicherlich das Aufnahemkonzept ( Modeerscheinungen ausgenommen). Denn bei aller Technik braucht es vor allem einen Menschen, der die Situation erkennt und mit der geeigneten Brennweite einfängt. Und dass es das alte Summilux ganz gut tut, das zeigt ja dieser Artikel und an mancher Hotelwand auch großformatige Bilder von Claus:-)

  2. Lieber Claus
    Bei so etwas klingeln mir nicht nur die Ohren und dröhnen die Posaunen von Jericho. Hinzu kommen die Hörner und der Schlachtlärm von Helms Klamm. AUA.

    Zum Glück bietet Leica einen so guten Service. Da kenne auch ich anderes. Sehr schöne Bilder, ich beneide dich nicht. 😉 Ich wurde auch schon angefragt und habe dankend abgelehnt. Diese Verantwortung möchte ich nicht übernehmen. Sind die Erwartungen der meisten Brautleuten Heute sehr viel höher als noch zu unseren Zeiten.

  3. Jo sagt:

    Die bildliche Erinnerung an einen Menschen, wie sie im Gedächnis abgelegt ist, entspricht von den Proportionen her einer Abbildung, die etwa im Maßstab 1:100 mit einer Normalbrennweite fotografiert wurde.
    Im Kleinbildformat gibt ein 50 mm Objektiv aus einer Distanz von 5 m diesen Eindruck – inklusive der Statur der Personen – ganz gut wieder.
    Auch die Portraits von August Sander, die aus der Nähe aufgenommen wurden, zeigen zu große Nasen und riesige Hände im Vergleich zum Augenabstand sowie des Gesichtes insgesamt. Die Gruppe der drei Jungbauern von 1914 zählt zu den Meisterwerken der 1929 erschienen Erstausgabe von Antlitz der Zeit.

  4. Martin sagt:

    Hallo Claus,

    nun ist es auch Dir geschehen … ich empfinde mit Dir als auf gleiche Weise leidgeprüft.

    Wie ich lese, hast Du sie nun versichert. Das sollte eine enorme Portion „Trost“ darstellen. So würde mich interessieren, bei welchem Anbieter Du sie versichert hast.

    Und zum Service bei Leica: Dem von Dir benannten kann ich nur beipflichten. Im den vergangenen 12 Monaten war meine Kamera ja zweimal dort. Einmal wegen eines Garantieschadens und zuletzt wegen des Kamerasturzes. Bei jedem Servicefall war ich absolut überrascht über die durchstrukturierten Serviceabläufe. Auch das absolut einwandfreie kundennahe Verhalten der Mitarbeiter von Leica, auch bei wiederholter Nachfrage, ist vorbildlich. Zudem hat man mir, ohne dass ich groß nachfragen musste, in beiden Fällen eine Ersatzkamera angeboten, wenn dies für mich notwendig sei.

    Hier können sich einige Unternehmen, egal welcher Branche, eine Menge in Sachen „kundenorientiertem Handeln“ abschauen.

    Herzliche Grüße,
    Martin

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Hallo Martin,

      ja, irgendwann wird man mal unvorsichtig. Aber versichert war ich schon, seit ich bei Kameras in ein „gewisses“ Preissegment vorgestoßen bin. Das kann ich auch nur jedem empfehlen, der Ausrüstung von mehr als, sagen wir 2-3 Tausend Euro mit sich herumschleppt.
      Meine Versicherung war von Anfang an die Aktivas, die ich seit Jahren habe. Nur musste ich sie nie in Anspruch nehmen. Immerhin lief die Schadenabwicklung jetzt ohne Probleme oder Schikanen ab.

      Viele Grüße,

      Claus

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