Die ich rief, die Geister werd ich nun nicht los.

Goethe: Der Zauberlehrling

Leica M11
Loom. Leica M11 mit 21mm color Skopar bei f/4 1/160s ISO 100

Nee, gerufen hab ich nach der hohen Auflösung nicht, bekommen hab ich sie aber trotzdem. Bei der M10-Monochrom musste ich mich auch damit anfreunden. Und ging. Wenn man nicht gerade unter einem üblen Tremor leidet, kann man bei geeigneter Auswahl der Belichtungszeit auch mit 60 MP klarkommen.

Aber dass ich nicht auf Gedeih und Verderb auf die volle Auflösung angewiesen bin, war für mich das Killerkriterium für den Erwerb der Kamera. Seit dem „Hands On“ sind knapp zwei Wochen vergangen und inzwischen habe ich oft 36MP, manchmal 18MP eingestellt. So faszinierend das ist, in so eine 60MP-Datei rein zu zoomen: Ich hör die Zahnräder im iMac ganz schön rumpeln, und für die meisten Gelegenheiten ist die Auflösung overkill. Aber „nice to have“, natürlich. Nach wie vor, cool gelöst von Leica. Lässt sich beim Shooting wirklich in Nullkommanix ändern. Bin gespannt, wie lange es dauert, bis das irgendeiner von den „Großen“ (Casonikon) imitiert.

Mein Verhältnis zu ultrahohen Auflösugen habe ich gar nicht unbedingt revidiert, nur fällt es mir im Fall der M11 leicht, Zugeständnisse zu machen. Getreu dem F.W.Bernstein-Zitat: „Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher, äh…. sind neuerdings selber welche.“ Der Triple-Resolution-Sensor war keine Kröte, die ich widerwillig schlucken musste. Wenn man das Viech küsst, verwandelt sie sich vielleicht in Prinzessin Emmelf… meine heisst jetzt Elfi.

Leica M11
Jaguar. Leica M11 mit 75mm Apo-Summicron bei f/2 1/350s ISO 320
Leica M11
Dieses Bild habe ich bei ISO 12500 jeweils in den drei Auflösungs-Stufen gemacht, unten werden die 100% Ausschnitte verglichen. Das hier gezeigte JPG stammt von dem „großen“ DNG, es ist „out of camera“, vor allem ohne alles, was in Lightroom im Feld „Details“ zusammengefasst ist. Also kein Nachschärfen, keine Rauschunterdrückung. Bei diesem stark herunterskalierten Bild kann ich Rauschen erkennen, aber muss schon drauf achten. Leica M11 mit Contax G45 bei f/2 1/160s ISO 12500

Von infantilem Antropomorphismus mal abgesehen, gibt es einen gewissen Erkenntnisgewinn, den ich schon mal weitergeben möchte. Der geneigte Leser möge sich allerdings wappnen, denn was jetzt kommt, ist fanatisches Pixel-Peeping ohne Relevanz zur Praxis der täglichen Bilderstellung. Gegebenenfalls besser gleich zum nächsten Absatz weiter scrollen.

Erbsenzählerei

Sean Reid hat sich auch wieder mal um „reverse engineering“ bemüht und verschiedene Dinge herausgefunden. Zunächst mal, dass die M10-R zur M11 farblich praktisch identisch ist (minimale Differenz in der Sättigung), ausserdem, dass beide Modelle bis ca. 12500 ISO ein ähnliches Rauschverhalten zeigen, dann aber bis 50000 ISO die M11 vorbeizieht, vor alllem ohne „Banding“. Alles auf volle Auflösung bezogen.

Aber dann wird’s unübersichtlich, weil wir es mit dem Triple-Resolution-Sensor zu tun haben. Dreifach verwirrend! Das Postulat war ja (und ich glaube, auch von Leica so angegeben), dass die reduzierten Auflösungen ein besseres Rauschverhalten und eine bessere Dynamik zeigen.

Zur Dynamik kann ich nichts sagen, aber das mit dem besseren Rauschverhalten ist jedenfalls nur marginal relevant. Ich habe selbst Vergleichsfotos gemacht und mir die Augen wundgeguckt, aber ehrlich: Der Effekt ist minimal. Vor allem, wenn man dann noch die „großen“ DNG’S auf die geringeren Auflösungen herunterskaliert. Das schluckt eine Menge Rauschen.

Bei Bill Klaff (Photons to Photos) habe ich bereits eine Graphik zum Rauschverhalten der M11 gefunden. Eigentlich müsste er für den Sensor drei verschiedene Kurven zeigen… aber sei’s drum. Jedenfalls sieht die M10-R da (marginal!) unterlegen aus. Die M10-Monochrom stellt erwartungsgemäss die anderen beiden in den Schatten. Die scharfen Zacken in den Kurven bei den Kameras sind der Hinweis, dass bei allen mit „Dual Conversion Gain“ gearbeitet wird.

Leica M11
Vergleich Rauschverhalten nach Bill Klaff: Die M11 ist etwas besser als die M10-R, die M10-M ist der King… Die Zacken in den Kurven zeigen den Bereich, wo „Dual Conversion Gain“ angewandt wird. Direkter Link zur Grafik

Sean Reid will das (also: weniger Rauschen bei den kleineren DNG’s) durchaus gesehen haben und er empfiehlt entsprechend, die Auflösung zu reduzieren, wenn man im hohen ISO-Bereich unterwegs ist. Ich würde das zwar auch sagen, aber nur, weil man damit die Verwackelungsgefahr bei längeren Belichtungszeiten minimiert.

Leica M11
Im japanischen Restaurant. Von einem mittleren DNG. Leica M11 mit 35mm Ultron bei f/2 1/180s ISO 250

Ein interessanter, aber kaum praxisrelevanter Nebenaspekt: Die mittleren DNG’s sind „weicher“ in der Bildwirkung. Das sieht man freilich nur, wenn man Dateien direkt aus der Kamera betrachtet. Schon die Standard-Einstellung für’s nachschärfen beim Import in Lightroom eleminiert diese Differenz. Das hochauflösende Dateien beim Verkleinern zudem quasi „geschärft“ herauskommen, ist ausserdem auch nichts Neues und trägt zu dem Effekt vermutlich bei.

Leica M11
Gin Tonic. Leica M11 mit 35mm Ultron bei f/2 1/90s ISO 12500

Ich habe inzwischen einige 36MP-Bilder gemacht und ich versichere, da ist nichts „weiches“ dran. Ich denke, das wird vernünftigerweise die Auflösung sein, mit der ich in Zukunft am meisten mache. Und bevor einer kommt und behauptet, dass die Kamera also wohl doch nicht für 60MP geeignet ist: Quatsch! Wie ich schon sagte: Nice to have, und ich drehe ja meinen Pioneer-Verstärker auch nicht ständig auf Anschlag, nur weil der 1000 Watt Leistung hat.

Was hohe ISO betrifft, ist 12500 absolut gebrauchsfähig und der Wert 25000 kein no-go. Erst wenn’s gegen 50000 strebt, wird das zunehmende Schwächeln der Dynamik evident, der automatische Weissabgleich sagt Tschüss und die Farben erinnern stark an Tante Friedas Teint bei der Feier am offenen Sarg. Das richtige für die Zombie-Apokalypse (irgendwas kommt bestimmt nach Corona).

Bin gespannt, zu welchen Ergebnissen Sean Reid gelangt, wenn er die Auflösung bei den drei DNG-Stufen testet. Aber egal, was dabei herauskommt: Ich schätze, dass das nur von akademischem Interesse ist.

Leica M11
Loom. Leica M11 mit 21mm Color Skopar bei f/3.5 1/160s ISO 250

Und weiter…

In der letzten Woche habe ich mich umgeschaut, was noch so an Reviews über  die Leica M11 auftaucht. Ob es vielleicht weitere Aspekte gibt, die erwähnenswert sind. Um festzustellen, dass man eigentlich alles weiß, wenn man Jono’s und Sean Reid’s Reviews gelesen hat. Von den Video Reviews, die es bis gestern gab, fand ich ein paar unsagbar doof (Kai W… WTF??), dagegen z.B. das von Patrick „Paddy“ Ludolph richtig gut. Sehr sachlich und informativ, die Eigenschaften der M11 klasse abgearbeitet. Ich stimme mit seinen Ansichten voll überein! Er kann z.B. auch keine signifikante Verbesserung des Rauschverhaltens der kleineren DNG-Dateien sehen.

Leica M11
Im japanischen Restaurant. Leica M11 mit 35mm Ultron bei f/2 1/160s ISO 2500

Dass der Auslöser immer im Live-View Modus ist, finde ich auch weiterhin (wie schon im Hands On erwähnt) irgendwie unheimlich. Paddy hatte den Gedanken, ob Leica nicht in einem Firmware-Update den „alten“ Messsuchermodus wiederherstellen könnte, aber ihm schien nicht klar zu sein, dass da Leica die Brücken Hardware-seitig abgebrannt hat. Es fehlt ja ein Sensor im Gehäuse für die Belichtungsmessung (von den reflektierenden Verschlusslamellen mal abgesehen). Im Prinzip hat er natürlich recht: Ich hätte es auch besser gefunden, wenn der Messsuchermodus geblieben wär, wie er war und man denen, die gern eine Matrix-Messung wollen, das neue, schnelle Live-View anbieten kann. Wer sich noch erinnert: Bei der M240 gab es auch im Messsuchermodus die Möglichkeit, Matrix-Messung im Menü zu wählen. Die Kamera ging dann ohne Monitor in Live-View (wie es jetzt die M11 immer macht), aber das hatte damals den Nachteil der ewig langen Auslöse-Verzögerung zur Folge.

Leica, wie wär’s, den alten Messsuchermodus bei einer (fiktiven) M11-P wiederherzustelllen? Ein bisschen Farbe auf die Verschlusslamellen und den Sensor ins Gehäuse… das müsste doch drin sein? Und schon muss der Verschluss nur noch auf und wieder zu. Leise und noch schneller als jetzt. Und für die Matrix-Messungs-Fans ist es nur unwesentlich langsamer, wenn die den „neuen“ Messuchermodus wählen. Das bläht das Menü nicht auf.

Leica M11
Am Ravensberger Park. Leica M11 mit 21mm Color Skopar bei f/3.5 1/160s ISO 320

Paddy hatte noch was bemerkt, was mit der Konnektivität zusammenhängt. Und zwar kann man ein iPhone nur mit dem Lightning-Kabel verbinden, das im Lieferumfang der Kamera ist. Nicht mal ein Original USB-C-auf-Lightning Kabel von Apple funktioniert mit der Kamera! Hammer, oder? Was soll das denn? Vor allem, weil ein Apple USB-C auf USB-C Kabel (z.B. an mein iPad Pro) tadellos funktioniert. Wo is’n da die Logik?

Paddys Fazit: Die beste digitale M aller Zeiten. Und dann der Knaller:

Der Lexit

Leica M11
Das macht einen schon nachdenklich. Leica M11 mit 35mm Ultron bei f/2 1/160s ISO 64

Was Patrick Ludolph am Ende des Reviews sagt, hat mich extrem nachdenklich gemacht oder besser gesagt: Mich wieder in dem bestätigt, was ich selbst schon lange denke. Er proklamiert nämlich seinen“Lexit“, das heisst, er wird die M11 nicht anschaffen (die für’s Review war von Leica geliehen).

Die Kameras werden einfach zu teuer. Es ist ihm selbst klar, dass Leica und die Preise schon immer ein Thema waren, bei dem man nicht allzuviel Vernunft anwenden durfte, aber er zieht jetzt die Notbremse. Ihm reicht seine M10.

Dieses Statement stürzte mich direkt in ein schlechtes Gewissen, denn ich kann ihm nur recht geben. Die Marke Leica wird immer elitärer. Als ich mit der M9 vor 13 Jahren in diese Gefilde vorstieß, habe ich mich noch heftig gegen die hämischen Bemerkungen der Kritiker gewehrt und den Geist des Purismus beschworen. Ich bin ja doppelt Klischee-belastet: Als Leica-Nutzer und als Zahnarzt! Jedenfalls gab und gibt es eine Menge Leute, die wie ich den handwerklichen, ursprünglichen (manche würden vielleicht auch spöttisch sagen:“antiken“) Ansatz der Fotografie lieben, den die Messsucherkameras von Leica ermöglichen. Dass das wiederum anderen Foto-Enthusiasten unheimlich dämlich erscheint, sei dahingestellt. Aber die Schere zwischen denen, die Leica gut finden und denen, die es sich halt leisten können, klafft immer weiter. Die neue Leica M11 könnte für manche der Gegenwert von zwei bis drei Monatsgehältern sein.

Leica M11
Elitär. Das gab’s schon immer. Aber das macht es nicht besser. Leica M11 mit Contax G45 bei f/2 1/250s ISO 250

Schon als ErwinPuts sich von Leica verabschiedet hat, kamen mir ähnliche Gedanken und es ist nicht von ungefähr, dass ich seither (auch dank Jörg-Peter Rau) die Qualitäten von Nicht-Leica-Objektiven heraustelle. Das ist auch sowas: Natürlich bewundere ich die technische Leistung und die handwerkliche Qualität der Leica-M-Objektive, aber bei den neuen Apo-Summicrons ziehe ich z.B. den Schlussstrich. Wer sie sich gönnen möchte – bitte sehr! Kein Problem deswegen, aber: Die Preisspirale mache zumindest ich nicht mit. Sean Reid hat das 35er Apo Summicron mit dem Voigtländer 35mm Apo-Lanthar verglichen. Das Leica Objektiv ist optisch nur eine Spur besser (und zugegebenermassen etwas kleiner), aber siebenmal teurer als das Apo-Lanthar.

Leider hat Leica im Gegensatz zu M-Objektiven bei digitalen Messucherkameras das Monopol (die Pixii ist noch kein adäquater Ersatz, aber schon ein Lichtblick). Ich weiß genau, dass bei einigen wieder das Zahnarzt-Klischee aufblitzt, aber ich sage es trotzdem: Auch ich musste bei dem Preis erst mal schlucken. Aber in einer Mischung aus Konsumzwang, GAS und Hoffnung auf Serotoninausschüttung fand ich mich damit ab. Trotzdem, Paddy – Chapeau! Ich kann dich gut verstehen und wenn’s so weitergeht, komm ich da auch noch hin. Das heisst: Die Liebe zur M-Fotografie bleibt, aber z.B. eine Leica Q3, oder eine M11-Monochrom anschaffen? Recht unwahrscheinlich, zumal z.B. die M10-M phänomenal ist. Ebenso ist das mit denen, die lieber erst mal bei der M10, der M10-P oder M10-R bleiben: Die Qualität der Fotos wird kein Problem sein, noch auf Jahre hinaus.

Ich werde jetzt nicht alle zwei Wochen was über die Leica M11 schreiben, die nächsten Monate wird die Kamera sich erst mal wirklich bewähren müssen.

Hier ein Teaser, da gerade von Nicht-Leica-Objektiven die Rede war: Mein nächster Beitrag wird über das Contax G45 sein, das Funleader in ein M-Gehäuse gesetzt hat. Ich hab es schon seit November letzten Jahres. Spoiler: Für ein Vintage-Objektiv aus den 90er Jahren lehrt es jedem Summicron das fürchten.

Leica M11
Citroën. Leica M11 mit Contax G45 bei f/2 1/250s ISO 250

22 Kommentare

  1. Lieber Herr Sassenberg,

    auf diesen Artikel habe ich irgendwie gewartet…
    Inzwischen ist meine M11 auch angekommen und ich bin fleißig am Testen und komme zu sehr ähnlichen Schlüssen wie Sie.
    So wie die M10 Mono mein Herz im Sturm eroberte, ist es mit der M11 in keinem Fall. Sie ist schon eine Persönlichkeit, die wahrgenommen werden möchte, nicht einfach nur ein präzises fotografisches Werkzeug.

    Im Vergleich zu unseren „Brot & Butter Nikons“ (Z7II, Z6II & D850) die tagtäglich einfach alles machen müssen, was in der Industrie- & Werbefotografie so anfällt, hat sie Ihre echten Ups & Downs.

    So perfide es klingt, bei 60MP ist die M11 für mich die perfekte Stativkamera für superenge Interieurs, gepaart mit einem 10mm von Voigtländer. Sie hat mir damit bei den letzen Produktionen Bilder gezaubert, die ich nie dachte fotografieren zu können.
    Als Handkamera ist sie (noch) für mich ein Graus:
    Bei offener Blende stimmt zwar meist der Fokus, leichte Motivbewegungen, die eine Dynamik in die Bilder zaubern, sind aber mangels Stabi meist ausgeschlossen. 1/4 des Brennweitenkehrwertes muss einfach sein, um nutzerbedingte Verwicklungen auszuschließen. Mit der Z7II halte ich bei 35mm einfach mal so eine 1/10 sek. trotz meiner Ü50 Konstitution.
    Leicht abgeblendet, 2,0 – 5,6, liegt der Fokus über den Messsucher immer etwas zu weit hinten – sehr unangenehm.
    Das neue Visoflex ist noch im Verzug und das der M10 funktioniert nicht. Über das Heckdisplay zu fokussieren finde ich höchstgradig unsportlich und verweigere mir diese Option. Nicht nur die Leica kann zicken – ich darf das auch!

    Nun ja, Gut Ding will Weile haben. Ich habe wieder zwei analoge Drahtauslöser gekauft. Einer für die Leica und einen für die wieder ausgegrabene Sinar P2.
    Jetzt werde ich die ungewollte Quarantänewoche u.a. dafür nutzen, im Studio dem Fokusshiftphänomen auf dem Grund zu gehen.
    Vielleicht wird’s ja eine Liebe auf den zweiten Blick mit der M11?
    Trotzdem, schön ist sie ja schon – irgendwie… 🙂

    Wie immer, danke für Ihre Publikation und herzliche Grüße aus Franken,

    Rolf Nachbar

    • Claus Sassenberg

      Guten Morgen Herr Nachbar,

      schön, dass wir uns einig sind. Irgendwie auch mal gut zu hören, dass eine M auch mal als Stativkamera andere übertrumpft, denn gerade der extreme Weitwinkelbereich war schon immer eine Stärke der digitalen M’s.

      Mit dem Fokussieren hab ich eigentlich überhaupt keine Probleme… das mit der Verwackelungsgefahr ist ja klar, da geht’s mir genau wie Ihnen, man muss halt mit der Belichtungszeit aufpassen. Aber der „Backfokus“ mit dem Messsucher klingt eigentlich wie ein falsch eingestellter E-Messer. Bei mir ist das definitiv nicht! Das Messfeld im Sucher und Fokus-Peaking bei Live-View sind exakt übereinstimmend. Und ich habe fast alle bisherigen Probefotos mit der M11 bei Offenblende (und aus der Hand) gemacht (zumal ich sowieso selten kleiner als Blende f/4 gehe).

      Verstellter E-Messer bei einer neuen Kamera? Bei Leica leider nicht unerhört. Sollten Sie prüfen lassen.

      Viele Grüße aus Vlotho,

      Claus Sasenberg

  2. Remo Koller

    Sehr geehrter Herr Sassenberg
    Herzlichen Dank für Ihre Artikel ,welche immer von grosser Sachkenntnis zeugen, mit Enthusiasmus verfasst und subtilem Witz und Humor gewürzt sind.
    Das war schon alles, was ich mitteilen wollte. Fast alles. Über das M-System muss ich mich nicht auslassen – entweder man liebt es (und geniesst all die schönen Momente dieser Liebe bzw toleriert in dieser Liebe all die Nachteile dieses Systems) oder man lässt es. Dass der Fotograf seine Bilder stets selber gestalten muss und keine noch so teure Kamera diesen kreativen Akt übernimmt bedarf ebensowenig eines Kommentars. Tatsächliche Banalitäten. Mehr Diskussionsstoff liefert die Aussage (des von mir ebenso geschätzten) Paddy Ludolph zum Exit. Ein solcher tut (noch eine tatsächliche Banalität) immer weh, egal welcher Buchstabe davor steht. Emotional ein Abschied, pekuniär ein Verlust. Im günstigsten Fall macht die Befreiung diese Verluste wett, der Ausgang ist aber stets ungewiss. Ich selbst gehöre wahrscheinlich in eine ähnliche Klischee-Kiste wie Sie; lassen wir die Diskussion über die dazugehörenden Vorurteile ebenfalls bei Seite: Die Preispolitik von Leica weckt tatsächlich ernstzunehmende Gedanken an ein M-Exit. Die Q2 Monochrom hat mir eine enorme Qualitätsverbesserung gebracht – aber schon hier war der Verkauf von Leica-R Objektiven nötig zur Anschaffung mit einem etwas erleichterten Gewissen. Dieser Schub macht (natürlich) gemeinsam mit den Beurteilungen durch Sie oder Herrn Ludolph Lust auf einen ebensolchen Sprung im M-Segment. Und damit wird, bei den bekannten Preisen, die Trennung von Leica M-P (240) und weiteren Objektiven aus dem M-Bereich ebenfalls zu conditio sine qua non …… Oder, alterniv und eben radikal: M-Exit. Aber das haptische und die Freude am puren Objekt sowie die Erinnerungen an viele Jahre intensiver Beziehung zur M, egal welcher Nummer, machen dieses (sind wir ehrlich: Luxus-)Problem zu einem Dauerthema.
    Halten Sie bitte dieses Dauerthema am Leben, sehr geehrter Herr Sassenberg. Ihre Beiträge dazu, Ihre Fotografien bringen Entspannung in den Ernst des Alltages und Anregung, diesen Ernst durchs Fotografieren lockerer zu nehmen.
    Mit besten Grüssen aus der Schweiz
    Remo Koller

  3. Hallo Claus,

    Du fühlst Dich seit Jahren mit Deiner Markenwahl wohl. Du nimmst einfach Deine Kamera in die Hand und komponierst tolle Bilder. Weil die Kamera gut in der Hand liegt, sie einfach zu Dir passt. Das sieht man schon als Aussenstehender, wenn man Dir beim Fotografieren zuschaut.

    Bei der Frage einer M11 sehe ich den Elefant im Raum an anderer Stelle. Die Eigenschaften, die Dir helfen, sind nicht die Pixelanzahl oder andere Details, sondern das gesamte Paket – Haptik und andere Dinge aus der Leica-DNA. Und Leica selbst legt ja wert darauf, dass sich in daran auch bei neuen Modellen nichts ändern soll. Dann stellt sich unwillkürlich die Frage, ob man etwas Neues braucht, wenn das Neue wie das Alte sein soll…

    Die Bilder von Carla Meurer, die ich letzte Woche in der Leica-Galerie in Düsseldorf sehen konnte, waren eindrucksvoll. Ging auch ohne die M11, einiges sogar mit ihrer Canon. Gut, dass diese Info nicht an den Bildern zu lesen war.

    Angesichts Deines tiefen Wissens und Interesses wirst Du aber zu denjenigen gehören, die den Unterschied der M11 zu M10 wahrnehmen werden und profitieren.

    Angenehme Restwoche

    Jürgen

  4. Holger Bohnensack

    Hallo Claus,
    ich finde es toll, dass Du in so kurzer Zeit so tief in die Technik der M11 eindringst und uns das nahebringst.
    Auch ich habe mit Interesse verfolgt welche Neheiten die M10 und nun die M11 hat. Allerdings werde ich keine von beiden kaufen. Ich möchte fertige gute jpgs aus der Kamera bekommen und nicht erst in Lightroom entwickeln. Dazu sollte die M auch einen wirksamen automatischen Kontrastausgleich (bei Sony z.B. DRO) haben der die jpgs verbessert. Zudem hält mich bereits angesprochene Leica-Preispolitik ab. Ich nutze so eine M zu selten. Und um vielleicht 50 Fotos mit einer M11 im Jahr zu machen ist mir das zu teuer. Ich bin zwischenzeitlich Rentner und muss meine Ausgaben wohl überlegen. Da nehme ich lieber meine M2 oder M6 oder eine Schraubleica und scanne den Film anschließend ein. Da habe ich auch viel Spaß und Leica-Feeling pur .

    Viele Grüße

    Holger

    • Claus Sassenberg

      Hallo Holger,

      man könnte sogar argumentieren, dass das „wahre“ Leica-Feeling sowieso nur mit analogen M‘s zu erzielen ist!

      lg, Claus

  5. Vielen Dank für die Erwähnung. Es wird aber wohl eher ein Mexit und kein Lexit
    Oh je, hoffentlich manifestiert sich der Begriff nicht.

    • Claus Sassenberg

      Hallo Paddy,

      das Wort geht so schön leicht über die Lippen. Kurzes googeln ergab übrigens, dass der Begriff schon anderweitig belegt ist.

      Aber du hast hat auch klargestellt, dass du nur bei der M11 „raus“ bist, und nicht Leica generell abschwörst. Im übrigen hast du dir ja ein Hintertürchen offengelassen (hatte ich jedenfalls bei deinem „M11 Talk“ so verstanden) 🙂

      Viele Grüße aus Ostwestfalen,

      Claus

  6. Sebastian Menzl

    Hallo Jörg Peter Rau

    Die M Files Jane ich komplett durchgelesen. Eine sehr gute Serie ich habe die analoge Leica CL zu Hause mit den beiden damals zugehörigen Objektiven – die Kamera macht richtig Spaß und war nach der Q1 mein Einstieg in die analoge Fotografie.

    Und richtig, es muss bei der Linse nicht immer Leica sein. Voigtländer muss auch top sein und vom Funleader Projekt (Contax 45mm G-Mount auf M-Mount Umbau habe ich auch schon gehört)… zumindest bei den Linsen muss man nicht unbedingt immer ganz tief in die Tasche greifen. Da muss man schon anerkennen, dass Leica sowohl mit L auch auch mit dem M Mount nicht so eitel ist und das Bajonett auch für andere Hersteller zulässt…

  7. Jörg-Peter Rau

    Und noch noch an Dich, Claus:

    Vielen Dank für die Mühe, die Du Dir machst, Deine Gedanken zur und Erfahrungen mit der M11 zu teilen. Das ist wirklich aller Ehren wert, und Du könntest Deine Zeit ja auch anders verbringen (aus Eitelkeit machst Du das hier ja nicht). Ich finde tatsächlich, dass Deine beiden Berichte, die sehr empfehlenswerten Tests von Sean Reid und die Praxiserfahrungen von Jono Slack – sowie, wenn man es mag, das Video von Paddy – ein sehr rundes und vollständiges Bild der Kamera zeichnen. Mehr braucht man wirklich nicht zur M11 zu lesen, zumal vieles, was so publiziert wird wird, sehr ahnungslos- und einfallslos wirkt (und die Beispielbilder einfach nur schrecklich sind).

    Ich hatte die M11 schon in der Hand und habe auch den Eindruck, dass es sich hier um eine ausgezeichnete Kamera handelt. Ich brauche die 60 MP nicht, aber die bessere Stromversorgung und vor allem der elektronische Verschluss (Bokeeeeeehhhhhh!) sprechen mich sehr an. Auf der anderen Seite stelle ich immer wieder fest, dass auch meine gute, alte, im mehr als gelegentlichen Reporter-Einsatz gut gereifte M262 für so viele meiner Aufgaben mehr als ausreichend und die M10 oft schon überdimensioniert ist. Gleichwohl freue ich mich für alle, die eine M11 ihr eigen nennen können und hoffe, dass sie tolle Erlebnisse damit haben.

    Die Preisdiskussion ist sicher angebracht. Und ich finde es auch sehr schade, dass Leica kein Einsteiger-Angebot in die Messsucherwelt macht. So wie einst mit der analogen CL. Am Ende aber ist sind wir hier in einem Bereich unterwegs, in dem es nicht rational zugeht. Zum Beispiel könnte man sagen, kein Mensch braucht ein Auto, das mehr bietet (oder kostet) als zum Beispiel ein Skoda Octavia – ich sehe aber massenhaft Autos rumfahren, die das Doppelte bis Dreifache kosten. Und obwohl wir da von ganz anderen Summen sprechen, zerreißt sich darüber fast niemand das Maul. Nun, Deutschland ist Auto-Land und nicht (mehr) Kamera-Land.

    Also viel Spaß Dir und allen anderen anderen M11-Benutzern und genauso viel Spaß jenen, die mit einer älteren M-Kamera oder irgendeiner anderen Kamera gut und gerne fotografieren…

    Jörg-Peter

  8. Jörg-Peter Rau

    Hallo Sebastian Menzel,

    ja, der Einstieg in die Messsucherwelt (fotografierend, nicht lesend) ist sehr teuer geworden. Das ist einer der Gründe für das Projekt M-Files, an dem sich seit über zwei Jahren arbeite und über das ich hier regelmäßig berichte. Das ist die neueste Folge mit Links zu allen bisherigen Teilen: https://www.messsucherwelt.com/m-files-12-zeiss-zm-zum-dritten-biogon-28-21-und-28-28-tele-tessar-4-85/

    Eine M10 oder M11 macht es nicht billiger, aber man findet dort (hoffentlich für gut befundene) Beiträge über verschiedene Nicht-Leica-Objektive mit M-Bajonett, von denen viele für eine dreistellige Summe zu bekommen sind. Zum Beispiel das Zeiss Planar 2,0/50, von dem ich sicher bin, dass es auch an der M11 eine sehr gute Figur macht. Und Claus Sassenberg empfiehlt wärmstens das Voitländer Ultron 2,0/35, das auch auf mich einen sehr guten Eindruck macht, in diesem Artikel: https://www.messsucherwelt.com/35mm-ultron-von-voigtlaender-everybody-loves-an-underdog/

    Das vielleicht noch als Abrundung.

    Viele Grüße und viel Spaß beim Fotografieren, Jörg-Peter

  9. Frank Krüger

    Guten Tag Herr Sassenberg,
    danke für den Bericht, wie immer auf den Punkt. Zwei Anmerkungen von meiner Seite – die Bemerkungen und Schlussfolgerungen von Paddy kann ich nachvollziehen zumindest zum Teil. Ich für meinen Teil habe mich bewusst für die M11 entschieden und habe dafür meine M10R in Zahlung gegeben. Für den Rest musste halt mein Leicasparschwein für die nächste Linse 16-18-21 geplündert werden und die Linse muss halt warten. Auch wenn es weh tat – bereut habe ich es nicht.
    Aber eins muss ich doch erzählen (Paddy hatte auch das Phänomen) ich vollkommen überwältigt und mit Vorfreude ein paar schnelle Aufnahmen mit dem Leica Elmar 24mm 3.8 erledigt. Dann in LR iPadversion eingelesen und mal eins davon an eine Vertrauensperson gesendet. Antwort – „Lila schützt vor Schwangerschaft“. Habe ich nicht verstanden bis ich zu Hause das Ergebnis auf dem großen Monitor sah. 🙂
    Gott Lob habe ich die Möglichkeit Capture One zu nutzen – dort ist dieses Phänomen nicht vorhanden.
    Inzwischen überwiegt die Freude an der Kamera und ich denke auch bei mir wird es die letzte M sein. Nochmal werde ich keine Leicasparschweine mehr plündern. Und das mit den Fremdlinsen wird immer interessanter für mich.
    Grüße in die Runde und ich freue mich auf weitere Berichte.

    p.s. das erste Video von Paddy fand ich super – die Nachlese eher naja.

    • Claus Sassenberg

      Hallo Herr Krüger,

      wollen wir mal hoffen, dass es bald ein vernünftiges Farbprofil in LR gibt. Ich habe auch schon mal ernsthaft überlegt, aus grundsätzlichen Erwägungen zu Capture One zu wechseln, aber das ist ein anderes Thema.

      Ich geb ja zu – die M11 macht mir auch Freude. Aber wie ich schon in der Antwort auf Toms Kommentar sagte: Ich wollte mit meiner Kritik an Leicas Preisgestaltung ausdrücken, dass ich den Bezug zur Realität noch nicht verloren habe.

      Viele Grüße,

      Claus

  10. Menzl Sebastian

    Und noch eine Ergänzung zu meinem Kommentar: Mit der aktuellen Preisgestaltung wird’s umsichtig für Interessenten, welche neu ins M-System einsteigen wollen und auf keinen Linsenbestand zurückgreifen können, immer schwieriger. Den der Body ist ja schließlich erst der Anfang. Mit 2 Linsen ist man dann schon bei vermutlich 14.000 EUR, dann braucht man noch den ein oder anderen Zubehör und dann hat man das dreifache der Q2 ausgegeben… ich glaube also, dass sie durch die M11 wenige Kunden von anderen Systemen zum Wechsel bewegen sondern eher die oberen 10.000 der Bestandskundschaft erreichen werden.

  11. Menzl Sebastian

    Hallo Claus,

    Danke für den Bericht und auch für deine Teilnahme im Leica Enthusiast Podcast.

    Bezüglich Preis: die M11 ist ja aktuell preislich sehr nach an der M10-R und der M10M. Und die normale M10 und M10-P sind doch auch noch im Programm oder? Wenn die M11 nun günstiger sein würde, dann würde sie ja zu stark die anderen Produkte kannibalisieren.

    Aus meiner Sicht müssten erst die M10 Derivate (ausgenommen die Monochrom und die M10-D) erstmal von Leica auslaufen und die Restbestände verkauft werden. Dann wäre Platz für eine Preissenkung oder Zusatzbeigaben bei gleichem Preis). Anfangs waren ja für ein paar Wochen auch die Q1 und die Q2 im Programm (leider wurde jedoch nach auslaufen der Q1 die Q2 nicht günstiger sondern teurer ).

    Letztendlich hängt alles von den Verkaufszahlen ab… was glaubst du wie es mit den M10 Modellen weitergeht?

    Dass sich Paddy den Lexit macht, finde ich schade aber keiner kann ihn zur M11 zwingen. Denn er ist Berufsfotograf, Blogger und Vlogger und hat versteuerte Einnahmen aus der Fotografie. Er könnte die Vorsteuer ziehen und dann auch noch die Ausgabe von der Steuer absetzen. Bei ihm geht es beim Finanzamt sicher durch, denn ein Leica Blogger braucht halt auch das Equipment. Natürlich müssen hier auch die Einnahmen auch in entsprechender Höhe sein, sonst zählt es als Liebhaberei (zu der Kategorie wird vermutlich deine Webseite zählen, sofern überhaupt Einnahmen da sind, die die aktuellen Betriebskosten übersteigen). Aber an Paddys Stelle würde ich es versuchen. Bei Hobbyfotografen ohne versteuertes Fotografieeinkommen wird’s schwierig.

    Dann kommt aber das nächste: die M11 ist halt aus meiner Sicht eine Kamera für Liebhaber, ein richtiger Profifotograf würde wahrscheinlich eher nüchtern an das Thema rangehen und sich (sofern er sich überhaupt für Leica entscheidet) dann eher ein Modell auf der SL Baureihe holen, weil es ja sein tägliches Handwerkszeug ohne irgendwelche Einschränkungen ist, und den Profis meistens das Gewicht nicht so sehr stört (Presse-, Sport, Studio-, Hochzeitfotografie, Aufträge aus Wirtschaft, Kunst, Kultur und Politik) ….

    Grüße
    Sebastian

    • Claus Sassenberg

      Hallo Sebstian,

      Leica wird wegen des Preises nicht auf der M11 sitzen bleiben und die M-Reihe wird weiterhin das Prestige-Objekt der Firma bleiben. Fairer wäre vielleicht, die M10-Modelle jetzt merklich günstiger zu machen (und den M11-Preis nicht ganz so hoch zu treiben) und damit auch potentielle Neukunden „anzufixen“, die dann beim Neueinstieg ins System wenigstens deutlich unter 10000 Euro bleiben können (so oder so: Leica „billig“ kann man sich abschmiken und geht auch irgendwie nicht. Dass die Qualität ihren Preis hat, ist klar).

      Was die steuerliche Sache bei Berufsfotografen angeht, klingen deine Überlegungen ziemlch schlüssig. Aber wir können Paddy halt nicht sein Geschäft erklären.

      Und stimmt: Meine Webseite ist „Liebhaberei“ und soll auch so bleiben. Ich habe null Einnahmen damit. Ich möchte sie weiterhin werbefrei halten (wenn überhaupt mal ein Link zu einem Geschäft auftaucht, dann nur, weil ich es guten Gewissens empfehlen kann). Kodak Alaris, ähnliche Umnternehmen und auch Händler haben mir Angebote gemacht, die ich prima ausschlagen konnte… neulich wollte ein grosses Preisvergleichsportal aus Berlin bei mir gerne eine Liste von „tollen“ spiegellosen Kameras (alles der letzte Schrott) veröffentlicht wissen, über den Preis könne man ja reden…

      Ja genau, die können mich mal.

      Viele Grüße,

      Claus

      P.S. deine Mail an Klaus F., dass ich bei Michael Birnbacher im Podcast war, ist bis zu mir geleakt 😉

  12. Hallo Claus,

    ohne jetzt Paddys Video gesehen zu haben (kommt noch), aber das mit dem „Lexit“ kann ich gut nachvollziehen. Es stellt sich unweigerlich die Frage, welche Klientel man sich in Wetzlar zukünftig als Stammkundschaft erhalten oder neu aufbauen will… den berühmten „Zahnwälten“ wird’s jetzt schon zu happig, bleiben die bar zahlenden Chinesen (vor ein paar Jahren selbst in einem Leica-Store erlebt)?. Ich, der zu keiner der o.g. Gruppen gehört, hatte mir schon die M10M schöngeredet… da war doch so ein runder Geburtstag, und durchs Home Office hat man viel Geld gespart, und und und.
    Bin also gespannt, wo die Reise bei Leica hingeht… ich selbst bin erstmal kameratechnisch gut versorgt – auch ohne M11 :-).

    Viele Grüße,
    Tom

    • Claus Sassenberg

      Hallo Tom,

      eigentlich wollte ich keine Grundsatzdebatte über die steigenden Leica-Preise lostreten, aber… selbst schuld. Die M11 hab ich mir ja nun gegönnt, wollte aber mit meinen Bedenken ausdrücken, dass ich den Bezug zur Realität nicht verloren habe, wenn ich auch nicht gleich den Lexit erkläre.

      In Zeiten, da profilneurotische Multi-Milliardäre sich für hunderte von Millionen in die Umlaufbahn schiessen lassen, um ihr beschissenes Ego aufzuwerten, ist der Erwerb einer teuren Kamera im Verhältnis ziemlich lächerlich.

      Viele Grüße,

      Claus

  13. Hallo Claus.

    Apple benutzt meines Wissens bei seinen Kabeln noch USB 2.0, deshalb funktioniert das nicht. Der USB Anschluss der M11 ist allerdings USB 3.1.

    Also bräuchte man ein USB-C 3.1 auf Lightning Kabel.

    Grüße

  14. Hallo Claus!

    Danke für den Nachtrag. Aus purer Neugierde habe ich mir auch mal ein paar M11 DNG besorgt um damit in LR ein wenig zu experimentieren. Im Prinzip teile ich Deine Einschätzung. Das die M11 die M10 bei hohen ISO in den Schatten stellen würde habe ich erwartet, allerdings ist es bemerkenswert, wie gut die Farbwiedergabe dann noch ist. Was ich allerdings wesentlich spannender fand, da ich doch eher selten jenseits der ISO6400 unterwegs bin, wie der Unterschied zwischen der Basis ISO von M10 und M11 ist. Die ISO64 DNG der M11 sehen wirklich großartig aus und ich bilde mir ein, da auch einen Unterschied zur M10 bei ISO200 zu sehen. Wie gesagt, extremes Pixel Peeping und fotografisch nicht wirklich relevant. Der Sensor ist spitze, keine Frage da laufen auch viele etwas ältere Objektive nochmals zur Hochform auf.

    Obwohl ich ebenso einen recht performanten Rechner besitze, tut sich die Library Funktion mit den 60MP Files der M11 reichlich schwer. Ebenso ist das Farbprofil der M11 anscheinend noch nicht implementiert, zumindest sehe ich keinen signifikanten Unterschied zwischen dem M11 Profil und dem Farbprofil von Adobe. Da wird Adobe hoffentlich noch etwas nacharbeiten.

    Das mit dem Kabel ist so nicht korrekt. USB-C bezieht sich immer nur auf die Steckerform, Kabel die nach gleichem Standart wie das „Leica Kabel“ arbeiten sind natürlich im Handel von Drittanbietern erhältlich. In diesem Fall bräuchtest Du ein USB-C 3.2 Gen2x1 Kabel mit 10Gbit/s. Wird oft auch noch als USB-C 3.1 Gen2 bezeichnet. Es sei denn Du magst nicht auf das Leica Logo verzichten. 😉

    Ob die Kamera ihr Geld wert ist, ist natürlich eine philosophische Frage und auch sehr individuell. Ich wäre so der klassische Upgrade Kandidat. M10 verkaufen, 4-4500€ drauflegen und höchstwahrscheinlich die nächsten 5 Jahre mit einem aktuellen M Modell fotografieren. Das ist viel Geld für ein Upgrade. Wären meine Bilder deshalb besser? Würde das meine Fotografie weiterbringen? Hätte ich deshalb mehr Freude beim benutzen der M11 gegenüber der M10? Diese Fragen kann ich eindeutig mit „Nein“ beantworten.

    Der „Elefant im Raum“ ist für mich allerdings, auch wenn es keine M ist, dass Leica mit der SL2-S bewiesen hat, wenn sie in einem starken Wettbewerbsumfeld unterwegs sind, eine hervorragende Kamera für fast die Hälfte des Geldes bauen kann oder bei der SL2 für ein ganzes Stück weniger. Da erscheint mir das Premium für die M11 doch ein wenig zu hoch. Analog gilt das auch im übrigen für die Objektive.

    Zum Abschluss ein kurzer Gedankengang von Peter Karbe, den ich mal auf einem Seminar aufgeschnappt habe. Dort ist er gefragt worden, ob Oskar Barnack heutzutage mit einer M fotografieren würde? Die Antwort war sinngemäß: „Er vermutet, sie wäre im zu groß, zu schwer, zu teuer…er würde sich vielleicht für ein CL entscheiden.“

    Liebe Grüße

    Andy

    • Claus Sassenberg

      Hallo Andy,

      danke für deine Einsichten, die ich absolut teile!

      Bist du mit dem Kabel sicher? Das „normale“ USB-C-Kabel (USB-C Stecker an beiden Enden) tuts ja. Aber selbst das Lightning-Kabel von Apple arbeitet nicht mit der Kamera.

      Die SL2-S halte ich für eine sehr gute Kamera. Aber wenn man sich an den Form-Faktor der M (wie in meinem Fall) gewöhnt hat, kommt man da nur schwer von ab.

      Die Einschätzung von Peter Karbe zu Oskar Barnacks Wahl ist bestimmt realistisch.

      Viele Grüße, schönen Sonntag,

      Claus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.