Posted by on 21. September 2020

„Black and white are the colors of Photography“

Robert Frank

Dieses Zitat werden die meisten Zeitgenossen wohl kaum unterstützen. Selbst ich halte es bestenfalls für „provokant“, aber nicht wahr. Schwarzweiss hat nicht diesen universellen Anspruch. Aber als Genre der Fotografie hat es seinen besonderen Reiz, nämlich da, wo Farbe vielleicht nur ablenkt, redundant oder völlig unwichtig ist. Wenn man Fotos in Graustufen im Sinn hat, muss man die Motive anders visualisieren und entsprechend aussuchen. Eine neue Art Herausforderung gegenüber der üblichen (digitalen) Farbfotografie. Letztere hat natürlich den gewissen Vorteil, dass man in aller Ruhe im Postprocessing feststellen kann, ob S/W funktioniert oder nicht. An der Qualität solcher Bilder gibt’s sicher nichts zu meckern, wenn sie z.B. aus Kameras wie der M10 oder Q kommen (oder High-End-Geräten anderer Marken selbstverständlich auch). Ich stelle allerdings häufig einen bedauernswerten Hang zum „Overprocessing“ fest. Ich weiss, da befinde ich mich auf dem wackeligen Boden des persönlichen Geschmacks. Bin da halt sehr von Film geprägt. Ich grusele mich vor diesen überschärften, „über-Tonwert-getrennten“, schattenlosen Ergebnissen in HDR-Look.

Monochrom

Hafen von List. 3D-Wirkung auf Mittelformat-Niveau, im übrigen ein Foto, das mit keiner anderen Kamera ohne exzessives Nachbearbeiten möglich wäre. Leica M10-M mit 35mm Summilux bei f/2.8 1/125s ISO 1600, Infrarot-Filter 715

Die M10-M ist noch nicht lange bei mir und bis jetzt gab es keine Gelegenheit für die „klassischen“ Anwendungen für S/W, um die Kamera „artgerecht“ zu nutzen. Die Gelegenheit zur Bühnenfotografie habe ich knapp verpasst („Andersens Schatten“ im Juni), klassische Konzerte, Musicals oder Events überhaupt fanden Coronabedingt erst gar nicht statt. Street-Fotografie ist seit der DSGVO (eigentlich auch schon vorher) legal in Deutschland (und diversen Nachbarländern) nicht möglich (nebenbei: ich „blätterte“ vor kurzem in Ming Thein’s Blog und fand ein Photoessay über den Weihnachtsmarkt in Dresden mit glasklaren Porträts diverser Einzelpersonen. Ein Leser aus Deutschland machte ihn auf die rechtlichen Aspekte aufmerksam, was bei ihm auf Verblüffung und Unverständnis stieß. Ich persönlich denke, er hat ’ne Menge Glück gehabt, dass ihn keiner zur Rede stellte. Vielleicht auch nur, weil er offensichtlich fremdländischer Tourist war).

Monochrom

Alte Buhne bei Rantum. Die Algen, mit denen die Eichenstäbe überwachsen sind, enthalten so viel Chlorophyll, dass sie für den „Wood-Effekt“ sorgen. Die infrarote Wellenlänge erzeugt eine deutliche Vignette bei voller Öffnung des 35mm Summilux (die nicht im Postprocessing zugefügt wurde!). Leica M10-M mit 35mm Summilux bei f/1.4 1/125s ISO 800, Infrarot-Filter 715

Der „Hermann leuchtet“ auch nicht dieses Jahr (war erst auf September verschoben und ist offensichtlich nicht durchführbar, neues Datum März 2021). Da wäre Schwarzweiss auch eher fehl am Platz, bis auf ein paar atmosphärische Shots vielleicht. Porträt-Fotografie ist auf jeden Fall immer eine Option mit der Monochrom. Menschen überhaupt in jeder Lebenslage (das schliesst wiederum alle möglichen Events ein, auf denen Fotografieren erlaubt ist). Dann unbedingt Architektur (und da habe ich auch schon Pläne), vielleicht verbunden mit Low-Light-Fotografie, bei der die Monochrom sicher glänzt. Alles auf der Agenda. Der Winter ist lang.

Monochrom

Am Morsum-Kliff. Leica M10-M mit 35mm Summilux bei f/2.8 1/125s ISO 1600, Infrarot-Filter 715

Über die erste Gelegenheit, die Monochrom auszuprobieren, habe ich ja schon geschrieben. Das war das Turnier. Gleich darauf hatte ich eine Woche Urlaub, und die sollte auf Sylt stattfinden. Das hatten wir mit unseren dort lebenden Verwandten (echte Sylter, davon gibt’s nicht mehr so viele) schon vor über einem Jahr verabredet. Nun ist so eine Nordsee-Insel mit Dünen, Strand, Meer und Friesenhäusern auch nicht die erste Location, die mir bei Schwarzweiss-Motiven in den Sinn kommt, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Selbstverständlich war die M10-M im Reisegepäck, zusammen mit der M10 passt sie in die kleine Hadley-Digital, denn mehr wollte ich auf keinen Fall mit mir herumschleppen. Auf den Kameras war je ein Objektiv, ein zusätzliches passte noch daneben. Mehrere Leser berichteten inzwischen von ihrer Kombination einer Monochrom mit einer Leica Q, das ist sicher auch gut denkbar.

Monochrom

Schafe in den Heckenrosen der Braderuper Heide. Leica M10-M mit 50mm Summilux bei f/2.0 1/3000s ISO 160, Rot-Filter

Letztes Jahr hatte ich noch die beiden Super-Ikontas dort am Start und schwelgte mit Kodak Ektar in den Herbstfarben der Insel. Da musste ich mir jetzt was anderes einfallen lassen. Wäre doch nur Street-Fotografie erlaubt. Skurrile Typen gibt’s da zuhauf. Man kommt sich manchmal vor, als wäre man in den Filmset für ein Remake von „Einer flog übers Kuckucksnest“ gestolpert. Da zählt man als Typ mit Nerd-Faktor 14 (siehe nächster Absatz) noch zum Establishment.

Monochrom

Yin und Yang. Leica M10-M mit 50mm Summilux bei f/2.8 1/125s ISO 3200, Infrarot-Filter 715

Leica M10-M

Verwitterte Eichenstäbe. Leica M10-M mit 90mm Macro-Elmar bei f/4.0 1/750s ISO 160, Orange-Filter

Ich befinde mich übrigens immer noch im Begründungs-Modus für die Monochrom. Auf einer Nerd-Skala von 1 (System-Kamera-Zoom-Objektiv-„alles auf Automatik“-Knipser) über 5 (fanatischer Festbrennweiten-Fetischist) bis 10 (halbirrer Autor dieses Blogs) liegt man mit einer Monochrom vermutlich im Erweiterungs-Bereich von ungefähr 14 (endgültig-finale Vollmeise mit Realitätsverlust). Eindeutig ein Fall von Overkill. Die Reaktion der Mitmenschen reicht von „verblüfftem Unverständnis“ (bei nicht-fotografisch-Interessierten) bis zur Verspottung als snobistischer Angeber. Dazu reicht es allerdings für die meisten dieser „Kritiker“ schon aus, überhaupt irgendwas mit einem roten Punkt zu benutzen. Dem kann ich immer nur entgegen halten, dass es mir bisher nicht gelungen ist, irgendeine meiner M-Modelle in der Öffentlichkeit als eine Art „Status-Symbol“ erfolgreich einzusetzen. Gewöhnlich erkennt die kein Schwein.

Monochrom

Sandbank bei Munkmarsch. Leica M10-M mit 50mm Summilux bei f/2.8 1/125s ISO 3200, Infrarot-Filter 715

Monochrom

Seenot. Leica M10-M mit 50mm Summilux bei f/1.4 1/125s ISO 4000

Auf Sylt suchte ich mir meist Landschaftsmotive, weil wir die Stadt mieden, wo sich die Touristen durchschoben und in Cafés „gruppenkuschelten“, als hätte es sowas wie Corona nie gegeben. Und es gibt ja auch Knalltüten, die das glauben. Viele Typen mit einem „supra-nasalen Problem“ (eine vornehme Umschreibung für Doofheit, die wir als Studenten benutzten). Fairerweise muss ich sagen, dass manche Gastronomiebetriebe es sehr gut im Griff hatten, die Leute vor ihrem eigenen Leichtsinn zu schützen. Wir waren z.B. einmal in der „Seenot“ essen (kennt jeder, der mal auf Sylt war), dort war alles hygienetechnisch vorbildlich gelöst, vom guten Essen ganz abgesehen.

Monochrom

Das „neue“ Gosch in der Friedrichstraße. So sah es aus, wenn es total leer war. Leica M10-M mit 35mm Summilux bei f/4.0 1/500s ISO 160, Orange-Filter

Ich kenne Sylt jetzt seit fast vierzig Jahren. Es gibt Landschaftsmarken, die man immer wieder ansteuert und auch fotografiert, aber erstaunlicherweise findet sich auch Neues zu entdecken. Meine Frau spottet immer ein bisschen und zitiert dieses abgewandelte Wort von Karl Valentin: „Es ist zwar schon alles fotografiert, aber noch nicht mit jeder Kamera“ (Original: „Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem“). Ich zucke mit den Schultern und knipse weiter.

Monochrom

„Blech-Barock“.  Leica M10-M mit 35mm Summilux bei f/1.4 1/3000s ISO 160, Orange-Filter

Leica M10-M

So sah die Friedrichstrasse aus, wenn sie leer war. Leica M10-M mit 50mm Summilux bei f/1.4 1/1000s ISO 160, Orange-Filter

Auf der Insel bewegten wir uns ausschliesslich mit „normalen“ Rädern. E-Bikes sind inzwischen auf den Radwegen sehr dominant, und ich will das auch nicht in Bausch und Bogen verurteilen (wer weiß, wann ich mal selber froh bin, dass es die Teile gibt), aber wenn ich mir die typischen Nutzer so ansehe, kann ich nur konstatieren, dass denen ein bisschen Sport gut tuen würde… aber so ist das: Das Urlaubsgefühl soll nicht dadurch getrübt werden, dass man potentiell anstrengende Sachen macht. Naja, besser als gar keine Bewegung an der frischen Luft und wenigstens stopfen die nicht die Strassen der Insel mit ihren SUV’s voll (Mein Schwager sagt immer: „Hamburger Golf“ und meint damit einen Porsche Cayenne). Von List bis Hörnum gibt es jeden Tag eine einzige Autoschlange.

Monochrom

In der Braderuper Heide. Leica M10-M mit 35mm Summilux bei f/2.0 1/125s ISO 3200, Infrarotfilter 715

Zurück zur Monochrom. Ich sagte schon im vorigen Beitrag, wie wichtig es ist, bei Tageslicht die Tonwert-Trennung durch den Gebrauch von Filtern zu unterstützen. Mindestens gelb, eher orange. Der Himmel über Sylt war in den Tagen so wolkenzerrissen, dass ich meist auf rot und noch öfter auf infrarot zurückgriff. Die resultierenden Dateien werden lediglich in LR in Helligkeit und Kontrast eingestellt, weitere Bildbearbeitung nicht notwendig. Die Infrarot-Fotos sehen schon manchmal „surreal“ aus, aber wenn ich diesen Look durch Hardware (Filter) erreichen kann, finde ich das legitim. Das kommt so aus der Kamera, ohne dass ich in einen „Slider-Rausch“ verfalle.

Monochrom

Strand. M10-M mit 35mm Summilux bei f/2.8 1/125s ISO 1600, Infrarotfilter 715

Bei Gelb- oder Orangefilter kann man eigentlich unbedenklich mit Belichtungsautomatik arbeiten und muss sich nur die üblichen Gedanken bei extremen Lichtverhältnissen machen, inwieweit man die Highlights durch Belichtungskorrektur nach unten schont. Bei Rotfilter sollte man eine positive Belichtungskorrektur durchführen (will man die Belichtungsautomatik nutzen). Meist gehe ich dann eher zu voll manuell über. Bei Infrarot geht das überhaupt nicht anders, zusätzlich ist der Messsucher dann auch unbrauchbar. Fokus-Peaking ist angesagt.

Monochrom

„Sylter Alltagsmenschen“, Figuren der Bildhauerin Christel Lechner, die überall in Wenningstedt zu finden sind. Erinnern mich alle an unsere selige Tante Else. M10-M mit 35mm Summilux bei f/2.8 1/125s ISO 1600, Infrarotfilter 715

Viele der hier gezeigten Bilder fallen unter das Genre der „Landschaftsfotografie“, heutzutage (lange nach Ansel Adams) nicht gerade eine S/W-Domäne. Aber unter bestimmten Bedingungen „funktioniert“ monochrom auch hier. Ich würde es ganz allgemein so zusammenfassen: Formen, Strukturen (Muster), Grenzen, Verläufe, Licht und (vor allem!) Schatten, bis hin zu dem, was in der Malerei „Chiaroscuro“ genannt wird.

Monochrom

Spiegelung, Überlagerung. M10-M mit 50mm Summilux bei f/8.0 1/500s ISO 160, Rotfilter

Monochrom

„Pfeffer und Salz“ oder „bitte recht freundlich“ (alle schauen zum Fotografen). Leica M10-M mit 50mm Summilux bei f/2.0 1/1000s ISO 160, Rot-Filter

Auf unseren Ausflügen auf der Insel hatte ich aus Gründen der Platzersparnis immer entweder ein 50er oder 35er Summilux (beide haben die gleichen Filtergewinde) und ein 90er Macro-Elmar in Reserve. Ich habe schon öfter (selbst bei Profis) gelesen, dass 50 oder 35mm „langweilige“ Brennweiten seien. Ich glaube, so etwas gibt es überhaupt nicht. Da würde ich unterstellen, dass jemand, der so denkt, eher unter einem Mangel an „Prävisualisierung“ leidet. Wer nur auf weitwinkelige Bildeffekte oder Offenblende setzt (nichts gegen beide Mittel im Prinzip!) reitet auf einem bildkompositorischen „one-trick-Pony“, an dem sich der Betrachter irgendwann leid sieht (Das ist z.B. der Grund, warum ich nie ein Noctilux haben wollte. Es kann nur eine Sache richtig gut).

Monochrom

Kite-shooting im Abendlicht. M10-M mit 35mm Summilux bei f/2.8 1/125s ISO 3200, Infrarotfilter 715

Das Thema „Monochrom“ ist noch nicht abgeschlossen. Es gibt zwar in naher Zukunft keine konkreten Anlässe oder spezifische Anwendungsbereiche, die Kamera weiter zu testen, aber ich warte mal ab, was sich ergibt.

Hier noch eine Bilder-Galerie:

Nachtrag vom 23.09.2020. Es gab im Lauf der Zeit bereits mehrere Anfragen, wie ich zwei Kameras und Objektive in meine Fototasche (von begrenztem Raum) bekomme, ohne das sich die Geräte gegenseitig zerstören. Bilder sagen da mehr als Worte, also füge ich hier eine mögliche Variante an.

Wie packe ich meine Hadley Digital mit zwei Bodys?

Monochrom

Das geht ohne weiteres in die kleine Hadley Digital: Zwei M-Bodys, hier mit Summilux 50 und 35 Objektiven, dazu das (mit Sonnenblende) recht lange 90mm Macro-Elmar seitlich.

Wie gesagt, es gibt bei der Hadley Digital auch andere Möglichkeiten, zwei Bodys unterzubringen (man kann z.B. einen mit Deckel vor dem Bajonett, also ohne Objektiv, an die Seite stecken). Aber wenn man denn unbedingt zwei Bodys (und das war sonst bei mir meist eine analoge und eine digitale Leica M, jetzt ging es um die M10 und die Monochrom) in der Tasche unterbringen will, hat das mit aufgesetzten Objektiven den Vorteil, dass sie sofort betriebsbereit sind. Ausser, man stellt fest, dass man die Objektive erst tauschen muss, aber das geht auch schnell. Ein drittes Objektiv hat noch neben den Kameras Platz. Alles eine Frage der Polsterung.

 

Monochrom

Ein Body kommt ganz nach unten. Es darf nur kein wesentlich längeres Objektiv als (hier im Beispiel) das 50er Summilux daran sein. Man sieht die seitliche Trennwand (mit Klettverschlüssen befestigt), dort steckt bereits das 90er Macro-Elmar.

Monochrom

Dies ist ein Hadley-Polster, das Bild zeigt, wie es in der Tasche auf der unteren Kamera liegt. Es ist mit Klett an der Rückwand der Tasche und kann einfach hochgeklappt werden.

Monochrom

So sitzt die Untere Kamera mit teilweise hochgeklapptem Polster in der Tasche.

Monochrom

Darauf kommt der zweite Body. Das Polster ist dick genug, dass sich die beiden Kameras nicht berühren.

Monochrom

Der zweite Body passt so bündig in die Tasche, nichts schabt aneinander.

Monochrom

Deckel zu! Im vorderen Fach sind trotzdem diverse Utensilien, wie Filterdosen, Ersatzakku, Tücher, Objektiv-Pen und sogar das Ministativ von Manfrotto.

Wenn man vor Ort ist, nimmt man ja sowieso immer eine der beiden Kameras heraus, dann ist in der Tasche genug Platz zum „wühlen“, z.B. wenn man Objektive wechselt. Der Platz, wo jetzt das 90er Macro-Elmar sitzt, könnte sogar mit zwei kürzeren Objektiven übereinander (mit Polster dazwischen) ausgefüllt werden, wenn man unbedingt soviel mitschleppen will. Mir reicht eigentlich eine Kombination von 35 (bzw. 28), 50 und 90, oder vielleicht 21, 35, 75 u.s.w., je nachdem, was man so erwartet, vor die Linse zu bekommen.

Comments

  1. Markus
    4. Oktober 2020

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    Guten Abend,
    mit der neuen „R“ sind Sie sehr kritisch bzgl des Sensors umgegangen und haben die Stellung bezogen, dass Sie aufgrund genau dessen nie eine M10R kaufen würden. Die Monochrom nutzt fast den selben Sensor. Weshalb waren Ihre Sorgen bzgl. der Verwacklungsgefahr durch die hohe Pixeldichte und ohne Stabilisator bei dieser Variante nicht (Nicht-)Kaufsentscheidend?
    Gruß, Markus

    • Claus Sassenberg
      5. Oktober 2020

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      Das habe ich im Artikel zur M10-M (beim Turnier) betrachtet und genau begründet. Im Sylt-Artikel gehe ich auch noch mal darauf ein.

      Viele Grüße,

      Claus

  2. Andreas
    29. September 2020

    Leave a Reply

    Ja, toller Artikel und schöne Beispielfotos!
    Ich sehe es genau so – für s/w-Fotografie eignen sich nur bestimmte Motive. Klar abgegrenzte Muster, Formen und Strukturen oder Freistellung auf ein bestimmtes Objekt. Ist die Szenerie zu überladen bzw. es gibt zu viele Ebenen im Bild, fehlt dem Auge des Betrachters eine klare Abtrennung, die man mit einem Farbfoto des gleichen Motivs durchaus erreichen könnte.
    Hat man aber ein Motiv gefunden, das auch in s/w funktioniert, wird das zum richtigen Eyecatcher.
    Auch Portraits wirken oftmals besser, weil ohne Farbinformation der Betrachter nicht von der gezeigten Emotion des Gesichtsausdrucks abgelenkt wird. Auffällige Schminke oder Accessoires stören dann nicht mehr.

    Die starke Vignettierung der Bilder mag ich übrigens sehr.

    Freue mich auf die nächsten Artikel,
    Grüße aus Frankfurt,
    Andreas

  3. Bernd Beykirch
    28. September 2020

    Leave a Reply

    Hallo Herr Sassenberg,
    es gibt noch mehr Fotografen auf der Nerd-Skala 14, ich habe nämlich auch eine ;-). Und deshalb gleich eine Frage zur Verwendung des IR-Filters 715. Hatten Sie insbesondere bei offener Blende Probleme mit dem Fokus-Shift?
    Ich verwende ein Filterset von Heliopan bestehend aus gelb (8), gelb-dunkel (15), orange (22) und gelb-grün (11). Nach meiner Erfahrung ist der Fokus-Shift bei Benutzung des 75 Summicron mit dem orange (22) Filter erheblich, mit den Filtern (8), (11) und (15) ist er mir nicht aufgefallen.
    Beste Grüße
    Bernd B.

    • Claus Sassenberg
      29. September 2020

      Leave a Reply

      Hallo Herr Beykirch,

      das 75er Summicron ist mit seiner geringen Tiefenschärfe sicher anfällig für solche Effekte. Ich habe es selbst, aber bisher nicht (mit Orange-Filter) an der Monochrom verwendet. Die längste Brennweite mit Filter war 90mm, aber es war das Macro-Elmar, dass eine Anfangsöffnung von f/4.0 hat. Dabei fiel mir kein Fokus-Shift auf.
      Bei 50er und 35er Summilux mit Orange- oder Rot-Filter ebenfalls kein Problem.
      Ich verwende allerdings ausschliesslich B+W-Filter, ausser den RG715, der ist von Heliopan.

      Beim Infrarot-Durchlassfilter kann man den Messsucher gar nicht benutzen. Infrarote Wellenlänge wird anders gebrochen, darum die Infrarot-Markierungen auf den Distanzskalen älterer Objektive. Es bleibt bei der M10-M nur die Möglichkeit, über Live-View (oder mit dem elektr. Aufstecksucher) mit Fokus-Peaking die Entfernung einzustellen.

      Viele Grüße,

      Claus Sassenberg

      • Mike Obert
        29. September 2020

        Moin zusammen,
        die alten Leica-Objektive hatten doch alle die zusätzliche Markierung für IR ???
        Gerade eben habe ich meine Zeiss Linsen für C/Y begutachtet, nach dem die Fünfte von fünf auch eine Markierung für IR hatte, habe ich aufgehört.
        Die Markierung für IR ist bei Leica vielleicht mit den Jahren einfach unter den Tisch gefallen.
        Also mit Fokus-Peaking schauen, wo der Strich sein muss für IR, Reissnadel in die Hand, mit Edding rot einfärben und ab dafür. Oder von einem Altobjektiv mit gleicher Brennweite übernehmen….

        Optik ist Optik, da ändert sich nichts, nur weil ein roter Strich auf der Skala fehlt 😉

        Gruß
        Mike

  4. Frank
    23. September 2020

    Leave a Reply

    hallo Claus,
    mal wieder ein Bericht so richtig nach meinem Geschmack. Tränen in den Augen weg gewischt und ran an die Tastatur. Welch tolle Bilder – welch tolle Sprache. So etwas ist heut zu Tage kaum noch zu finden. Danke – Danke!
    Ich selber nutze gerne das 35mm 1.4 und freue mich über die kompakte Bauweise :-). Dazu gesellt sich ein 50mm 1.4 was mir in der Stadt besonders viel Freude bereitet und schwups ist alles was man braucht dabei. Für die Farbe nehme ich entweder die Q oder meine Frau führt Ihre Nikon Z50 aus. Reicht beides für bunte Bilder.
    Eine Frage hätte ich dann noch – den Infrarotfilter 715 von welcher Firma haben Sie diesen?
    Nochmals vielen Dank für diesen herrlichen Bericht ich werde ihn heute Abend nochmal in Ruhe lesen und die Bilder genießen.
    Einen nette Fotogruß von M zu M sende ich und verbleibe
    Frank

    • Claus Sassenberg
      23. September 2020

      Leave a Reply

      Hallo Frank,

      …und Danke für die Blumen! 35er und 50er Summilux sind eine unschlagbare Kombination.

      Der IR-Durchlassfilter 715 ist von Heliopan.

      Viele Grüße und schönen Abend,

      Claus

  5. Jan Dönselmann
    23. September 2020

    Leave a Reply

    Der Artikel hat mich in vielen Bereichen sehr angesprochen, so dass ich ihn in Teilen meiner Frau vorgelesen habe (abgeändertes K.Valentin-Zitat!). Wir haben Tränen gelacht, weil wir uns beide wiedererkannt haben.
    Wir sind auch langjährige Syltfahrer und ich werde meine kürzlich erworbene M9Monochrom im Oktober dort zum Einsatz bringen.
    Den Infrarotfilter finde ich ehrlich gesagt zu heftig, ansonsten sehr schöne Bilder, viele Motive sind mir bekannt.
    Liebe Grüße Jan

    • Claus Sassenberg
      23. September 2020

      Leave a Reply

      Hallo Jan,

      das mit dem Infrarot-Durchlassfilter ist eben Geschmack… und das ist halt so ’ne Sache. Ich find’s okay, aber der Hauptgrund für die relativ vielen Bilder damit war, dass das Wetter und die Wolkenlage einfach so günstig dafür waren.

      Klar, dass ein regelmäßiger Sylt-Besucher die Ecken alle kennt! Trotzdem gibt es so viel wechselndes Licht und Wetterlagen auf der Insel, dass es immer anders aussehen kann. Nach fast vierzig Jahren Inselkenntnis kommt trotzdem immer wieder Neues dabei heraus.

      Viele Grüße,

      Claus

      • Jan Dönselmann
        24. Oktober 2020

        Hallo Claus,
        nun bin ich von meiner Sylttour wieder zurück und habe ein kleines flickr-Album gebastelt
        https://flic.kr/s/aHsmRH4k4W
        Manches Motiv wird Dir bekannt vorkommen, Gruß Jan

      • Claus Sassenberg
        25. Oktober 2020

        Hallo Jan,

        auch sehr schöne Impressionen! Man kann hundertmal dahinfahren, das ständig wechselnde Licht lässt einen immer was Neues entdecken.

        Viele Grüße,

        Claus

  6. Uli
    23. September 2020

    Leave a Reply

    Guten Morgen Herr Sassenberg,
    Ihre Fotos von Sylt erwecken jedesmal bei mir den Wunsch: „Da will ich auch hin.“
    Sehr schöne Bilder.
    Nach meiner nicht professionellen Meinung scheint es mir oft so, dass man insbesondere bei s/w Fotografie nur Wolken in deutlicher Ausprägung braucht, um eine schöne Wirkung zu erzielen.
    (Ja, und natürlich auch den/die Fotografen/Fotografin, der/die das mit der Kamera angemessen einfängt.)

    Eine Frage zu Ihrer Hadley Digital habe ich noch:
    Sie berichten wiederholt davon, in der Tasche zwei Leica M samt drei Objektiven unterzubringen.
    Mir gelingt das nicht so recht ohne befürchten zu müssen, Kamera und Objektive zu beschädigen.
    Kurz: Wie machen Sie das?

    Liebe Grüße.
    Uli Sieboldt

    • Claus Sassenberg
      23. September 2020

      Leave a Reply

      Hallo Uli,

      die Frage zur „Packmethode“ der Tasche hatte ich jetzt schon so oft, dass ich eine Bilderserie dazu an den Artikel drangehängt habe! Schau dir das einfach mal an. Bilder sagen mehr als tausend Worte.

      Viele Grüße,

      Claus

      • Uli
        23. September 2020

        Hallo Claus,

        Lieben Dank für die Erläuterung und die kleine Fotostrecke.
        Diese Variante ist mir überhaupt nicht in den Sinn gekommen, ich werde sie gerne einmal ausprobieren.
        Liebe Grüße aus dem Rheinland
        Uli

  7. Philipp
    22. September 2020

    Leave a Reply

    Meine Güte, was für Bilder! Und da ist er wieder, mein Kummer des Brillenträgers, der die M nicht mehr nutzen kann. Auf der Skala der Verrückten würde ich noch Monochrom ohne LCD und EVF drauf setzen, gibt es das? (vermutlich). Pragmatisch dann aber vielleicht doch eher die M-R und die Freiheiten der SW-Nachbearbeitung genießen. Ab 40 MP ist eh alles wurscht (und unser Auge an seinen Grenzen). Und bei Leica hat eben nach der M die kleine CL die meiste Seele, nehme ich halt die…Und doch, warum nicht einmal wieder wie Film denken, einen Filter mitnehmen, das Zonensystem ausloten, M6-Feeling. Klasse gemach, wunderbare Bilder, viel Grau-Stufen-Tiefe. Und ein schöner Artikel über Bildermachen in 2020.
    Beste Grüße aus dem HomeOffice
    Philipp

  8. Kai
    21. September 2020

    Leave a Reply

    Henry Ford würde das auch unterstützen, der brauchte für den berühmten Ford T eigentlich auch nur Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Denn der meinte, man könne den Ford T in allen Farben bekommen, Hauptsache, sie währen schwarz…
    Zum Oldtimer passt der Stil am besten. Geniales Foto.
    Aber auch sonst vermisse ich keine Farbe, die entsteht in meinen Träumen. Und ja, vielleicht ist es genau das: Wer ohne digitalen Sucher fotografieren kann, der sieht auch Farbe in Schwarz-Weiß und umgekehrt.

    Sylt ist im Moment auch irgendwie so wohltuend leer. Das könnte mehr so sein:-)

    Lieber Gruß von Kai

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