Posted by on 2. Februar 2019

And now… something completely different!

Monty Python’s flying circus

Jetzt reicht es erst mal mit Sensortechnik. Seit ich im Dezember auf die Leica D-Lux gestossen war, hatte ich mich noch einmal intensiv auf Quellenforschung zum Thema „Invarianz“ begeben, zu dem ich schon 2015 mehrere Beiträge geschrieben hatte. Den ganzen Januar über stopfte ich mir technisches Zeugs in den Kopf, bis ich nur noch Nullen und Einsen sah, machte eine Belichtungsreihe nach der anderen und grübelte jeden freien Moment, wie das alles übereinander zu bringen sei. Das Ergebnis ist der vorige Artikel.

Nachdem ich dafür nun den „Veröffentlichen“-Button gedrückt habe, muss ich erst mal akut dekompensieren. Nämlich analog. So fantastisch die Möglichkeiten mit den heutigen rauscharmen Sensoren auch sein mögen, das „Feeling“, mit einem Silberhalogenid-Film in einer mechanische Kamera loszuziehen, ist unübertroffen. Selbstverständlich werden mir da kaum alle beipflichten, erwarte ich auch gar nicht. Da ist natürlich was irrationales dabei. Ich lese gelegentlich gern im Aphog-Blog, vor allem, weil sich dort auch junge Fotografen mit analoger Technik befassen. Die Begründungen dort decken sich so ziemlich mit dem, was ich mal in Analog? zusammengefasst habe. Dazu freut es mich, dass ich nicht der einzige Exzentriker bin.

Trotzdem: Begrenzte Anzahl Bilder pro Film, vergleichsweise geringe Auflösung (ausser bei Mittel- oder Großformat), Körnigkeit, niedrige Empfindlichkeit (obwohl… dazu später mehr),  keine sofortige Verfügbarkeit und Kosten – alles ziemlich abschreckend. Na und?

Film

Leica M6 TTL mit 90mm Summarit. Beim Schauspiel „Don Quichote„. Dieses Bild ist nicht mit der weiter unten gezeigten „Fehlbelichtung“ identisch.

Demgegenüber steht der „Charakter“ analoger Aufnahmen. Schon wieder schlecht objektivierbar. Aber ich halte einen Ausdruck von einem Negativ-Scan in der Hand und denke einfach nur „wow“! Dabei ist mir klar, dass für die absoluten Puristen nur der Dunkelkammer-Abzug zählt. Ich habe das Glück, einen guten Scanner zu besitzen, der tatsächlich in der Lage ist, sagen wir, „das meiste“ aus dem Negativ herauszuholen. Das das funktioniert, zeige ich später anhand einiger Beispiele vor allem von Negativen, die man eigentlich für Fehlbelichtungen halten würde.

Die analogen Schwarzweiss-Bilder prägen den Geschmack, über den man ja nicht streiten kann, aber trotzdem… teilweise haarsträubend, was mancher Digitalschütze unter „Schwarzweiss“ versteht. Da wird an Reglern in Silver Efex gezogen, bis die Originaldatei zur Unkenntlichkeit verstümmelt ist, dadurch generierte Artefakte werden ignoriert.. Tonwert-Trennung ist eine gute Idee, aber man kann alles übertreiben (nichts gegen Silver Efex!). Letztes Jahr war ein Gastbeitrag auf der Webseite des Geisterbeschwörers aus Phoenix, Arizona, in dem der Autor seine Methode zur S/W-Bearbeitung einzelner Bildanteile in Photoshop darlegte. Ein mühsamer, ellenlanger Prozess und das Ergebnis war eine Art „HDR“-Bild (ungeachtet der Tatsache, dass er die Software virtuos beherrschte). Ich fragte ihn, wann er das letzte mal eine „echte“ S/W-Aufnahme gesehen hätte (nicht trollmässig, ganz sachlich), aber er verstand überhaupt nicht, was ich meinte. Natürlich fand er seine Methode und die Bilder toll, sonst hätte er das wohl kaum publiziert. Ich war schon in Versuchung, den Dunning-Kruger-Effekt zu zitieren, aber das wäre vielleicht doch unfair, ausserdem ist das Thema schon von zu vielen Bloggern ausgenuckelt.

Sicher, „wer selber ohne Fehl, der werfe den ersten Stein“, ich habe auch meine zweifelhaften Phasen gehabt. Es ernüchtert mich, dass ich alle diese Fehler schon selbst gemacht habe. Nur sollte man irgendwann merken, wenn man sich verrennt.

Film

Hasselblad 501c mit 50mm Distagon, Kodak Portra. Die Ardèche Schlucht. Dieser verkleinerte Scan aus dem Epson V700 gibt längst nicht das volle Potential einer Mittelformataufnahme wieder. Auflösung als Nachteil gegenüber digitalen Sensoren ist jedenfalls hier nicht relevant. Beachtlich ist auch der Reichtum in der Farbpalette (Grüntöne!)

Didaktik-Gospel

Ich habe schön häufig gehört (aus Deutschland und USA), dass Studenten der Fotografie ermuntert werden, sich mit analogen Apparaten und den damit verbundenen handwerklichen Prozessen zu beschäftigen. Ich halte das für einen wertvollen Teil der Ausbildung, selbst wenn sie später berufsbedingt nur digital arbeiten können. Man bekommt dann ein anderes Gespür für Gestaltungsmöglichkeiten und auch Wertschätzung für den kreativen Prozess, als wenn man sofort mit einem dieser Hochleistungscomputer arbeitet, die heutige professionelle Kameras letztendlich sind. Wirklich ernsthaft Gedanken um die Bilderstellung braucht sich doch mit diesen Teilen keiner zu machen, die Automatik wird’s schon richten.

Es gibt natürlich immer besondere Lichtbedingungen, die die Automatik nicht erkennen kann.  Offensichtlich sind auch heutige Geräte zu doof, sich selbst darauf einzustellen. Man muss es ihnen sagen, darum gibt es in vielen Consumer-Modellen die „Scene-Modes“, Motiv- oder Szene-Programme (z.B. bei der Leica CL). Die Hersteller der damit ausgestatteten Kameras gehen davon aus, dass die Nutzer dieser Option fotografisch eher unbedarft sind. Bei der Auswahl „Schnee“, „Feuerwerk“, „Sport“, „Strand“ oder „Nachtaufnahme“  stellt dann die Programmautomatik die erforderlichen Belichtungsparameter ein. Warum auch nicht, völlig o.k., nicht jeder hat Lust,  sich mit den Feinheiten der Fototechnik zu befassen.

Film

Leica M6 TTL mit 50mm Summilux und Kodak Portra 160. Der Hermann leuchtet – ist auch bald wieder.

In keinem Fall würde Leica seine Kunden beleidigen und solche Szene Programme in die High-End-Geräte wie die M10, die SL, die Q oder gar die S einbauen! Sony oder Fuji haben da weniger Skrupel. Oder vielleicht (mal ehrlich!) schätzen sie ihr Klientel realistischer ein. Leute mit Null-Ahnung von Fotografie aber genug Geld für dicke Kameras laufen zuhauf herum. Aber die tun ja keinem was. Hässlich wird es erst, wenn sie aufgrund der High-End-Hardware in den Irrglauben verfallen, sie seien nun Professionelle. Mir tut es immer für die „echten“, hochqualifizierten Fotografen leid, dass jeder sich einfach diese Berufsbezeichnung um den Hals hängen kann, wenn ihm danach ist.

Das belichten analogen Films ist jedenfalls ein guter Lehrmeister. Bei einer mechanischen Kamera ist man gezwungen, die Lichtbedingungen selbst zu beurteilen, das nimmt einem kein Computer ab.

Wer also mit professioneller Ausrüstung die  Kameras auf Programmautomatik, Snapshot-Mode oder grüne Vierecke stellt und „JPG-Fine“ abspeichert, braucht sich mit analoger Fotografie gar nicht erst zu befassen, da sie möglicherweise mit anstrengenden Denkprozessen verbunden ist. Das kann schliesslich böse enden, wenn man nach Jahren des Nichtgebrauchs plötzlich seine Großhirnrinde in Betrieb nimmt! Synapsen fliegen auseinander, Neuronen platzen wie Knallerbsen und eine Abstoßung des gesamten Organs könnte die Folge sein, ein neurologischer Supergau! Statt den Auslöser zu drücken, pinkelt man sich plötzlich in die Hose. Aber man hat ja auch schon von Fällen gehört, wo das ganze gut ausgegangen ist. Zum Beispiel hat so ein hirntoter Idiot es geschafft, amerikanischer Präsident zu werden.

Film

Leica M6 TTL mit 90mm Summarit. Don Quichote.

ETTR ? Aber sowas von!

Nach dieser überlangen Einleitung mit Anmerkungen, die ich in ähnlicher Form schon an diversen anderen Stellen gemacht habe, versuche ich jetzt mal, auf den Punkt zu kommen. Die Essenz aus dem vorangegangenen „Sensor-Artikel“ für die Digitalfotografie ist doch, dass die Highlights ultimativ geschont werden müssen. Der rechte Rand des Histogramms ist gleichsam das Ende der Welt. Wer diesen Rand überschreitet, fällt ins digitale, schneeweisse (und leider echt hässliche) Nirwana.

Wenn also die „digitale Welt“ eine Scheibe ist, hat die analoge zumindest einen Horizont, und hinter dem geht’s weiter. Einzig vor dem Reich der Schatten muss man sich in Acht nehmen, sie sind undurchdringlich. Im Klartext: Die analoge Belichtungsstrategie stellt das genaue Gegenteil zur digitalen dar. Man belichtet auf die Schatten (also auf den linken Bereich des Histogramms) und pfeift auf die Highlights. Die sind sowieso da! Dass wir uns nicht missverstehen: Das ist trotzdem „ETTR“ (und nicht etwa „ETTL“), aber im Gegensatz zum Sensor braucht man beim Film keine Rücksicht auf ein Überschreiten der Full Well Capacity zu nehmen (= ausbrennen).

Film

Diagramm basierend auf DxO-Analysen. Das unterschiedliche Verhalten von Sensor und Film bei Überbelichtung ist evident. Die Konsequenz sind gegensätzliche Belichtungsstrategien. Die doppelseitigen Pfeile knapp oberhalb der 0dB-Grenze zeigen den Dynamikumfang. Tatsächlich ist der an dieser Stelle bei Film etwa doppelt so groß. Kein Grund, sich zu früh zu freuen, der digitale Sensor holt bei höherem SNR-Schwellenwert deutlich auf bzw. übertrifft Film.

In den Schatten hat Film das Nachsehen. Was im RAW-Konverter von einem rauscharmen Sensor „hervorgeholt“ werden kann, ist bei Film undenkbar. Wobei man beim klassischen Dunkelkammerverfahren etwas mehr Spielraum hat als beim hybriden Workflow, da die Dichte des Films dem Scanner Grenzen setzt. In der Silverfast-Scan-Software gibt es die Option „Multi-Exposure“ um bei dunklen Negativen das Maximale herauszuholen, aber nach meinen Erfahrungen hilft das nur marginal. Ein unterbelichtetes Negativ ist (zumindest für den Scan) Ausschuss.

Wenn man bei Film die dunkelsten Stellen des Motivs bei der Belichtung anmisst, kommt man vermutlich (je nach Dynamik der Szene) eher zu einem tendenziell überbelichteten Bild. Wieviel davon man sich leisten kann, hängt allerdings stark von der Art des Films ab. Während Positiv-Film den engsten Belichtungsspielraum hat, wird das bei Negativ-Farbfilm schon deutlich besser. Die blaue Kurve in dem obigen Diagramm entspricht etwa dem Verhalten von Kodak Portra. Absolut sorgenfrei lebt sich’s mit Silberhalogenid-Film. Die blaue Kurve oben kann man sich da deutlich nach rechts verlängert vorstellen. Klar, dass auch das irgendwo seine Grenze findet, aber ich zeige weiter unten ein paar Beispiele, wieviel „Luft nach oben“ man sich da leisten kann (wenn das auch nicht empfehlenswert ist!).

Leica M6 TTL mit 21mm Super-Elmar, Kodak TMax 400. Diese Szene von besonders hoher Dynamik wurde konsequent auf die Schatten belichtet. Bei einem digitalen Sensor wären die Highlights unwiederbringlich ausgebrannt

Um das klarzustellen: Es geht nicht darum, dass man plötzlich systematisch überbelichten soll! Die „richtige“ Belichtung ist dem Geschmack des Fotografen anheimgestellt. Ich würde immer die dunklen Bildbereiche anmessen, wo ich noch Durchzeichnung wünsche (es kann ja durchaus noch dunklere Bereiche geben, die für die Bildwirkung schwarz bleiben sollen). Aber um die helleren Bildanteile braucht man sich kaum Sorgen zu machen.

Ist man vielleicht ohne Belichtungsmesser unterwegs, macht man nichts falsch, wenn man einfach die althergebrachten Belichtungsregeln anwendet. Sie sind bereits so angelegt, dass man „normale“ Szenen richtig belichtet. Bei Tageslicht (Sonne oder Wolken) hat mich z.B. die Anwendung der „Sunny-Sixteen-Regel“ nie enttäuscht.

Sensor versus Film

Die DxO-Analyse, auf der das Diagramm oben basiert, nennt sich „An objective protocol for comparing the noise performance of silver halide film and digital sensor„. Darin wird Dynamik und Rauschverhalten digitaler Sensoren mit Negativ-Scans unterschiedlicher Filme verglichen. Eine durchaus komplizierte Zielsetzung, die einige „Kalibration“ sehr verschiedener Messmethoden erfordert, was einen guten Teil des Papiers ausmacht. Immerhin kann wissenschaftlich nachgewiesen werden, was das Bauchgefühl schon hergab. Ich übersetze mal auszugweise aus den „Conclusions“:

Was die Körnung betrifft, die vom Signal/Rauschen Verhältnis bestimmt wird, ist Film lange vom Digitalen abgeschlagen. Trotzdem mussten die Chemiker irgendwie mit der niedrigen Empfindlichkeit klarkommen und verwandelten den augenscheinlichen Nachteil in einen speziellen Look, indem sie der Form (und Farbe) der Körnung eine bestimmte Ästhetik gaben (ebenso wie ein optischer Designer Bokeh verschönern kann).

Was Dynamik angeht, hat der Negativ-Film potentiell einen klaren Vorsprung. Wenn wir die Definition des Dynamik-Umfangs gebrauchen, die üblicherweise für digitale Sensoren angenommen wird (etwas oberhalb der 0dB-Schwelle), liegt der Unterschied bei riesigen 10 Blendenstufen. Für Amateure mag die höhere Dynamik hauptsächlich einen größeren Belichtungsspielraum bedeuten, der Unzulänglichkeiten bei der Belichtung kompensiert. Geübte Fotografen können allerdings wirklich mehr Details in Schatten und Highlights erlangen, als eine einzelne digitale Aufnahme vermag.

Andererseits wurde auch gezeigt, dass der Schwellenwert von 0dB sehr zweifelhaft ist und kaum eine gute Bildqualität erzeugt. Wird die akzeptable Schwelle auf 10 oder 20 dB erhöht, schwindet die Differenz der dynamischen Breite zwischen Sensor und Film sehr schnell, bzw. Sensoren liegen vorn.

Positiv-Filme haben keineswegs diese dynamische Breite, sie sind schon lange von Sensoren übertroffen. Weiterhin sind auch Scanner evtl. limitiert, die Dynamik des Films mit einem einzelnen Scan zu erfassen und mehrere „bracketed“ Scans mögen notwendig sein.

Was mir „zwischen den Zeilen“ wichtig erscheint ist, dass die Grundeigenschaften des Films, der Reichtum an Farben oder Graustufen durchaus im Scan erhalten bleiben. Zwar wird am Ende der „Conclusions“ noch gesagt, dass man mit digitalen Dateien in Bezug auf Farbe etc. ja völlig freie Hand hat (darum wohl die Film-Emulations-Programme) und daher Film auch keinen Vorteil mehr bietet, aber an dieser Stelle bin ich anderer Meinung. Ich bin durchaus in der Lage, eine RAW-Datei wie ein gescanntes Tri-X-Negativ aussehen zu lassen, aber emotional gesehen liegen in meinem Verhältnis zu dem Bild und einem echten Negativ Welten.

Film

Was man eigentlich bei Negativ-Scans nie zu machen braucht: Ein 100% -Zoom aus dem Bild weiter oben. Die Körnung ist gut zu sehen und hat ihre eigene Ästhetik. Sie ist ganz anders (und viel schöner) als digitales Rauschen. „Schärfe“ definiert sich bei analog erst über den Seheindruck bei genügend Abstand. Aber das 90mm Summarit war hier exakt fokussiert. Wenn man das Bild gross auf dem Monitor hat, einfach mal ca. 2-3m zurücktreten.

Scannen

In dem Artikel zum Scannen habe ich schon dargelegt, wie meine Strategie beim Einstellen der Scan-Software ist. Das auf die Schatten belichtete Negativ wird bei niedrigem Kontrast so hell wie möglich (sozusagen ETTR) eingescannt. S/W-Negative werden dann als 16-Bit-Tiffs in Lightroom in den Tonwerten angepasst und schliesslich als JPG exportiert. Die Logik dabei ist, dass das helle Bild praktisch immer abgedunkelt wird, mehr Kontrast bekommt, aber ich bei Bedarf die Schatten sofort holen kann, denn die Information existiert ja in den dunklen Bildbereichen des Tiff. Bei einem 20MP-Scan wird das Korn mit aufgelöst, das hat seinen Reiz. Auf dem Monitor wird es eher überproportional dargestellt, bei Ausdrucken (ohne Probleme Din A3+ und größer) wirkt es viel moderater.

Leica M4, 35mm Summilux und Kodak TMax 400.

Leica M6, 35mm Summilux und Kodak Portra 160. Zufällig gibt es die digitale Version des gleichen Motivs im vorausgehenden Blog-Beitrag, aber diese ist mir viel lieber.

Leica M4, 35mm Summilux, Ilford HP5

„Fehlbelichtungen?“

Bei unterbelichteten Negativen versagt der hybride Workflow, aber bei Überbelichtung kann man sich schon mal einen Fauxpas leisten. Mir passiert das meistens dann, wenn ich z.B. mein 35er Summilux benutze, dessen Blendenring  so idiotisch leichtgängig ist, dass der sich ruckzuck verstellt, komischerweise meist nach „offen“ (ich wollte das schon längst mal beim Customer Care ändern lassen, aber ich kann mich von dem Ding einfach nicht trennen). Aber auch bei sehr dunkler Umgebung und sehr hellen Spots kann man bei unreflektiert übernommener mittenbetonter Messung schnell überbelichten (was bei digitalen Sensoren sofort fatal ist). Manchmal ist es hektisch und man hat keine Gelegenheit, schnell Blende oder Zeit anzupassen. Das kann auch „größeren“ passieren. Im Aphog-Blog las ich bei Kersten Glaser, dass er in einem Buch über „The Americans“ von Robert Frank die Original Negative dazu sah. Einige waren sehr fehlbelichtet, erst in der Dunkelkammer waren sie hervorragend ausgearbeitet worden.

Leica M6 TTL mit 35mm Summilux, Kodak Tri-X 400. Leineweber Markt

Leica M3 mit 35mm Summilux. Probe zu „Tanz der Vampire„. Fehleinschätzung der Belichtung

Leica M6 TTL mit 35mm Summilux, Kodak TMax 400. Rathaus zu Lüneburg. Hier hat sich mal wieder der Blendenring ungewollt verstellt. Das sind ca. +4 EV Überbelichtung.

Leica M4 mit 35mm Summilux, Kodak Tri-X 400. Der Hafen von Auray. Belichtung verschätzt.

Leica M6 TTL mit 90mm Summarit. Diese Foto ist nicht mit dem ganz oben identisch. Als ich das erste (oben) entsprechend dem Belichtungsmesser der Kamera gemacht hatte, kamen mir wegen des dunklen Hintergrunds plötzlich Zweifel und ich machte 2 Blendenstufen auf. Nicht nötig, wie sich später herausstellte. Aber auch nicht schlimm.

Low-Light und Film

Bei der Empfindlichkeit der modernen Sensoren ist man mittlerweile bei schlechtem Licht sehr verwöhnt und kann kurze Belichtungszeiten realisieren, um z.B. Bewegungsunschärfe zu minimieren. Mit Film stösst man kaum in diese Sphären vor. Bei Langzeitbelichtungen ist das schnuppe, aber wenn man trotz lichtstarker Optik bei Zeiten unter 1/30s herumhängt, kann man sich scharfe Aufnahmen wohl abschminken. Im vergangenen Herbst und Winter habe ich verschiedene Optionen ausprobiert, die Einschränkungen zu kompensieren. Bei den Konzerten der Musikschule z.b. reichte das Licht immer gerade so, noch mit 400 ASA-Film und 1/60s klarzukommen. Aber wenn es darum ging, springende Pferde in der Halle des Reitvereins abzulichten, war „Ende im Gelände“, denn unter 1/500s geht da gar nichts. Besser noch kürzer, aber lässt man Auto-ISO der M10 einfach bei 1/750s gewähren, liegt man womöglich bei ISO 8000 (was natürlich bei der Kamera nicht sinnvoll ist).

Mitgezogene Aufnahmen mit Kodak Tri-X bei 1/60 bis 1/125s.

Im Frühjahr hatte ich es als „Workaround“ mal mit „Panning“ (mitziehen) versucht, das ging zwar, aber eine hundertprozentige Schärfe ist schon wegen der Methodik nicht möglich. Selbst wenn der Fotograf sehr gut nachverfolgt, gibt es beim Springen obendrein eine vertikale Komponente, die nicht ausgeglichen wird. Im Herbst nahm ich TMax400 und pushte ihn um 2 Blendenstufen auf einen E.I. (=Exposure Index) von 1600. Das war immer noch knapp beim belichten, ausserdem wird die Gradationskurve des Films immer steiler und die Tiefen sind noch schlechter oder gar nicht wiederherzustellen als sonst schon. Wenn man gewohnt grosszügig belichten kann, hat die steile Gradation allerdings auch ihren Reiz.

Kodak TMax 400 auf E.I. 1600 gepusht. Starker Kontrast, steile Gradation, mehr Korn.

Dazu muss man die „Tücken“ des Motivs bedenken. Der gepushte Film ist gegenüber dunklen Bildanteilen sehr ungnädig. Die beiden folgenden Bilder sind mit der gleichen Belichtung gemacht, aber das mit dem braunen Springpferd ist unterbelichtet. Es wirft zu wenig Licht zurück, dagegen ist das Bild mit dem dem Schimmel o.k.

Zweimal gleich belichtet: Trotzdem ist das Foto mit dem braunen Pferd gelinde gesagt „suboptimal“. Das passiert, wenn man die Belichtung misst, bevor das dunkle Hauptmotiv als Lichtschlucker  ins Bild kommt. Beim Schimmel hat es funktioniert, genug Reflektion des vorhandenen Lichts

Nebenbei: So zickig sich ein Tri-X oder TMax 400 beim pushen anstellt, „pullen“ ist überhaupt kein Problem. Letztes Jahr war es auf dem Leineweber Markt so sonnig, dass ich beschloss, den TMax bei E.I. 200 zu belichten. Das ist ohne Abstriche in der Bildqualität ohne weiteres machbar, ich wette auch für E.I. 100.

Pull-Entwickelter Kodak Tri-X (E.I.200). Leica M6 mit 50mm Summicron.

Meine vorläufig beste Lösung für solche Zwecke kommt in Form des Kodak TMax P3200. Dieser Film ist wieder neu auf dem Markt (es gab ihn eine Zeit lang nicht). Um Missverständnisse zu vermeiden: Die Nennempfindlichkeit liegt bei 800 ASA, das „P“ steht für „Push“. Aber wenn er auf einen E.I. von 3200 gepusht wird, behält er deutlich mehr Zeichnung in den Schatten als ein um 2 Blenden gepushter 400er Film. Erkauft wird das mit ordentlich Körnung. immerhin, erste Versuche bei der Probe zum Magnifikat, auf dem Weihnachtsmarkt in Minden und beim „Weihnachtsreiten“ des Vereins sind vielversprechend.

Leica M6 TTL mit 35mm oder 50mm Summilux, Kodak TMax P3200 bei E.I. 3200 belichtet

Über den TMax P3200 hatte ich auch gelesen, man solle lieber nicht über E.I. 1600 gehen, aber ich meine, der Zweck heiligt die Mittel. Ich werde diesen Film sicher noch weiter einsetzen, er nimmt Low-Light mit analoger Kamera auf jeden Fall die Schrecken.

Film

Leica M6 TTL mit 35mm Summilux, Kodak Tri-X. In der Irving Penn-Ausstellung.

Ich weiss, es wirkt wirklich verrückt. Mal kann ich mich voll für die digitalen Leicas begeistern, die eigentlich keine Wünsche offen lassen. Plötzlich wieder juckt es mich in den Fingern, einen Film einzulegen und mit der M4 oder IIIf loszuziehen. Mir egal, ob das irgendeine Logik in sich birgt, ich find’s jedenfalls gut, wie es ist.

Comments

  1. G. Rötter
    7. Februar 2019

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    Lieber Herr Dr. Sassenberg,
    ein wirklich interessanter Artikel, genau wie der davor, den ich allerdings ziemlich oft lesen musste, aber jetzt ist alles klar.
    Eine Frage zum Verständnis hätte ich noch. Sie schreiben: „Dass wir uns nicht missverstehen: Das ist trotzdem “ETTR” (und nicht etwa “ETTL”)“ Wenn ich beim analogen Film die Belichtung auf die dunklen Bereiche einstelle, dann betrifft das doch die linke Seite des Histogramms. Was verstehe ich da falsch?

    Herzl. Grüße

    Günther Rötter

    • Claus Sassenberg
      7. Februar 2019

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      Hallo Herr Rötter,

      auf die Idee mit „ETTL“ kann man leicht kommen. Ich habe das extra erwähnt, weil ich bei den Vorüberlegungen zudem Beitrag (kurz) dachte, man könnte das sozusagen als Antithese zu digital propagieren. Ist aber Quatsch. Und wieso?

      Nehmen wir mal an, man hätte eine Szene mit relativ vielen dunklen Bildanteilen vor sich. Das Histogramm dieser Szene (bei Belichtung auf die Mitteltöne) hätte dann nicht die Form etwa einer Gauß’schen Normalverteilung, sondern der „Bauch“ wäre deutlich nach links (dunkel) verschoben, würde vielleicht sogar in den linken Rand hineinlaufen.
      Wenn wir so belichten (analog oder digital) sind die dunklen Bildbereiche im analogen quasi verloren, weil der Film dort so dicht wird, dass später (bei Dunkelkammer oder Scan) diese Bereiche nicht mehr durchdrungen werden können, es fehlt dann im Abzug jede Zeichnung. Schwarz. (Aber vielleicht will man das so, dann ist es in Ordnung)

      Dazu kommt, dass auch bei Film das Signal/Rauschen Verhältnis zur linken Seite des Histogramms hin immer ungünstiger wird.

      Wenn man aber „Durchzeichnung“ auch der sehr dunklen Bildbereiche wünscht, wird man jetzt statt auf die Mitteltöne schon auf die tiefen Töne (oder kurz davor) belichten und verschiebt damit das Histogramm des resultierenden Bildes nach rechts! Und das ist ETTR, man macht also nichts anderes als bei der „digitalen Belichtung“, nur dass man bei letzterer immer die Schmerzgrenze der Highlights beachten muss und sich nicht so weit nach links traut, wie es mit Film möglich ist.

      Es kann natürlich sein, dass man später in der Dunkelkammer oder bei dem gescannten Negativ die Belichtung wieder absenkt, aber immerhin hat man die Option, die Schattenbereiche zu öffnen.

      Viele Grüße,

      Claus Sassenberg

      • Günther Rötter
        8. Februar 2019

        Hallo Herr Dr. Sassenberg,

        vielen Dank für die ausführliche Erklärung!

        Viele Grüße

        Günther Rötter

  2. Konstantin Hilkert
    4. Februar 2019

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    Erstmal muss ich mal wieder für diesen tollen, wie eigentlich jedesmal, Artikel bedanken!
    Am Anfangen des Jahres habe ich den Schritt gewagt und meine Rollei 35 zum Ersten mal benutzt. Heute kamen die Ergebnisse.
    Die Lange Wartezeit ist bis jetzt der einzige negative Punkt, den ich an dieser Art der Fotografie finden konnte. Wobei das irgendwie den Reiz ausmacht und die Vorfreude steigert.
    Das mit den Schatten und Lichtern kann ich natürlich bestätigen. Im Großen und Ganz hat die Belichtung gepasst.
    Leider komme ich mit dem Zonenfokus noch nicht ganz klar. Zumindest ist die Schärfe bei keinem der Bilder getroffen. Da das Tessar 3,5 einen relativen guten Ruf hat, nehme ich das auf meine Kappe und hoffe, dass ich zu Doof war, und nicht die Linsen nicht mehr richtig gelagert sind.

    Auf jedem Fall bin jetzt richtig im Analogmodus und habe daran großen Spaß gefunden.
    Auf Flickr habe ich mal meine liebsten Fotos der Rolle zusammengepackt: https://flic.kr/s/aHskNbYwjP
    Ich bitte die Qualität zu entschuldigen, da ich nur Abzüge mit dem iPad abfotografiert habe. Mir fehlen momentan die nötigen Geräte, um die Negative farbgetreu in einer höheren Auflösung zu digitalisieren.

    Liebe Grüße
    Konstantin

    • Claus Sassenberg
      5. Februar 2019

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      Hallo Konstantin,

      die Rollei 35 hat mich auch schon immer gereizt, aber irgendwo muss man sich ja mal begrenzen… eine ikonische Kamera, und so kompakt! Leider fehlt ihr ein Entfernungsmesser, da muss man halt schätzen, und das ist manchmal gar nicht so einfach.

      Ich würde dir übrigens vorschlagen, ein paar Bilder für eine Distanz-Testreihe zu opfern. Motive in genau abgemessener Entfernung ablichten, mit dem Entfernungsring abgleichen und die Entwickelten Fotos auf Schärfe prüfen. Dann weiß man wenigstens, ob man sich auf die Skala am Distanzring verlassen kann (oder nicht).

      Weiterhin viel Freude, schiess dich analog ein,

      Claus

  3. Dirk
    4. Februar 2019

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    Lieber Claus,

    das ist schon wieder so ein wunderbarer Artikel. Ich frage mich, wo du die Zeit dafür her nimmst.
    http://erickimphotography.com/blog/2019/02/02/more-equipment-more-problems/?fbclid=IwAR1Uu6nWMWI53BgbPpOyerN1laGBRN-fcW2OIbtzh7P0CdF-SXFHiAggTW4

    Das paßt ein bißchen zu dem Thema, auch wenn es nicht um die Unterschiede zwischen digital und analog geht.
    Liebe Grüße,
    Dirk

    • Claus Sassenberg
      4. Februar 2019

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      Hallo Dirk,

      keine Sorge, ich muss nicht in ein anderes Raum-Zeit-Gefüge eintreten, um diese Artikel zu produzieren. Tatsächlich hatte ich diesen hier schon länger vorbereitet, aber zunächst zurückgestellt. Jetzt lasse ich mir bis zum nächsten Beitrag etwas Zeit.

      Übrigens ein guter, geradezu philosophischer Artikel von Eric Kim, der mir aus der Seele spricht. Das minimieren der Ausrüstung ist schliesslich auch mein Steckenpferd. Die eigentliche Befreiung steckt in der Limitation.
      Dabei muss ich zugeben, dass ich zwar einiges an Equipment angehäuft habe, aber geradezu eine Aversion entwickelt habe, viel mitzuschleppen. Meist habe ich eine Kamera und ein Objektiv dabei (bevorzugt was bei 28-35mm), und wenn eine Tasche, dann die kleinste, die ich habe.

      Liebe Grüße zurück,

      Claus

  4. Kai
    3. Februar 2019

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    Moin, Claus,
    was für Begriffe- ehrlich gesagt, ich habe einige noch nie gehört- mir fehlt eben wohl der Zugang zum Digitalen.:-)
    Bei Trump schließe ich gerne den Minitrump Genrel und seine Fans der CSU wie Dobrindt, Scheuer, Söder und Seehofer mit ein. Nicht nur hirntod, sondern auch seelentot. Ganz anderes eben als ein guter analoger Film, der zwar keine Seele hat, aber eine Seele transportieren vermag.
    Ein paar Anmerkungen, Bestätigungen, Meinungen oder Fragen habe ich aber dennoch 🙂
    -Ich kann mir nicht ganz erschließen, warum das Bild mit dem braunen Pferd unterbelichtet sein soll, es hat doch eine gute Struktur und ist lange kein zweidimensionaler Schatten…..
    -Ich würde nicht pauschal jeden Schwarz-Weiss-Film überbelichten, gerade Ilford-Filme wie der Delta 100 sind kleine Diven, die man unbedingt korrekt belichten sollte. Aber irgendwie wird bei Kodak Tri X ja durchaus auch eine Belichtung von ISO 320 empfohlen, er wird dadurch feiner.
    -Es ist ganz spannend, ich habe gerade die Bunkeranlagen bei Blavand bei Tag und den im Februar ausgestorbenen Badeort Vejerstrand bei Nacht mit dem Tmax 3200 auf 3200 fotografiert und bin ganz neugierig auf die Ergebnisse. Denn das Labor Open Eyes in Hamburg verarbeitet tatsächlich standardmäßig auf die DX-Empfindlichkeit, alles andere wird gepusht oder gepullt. Der Artikel folgt in Kürze.
    -Was ich ein wenig schade und unverständlich in der heutigen Zeit finde, dass in zahlreichen digitalen Aufnahmen ein Schatten kein Schatten mehr sein darf und eine Nacht keine Nacht mehr. Wenn man die M-Magazine schaut von internationalen M-Fotografen, so sind Bildteile in der Schwarz-Weiss-Fotografie tatsächlich undurchdringlich schwarz. Und sie richten den Blick auf das Bildwichtige.
    Wenn ich heute digital alle Schatten so sichtbar mache, dass sich die Kontraste annähern, sind die Bilder oft so kleinteilig, dass sie mit Informationen völlig überfrachtet werden. Zudem wirken sie oft flau. Ich kann mit einer guten Fotografie Szenen dadurch sichtbar machen, dass ich anderes im Dunkel lasse. Einfach die ISO hochschrauben, das kann irgendwie jeder. Auch da zwingt der Film zur Gestaltung.
    -Starke Kontraste, eben auch durch eine Push-Entwicklung können in meinen Augen durchaus bildgestaltend sein.
    -Was oft vernachlässigt wird, ist auch die Schwäche einiger Sensoren bei Nebel und nieseligem Regen. Durch den Fokus auf scharfe Aufnahmen werden solche Aufnahmen schnell gekillt. Eine Feinabstufung in den schwächsten Kontrastbereichen stellt einige digitale Systeme vor unzumutbaren Aufgaben. Schlimmer allerdings dabei ist es, wenn der Fotografierende das nicht bemerkt:-)
    -Mittlerweile gibt es ja schon Programme, die Korn und Vignetten möglich machen. Das analoge Bilder in ihrer Unvollkommenheit durchaus auch reizvoller sein können, scheint sich also auch in der digitalen Welt herum gesprochen zu haben. Übrigens, wenn man in der Dämmerung unterwegs ist und sich selbst beim Sehen beobachtet, wird man feststellen, dass man auch gar real ein leichtes Rauschen in den dunklen Bereichen wahrnimmt. Digitales Rauschen dagegen empfinde ich persönlich gelinde gesagt nicht bildgestaltend. Dagegen nutze ich gerne mal auch bei Tageslicht 3200er Filme und belichte sie auch als solche, um gerade durch die Körnung einen antiken Effekt hinzubekommen, beispielsweise in einem Freilichtmuseum. Durch solche Art der Aufnahmen unterstreiche ich noch einmal den Bezug zur früheren Zeit.
    Und dann erinnere ich mich an die Fotoausstellungen, egal ob Feininger oder Augen auf bei Leica- mit weltberühmten Aufnahmen, ordentliche Vergrößerungen, ohne dass die Körnung dem Motiv in irgendeiner Form schaden. Ausstellungen mit inhaltlich vergleichbarer Qualität aus der digitalen Zeit sind mir noch nicht so häufig begegnet- dabei wird doch beim (fotografieren?) draufgehalten, was das Zeug hält.
    –Bei allem: Du bedienst beide Möglichkeiten und zeigst einmal mehr, wie entspannt eine Koexistenz mit beiden Systemen möglich sind.
    Die Überschrift für einen Artikel habe ich jedenfalls schon mal: Bist Du noch technikverliebt oder fotografierst Du schon? 🙂 Denn gerade die so technikverliebten, die immer dem Neuesten nachgeiern und noch mehr Forderungen an Kameras haben, die ohnehin schon völlig überfrachtet sind, diese Menschen sind selten in der Lage, wirklich mehr als Automatikprogramme zu bedienen bzw. sich von diesen bedienen zu lassen. Geschweige denn, ein Motiv zu entdecken und als solches zu erkennen. Weil sie sich mit dem einen Motiv gar nicht identifizieren, schießen(!) sie schon die nächsten 8 Bilder/pro Sekunde- Die entsprechende Kamera gibts ja her :-))

    • Claus Sassenberg
      4. Februar 2019

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      Hallo Kai,

      mach dir nix aus dem digitalen Gebabbel, das ist redundantes Wissen. Wenn man erst mal anfängt, technisch-physikalische Hintergründe zu erforschen, merkt man irgendwann nicht mehr, dass man sich ausserhalb des normalen Sprachgebrauchs befindet…

      Wegen des „unterbelichteten“ Pferdes: Eigentlich ist das falsch ausgedrückt, das Bild ist nicht wirklich unterbelichtet. Was mir aber trotzdem nicht gefällt, ist die Grenzwertigkeit im Schatten, ich hätte da gern mehr (potentielle) Möglichkeit der Anhebung. Ob ich das dann mache, sei dahingestellt.
      Überbelichten: Auf keinen Fall sollte das so verstanden werden, dass ich neuerdings Überbelichtung als „Way of Life“ empfehle. Gemeint war lediglich, dass man auf Bildrelevante Teile belichtet (das müssen nicht die dunkelsten sein) und sich um die helleren Bereiche keine Sorgen machen muss.
      Ebenso ist deine Anmerkung, dass das natürlich auch vom Film abhängt, völlig richtig! Bei Kodak Portra, Ektar, Tri-X und TMax oder Ilford HP5 ist Spielraum, aber das kann man nicht einfach auf alles übertragen.
      Bin gespannt, wie deine Erfahrungen mit dem TMax P3200 sind!
      Und das mit den Schatten ist ja genau mein Lamento! Wie dieser Fuzzie mit dem HDR-mässigen Auswurf nach ellenlangem Photoshoppen, von dem ich berichtete. Keine Schatten mehr! Und das scheinen viele bei ihren S/W- Bildbearbeitungen nicht mehr zu checken, wie künstlich das aussieht.
      Es ist wirklich bezeichnend, wie viele „Filter“ und Programme es gibt, die einzig zum Ziel haben, eine digitale Aufnahme analog erscheinen zu lassen. Da fotografiere ich lieber gleich mit Film.
      Naja, und über die Gear-Heads“ kann man nur den Kopf schütteln. Die sind in ihrer eigenen Hölle gefangen.

      Liebe Grüße,

      Claus

      • Kai
        23. Februar 2019

        Lieber Claus,
        habe nun den Kodak Tmax 3200 zurück und gleich in ein paar Zeilen verpackt.
        Und unter Architektur habe ich zur Abwechslung noch mal was mit dem Tri X gemacht.
        Liebe Grüße
        Kai

      • Claus Sassenberg
        24. Februar 2019

        Hallo Kai,

        sehr schöne Beiträge, ich füge mal die Links dazu ein:

        Architektur

        Kodak TMax P3200

        Schönen Sonntag,

        Claus

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