Posted by on 2. Oktober 2021

PROSPERO (to MIRANDA): The fringèd curtains of thine eye advance and say what thou seest yond.

William Shakespeare, „The Tempest“, Act 1, Scene 2

Ich hatte mir bis zuletzt nichts anmerken lassen, aber mein WordPress-Theme war trotzdem misstrauisch geworden. Seitdem im letzten Jahr bei einem WordPress-Versions-Upgrade einige Widgets im Theme streikten, befasste ich mich klammmheimlich mit dem Gedanken, das Theme zu erneuern. Ich musste mit einem speziellen Plugin WordPress wieder downgraden und das ist immer der Anfang vom Ende. Man kann nicht ewig bei einer alten Betriebssystem-Version verweilen. Ein neues Theme musste her.

„Bist du micht mehr zufrieden mit mir?“, schnüffelte mein Theme beleidigt. „Nein, nein, es liegt an mir, nicht an dir“, winkte ich ab und jeder weiss, dass dieser Satz immer das Gegenteil besagt. „Warum hast du dann dieses Plugin für Wartungsmodus installiert? Das brauchten wir doch bisher nie!“, stocherte es.

Welcome to the machine

Welcome to the machine – im HTML-Dschungel. Leica M240, 28mm Elmarit bei f/2.8 1/30s ISO 1000

Ich stammelte Ausflüchte. Kalt erwischt. Schon seit Tagen hatte ich mit Hilfe des Backups auf einem anderen Webspace einen Klon der Webseite installiert, an dem ich nachts grauenhafte Frankenstein-Experimente durchführte. Mit Hilfe von HTML-Codes aus schwarzer Magie, die ich aus dem verbotenen Teil der Bibliothek von Hogwarts hatte mitgehen lassen. Und ein Theme hatte ich auch gefunden…aus „Lord of the Themes“: Ein Theme, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden…

Ja was? Ich habe nie behauptet, die dunkle Seite der Macht hätte nicht ihren Reiz!

Ein Blitz durchfuhr den Klon und er erwachte zum Leben: Mit neuer, spaciger Oberfläche in der aktuellen WordPress-Version, mit vielen Variationsmöglichkeiten und Widgets und natürlich voll „responsive“ für alle Browsergrößen und Plattformen. Ich war soweit und konnte meinen perfiden Plan umsetzen. Es musste schnell gehen.

Operation „Prometheus“ konnte beginnen. Wartungsmodus an und das alte Theme abgeschaltet. „It was a mercy-killing“, sagte schon Rocky Horror, als er Meat Loaf mit dem Eispickel gemeuchelt hatte. Das Theme hat bestimmt nichts gespürt und schwebt jetzt im ewigen Daten-Nirwana. Einige Stunden später  hatte ich das Menü überarbeitet und Widgets neu gestaltet, so wie ich es an dem Klon geübt hatte, den ich jetzt auch eiskalt abservierte. Ein wahres Daten-Massaker.

Hier und da werde ich in der nächsten Zeit noch an der neuen Oberfläche basteln, aber ohne groß den Wartungsmodus zu benötigen. Z. B. muss ich auch in frühen Beiträgen mal kontrollieren, ob alle HTML-Codes für Slider und Galerien im neuen Theme funktionieren, etc.

Bei großen Monitoren (28-Zöller) mit Browsern im Viollbildmodus empfehle ich, die Ansicht der Webseite mit der Tastenkombination „cmd +“ (Mac) zu vergrößern (das galt eigentlich auch schon für die alte Webseite, mich hatte mal jemand angeschrieben, die „Schrift sei zu klein“). Dann gibt’s natürlich auch noch den Reader-Modus (links im Adressfenster des Browsers).

Das Menü ist um einiges aus den Blog-Beiträgen ergänzt, so das man neben den Kategorien (die recht spartanisch sind) eine Möglichkeit hat, bestimmte Themenbereiche leichter zu finden, ohne gleich die Suchfunktion zu bemühen.

Manche werden vielleicht finden, dass das alte Erscheinungsbild noch ok war, aber im Web muss man rechtzeitig alte Zöpfe abschneiden, sonst wird alles immer mühsamer. Prokrastinieren ist da genauso unangebracht wie bei Zahnproblemen, dass kann ich von Berufs wegen bestätigen. Wenn ich mir noch einmal im Notdienst nachts um 3Uhr anhören muss: „Das Loch hab‘ ich schon ein halbes Jahr, aber es hat nie wehgetan!“, krieg ich wahrscheinlich ’nen Schreikrampf.

Wie auch immer, die Webseite lief jetzt in der Form seit 6 Jahren. Ich bin selbst erstaunt, was für einen Umfang die angenommen hat, obwohl ich nicht gerade poste wie ein Berserker. Davor gab es die „alte Webseite“ mit anderer Webadresse seit 2009. Sie war noch in iWeb geschrieben (Software-Paläolithikum) und letztes Jahr habe ich auch die endgültig vom Netz genommen (eine PDF-Kopie existiert noch bei mir).

open string quartet

Das „Open String Quartet“ (mit Gast) nach dem Konzert. Ein voller Erfolg! Leica M10 mit 50mm Summilux 1/90s f/1,4 ISO 800

Jedenfalls fühle ich mich nach der Renovierung für die Zukunft ausreichend gerüstet. Jetzt war ein guter Zeitpunkt für die Aktion, denn im Moment tut sich in der Fotowelt irgendwie gar nix.

Wenigstens gibt es jetzt mal wieder Events zu fotografieren, z.B. neulich das „Open String Quartett“ von Susanne Schulz (aus Vlotho) auf der Burg, mit einem ganz besonderen modernen Programm bestehend aus Eigenkompositionen, Tangos (Astor Piazolla) und anderen interessanten Stücken. Ich hätte beinahe einen Beitrag davon gemacht (da gibt’s noch nette Porträts der Musiker in Action), aber irgendwie kam ich nicht dazu. 35er Ultron und 50er Summilux waren dabei. Bevor das nun ganz untergeht…

 

open string quartet

Der Auszug

Oder mal wieder Einsatz in St. Stephan:

Irina Trutneva

Sopranistin Irina Trutneva beim Konzert „Songs of Gratitude“, Leica M10 mit 35mm Summilux bei f/1.4 1/60s ISO 500

 

Santa Bukovska

Am Saxophon: Santa Bukovska. Leica M10 mit 50mm Summilux bei f/1.4 1/60s ISO 640

 

Līga Auguste

An der Orgel: Līga Auguste, unsere Kantorin. Leica M10 mit 35mm Summilux bei f/1.4, 1/60s ISO 400

Comments

  1. Gerhard Meck
    14. Oktober 2021

    Leave a Reply

    Glückwunsch, lieber Herr Sassenberg!
    Ihre Plattform war und bleibt ein Genuss für Leica-Enthusiasten. Im neuen Gewand noch einmal mehr. Kaum zu glauben, dass das geht. Aber sie wirkt noch einladender und dynamischer. Da freut sich der mit Leica M und Q fotografierende Hobbyfotograf aus Berlin,
    Ihr Gerhard Meck

  2. Henning
    6. Oktober 2021

    Leave a Reply

    Hallo Claus, Glückwunsch zur neuen HP und der gelungenen OP. Dein Schreibstil ist süffisant und macht Spaß zu lesen. Das zeugt von Kreativität und Deine guten Kenntnisse der Belletistik, Musik und Film. Weiter so. VG aus Hessen wünscht der henning

  3. Kai
    5. Oktober 2021

    Leave a Reply

    Moin, Claus.
    Glückwunsch zur neuen Seite.
    Tatsächlich war das sehr unerwartet. Jetzt kann die M11 kommen 🙂
    Aber auch der Vorgänger wirkte zeitlos und aufgeräumt. Hat mir immer gut gefallen. Aber ich kenne das ja selbst.

    Freu mich über das tolle Titelbild und immer wieder auch über die älteren wie neuen Artikel.
    Lieber Gruß in den Süden.
    Kai

  4. Klaus Spindler
    4. Oktober 2021

    Leave a Reply

    KOMPLIMENT die Neugestaltung der website ist gelungen.
    Gefällt mir ausgezeichnet, sehr übersichtlich. Die Fotos bei der Fotogalerie kommen noch besser zu Geltung.
    Besonders als Nachschlagwerk zu Objektiven greife ich gerne auf die Beiträge zurück. Immer wieder Sehens- und Lesenswert.
    Freue mich auf weitere Beiträge.
    Viele Grüße aus Karlsruhe
    Klaus

  5. Dirk Säger
    3. Oktober 2021

    Leave a Reply

    Wow,
    guten Morgen Claus. Was für eine Überraschung, bei einem Blick auf Deine Webseite, ein völlig verändertes Bild vorzufinden. Glückwunsch zur gelungenen OP an der offenen Pulpa. Deine offensichtlichen Kenntnisse sind bewundernswert.
    LG aus Grünstadt,
    Dirk

    • Claus Sassenberg
      3. Oktober 2021

      Leave a Reply

      Puh, zum Glück war’s nur eine P. Hätte ich auch noch die Kanäle aufbereiten müssen, hätte ich länger als einen Tag gebraucht. Bei dem Klon habe ich inzwischen Toxavit eingelegt, ich hatte noch einen Rest aus den 90ern… 😉

      lg aus Vlotho,

      Claus

Leave a Reply


You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*