Das Kleinbild-Intermezzo

Das Kleinbild-Intermezzo

Kommentare

  
  1. so ein Bericht hat den Vorteil, daß man mal wieder Fotos aus dem echten Leben vor Ort sehen kann. Soziale Gebrauchsweisen der Fotografie sind in Zeiten von Corona dann doch bei uns allen auf die Motive vor der Haustür und drinnen fokussiert. Davon gibt es viel zu wenig Fotos.
    Bei diesem Artikel kommt hinzu, daß man jetzt auch noch mal vergleichen kann wie ein digitales Foto einer analogen Kamera auf einem Blog aussieht im Kontrast zu der digitalen Emulation. Ich finde diesen Artikel daher fotografisch und sozial höchst interessant.
    Vielen Dank dafür!

  2. AvatarMaurizio sagt:

    Lieber Claus
    Schön wieder ein Artikel von dir lesen zu dürfen. Wie immer sehr schön. Auch finde es wie Dirk schön, dass du die junge Generation in die Welt der Fotografie eintauchen lässt. Auch bei mir begann alles sehr früh in jungen Jahren. Ebenfalls finde ich es immer schön, wenn du uns an deiner analogen Fotografie teilnehmen lässt.
    Ich bin mir am überlegen, ein gebrauchtes Elmarit M 21mm / 2.8 zu kaufen. Habe es im moment von einem guten Freund ausgeliehen bekommen. Bin sehr begeistert von der Linse und dem Bildlook. Leider wird ja das neue Elmarit-M 21mm nur noch mit Blende 3.4 gebaut. Hast du Erfahrungen mit einem der beiden Objektive?

    Dir noch schöne Pfingsten.
    Maurizio

    PS: Habe Dirk Säger persönlich in der Schweiz getroffen und kennenlernen dürfen. Gemeinsam haben wir bei einem Kaffee über Fotografie geplaudert und uns austauschen können. Eine sehr tolle Begegnung und Mensch.

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Guten Abend Maurizio,

      das 21mm Elmarit war bis zur Einführung des Super-Elmar das beste Weitwinkel weit und breit. Ich habe es gleich zu Anfang mit meiner M9 gern benutzt und heute noch eine Menge “Keeper”, die mit der Linse gemacht wurden. Es ist selbstverständlich auch heute noch eine sehr gute Optik. (Habe von beiden Linsen Beispielbilder in der Rubrik “Objektive” auf der Webseite)

      Aber: Das 21er Super Elmar ist neu gerechnet. Durch den Verzicht auf die 1/2 Blende Lichtstärke ist es sehr viel kompakter als das recht sperrige Elmarit. Es hat auch bessere optische Eigenschaften (Hohe Auflösung, Kontrast, Mikrokontrast, Farbwiedergabe etc.). Das liegt auch daran, dass es explizit für digitale Sensoren entwickelt wurde, während das 21er Elmarit aus der analogen Zeit stammt.

      Ganz klar: Im realen Leben ist der Unterschied zwischen den Bilder aus den beiden Objektiven mit bloßem Auge sowieso nicht zu sehen! Das ist alles ein “Datenblatt”-Krieg. Also: Wenn du das 21er Elmarit zufällig günstig bekommst, kein Problem.

      Ich persönlich finde das kleine Super Elmar praktischer (Peter Karbe sagt selbst: Bloß nicht abblenden! Es hat schon bei voller Öffnung Höchstleistung!), dazu stört mich die f/3.4 nicht auf der M10. Nach ein paar Jahren des Zögerns habe ich das Elmarit verkauft.

      Und Dirk: Ich muss mich wirklich auch mal mit ihm wieder treffen, aber das sollte ich ihm vielleicht lieber selbst sagen! Wir haben uns (Schande!) seit dem Staatsexamen nicht mehr gesehen…

      Dir auch schöne Pfingsten,

      Claus

      P.S. morgen erscheint ein neuer Review im Blog, sehr interessante Kamera (leider analog), liege gerade “in den letzten Zügen” des Textes.

  3. AvatarKai sagt:

    Ein schöner Einblick in das aktuelle Leben in der Provinz. Das könnte in diesem Jahr unser Urlaubsdomizil werden. Wollte ich doch lange schon mal wieder in meine Ex 12 Monats-Heimat.
    Was Kleinbild betrifft, war ich sehr überrascht, die großen Abzüge in der Leica-Ausstellung „Augen auf“ zu sehen.
    Und immer wieder habe ich den Wunsch (Claus, bitte nicht lesen, sonst kaufst Du Dir morgen die nächste…) mit einer Minox Portraits zu machen und auf 40×60 cm zu vergrößern. Diese Ausstrahlung schafft keine Mittelformat.
    Ja, für die Reportage gibt es nichts besseres als eine kleine Kamera. Und als ich im letzten Jahr den Besuch der dänischen Königin für ein paar Stunden begleiten durfte, nutzte ich dazu noch einen Film aus der Drogerie:-) Und das Ergebnis war genau so wie ich es gedacht habe.
    Ich muss sagen, ich bin ein wenig verliebt in die Leica M und für das, was ich tue, ist sie goldrichtig. Und trotz „nur Kleinbild“ hängt bei un sim Wohnzimmer ein Abzug von 40x60cm ohne sichtbares Korn von einem Kodak Ektar. Und es soll einen Adox Film ISO 25 geben, mit dem macht man einen Abzug mit einer Diagonale 2.50 Metern, ohne ein Korn zu entdecken. Würde auch größer gehen, aber dann kommt das Leica Summilux 50 doch an seine Grenzen 🙂
    Liebe Grüße
    Kai

  4. AvatarTom sagt:

    Hallo Claus,
    schön, wieder etwas neues von Dir zu sehen! Ich mühe mich derzeit etwas mit meiner M2… ich liebe es, mit der Kamera zu fotografieren, aber die Negative kommen einfach nicht gegen die 6×6 oder 6x7cm im Mittelformat an. Aber vielleicht ziehe ich einfach nochmals mit einem Acros oder TMAX los und schaue mir die Sache nochmals an. Oder – Frevel – gar ein Farbfilm ;-).
    Viele Grüße,
    Tom

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Hallo Tom,

      gegen Mittelformat hat Kleinbild technisch wohl kaum ‘ne Chance (wem sage ich das?), aber da nun mal die technische Qualität nur ein “ferner liefen”-Kriterium bei Bildern ist, kommt es sicher darauf an, die passende Kamera für den passenden Zweck zu haben. Für die meisten Menschen wirkt eine Leica-M nicht so bedrohlich, als wenn man ihnen einen Mamiya vor die Nase hält. Die Fotos von der Post, dem Eisverkäufer oder der Kassiererin wären nicht so spontan möglich gewesen. Na gut – ich bin in Vlotho bekannt wie ein bunter Hund und kann jeden fotografieren (wobei: ich frage immer!), aber wenn man irgendwo fremd ist, spielt die Wahl der Kamera sicher eine große Rolle.

      Viele Grüße,

      Claus

      • AvatarTom sagt:

        Hallo Claus,

        Die Mamiya nehme ich tatsächlich nur sehr selten mit, obwohl ich 6x7cm liebe… aber das Herumtragen würde nur die Orthopäden/Chiropraktiker/etc-Zunft reich machen, denn es ist schon ein schöner Brocken. Damit bleibt meine erste Wahl fürs Mittelformat die Rolleiflex.

        Digital ist mir übrigens letztens unverhofft eine gebrauchte M10-P aus gutem Hause zu einem Preis, bei dem ich nicht nein sagen konnte, zugelaufen. Denke mal, dass die nächsten Auflüge mit M10-P und M2 stattfinden und ich dem anlogen Kleinbild wieder eine Chance gebe. Von der Bedienung her liebe ich die M-Serie einfach..

        Viele Grüße,
        Tom

        P.S.: Oh, und falls Du jemanden kennst, der eine schöne M240 sucht: meine ist durch den unerwarteten Zuwachs früher als erwartet auf dem Markt ;-).

  5. AvatarDirk Säger sagt:

    Lieber Claus,
    jetzt habe ich es doch wirklich geschafft, deine 3 letzten Beiträge zu lesen. Wunderbar und danke dafür. Ich hatte letztens meine alte F90X in der Hand. Leider klebt die Gummierung und so habe ich sie zurück gelegt. Ich habe keine Ahnung, wie man das beheben kann.
    Ich finde es wunderbar, wie du junge, interessierte Menschen an die Fotografie führst. Das macht Spaß zu lesen und für sie werden es sicher sehr bleibende Erinnerungen sein.
    Bei mir ist vor einigen Tagen ein Sigma 20mm f/1.4 eingezogen, welches ich mir für Astro gewünscht hatte. Der Unterschied zwischen f/2.8 und 1.4 ist wirklich enorm. Und ja, ich habe mich nachts auf irgendwelchen Burgruinen im Pfälzer Wald rumgetrieben.
    Ich wünsche dir eine gute Zeit und ein Genießen der entschleunigten Situation.
    LG Dirk

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Lieber Dirk,

      Die F90X ist wirklich ein gutes Stück! Es wäre vielleicht eine unverbindliche Anfrage beim Service wert, wie man das “Kleben” beseitigen kann. Ich gebe hier ganz offen zu, dass ich schon vor einiger Zeit eine top erhaltene Nikon F3 HP im Haushalt aufgenommen habe. Nikon hat großartige Geräte gebaut (und es ist nicht so, dass das heute nicht so wäre, nur scheint mir manches überfrachtet). Messsucherwelt hin oder her, auch ich habe schliesslich seit den siebzigern mit SLR’s gearbeitet, warum sollte das plötzlich schlecht sein?

      Jedenfalls ist bei mir nicht alles “Asche”, nur weil es nicht den Namen Leica trägt. Meine stehende Kritik an Wetzlar hat mich schon Sympathien bei “Hardlinern” gekostet, aber deswegen gebe ich das selbständige Denken nicht auf und schlucke alle Ergüsse von Leica-Marketing unhinterfragt. Dabei ist nach wie vor klar, dass ich als digitale Plattform die M10 mit Leica-Glass bevorzuge (oder die Q!). Und die mechanische Präzision und das pure Gefühl einer M4 liebe.

      Ja, und wenn einen erst mal der Drang nach Astrofotografie erwischt hat, kann man sich vom gesunden Nachtschaf erst mal verabschieden 😉 Ich hatte das auch schon (z.B. wenn die Perseiden durchkommen). Manchmal ist es im Wald recht gruselig. Pass auf die Wildschweine auf (kein Witz – bei uns gibt’s echt viele).

      Aber zwei Blenden machen wirklich einen Riesenunterschied! Und das ist auch einer der wenigen Gründe, warum man bei der Brennweite diese Lichtstärke wirklich braucht.

      Bleib auch du gesund, viele Grüße,

      Claus

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