Ein Jahr Leica Q3 43 – der normale Wahnsinn oder der Wahnsinn des Normalen

Neulich fiel mir ein Exemplar des „Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“ in die Hände, das offenbar durch ein Wurmloch den Weg in mein Bücherregal gefunden hat. Beim durchblättern entdeckte ich folgenden Passage:

LEICA (Eintrag Nr. 7.432.991-b)

Siehe auch: Kameras, Ausserirdische in Wetzlar, Zeitreisen, Borg-Technologie, Verwerfung im Raum-Zeit-Kontinuum

Leica ist ein traditionsreicher Hersteller von Kameras, der auf dem Planeten Erde angesiedelt ist und dort allgemein als Inbegriff von Präzision, Understatement und sehr ernst blickenden Menschen mit runden Brillen gilt. Diese Erklärung ist jedoch falsch. Völlig falsch. Mit erheblichem bürokratischem Aufwand und unter Umgehung diverser intergalaktischer Geheimhaltungsvorschriften kam die Wahrheit ans Licht..

Nach Erkenntnissen, die der Hitchhiker’s Guide to the Galaxy nur widerwillig veröffentlicht (hauptsächlich, weil seine Rechtsabteilung kurzzeitig von einer aggressiven Spezies intelligenter Büroklammern übernommen wurde), besteht der Großteil der Leica-Mitarbeiter in Wahrheit aus Außerirdischen. Sie tarnen sich als Ingenieure aus Wetzlar, was im Universum als besonders raffinierte Form der Unsichtbarkeit gilt, da niemand jemals freiwillig länger als fünf Minuten über ein Kaff irgendwo in Hessen nachdenkt, wenn es so viele andere faszinierende Orte gibt (Siehe z.B. Eintrag Nr. 42.864.a-o: Planet Preliumtarn, Quentulus Quazgar Berge, Gottes letzte Worte an die Schöpfung in riesigen, flammenden Buchstaben: „WE APOLOGISE FOR THE INCONVENIENCE“)

Diese Außerirdischen stammen aus einer fernen Zukunft, in der Kameras längst ein eigenes Bewusstsein entwickelt haben und Fotografen nur noch als dekorative Accessoires mitgeführt werden. Durch eine ungewollte, aber äußerst elegante Verwerfung im Raum-Zeit-Kontinuum – verursacht durch das gleichzeitige Betätigen von Auslöser, Blende, einer existenziellen Sinnkrise und der Kollision des Schwerefelds der Erde mit einem Cluster dunkler Materie – gelangte ein Teil dieser Technologie in die Gegenwart.

Das sichtbarste Ergebnis dieser kosmischen Panne ist die Leica Q3 und die Leica Q3 43.

Offiziell handelt es sich dabei um Kompaktkameras. Inoffiziell – und deutlich zutreffender – basieren sie zu großen Teilen auf Borg-Technologie. Diese wurde aus einer Zukunft entwendet, in der Individualität abgeschafft, aber erstaunlicherweise der Retro-Look beibehalten wurde. Die Borg selbst bestreiten jede Beteiligung, was sie immer dann tun, wenn sie offensichtlich beteiligt waren. So ähnlich wie die russische Diktatoren und amerikanische Präsidenten.

Typische Hinweise auf Borg-Ursprung sind:

  • die unheimliche Fähigkeit der Kamera, sich anzupassen,
  • das Gefühl, beim Einschalten diskret von einer fremden Intelligenz übernommen zu werden,
  • und der subtile Wunsch des Nutzers, „Teil des Systems“ zu werden, inklusive optionalem Leder-Halfcase und anderem Zubehör.

Die Q3 und Q3 43 assimilieren keine Spezies im klassischen Sinne, sondern integrieren Fotografen sanft in ein Kollektiv aus Firmware-Updates, Forendiskussionen und dem festen Glauben, dass 28 oder 43 mm die einzig moralisch vertretbaren Brennweiten sind.

Warum all das geschieht, ist unklar. Möglicherweise geht es um die Beobachtung der Menschheit, vermutlich aber auch um etwas deutlich Wichtigeres: Perfekte DNG’s!

Der Guide rät Reisenden, die eine Leica Q3 oder Q3 43 benutzen, ruhig zu bleiben (don’t panic!). Die Kamera meint es nicht böse. Sie will nur, dass du fotografierst. Und Teil von ihr wirst.

Widerstand ist zwecklos.

Aber immerhin fühlt er sich hervorragend verarbeitet an.

Leica Q3 43
Ein paar Mitarbeiter stammen möglicherweise nicht von unserem Planeten…

Prolog

Nachdem ich das gelesen hatte, wurde mir manches klarer. Sowohl über Leica als auch, warum ich den ersten „Hands on“-Artikel über die Leica Q3 43 mit „Widerstand zwecklos“ betitelt hatte. Offenbar ein posthypnotischer Befehl. Die Kamera habe ich jetzt ein Jahr in Gebrauch und sie hat in vielen total unterschiedlichen Umgebungen und Anforderungen ihre Flexibilität bewiesen… wenn man gelernt hatte, bestimmte Einstellungen zu vermeiden.

Es gibt Zeitgenossen, die meinen, sie wüssten alles. Ob sich das auf die inzwischen sprichwörtliche Testosteron-Vergiftung zurückführen lässt oder es vielleicht eine Form der Unverträglichkeit des Mikroplastiks ist, das sich langsam in unseren Gehirnen akkumuliert, ist unklar. Im Web wimmelt es von Reviews, die auf Datenblättern beruhen oder bestenfalls wenige Stunden mit einer Kamera widerspiegeln. Ein professioneller Reviewer kann sicher nach ein paar Tagen etwas Valides von sich geben, aber je länger der Zeitraum und je unterschiedlicher die Anforderungen, desto zuverlässiger sollte die Beurteilung ausfallen. Doch selbst der Papst hat das Unfehlbarkeitsdogma aufgegeben und über manches kann man immer geteilter Meinung sein, darum erhebe ich keinen Anspruch darauf, das meine Sicht der Dinge immer die richtige ist.

Eigentlich habe ich über die Leica Q3 43 nur Gutes zu berichten. Darum ist es psychologisch ungünstig, mit dem zu beginnen, was nicht so gut lief. Aber genau deswegen gibt es ja aktuell ein extrem umfangreiches Firmware-Update, über das ich darum zuerst sprechen muss.

Leica Q3 43
Der Kreis schliesst sich: Nach einem Jahr sind wir wieder bei Weihnachtsmärkten. Dieser ist in Bad Salzuflen. Leica Q3 43 bei f/2 1/60s ISO 500

Firmware 4.0

Leica Q3 43
Quirlige Kid’s: Vor Firmware 4.0 keine Chance mit Personenerkennung. Aber AFs war schnell genug. Jetzt zeigen erste Erfahrungen, dass die Funktionen um Welten besser sind. Leica Q3 43 bei f/2 1/125s ISO 1250

Die Kamera hat Autofokus mit Phase-Detection (was die Q3 Monochrom nicht hat) und das sorgt im Prinzip für gedankenschnelles Fokussieren. Aber die Sonderfunktionen dazu wie Verfolgung, Personen- oder Tiererkennung waren bestenfalls für Pathologen geeignet, deren Motive sich in Rigor Mortis befinden. Zum Beispiel musste der Versuch, meine quirligen Großneffen- und Nichten mit Personenerkennung abzulichten, flugs abgebrochen werden, viel zu langsam. Oder Verfolgung eines Springpferds im Parkur: Frustrierend, wenn man immer an den Hindernissen hängen bleibt und das Pferd weg ist.

Fakt ist, die Kamera war eigentlich schnell genug, man musste nur auf die „fancy“ Fokus-Einstellungen verzichten. Feld oder Spot, ggf. auch mit kontinuierlichem Autofokus (AFc) oder mit Serienbild-Funktion (4 Bilder/Sekunde) nagelten alles schnell bewegte (Neffen, Nichten oder Pferde) Bild für Bild in voller Schärfe fest. iAF vermeide ich, weil das meine bevorzugte Methode von „Motiv anvisieren, Auslöser halb drücken, zur Bildkomposition verschwenken, auslösen“ nutzlos macht.

Leica Q3 43
Der Autofokus ist schnell genug. Das Bild ist eines aus einer Reihe von 4 Bildern pro Sekunde und jedes ist scharf wie dieses. Leica Q3 43 bei f/2 1/640s ISO 200

Mit der neuen Firmware verspricht Leica eine erhebliche Verbesserung dieser Sonder-Autofokusfunktionen. Wir dürfen gespannt sein. Erste Tests über Weihnachten und Sylvester waren jedenfalls vielversprechend.

Vor allem aber wurde die Ikons (jetzt auch „Leicons“ genannt), deren Touchfunktionen und Teile der Menüstruktur total überarbeitet und an die SL angepasst. Ich finde die Änderungen sehr gelungen und habe mich schnell daran gewöhnt. Ich gehe hier nicht alles im Einzelnen durch, aber wer will, kann hier die Release-Notes ansehen. Hilfreich kann noch sein, die Bedienungsanleitung der neuen Q3 Monochrom zu Rate zu ziehen, da dort schon die neue Menüstruktur beschrieben ist.

Aber eine Leica ohne Bugs wäre wie Schneewittchen ohne die sieben Zwerge. Für Unterhaltung in den Foren muss gesorgt werden, darum hat sich die Software-Abteilung was ulkiges einfallen lassen:  Wenn „Fokus-Peaking“ (im Menü in Aufnahme-Assistenten/Info-Profile) aktiviert ist, wird es auch beim normalen Auto-Fokus Modus irritierenderweise gezeigt (statt nur, wenn den Distanzring aus der Autofokus-Position nimmt). Weiterhin: Die Wiedergabe von Bildern, die in Porträt-Position aufgenommen wurden (vertikal) ist plötzlich nicht mehr bildfüllend (also auch vertikal), sondern horizontal (und verschenkt rechts und links die Monitor-Fläche). Keine Einstellmöglichkeit im Wiedergabe-Menü. Dann ist da noch irgendwas, dass die Kamera abstürzt, wenn man zwischen Benutzerprofilen wechselt, wenn bei einem die Fotos-App eingeschaltet und bei dem anderen nicht eingeschaltet ist.

Leica Q3 43
Schwarze Piste. Leica Q3 43 bei f/16 1/640s ISO 100

Also, speziell das mit dem Fokus-Peaking im AF-Modus ist mal wieder echt so ein typischer Leica-Knaller. Hat da niemals einer bei den Software-Leuten durch den Sucher geguckt? Erinnert mich daran, als die D-Lux 7 neu war: Die DNG’s konnten in Lightroom nur in Schwarzweiss bearbeitet werden. Das ist ungefähr auf einem Level wie ein neues Auto ohne Räder zu liefern. „Ups, war uns gar nicht aufgefallen“. Man kann es nicht fassen.

Leica Q3 43
Skilaufen im Retro-Style. Leica Q3 43 bei f/6.1 1/1600s ISO 100

Insgesamt sind das jetzt ja noch harmlose Bugs (Fokus-Peaking habe ich sowieso „aus“, dann gibt’s kein Problem), kein Grund, auf dieses wirklich nützliche Update zu verzichten und auf 4.1 zu warten. Die Autofokus-Funktion scheint real deutlich verbessert und man muss sich halt von alten Denkstrukturen lösen und die neue „Logik“ verinnerlichen. Die neuen Touch-Funktionen sind noch weniger ein Grund, jemals ins Menü zu gehen, wenn man mal schnell was ändern möchte. Darum habe ich auch nur ein eigenes Standard-Profil gespeichert. Ich verändere es bei Bedarf und stelle einfach darauf zurück, wenn die „besondere“ Aufnahmesituation vorbei ist.

Alle Updates (auch bei den M’s) mache ich mittlerweile über die Fotos-App, das läuft schnell und bequem. Die Q3 muss nach dem 4.0-Update neu mit der App gekoppelt werden, das lief bei mir völlig unproblematisch. Ggf. daran denken, auch die „alte“ Bluetooth-Kopplung zu löschen (war bei mir nicht nötig).

Leica Q3 43
Stute und Fohlen. Leica Q3 43 bei f/4 1/2500s ISO 100

Ein Jahr mit Leica Q3 43

Leica Q3 43
Die Makro-Funktion der Q3 43 im Verbund mit dem Klappdisplay ist schnell und effektiv, dazu der Autofokus.Tyrrhenische Mauereidechse. Leica Q3 43 bei f/5.6 1/800s ISO 100

Natürlich knüpft die Leica Q3 43 nahtlos an meine Erfahrungen mit der Q3 an, aber für mich hat sich im Alltag gezeigt, dass ich die 43mm wesentlich besser für meine fotografischen Bedürfnisse gebrauchen kann als zuvor die 28mm (wobei ich mich darüber nie beklagt habe, man kann sich auf alles einstellen). Dass die optischen Eigenschaften des 43er Apo-Summicron stellar sind, steht ausser Frage (ich verzichte diesmal auf MTF-Kurven). Superscharf schon bei Offenblende, Gegenlicht-Resistent, schönes Bokeh, kaum Verzeichnung, CA oder Flare u.s.w. Bewegt man sich im Leica-Preisgefüge, kostet das gleichwertige 35mm M-Apo-Summicron ohne Kamera schon mehr als die ganze Q3 43.

Leica Q3 43
Lasershow. Leica Q3 43 bei f/2 1/30s ISO 400
Leica Q3 43
Frostiges Boule-Spiel zu Weihnachten. Leica Q3 43 bei f/2 1/640s ISO 100

Es gab einige Ereignisse im Lauf des Jahres, über die ich in entsprechenden Artikeln berichtet habe und die bereits zeigen, wie flexibel die Kamera eingesetzt werden kann. Doch von Urlauben und größeren Events abgesehen ist die Q3 43 mein ständiger Begleiter, um den Verlauf des Jahres für die Familie zu dokumentieren. Geburtstage oder andere Feiern, Wanderungen, Konzert- oder Städtebesuche, sportliche Aktivitäten, kurz, alles was mit Familie und Freundeskreis so unternommen wird, lichte ich bevorzugt mit der Q3 43 ab. In den seltenen Fällen, in denen ich sans Kamera bin, tut’s auch mal das iPhone (ich habe seit einiger Zeit das 16er). Man muss allerdings schon sehr niedrige Kriterien ansetzen, wenn man der Meinung ist, dass die Bildqualität auch nur annähernd vergleichbar ist, von Bearbeitungsmöglichkeiten eines Vollformat-DNG’s mal ganz abgesehen.

Leica Q3 43
Schnappschuss. Leica Q3 43 bei f/6.3 1/1600s ISO 100 Wenn bei den Bildern aus dem Skiurlaub die komischen Blendenwerte auffallen, liegt das daran, dass ich die Zeit fest vorgewählt habe und unter 1/2000s bleibe, um „rolling shutter“ zu vermeiden. Die Blende steht auf Automatik

Das Jahr ist jetzt um und ich muss mir eingestehen, dass ich eigentlich keine andere Kamera als die Leica Q3 43 für 90% meiner fotografischen Zwecke bräuchte. Andererseits macht mir das arbeiten mit der Leica M11-P oder meinen analogen M’s (besonders der „neuen“ M6) so viel Spass, dass ich darauf nicht verzichten wollte. Des weiteren ist der Output der M10 Monochrom (der Monochromen überhaupt, sei es M oder Q) so besonders, das ich auch auf diese Kamera nicht verzichten möchte, wenn S/W-Fotografie angesagt ist.

Leica Q3 43
Porto Azzurro auf Elba. Leica Q3 43 bei f/5.6 1/1250s ISO 100

Apochromatische Linsensysteme

Leica Q3 43
An der Ardèche: Vorbereitung. Leica Q3 bei f/2 1/2000s ISO 100

Als die technischen Daten der Leica Q3 43 „leakten“, waren viele über die vermeintlich mittelmäßige Lichtstärke enttäuscht. „Nur“ Blende f/2 als größte Öffnung, da hätte man ja von Leica besseres erwartet. Und warum nicht wenigstens 50mm? Inzwischen sollte sich herumgesprochen haben, was für ein Meisterwerk der Ingenieurskunst vor dem Gehäuse der Kamera sitzt. Es ist ein genialer Kompromiss von Größe, apochromatischen Eigenschaften und Lichtstärke. Wer sich fragt, warum die meisten apochromatischen Objektive (nicht nur von Leica) Blende f/2 aufweisen, muss sich folgendes klar machen:

f/2 ist keine physikalische, aber eine praktische Grenze bei der Konstruktion apochromatischer Linsensysteme. Bei noch größeren Öffnungen nehmen die optischen Aberrationen exponentiell zu, weil die Randstrahlen immer steiler verlaufen. Nicht nur die axialen und lateralen chromatischen Aberrationen werden immer aufwändiger zu korrigieren, sondern auch die sphärische Aberration, Astigmatismus, Koma und Feldwölbung. Die Probleme explodieren geradezu. Die Linsen müssen immer größere Durchmesser haben und werden dicker, sie müssen Super-ED, Fluorit- oder anormal dispergierend sein. Ich erkläre nicht, was das alles ist, nur, dass diese Gläser immer teurer und schwerer zu bearbeiten sind.

Kurz gesagt, ein f/1.4 Apochromat ist technisch möglich, aber ein Riesenklopper und extrem teuer (jenseits von Leica-Preisen!).

Leica Q3 43
Herbstlaub. 3D-Effekt? Definitiv. Leica Q3 43 bei f/2 1/4000s ISO 100

Freistellung, Falloff und Bokeh

Der ganze Sinn der apochromatischen Korrektur ist ja, dass sich alle Lichtstrahlen jeder Farbe wirklich auf demselben Punkt fröhlich wieder vereinen, somit die Auflösung einer herkömmlichen Optik überlegen ist. Beim 43mm Apo-Summicron ist schon weit offen alles im Fokus extrem scharf, aber fällt ausserhalb dieser Ebene schnell ab. Das erzeugt eine maximale Freistellung des Motivs, die sich mit dem der Summilux-Objektive messen kann. Alles, was sich im Hintergrund zu Bokeh verwandelt, ist sehr „ruhig“ und angenehm, von impressionistischer Bildwirkung, vor allem von Lichtpunkten. Keine Spur von Donuts, Zwiebelringen, Bubble-Bokeh oder Pig-Vomit (wobei das alles bei Vintage-Objektiven sehr reizvoll sein kann).

Leica Q3 43
Falloff. Leica Q3 43 bei f/2 1/60s ISO 500
Leica Q3 43
Hausmusik. Leica Q3 43 bei f/2 1/80s ISO 2500

Ich habe ja weiter oben schon vom 3D-Effekt gesprochen, der bei offener Blende eintreten kann. Das 43er Apo-Summicron kann den liefern, aber das ist nicht nur diesem Objektiv oder überhaupt nur Leica vorbehalten. Eine gute Optik gepaart mit entsprechend großem Sensor kann das. Das Verhältnis zwischen Sensorgröße und Öffnung der Blende ist entscheidend. Auch APS-c und MFT können das, aber es wird schwieriger. Bei Mittelformat dagegen reicht schon f/3.5 aus. Leider kann der Mini-Sensor eines Handys (so gut die auch schon sind) die Gesetze der Geometrie nicht umschreiben. Darum muss die Software für die Illusion von Bokeh sorgen.

Die Tiefenwirkung hängt jedoch nicht davon ab, dass der Hintergrund aus einem gleichmässigen Brei besteht, wie das zurückgerechnete Bokeh einer App (die zudem manchmal das Motiv nicht korrekt begrenzt, was bescheuert aussieht), sondern der Falloff graduell zunimmt, je nachdem, wie weit Dinge von der Fokal-Ebene entfernt sind.

Leica Q3 43
Porträt mit Emil. Leica Q3 43 bei f/2 1/125s ISO 1250

Damit will ich keinem sein iPhone oder die Leica Lux-App madig machen, ich benutze das ja selbst: „Die beste Kamera ist die, die man dabei hat“, aber es gibt einen Grund, warum ich meistens versuche, die Leica Q3 43 dabei zu haben, wenn ich lohnende Motive erwarte.

Leica Q3 43
Low-Light am Denkmal. Leica Q3 43 bei f/2 1/80s ISO 2500

Physische Härten

Die ersten Fotos entstanden vor einem Jahr um die Weihnachtszeit und über meine Erfahrungen habe ich entsprechend berichtet. Danach, über das Jahr, musste die Kamera einiges aushalten. Beim Skifahren, Radfahren, Bergsteigen, im Wildwasser-Kanu, bei Nässe, Kälte oder Hitze: Wenn es einen Kamera-Schutzverein gäbe, stände ich bei denen auf der schwarzen Liste.

Leica Q3 43
Aliens im Schneegestöber. Ein bisschen Schnee oder Kälte macht der Kamera nichts aus. Leica Q3 43 bei f/7.1 1/1600s ISO 100
Leica Q3 43
Fotografieren auch während der Abfahrt kein Problem. Leica Q3 43 bei f/.3 1/1600s ISO 100

Auf der Skipiste waren beim Springen die G-Kräfte so hoch, dass mir der Akku herausgeflogen ist. Ich merkte das erst wieder oben am Lift („warum geht die Kamera nicht an? Ups, gähnendes Loch im Boden…“), fuhr die Abfahrt nochmal und fand das Teil im Schnee nach einer Schanze. Der Mechanismus war unbeschadet, ich setzte den Akku ein und alles lief. Einen ganzen Tag fiel Neuschnee (hurra!), trotz arktischer Temperaturen und Schneegestöber verrichtete die Q3 43 klaglos ihren Dienst. Landete auch mal mit mir im Schnee, kann ja mal passieren. Schnee abklopfen, Frontlinse (Filter davor) abwischen und weiter geht’s.

Apropos Filter: Leica hat ja die Original-Gegenlichtblende so eng konstruiert, dass sie keinen Platz für „normal“ dimensionierte Filter gelassen haben. Mittlerweile gibt’s superschmale Filter von B+W oder von NiSi, alternativ kann man auch eine andere GeLi-Blende mit einem herkömmlichen B+W-Filter verwenden. Aber eins ist sicher: Wer meint, auf den Filter zum Schutz der Frontlinse verzichten zu können, pokert sehr hoch. Zumindest, wenn er die Kamera in ähnlichem Umfeld wie ich einsetzt. Ein Vitrinenfotograf braucht das natürlich nicht.

Leica Q3 43
Herbstlandschaft bei Vlotho, während einer Tour mit Rennrad. Leica Q3 43 bei f/7.1 1/1000s ISO 100

Beim Trekking- oder Rennradfahren, auch auf dem 300er Scooter (z.B. auf Elba) hänge ich die Kamera einfach um (ein Arm durch die Schlaufe), um sie jederzeit griffbereit zu haben. Wobei sie da am Körper am besten vor Stößen gedämpft wird, besser als in einer Tasche am Rahmen des Gefährts. Das haben bisher alle Leicas (auch die M’s) klaglos mitgemacht.

Leica Q3 43
Mit auf dem Fluss im wasserdichten Gehäuse. Leica Q3 43 bei f/4 1/320s ISO 800

Eine andere „challenge“ kam an der Ardèche, als ich die Kamera in ein Unterwassergehäuse packte, um die Fahrt auf dem Fluss zu dokumentieren. Ich hängte die Kamera beim paddeln durchs Whitewater einfach um. Diese Aktion hat für Bildmaterial gesorgt, dass ich zuvor nicht möglich machen konnte.

Leica Q3 43
Kamera mit auf dem Fluss: Briefing vor dem nächsten Stromschnellen. Leica Q3 43 bei f/4 1/800s ISO 100

Mitte des Jahres entdeckte ich einen Cluster toter Pixel auf dem Sensor. Nur eine sehr kleine Stelle war betroffen (und wenn man nicht wusste, wo es war, fand man es kaum), liess sich aber von „Pixel-mapping“ (im Menü wählbar) nicht beeindrucken. Der Customer Care tauschte den Sensor (innerhalb zwei Wochen!) ohne Murren auf Garantie. Im Nachhinein frage ich mich, ob ich daran selbst Schuld hatte, vielleicht zu lange in die Sonne fokussiert? Richtig zurückverfolgen auf ein spezielles Bild konnte ich das Phänomen allerdings nicht. Es machte mehr den Eindruck, als hätte sich das langsam entwickelt.

Leica Q3 43
Das Libra-Quartett. Leica Q3 43 bei f/2 1/125s ISO 2500

Einen Vorteil von Kompaktkameras mit fest angebauten Optiken darf man auch nicht vergessen: Die Nemesis der Kameras mit Wechselobjektiven (ICL), der Sensor-Staub und womöglich andere Verunreinigungen, können den wettergeschützten Q-Modellen nichts anhaben. Wenn da was auftauchen sollte, ist die Kamera defekt.

Low Light

Selbst vor zehn Jahren, als die „Klassik“ Q herauskam, konnte man über deren Low-Light Fähigkeiten nicht meckern. Das lichtstarke f/1.7 Summilux und die Bildstabilisierung fingen auf, dass man mit ISO-Werten noch vergleichsweise sparsam sein musste. Es galt darauf zu achten, möglichst unter ISO 6400 zu bleiben, und dann musste man sich im Postprocessing beherrschen, sonst gab es schicke Streifen-Muster, auch Banding genannt. Und heute, bei den Q3-Modellen? Auto ISO habe ich standardmässig auf ISO 25.000 begrenzt, hätte aber keine Skrupel, noch höher zu gehen. Aber 25.000 bei Blende f/2? Da reicht ein Teelicht, um den Raum ausreichend zu beleuchten, wer braucht da noch mehr und für was? Ein Glühwürmchen stattdessen?

Leica Q3 43
Der Jazzpianist Olaf Kordes in St. Stephan. Leica Q3 43 bei f/2 1/125s ISO 800
Leica Q3 43
Weihnachtsmarkt. Leica Q3 43 bei f/2 1/60s ISO 500

Die Leica Q3 43 teilt sich mit der Q3 den gleichen Sensor mit „Triple Resolution“ Technologie. Ähnlich wie beim Sensor in der M11, hatte ich noch nie etwas mit einer derartig fantastischen Dynamik und Flexibilität der DNG’s. Diese Sensoren sind „invariant“ oder „Isolos“ (Artikel dazu hier), daraus resultiert extreme Rauscharmut auch bei hohen ISO-Zahlen oder die Möglichkeit, unterbelichtete Dateien bis zu 5 Blendenstufen heller zu machen oder Schatten zu „öffnen“, was manchmal schon Ergebnisse jenseits des guten Geschmacks erzeugt, weil das wie HDR wirkt. Aber es ist „nice to have“. Es hat sich über das Jahr gezeigt, dass ich die Möglichkeit der „Triple Technologie“ nicht benutze. Ich lasse die Auflösung grundsätzlich bei 60MP, es gibt keinen Grund, auf die Vorteile eines hoch aufgelösten Fotos zu verzichten (Crop-Fähigkeit), etwa, weil ein marginal günstigeres Rauschverhalten bei 36 oder 18MP DNG’s sein könnte. Bei den Möglichkeiten der KI unterstützten Rauschreduktion in LR spielt das nicht die geringste Rolle.

Leica Q3 43
Hafen von Münster. Mühelos handgehaltene Aufnahme. Leica Q3 43 bei f/2 1/8s ISO 400

Erstaunlich für mich ist, dass die Bildstabilisierung trotz der hohen Auflösung und der längeren Brennweite immer noch mühelos bei Fotos mit 1/8s aus der Hand funktioniert, und sogar mit noch längeren Zeiten, wenn man sich zusätzlich abstützt.

Leica Q3 43
Harfenkonzert. Leica Q3 43 bei f/2 1/80s ISO 500

Der Charme der Geräuschlosigkeit

…und damit meine ich den Zentralverschluss. Bis zu einer 2000tel Sekunde funktioniert er mechanisch, aber ist trotzdem so leise, dass auch das fotografieren von Solisten in Pianissimo-Passagen keinen mit der Wimper zucken lässt. In meiner Heimatstadt gibt es eine rege Musikszene (an der ich auch manchmal selbst beteiligt bin). Musiker in Aktion sind immer dankbare Motive und da sie sich über gute Fotos immer freuen, kommt bei vielen Konzerten die Q3 43 zum Einsatz (die M11 ist auch kein no-go). Ein weiterer Vorteil eines Zentralverschlusses: Auch wenn ich das nie brauche, aber die Blitzsynchronisationszeit kann man bis zu 1/2000s beliebig wählen. Das gibt’s beim Schlitzverschluss nicht.

Leica Q3 43
Die Sopranistin. Probe zum Weihnachtsoratorium. Leica Q3 43 bei f/2 1/125s ISO 1250
Leica Q3 43
Oboensolo. Probe zum Weihnachtsoratorium. Leica Q3 43 bei f/2 1/125s ISO 1250

Die ultimative Stille herrscht natürlich, wenn man den elektronischen Verschluss benutzt oder die Belichtungszeit (bei Zeitautomatik) kürzer als 1/2000s wird. Will man bei Sonnenschein offenblendig fotografieren, muss man nicht mit Graufiltern jonglieren. Andererseits dürfen sich die Motive nicht zu schnell bewegen, weil die Auslesezeit des großen Sensors vermutlich deutlich unter 1/100s liegt, da nützt es nichts, wenn die nominelle Belichtungszeit 1/16.000s ist. Die Mitglieder der M11- und Q3-Familie sind leider sehr empfänglich für „rolling shutter“. Um Artefakte in dieser Hinsicht zu vermeiden, stelle ich entweder den Verschluss auf „mechanisch“, oder (einfacher, weil ich gar nicht ins Menü muss) das Zeitenrad fest auf 1/2000s oder irgendwas darunter. Um dann bei sehr hellen Umgebungen (z.B. Schnee) Überbelichtung zu vermeiden wird der Blendenring auf Automatik gestellt (statt üblicherweise Blendenpriorität).

Leica Q3 43
Das erste improvisierende Streichorchester. Leica Q3 43 bei f/2 1/125s ISO 1600

Konnektivität

Leica Q3 43
Paula und ihr Fohlen. Leica Q3 43 bei f/2 1/4000s ISO 100

Wie schon oben erwähnt, mache ich alle Updates mittlerweile viel bequemer mit der Fotos-App. Die Verbindung soll jetzt nochmal verbessert worden sein, aber ich fand sie vorher schon sehr gut (und deutlich besser als zu den M’s). Wenn ich mal ein Bild sofort brauche, habe ich es schnell auf dem iPhone, aber das ist bei mir ein seltener Fall. Was ich schon mehrfach ausgenutzt habe, ist die Möglichkeit, die Kamera fernzusteuern. Bei dem Weihnachtskonzert unserer Kantorei hatte ich die Kamera auf der Empore der Kirche auf einem Stativ, gegenüber dem Altarraum, wo sich Musiker und Chor befinden. Aus etwa 25m Entfernung konnte ich aus dem Chor heraus die Kamera zuverlässig „aufwecken“, Blende, Belichtungszeit und Fokuspunkt wählen und Fotos machen. Auch Videos waren möglich, habe ich auch gemacht. Wenn das meine Priorität gewesen wäre, hätte ich allerdings ein vernünftiges Mikrofon angeschlossen. Immerhin geht das jetzt mit dem USB-C Anschluss.

Leica Q3 43
Kamera aus dem Chor heraus ferngesteuert. Leica Q3 43 bei f/4 1/60s ISO 2500

Und dieser USB-C Steckplatz ist auch sehr bequem zum Laden. Es muss nicht mal das Ladekabel im Lieferumfang sein, jedes Apple Kabel tut’s. Ich nehme immer das Netzteil und Kabel von meinem iPad, was ausserdem auf Reisen praktisch ist. Früher (bei Klassik-Q, M10, M240, M9) hatte ich immer einen Zweitakku, aber bei der Q3 oder Q3 43 komme ich immer klar, auch wenn ich längere Events fotografiere. Wenn ich im Zweifel bin, stecke ich eine kleine Powerbank ein, aber ich habe sie noch nie gebraucht.

Über die Fotos App habe ich auch einige Leica Looks auf der Q3 43 installiert, die ich aber kaum nutze. Ich bin einfach zu sehr DNG-Shooter und würde für besondere Bildwirkung eher die Farbprofile und Presets in LR nutzen, oder sowas wie DxO Filmpack.

Leica Q3 43
Burgruine von Salavas im Abendlicht. Leica Q3 43 bei f/4 1/100s ISO 100

Nebenbei: Auch wenn man keine JPG’s macht sondern nur DNG’s, spielen manche Einstellungen im JPG-Menü eine Rolle (was nicht unbedingt logisch ist). Die Belichtungsautomatik verhält sich z.B. anders, wenn man bei JPG-Einstellungen „iDR“ aktiviert hat. Stellt man dazu bei den Belichtungs-Optionen „Helle Bereiche betont“ ein, hat man zwei Automatiken parallel aktiviert, die dasselbe machen sollen. Das würde ich eher vermeiden, obwohl die Kamera vermutlich deswegen nicht explodieren wird.

Leica Q3 43
Weihnachtsmarkt in Bad Salzuflen. Leica Q3 43 bei f/2 1/60s ISO 500

43 mm und digitaler Zoom

Ich habe immer mal wieder die Meinung gehört, dass Brennweiten im „normalen“ Bereich langweilig seien. Also schon ab 35mm bis etwa 50mm. Als ob die Abwesenheit von Distortion den Unterhaltungswert schmälert. Sicher kann eine 21mm (oder weniger) -Optik interessante Perspektiven erzeugen und als Stilmittel fungieren, aber wenn man nur das hat, ist es doch auf Dauer ein „one-Trick-Pony“. Bevor ich aber die abendfüllende Diskussion lostrete, was ein gutes Foto oder Bildkomposition ausmacht, sei hier gesagt, dass die Brennweite jedenfalls kaum das erste Kriterium ist.

Leica Q3 43
Langweilige Brennweite? Leica Q3 43 bei f/2 1/80s ISO 2000

Der praktische Wert, den ich bei der „normalsten der Normalen“ Brennweiten sehe, ist neben dem recht natürlichen Blickwinkel die größere Reichweite (als bei 28mm) mit dem digitalen Zoom, dank der Auflösung. Schliesslich bleiben selbst bei 150mm „fiktiver“ Brennweite noch 5 MP übrig. Macht man sich klar, wie scharf das Apo-Summicron auf Pixelebene ist, kann man damit in LR einfach „Super-Auflösung“ aktivieren und hat schon mal das doppelte. „Digitaler Zoom“ als ernstzunehmendes Feature löste bis vor wenigen Jahren bei Reviewern höchstens Heiterkeit aus, jetzt gibt es kaum einen, der das nicht positiv erwähnt.

Die entsprechenden Rahmen benutze ich praktisch gar nicht, obwohl die vermutlich hilfreich sein können, wenn man eine bestimmte Komposition vorhat. Vielleicht wäre es dafür sogar besser, wenn man gar nicht die Rahmen „Messsucher-Style“ hätte, sondern das komplette Sucherbild immer entsprechend der gewählten Zoom-Stufe ausgefüllt wäre. Wie auch immer, ich croppe meist das DNG in LR nach Gefühl und Wellenschlag und dann auch ziemlich skrupellos.

Leica Q3 43
Bei einer Bergwertung der Deutschland-Tour, Matthew Brennan im grünen Sprinter-Trikot. Leica Q3 43 bei f/2 1/2000s ISO 100

Die 43mm des Apo-Summicron machen die Kamera jedenfalls ideal für die Genres Reportage, Reise- oder Eventfotografie (und das gilt auch für die Q3 28), noch besser aber für Porträt und in begrenztem Maß auch für Sport (wenn man dem Geschehen nah genug kommen kann). Landschaftsfotografie ist ebenfalls absolut kein Problem (dafür braucht man definitiv nicht obligatorisch Weitwinkel), selbst Architektur muss kein no-go sein. Der Workaround für möglicherweise fehlenden Bildwinkel ist die Nutzung der Panorama-Funktion in LR. Brennweiten von 28, 21mm oder weniger werden so simuliert, vorausgesetzt, das Motiv ist statisch.

Leica Q3 43
Herbstmorgen an der Weser. Panorama aus 4 Einzelbildern in vertikaler Position, entspricht dem Bildwinkel eines 21mm-Objektivs. Leica Q3 43 bei f/16 1/125s ISO 160

Resümee

Leica Q3 43
Rimini im vollen Galopp. Leica Q3 43 bei f/3.5 1/2000s ISO 100

„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ (Aristoteles). Ein wunderbares Beispiel für den Wahrheitsgehalt dieses Aphorismus sind die Leica Q3-Modelle. Die Kombination von Design-Elementen aus analogen Kontrollen, Touch-Funktionen, hochauflösenden Sensor mit entsprechender Prozessorleistung dazu, High-End-Objektiv mit Bildstabilisierung und Makro-Funktion, einem hervorragenden Sucher, Klapp-Display, einfacher Menüführung, Konnektivität plus USB-C Anschluss, Battery-Life, kein Sensorstaub… ich muss mal Luft holen… also das erzeugt zusammengefasst eine extrem vielseitige Kamera, deren Gebrauch zudem die reine Freude ist. Über manche der eben aufgelisteten Eigenschaften habe ich hier nicht gesprochen, weil das im Jahresbericht über die Leica Q3 bereits abgehandelt wurde.

Bleiben Wünsche offen? Das einzige, was mir wirklich fehlt, wäre ein interner Speicher, den ich mich bei der Leica M11-P zu schätzen weiss. Content Credentials hat die Q3 Monochrom inzwischen schon, aber diese Dinge und weitere „Wunder“ werden wir wohl erst bei einer Leica Q4 sehen.

Wenn ich mal auf YouTube stöbere, finden sich immer Beiträge, in deren Titel sich der Zusatz „Meine ehrliche Meinung“ befindet. Aber impliziert das nicht, äusserst skeptisch zu sein über das, was diese YouTuber als normale „Meinung“ von sich geben? Ist die dann tendenziell „nicht ehrlich“ oder was? Bekanntlich wird nirgends so viel gelogen wie im Internet und eine angeblich „ehrliche Meinung“ macht einen zudem eher misstrauisch. Jedenfalls: Was ich über die Leica Q3 43 berichtet habe, ist meine Erfahrung, eine Meinung kann sich jeder selbst bilden.

 

 

 

 

 

27 Kommentare

  1. Paul de Kruiff

    Sehr geehrter Herr Claus Strassenberg
    Ich habe Ihren sehr interessanten, informativen und unterhaltsamen (wie immer von Ihnen) Artikel über die Leica Q 3 43 mit großem Interesse gelesen. Allerdings gibt es etwas, das ich nicht verstanden habe. Das kann jedoch sprachlich bedingt sein. Sie sprechen sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch vom Begriff „Digitalzoom”. Das verstehe ich nicht, da ich der Meinung war, dass ein Zoomobjektiv die Brennweite verändert. So wie ich Ihren Artikel verstehe, handelt es sich um einen Bildausschnitt. Da meine Vatersprache Niederländisch und die sprache meiner Mutter Dänisch war, spreche ich beide Sprachen, und vielleicht verstehe ich es deshalb nicht ganz.
    Mit freundlichen Grüßen

    Paul de Kruiff

    • Claus Sassenberg

      Lieber Herr de Kruiff,

      vielen Dank für die freundlichen Worte zu meinen Artikeln!

      Der Begriff „Digital Zoom“ ist in der Tat feststehend, sowohl im Englischen als auch im Deutschen.

      Er steht im Gegensatz zum „optischen Zoom“, das ist nämlich das, was Sie meinen. Das „heranzoomen“ mit einem dafür gebauten „Zoom-Objektiv, bei dem sich die Brennweite ändert. Dabei wird immer der ganze Sensor ausgenutzt.

      Digitalzoom war früher verpönt, weil es natürlich die Auflösung verringert, je weiter man „heran zoomt“, die Optik ist ja starr. Die Brennweiten-änderung wird nur simuliert.
      Bei den hohen Auflösungen heute ist man da weniger gehemmt, so wurde der Digitalzoom gesellschaftsfähig 😉

      Und man muss sich klar machen, dass ein Zoom-Objektiv, das hohe Abbildungsqualität hat und obendrein lichtstark ist, ein Riesending wäre, das überhaupt nicht mehr vor eine kompakte Kamera wie die Q3 passen würde. Also ging man diesen Weg.

      Viele Grüße aus dem verschneiten Ostwestfalen, Claus Sassenberg

  2. Wallner Wolfgang

    Guten Morgen Herr Sassenberg,
    Danke für diesen sehr informativen Bericht zur Q3 43, sehr gut gelungen und mit einem Lächeln zu lesen!
    Ich bin auf ihre Seite bei meiner Regerge zu der Leica M Serie gestossen und zwischenzeitlich Besitzer einer M10. Diese Kamera mit dem Summicron 35 mm Aph aus 2010 hat mir eine neue Bildqualität gezeigt. Meine Fuji X-T5 bringt hohe Schärfe und eine sehr individuelle Farbgestaltung, aber dieses fast schon 3D Gefühl und der chremige Übergang von Scharf ins Bokeh in Verbindung mit den Farben des Sensors der M10 sehen für mich einfach toll aus und ich möchte sie nicht mehr missen.
    Meine Frage an sie, wie verhält sich der Bildlook der Q3 43 zu meiner jetzigen Kombination der M10? Der Unterschied 35 zu 43 mm ist für mich kein großes Problem, interessant ist der Farbeindruck und der Verlauf Scharf in den unscharfen Hintergrund.
    Herzlichen Dank für ihre geschätzte Antwort
    Mit freundlichen Grüßen Wolfgang

    • Claus Sassenberg

      Hallo Wolfgang,

      das 43er Apo-Summicron hat (logischerweise) etwas mehr Bokeh als das 35er und es ist bedeutend schärfer (nebst diversen anderen optischen Qualitäten). Aber das sieht man nur beim „Pixel-Peeping“. Der Farbeindruck der DNG’s ist seit der M10 und jetzt auch bei der M11 sehr konsistent. Bilder aus Q3 und Q3 43 können zusammen mit M10 oder M11 Bildern gezeigt werden, ohne dass da ein stilistischer Bruch in den Farbprofilen entsteht. Z.B. kann man bei Events Q und M zusammen nutzen und eine einheitliche Bildsprache behalten.

      Viele Grüße und weiterhin viel Freude mit der M10 (die mir auch viele „Keeper“ beschert hat),

      Claus

  3. Theodor Kierdorf

    Hallo,
    ich besizte mehrere M Leicas, alles fing mit einer M6 TTL an. Zwischenzeitlich hatte ich eine M9, die Sensorkorrosion hatte.
    Nach dem Betrachten Ihrer Bilder mit der Q3 ist mir aufgefallen, dass die Aufnahmen mit der Q3 einen ähnlichen, m.E. unschönen leichten Rotstich haben, wie diejenigen meiner M9. insbesondere die Aufnahmen bei Kunstlicht. Das gefällt mir heute wie damals nicht.
    Mich würde interessieren, ob die Aufnahmen als DNG aufgenommen wurden.
    Das nur am Rande, ich bin zur analogen Fotografie zurückgehrt.

    Mit den besten Grüßen

    Theodor Kierdorf

    • Claus Sassenberg

      Hallo Herr Kierdorf,

      alles DNG, und oft genug korrigiere ich bei Kunstlicht den Weissabgleich. „Rotstich“ ist also bestenfalls mir zuzuschreiben, pure Geschmacksache 🙂 . Die DNG’s aus der Q3 oder Q3 43 sehen denen aus einer M11 sehr ähnlich und sind total anders als aus einer M9 (die ich lang genug hatte).

      Viele Grüße, Claus

  4. Olaf Reichardt

    Lieber Herr Dr. Sassenberg, Gratulation und Anerkennung für den gelungenen Erfahrungsbericht zur Q343 . Wer meine Kommentierungen auf Ihrer Plattform gelesen hat weiß, Sie sprechen mir vollumfänglich aus der Seele, meine mittlerweile drei Q3’s sind die Werkzeuge, mit denen die überwiegende Anzahl meiner Fotos entsteht und aktuell arbeite ich mich zusammen mit der Q3 Monochrom in die Welt der Schwarzweiß Fotografie ein. Toller Artikel ! Tolle Kameras !
    Bleibt eigentlich nur noch die nicht zu beantwortende Frage, ob es auch noch eine Q343 Monochrom geben wird. (?)
    Zum Update 4.0 kann ich noch diesen, nicht zu verstehenden Aspekt beitragen: Meine beiden SL3’s laufen mittlerweile ebenfalls auf 4.0 und dort werden Bilder im Hochformat auch monitorfüllend hochkant angezeigt. Das verstehe wer will. Ansonsten habe ich bei keiner der Q3/SL3’s die Probleme mit Abstürzen bei Benutzerprofilen in Kombination mit der Leica Fotos App. (Meine fachlich nicht fundierte und nicht repräsentative Vermutung ist, dass dies auch mit dem Alter und der Version des Mobiltelefons zusammenhängt. Alle mir bekannten Nutzer der Q3’s mit diesen Problemen hatten IPhones, die nicht jünger als die Version 15 sind. Ich habe ein 16er und die mir bekannten Nutzer der Q3’s ohne Probleme haben ebenfalls jüngere Versionen. )

    • Claus Sassenberg

      Guten Morgen Herr Reichardt,

      vielen Dank mal wieder für die gute Rückmeldung!

      Was die „rätselhaften“ Abstürze betrifft, sind Sie da vielleicht auf der richtigen Spur (ich selbst habe ein 16er). Am Ende müssen die Software-Leute bei Leica aber doch dafür sorgen, dass das mit der App auf jedem Telefon vollumfänglich funktioniert (solange das Telefon die neueste Version der App installieren kann).
      Persönlich finde ich diese Bugs zwar ärgerlich, aber kein Grund, auf 4.0 nicht upzugraden. Man kann doch bis zum „Patch“ um diese Dinge herum arbeiten.

      Viele Grüße und weiterhin viel Freude mit Ihrer Q3-Familie, Claus

  5. Remo Koller

    Lieber Claus
    Herzlichen Dank für die Pflege und die damit verbundene Arbeit Deiner „Messucherwelt“. Mit Neugier und Vergnügen lese ich die verschiedensten Beiträge; mit Schmunzeln und auch ein wenig Genugtuung geniesse ich die subtilen kleinen, genau richtig spitzen Seitenhiebe zu meist selbsternannten und meist vor allem selbstverliebten „Influencern“ (gibt es eigentlich ein gescheites deutsches Wort dafür?). „Meine ehrliche Meinung“ in einer Überschrift ist in der Regel Zeuge der Selbstverliebtheit und weniger der Objektivität, also Indiz zum Weiterklicken …. Jeder Fotograf, jede Fotografin soll sein resp. ihr Glück selber finden, die Bilder komponieren, die ihm oder ihr gefallen, die Kamera wird diesen Prozess nie übernehmen; die Kamera fördert aber die Freude an diesem Prozess und wenn sie zum Menschen passt, macht diese Symbiose zufrieden. In Deinen Artikeln lässt Du den Lesenden diese Freiheit. Sich und das zu einem passenden Werkzeug zu finden. Für mich ist dieser Findungsprozess vor allem der Umgang mit dem Autofocus bei meinen Q3/43 und Q3M – hier ist meine Lernkurve leider etwas flach, zu oft macht der Autofocus etwas, was ich nicht wollte. Vor allem auf der Strasse. Ich kann ihn ausschalten, ich weiss. Das irritiert mich aber immer noch ein wenig. Die M11M mit einem 28er Objektiv (Voigtländer) passt für mich in solchen Situationen besser. Wie gesagt, Fotograf und Werkzeug müssen sich finden. Und ein wenig Suchen ist allemal spannend.
    Nochmals vielen Dank und ein gesundes neues Jahr mit vielen Aufnahmen, die in erster Linie den Fotografen in Dir glücklich und zufrieden machen.
    Beste Grüsse aus Bern
    Remo

    • Claus Sassenberg

      Lieber Remo,

      vielen Dank für deine Unterstützung und Wertschätzung! Das bedeutet mir viel.
      Ich freue mich auch, dass die Arbeit an der „Messsucherwelt“ nicht in einen luftleeren Raum geht. Sondern ich dadurch viele Gleichgesinnte kennen gelernt habe, die eine gemeinsame Leidenschaft verbindet und die sich vor allem sachlich austauschen, jenseits von profilneurotischer Zurschaustellung des Egos.
      Was du über die erratische Unzuverlässigkeit des Autofokus sagst, ging mir bisher auch mit jeder (Autofokus-) Kamera so, sei sie von Fuji, Panasonic, Canon oder Leica. Der Autofokus ist extrem schnell geworden… das heisst aber nicht, dass er immer das findet, was der Fotograf möchte. Gerade, wenn die Unterschiede unter einem halben Meter liegen (bei ein paar Meter Entfernung, wie es bei Street normal ist), sieht man das nicht immer im Sucher, wenn es schnell gehen soll.
      Es begann bei mir schon mit der M9, dass ich mich auf den Messsucher 100% verlassen konnte und wenn mal was nicht im Fokus war, wusste ich, an wem es lag. Zumindest ein Leser hat etwas falsch verstanden als ich im Text erwähnte, ich könne 90% meiner fotografischen Belange mit der Q3 43 erledigen. Damit war gemeint, ich könnte das, aber real greife ich viel zu gern zur M11-P oder M10-M, komme also längst nicht auf 90% Q3-Anteil.

      Viele Grüße und ein gutes Jahr für dich, Claus

  6. Hallo Claus,
    was für eine gelungene Q3 Borg- Edition.
    Ich habe beim lesen wirklich viel geschmunzelt. Was für schöne Formulierungen.
    Deine Gedanken zum Update teile ich uneingeschränkt.
    Auch ich stelle mir die Frage, weshalb solche Fehler, die einem normalen Nutzer sofort auffallen, nicht vorher erkannt werden.

    Ganz herzlich bedanken möchte ich mich bei Dir für den Hinweis, dass die Abstürze mit der Aktivierung von Leica Fotos zusammenhängen.
    Ich habe das ausprobiert und, nachdem ich Leica Fotos vom Leistungsmodus auf Eco Modus gestellt habe, funktionieren nun die meisten Benutzerprofile.
    In einem Profil habe ich eine Intervallbildfolge hinterlegt für Gruppenbilder. Hier ist Leica Fotos ausgegraut und nicht anwählbar. In dieser Einstellung kam es noch zu Abstürzen.
    Als ich es noch einmal probieren wollte funktionierte es nun auch hier. Scheinbar spielt da noch irgendeine weitere Einstellung mit rein.
    Ein Profil, in dem fast alle Optionen die Strom kosten eingeschaltet sind, inclusive des Leistungsmodus in Leica Fotos, produziert erstaunlicherweise keinen Absturz.
    Es scheint also nicht alleine an Leica Fotos zu liegen.

    Nach dem Update finde ich keine Möglichkeit mehr den Autofokus von Feld auf Spot umzustellen. Hast Du eine Möglichkeit gefunden?

    Weiterhin ein so gutes Händchen beim verfassen Deiner Texte:-)

    LG
    Jan

    • Claus Sassenberg

      Guten Morgen Jan,

      vielen Dank für dein Kompliment zur Q3 Borg-Edition 🙂

      Ja, und unbegreiflich, wieso so offensichtliche Bugs durchgehen. Was die Abstürze beim Wechsel der Profile betrifft, steige ich auch noch nicht durch, was da alles eine Rolle spielt. Deine Vermutungen scheinen mir der richtige Ansatz zu sein, wo das Problem liegt. Hoffen wir mal, dass die Software-Leute bei Leica das beseitigen. Sonst sollen sie sich halt Rat aus der Zukunft holen. Vermutlich kommt das Update sowieso daher, und der Datenstrom war korrumpiert…

      Die Einstellung „Spot“ ist jetzt bei Feld mit integriert. Feld antippen und halten, dann mit Daumenrad kleiner stellen, bis es zum Spot wird. Et Voila!

      Viele Grüße, Claus

      • Hallo Claus,
        tut mir leid, dass ich total auf dem Schlauch stehe.
        Ich habe auf der ersten Seite des Menüs den Autofokus als „Kachel“ konfiguriert.
        Wenn ich den gedrückt halten würde komme ich die Konfiguration der Kachel.
        Drücke ich jedoch einmal, lande ich im Auswahlmenü Feld/Spot, Zone/Mehrfeld und Verfolgung.
        Wenn ich hier auf Feld/ Spot drücke und halte, passiert leider nichts.
        Was verstehe ich falsch?

        LG
        Jan

      • Hallo Claus,
        die Hand vor die Stirn klatschend:
        ich hatte Touch AF und Auslösen aktiviert. Hier funktioniert das Umschalten nicht.
        Wenn ich deaktiviere kann die Größe angepasst werden aber eben nicht mehr per Touch AF ausgelöst
        werden.
        Auch nicht so schön von Leica zu Ende gedacht!
        Vielen Dank für Deine Hilfe.
        LG
        Jan

      • Claus Sassenberg

        Alles klar, ich konnte mir da auch keinen Reim drauf machen 🙂

        Viele Grüße, claus

  7. Servus Claus, danke für den tollen Bericht und deine wie immer klaren Worte. Wie du weißt, bin ich ja irgendwann von der M abgedriftet zur Leica Q und hängengeblieben bei der Q3 28. M-Objektive begeistern mich nach wie vor und ich überlege immer wieder mir an meine SL3-S ein 35er Summilux dranzubauen, v.a. auch zum Filmen. Was mich allerdings auch immer wieder umtreibt, ist der Gedanke einer Kombi aus Q3 28 und Q3 43. Damit hätte ich alles abgedeckt, was ich brauche, aber die Frage ist auch, ob es wirklich cool wäre? Ich fand es sehr spannend, dass du 90% deiner Bilder mit der Q3 43 machst. Das ist natürlich schon eine starke Aussage und vielleicht auch ein Gedanke, den man weiter spinnen sollte. Bis bald mal, Chris.

    • Claus Sassenberg

      Hallo Chris,

      da wärst du nicht der erste, der für sich als Lösung (sofern er kein Vogelkundler ist) einfach beide Kameras in der Fototasche hat. Man deckt durch den absolut realistischen digitalen Zoom dann einen großen Brennweiten-Bereich ab und hat kein Staubproblem.

      Viele Grüße, Claus

    • Olaf Reichardt

      Seit über einem Jahr habe ich beide Q3’s in einer Tasche dabei und kann Ihnen bestätigen, dass dies nicht nur „cool“ ist, sondern die perfekte Kombination für einen Großteil aller fotografischen Herausforderungen bei minimaler Größe, Gewicht und Kompatibilität (gleiche Akkus, gleiche Kameramenüs, gleiches Zubehör,…).

  8. Wolfgang Eggert

    Lieber Claus,
    ist das Erstellen eines Panoramas tatsächlich so unproblematisch? Bei Landschaftsaufnahmen kann ich mir das gut vorstellen, aber bei Architektur – laufen da die Linien nicht immer wieder „auseinander“?
    Viele Grüße
    Wolfgang

    • Claus Sassenberg

      Hallo Wolfgang,

      das mit dem „Panaorama-Workaround“ ist in der Tat mehr für Landschaft praktikabel. Der Text ist in der Hinsicht leicht missverständlich. Aber 43mm ist nicht zu lang für Architektur, es kommt natürlich darauf an, wie man sich zum Objekt positionieren kann. Oft genug finde ich z.B. 21mm Aufnahmen trotz Perspektiv-Korrektur (die ich nie „in camera“ machen lasse, sondern immer moderat in LR) weniger ansprechend als mit, sagen wir 35mm. Und da sind 43mm nicht so weit weg.

      Der langen Rede kurzer Sinn: 43mm können unter den meisten Bedingungen auch für Architektur funktionieren, weil man definitiv nicht obligatorisch dafür Weitwinkel bracht.

      Aber du hast recht: Man kann sich nicht vor ein Gebäude stellen und drei Bilder von oben nach unten (mit fallenden Linien) machen und glauben, da käme was Brauchbares dabei heraus.

      Viele Grüße, Claus

  9. Uli Sieboldt

    Lieber Herr Sassenberg, vielen Dank für den ausführlichen Ehrfahrungsbericht zu den Q3 Modellen. Ich möchte gerne noch etwas zur neuen Firmware hinzufügen: Sie beschreiben zutreffend die Eigenarten des Fokus Peaking, die mir im Moment ziemlich schlechte Laune bereiten. Wenn Fokus Peking eingeschaltet ist, werden auch die aufgenommenen Bilder mit Fokus Peaking angezeigt, das ist zumindest in meiner Q3 28 der Fall. Das mag Fotografen, die das Fokus Peaking sowieso abschalten nicht weiter stören. Ich habe aber seit der ersten Q das Fokus Peaking gerne benutzt und fand es hilfreich. Jetzt hilft offensichtlich wirklich nur, diese Fokussierhilfe komplett abzuschalten. Daher finde ich die neue Firmware ziemlich misslungen. Ich hoffe sehr, dass dieser Punkt von Leica schnell korrigiert wird. Ein kleiner Punkt noch: Leider fehlt im Control Center die früher enthaltene Möglichkeit, die Belichtungsart zu ändern, oder habe ich das übersehen?
    Liebe Grüße
    Uli Sieboldt

    • Claus Sassenberg

      Guten Abend Herr Siebold,

      ja das mit dem Fokus Peaking ist schon wirklich ein Knaller, vor allem, dass sowas vorher einfach nicht bemerkt wird. Ich denke aber, weil das so viele Leute aufregt, dass Leica da bald ein 4.1er Update macht. Die Hoffnung stirbt zuletzt…

      Belichtungsarten scheinen nicht mehr standardmässig im Control-Center zu sein, ist aber kein Problem Einfach etwas lange drücken, was man sowieso nicht braucht (bei mir war das Szene-Programme, ganz links, zweite Reihe von unten) und dann in dem Menü, das dann erscheint „Belichtung“ anwählen. Dann hat man es wieder direkt zur Wahl.

      Schönen Abend und viele Grüße,

      Claus

      • Ulrich Sieboldt

        Vielen Dank für den Hinweis, einen Button im Controller Center länger zu drücken. Das hatte ich wirklich nicht auf dem Schirm.
        Einen schönen Abend
        Uli Sieboldt

  10. Lieber Claus Sassenberg!
    Noch habe ich nicht alles gelesen, aber jetzt schon möchte ich meine Begeisterung kundtun! Intelligent, treffsicher, siehe „und der subtile Wunsch des Nutzers, „Teil des Systems“ zu werden, inklusive optionalem Leder-Halfcase und anderem Zubehör.“ und humorvoll. Eigentlich ein Musst Have nach der Lektüre des Textes und erst recht nach dem Betrachten der Fotos! Gleich lese ich weiter!
    Liebe Grüße Volker Krause

  11. Hallo Claus,

    Danke für den Erfahrungsbericht über ein ganzes Jahr! Schön zu sehen, wieviel Freude Du mit der kleinen Kiste hast und wieviel Flexibilität Du aus ihr herausquetschen konntest.

    Die Q3 43 hatte ich schon lang im Sinn, da mir 50mm manchmal zu eng und 35mm auf der M zu weit waren. Aber hey, ich bin ja eh stolzer M-Fotograf und Messsucher bleibt Messbecher, etc blabla.

    Nun ist doch eine Q bei mir eingezogen, allerdings die Q3 Monochrom (ja, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, von wegen „35mm zu weit“…meine Stärke ist Konsequenz – nicht). Was mich reizt, und was genauso für die ursprünglich anvisierte Q3 43 gilt, ist die Einfachheit. Man hat halt nur die eine Kamera/Objektivkombination und muss sehen, wie man damit zurecht kommt. Beim Wechsel von der 6×6 Rolleiflex auf die Hasselblad XPan hatte ich gemerkt, wie stark eine Kamera das fotografische Auge trainieren kann… Zwei weitere wichtige Aspekte waren die Wettertauglichkeit der Q und das Klappdisplay, das mir Aufnahmen mit Rolleiflex-Haptik bietet. Beides hätte ich vor ein paar Monaten noch nicht für so wichtig erachtet, aber in 3 Wochen stehe ich in New York (vielleicht) im Schneesturm und will dabei keine M killen…obwohl ich da an sich nicht zimperlich bin.

    Bin gespannt, wie ich mich mit der Q3M anfreunde, und ob sich nicht irgendwann eine Q3 43 dazugesellt (oder aber die Q3M als junge Gebrauchte dem Markt Wiede zugeführt wird). Sag niemals nie!

    Tom

    • Claus Sassenberg

      Guten Morgen Tom,

      es ist, wie du sagst: Man kann sich auf Brennweiten einstellen und wird feststellen, wie einfach das Leben sein kann. Ich bin mittlerweile ein „one camera“-Fetischist, selbst bei der M11-P gehe ich selten mit 2 Objektiven raus. Meist ist das 35er Apo oder das 45er Contax G davor.
      New York mit Q3M, das ist beneidenswert…
      Ich könnte mir vorstellen, dass dich die Q3 43 auch noch einfängt, die 43mm sind wirklich universell. Aber man kann immer nur mit einer Kamera „knipsen“, sonst ist es wieder Stress.

      Ein gutes Jahr und viel Freude mit den Kameras, Claus

      • Hallo Claus,
        Ich hatte große Erwartungen an die M-EV1, aber bin damit so gar nicht warmgeworden. Die lange von mir verschmähte Q3 fühlte sich beim Test dagegen so an, als würde sie einiges besser machen. Mit 28mm habe ich gar keine Erfahrung, bin aber dennoch nicht sicher, ob ich mich bei der (noch hypothetischen) Wahl zwischen einer 28M und 43M tatsächlich für die längere Brennweite entschieden hätte. Auf jeden Fall bin ich gespannt .
        Tom

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