Posted by on 5. Juli 2015

 

Als die Leica Q herauskam und ich mich mit den Spezifikationen der Kamera vertraut machte, lief mir das Wasser im Mund zusammen. 28mm…meine Lieblingsbrennweite (obwohl die so vielen offenbar zu weit ist – sie beschweren sich und wollen die Q mit längeren Brennweiten), dann der neue Sensor…kein Objektivwechsel, also auch kein Staub in der Kamera….Autofokus (um Gotteswillen! Warum brauche ich den plötzlich?)…tolle Summilux-Linse und die übliche Leica-Gestalt!

Ich verfiel ihr mit Haut und Haar!

Einige Tage widerstand ich, dann bestellte ich sie in einem akuten Anfall von G.A.S. (Kameraphilen als „Gear-Acquisition-Syndrome“ bekannt). Zum Glück für mich war die Kamera natürlich nicht sofort verfügbar, also dachte ich wieder einige Tage nach…und kam zu dem Schluss, dass der Teufel mich versucht hatte. Wie der heilige Antonius, nur mit ein paar Tagen Verzögerung, widerstand ich und stornierte die Bestellung.

Denn nüchtern betrachtet ist die Q natürlich überflüssig, wenn man eine M hat. Ich lasse auch nicht den Einwand gelten, der Sensor sei neuer und besser (Stichwort: ISO), denn die Unterschiede im normalen Leben (nicht bei extremen Bedingungen!) sind marginal. Die M ist der Q mit bestimmten Objektiven (auch bei 28mm) immer noch in der Bildqualität überlegen. Dazu ist sie nur minimal kleiner, das ist also auch kein Kaufargument (denn ich liebe kleine Kraftpakete).

Aber es ist natürlich so, das sie absolut gleichauf ist mit dem, was die M abliefert, und das macht den Reiz aus. Wenn ich noch keine M hätte, wäre die Q meine Kamera!

Statt nun das Geld für die Q auszugeben (und jetzt bitte keine abgegriffenen Klischees über Zahnärzte und deren Finanzen!), spare ich es lieber für die nächste Ausgabe der M, von der die Gerüchte sagen, dass sie gar nicht so weit entfernt ist. Man munkelt sogar von  der Abkehr vom optisch-mechanischen Messsucher (O Graus!) und – be still, my heart! – Autofokus! ( Wobei dann neue Objektive entwickelt werden müssen, damit das klappt). Sicher ist, dass sie dann auch einen Sensor-Upgrade bekommt, den gleichen werden sie nicht noch mal verwenden. Der ist entweder so gut wie der der Q oder – was ich eher glaube – zieht daran vorbei.

Aber braucht man überhaupt das alles? Schon von der M9 habe ich gesagt, dass ich mit ihr eigentlich den Rest meines Lebens zurechtkommen könnte, dann kam die M und belehrte mich eines Besseren. Aber ich muss mir klar machen, das gute Fotos eben nicht von der letzten Sensortechnik abhängen.

Um mich zu trösten, bin ich mal die 28mm-Leica-Bilder in Lightroom durchgegangen, dabei wurden mir zwei Dinge klar:

  1. Ich liebe diese Brennweite
  2. Ich bin voll zufrieden mit dem, was mir die M mit dem 28mm Summicron oder dem 28mm Elmarit abliefert und brauche nichts neues.

Quod erat demonstrandum…

Im Portfolio habe ich eine Auswahl von 28mm-Bildern zusammengestellt, um zu zeigen, wie die Bildwirkung dieser Brennweite ist.

 

Comments

  1. Raymund Töpfer
    17. Juli 2015

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    Due „Q“ ist eine überaus interessante Kamera.
    Ich käme ganz ernsthaft in Vetsuchung bei einer Brennweite ab 50mm.
    Ob Leica die auch bauen wird?
    R.Töpfer

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