Ich habe eine Schwäche für unterirdische Orte. Oder, in diesem Fall, fast unterirdisch. Die ideale digitale Höhlenkamera ist zweifellos die Leica Q. Die Brennweite erfasst auch enge Räume und die Bildstabilisierung lässt Bilder aus der Hand mit nicht allzu hoher ISO bei Belichtungszeiten bis zu 1/8s zu. Ausgezeichnete Bildqualität ohne Notwendigkeit, ein Stativ mitzuschleppen.

Meistens glänzte die Q in subterranen Lokalitäten in Frankreich. In der Aven d’Orgnac, der (nachgebauten) Grotte Chauvet, der Grotte Rosé, Aven Armand oder Abîme de Bramabiau. Sogar in den Katakomben von Paris. Dazu kommt mir das Erzbergwerk von Kleinenbremen ganz in meiner Nähe in den Sinn, dessen Besuch sich lohnt. Bloß: Um die Leica Q geht’s in diesem Artikel ansonsten überhaupt nicht! April, April!

Was, wenn man ein Stadium der Dekadenz erreicht hat, in dem man es für zu einfach und damit fast schon langweilig findet, eine solche Kamera zu benutzen? Man erfindet einfach neue Beschränkungen, die man sich auferlegt, obendrein ohne Not! Zum Beispiel, den ganzen halbwegs unteridischen Schnickschnack mit einer analogen Mittelformatkamera abzulichten.

Plaubel
Wenn einem die Festbrennweite nicht zusagt… Ein „gestitchtes“ Panoramabild aus zwei Mittelformat-Negativen der Plaubel Makina 67. Kodak Portra 800

Und wozu soll das gut sein? Neben der puren „Hybris“, etwas zu können, wovon andere keine Ahnung haben (wobei ich versichere, dass es diesen „anderen“ sowas von schnuppe ist, was ich da mache und ob sie das können oder nicht), kommen doch Bildergebnisse dabei heraus, die sich zumindest teilweise durch die Besonderheiten der geometrischen Verhältnisse der Mittelformat-Optik von dem unterscheiden, was man mit einer Kleinbild-Kamera erreicht. Ich bilde mir vor allem ein, dass da eine 3D-Wirkung dabei ist. Die könnte man zwar auch mit einigen Leica-Objektiven erreichen, aber dann ist da auch noch der spezifische Look des Films (ganz andere Farben als digital) und die Bildqualität bei Mittelformat-Negativen.

Plaubel
Plaubel Makina 67 bei f/4 1/30s, Kodak Portra 400
Plaubel
Screenshot aus Lightroom. Vielleicht kann man bei Betrachtung dieses Vergleichs nachvollziehen, warum mich analoge Mittelformat-Fotografie fasziniert: Links das obige analoge Bild, rechts der (fast) identische Ausschnitt aus einem DNG der M10, dessen Tonwerte in LR angepasst wurden. Natürlich zeigt der Portra bei 320 ISO belichtet eine höhere Farbsättigung. Aber das erklärt nicht den gesamten Unterschied.
Plaubel
In der Breitach-Klamm. Leica M10 mit 21mm Super-Elmar bei f/3.4 1/30s ISO 2000

Wir waren vor drei Wochen in der Nähe von Oberstdorf. Unser Feriendomizil lag knapp 5 Fahrradminuten vom Eingang zur Breitach-Klamm entfernt. Ich kannte sie von einem Besuch vor 10 Jahren (es goß damals in Strömen, der Wasserstand war enorm hoch und die M9 ist nie wieder so nass geworden. Aber die Bilder waren großartig). Ich wusste also, dass  sich fotografieren unbedingt lohnt. Bei unserem ersten Besuch hatte ich die M10 mit einem 35mm Summicron und dem 21er Super Elmar dabei, welch letzteres natürlich hauptsächlich zum Einsatz kam. Die Ergebnisse waren erwartungsgemäss gut (einige Fotos davon ziemlich am Ende dieses Artikels im Slider), wie ich noch am gleichen Abend auf dem Macbook sehen konnte. Ich kam ins Grübeln. So finster war es ja auch im engsten Teil der Klamm nicht, dass man nicht versuchen könnte, ähnliche Fotos auch analog zu machen.

Ich hatte die Plaubel Makina 67 mit. Die 80mm Mittelformat-Brennweite übersetzen sich in ca. 40mm bei Kleinbildfilm. Nicht allzu weit, aber Bildkomposition wäre dann gleich die nächste Herausforderung, wenn man mit der Filmempfindlichkeit klarkommt. Ich hatte mehrere Rollen Kodak Portra 400 im Gepäck, aber als „Joker“, für den Abschnitt mit den schummrigsten Verhältnissen, sah ich eine Rolle Kodak Portra 800 vor, die zufällig dabei war.

Im Slider einige Bilder aus der Plaubel Makina auf Kodak Portra 400. Der Zugangsbereich zur Breitach-Klamm

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Leica M4 mit 21mm Super Elmar bei f/3.4 1/15s Kodak Portra 400 (bei 320 ASA belichtet, Messung mit Seconic)

Am nächsten Morgen bekam ich von meiner Familie „frei“, schnappte die Plaubel (mitsamt, einer plötzlichen Eingebung folgend, der Leica M4) und stellte mich in der Schlange zum Eingang an. Seit Corona ist der Weg durch die Klamm „Einbahnstrasse“, nur der untere Zugang gewährt Zutritt. Man geht flussaufwärts durch die Schlucht bis zum Felssturz von 1995, der damals die Klamm komplett sperrte, bis die aufgestaute Breitach das Bollwerk sprengte. Am oberen Ende kommt man heraus und geht den Wanderweg zurück, oder wendet sich nach rechts, um den zweiten Teil der Klamm noch zu sehen und einen etwas größeren Bogen zurück zu schlagen. Das lohnt sich auf jeden Fall. Wir sind auch mal an der Breitach entlang bis ins angrenzende Kleinwalsertal gewandert, absolut empfehlenswert.

Ich ging langsam an der Breitach entlang und hielt Ausschau nach Stellen, von wo eine lohnende Bildkomposition möglich war. Den ersten Kodak Portra 400 hatte ich so berechnet, dass ich die 10 Aufnahmen, die er hergab, bis zu der Stelle gemacht hatte, wo die Klamm plötzlich richtig eng und dunkel wird. Jetzt kam der Portra 800 zum Zug. Und ich war froh, dass ich ihn hatte, denn wie erwartet brauchte ich die ISO dringend. Allerdings nicht so dringend, dass ich nicht den Portra 400 bei 320 und den Portra 800 bei 640 belichtet hätte. Das reichte aber trotzdem aus. Übrigens Belichtung: Ich bin immer wieder von dem Belichtungsmesser der Plaubel begeistert. Er misst auf den Punkt und zeigt Differenzen von einer viertel Blende verlässlich an. Da kann der Seconic in der Tasche bleiben.

Im Slider ein paar Bilder aus dem engen Teil der Klamm auf Kodak Portra 800

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Im oberen Abschnitt der Breitach-Klamm, nach dem Felssturz. Plaubel Makina 67 mit Kodak Portra 400

Im low-light-Bereich der Klamm kam ich trotz 640 ASA auf Belichtungszeiten von 1/15s oder (Schluck!) 1/8s. Ich fragte mich, ob der Verzicht aufs Stativ nicht doch größenwahnsinnig war. Ich hielt die Luft an und besann mich auf meine Berufsehre (ruhige Hand gehört dazu). Scheint gewirkt zu haben. Alle Fotos scharf (genug). Der Copal-Zentralverschluss der Plaubel arbeitet total vibrationslos (bei der Rolleiflex kann man sich auch darauf verlassen). Gerechterweise füge ich hinzu, dass ich mit der M10 und dem 21mm-Objektiv auch 1/8s aus der Hand schaffe. Die 10 Bilder des Portra 800 waren schnell durch und ich legte wieder eine Rolle Portra 400 ein, die ich aber nicht mehr ganz füllte. Sie wurde bei späteren Wanderungen voll.

In unserer Urlaubswoche war es durchgehend sonnig und warm. Aber in der Nacht vor unserer Abreise regnete es ergiebig und wie es aussah, würde sich das auch über Tag nicht ändern. Da wir erst nachmittags fahren wollten, warf ich mir morgens eine Regenjacke über und ging noch  mal in die Klamm, diesmal allerdings mit Ilford HP5+ in der Plaubel. Der HP5 ist mit seinem großen Belichtungsspielraum für so dynamisch anspruchsvolle Motive wie geschaffen. Die M10 hatte ich auch wieder mit, einzig mit dem 21mm Super-Elmar bestückt. Bei der Nässe stand Objektivwechsel sowieso ausser Frage.

Regenbilder aus der Klamm mit der Leica M10 und dem 21mm Super-Elmar

Ich war früh da und daher fast allein. Der Wasserstand war deutlich höher als die Tage zuvor, wenn auch nicht so, wie zu meinem ersten Besuch vor 10 Jahren. Ich wusste nicht genau, ob es eine gute Idee war, Schwarzweissfilm zu verwenden. Ich hoffte, dass die bizarre Form der Felsen und der rauschende Fluß im Zusammenspiel mit Licht und Schatten auch ohne Farbe eine ausreichende Bildwirkung erzielen könnten. Zur Sicherheit hatte ich darum die M10 auch mit. Die Fotos, die ich mit ihr machte, verglich ich zuhause mal mit den 10 Jahre alten Bilddateien aus der Leica M9 (ich hatte ein Beispiel schon im vorigen Blog-Beitrag eingefügt).

Leica M9
Vor 10 Jahren: Leica M9 mit 21mm Super-Elmar bei f/3.4 1/12s ISO 160. Da war der Wasserstand noch mal deutlich höher und von oben war’s auch nasser. Frage: Würde das Bild aus der M10 viel anders aussehen? Die Szene zeigt eine hohe Dynamik. Hat der heute antiquierte Sensor der M9 da irgendwelche Probleme gehabt?
Plaubel
Plaubel Makina 67 mit Ilford HP5+. Das Orange-Filter hellt das Grün der Blatter auf, ein Effekt, den ich regelmässig beobachte und der mir bei dem HP5 stärker auffällt als z.B. bei Kodak S/W-Filmen. Übrigens hat mir mal ein Filter-Experte versichert, das könne gar nicht sein, weil Grün zu Orange komplementär sei. Ein mögliche Erklärung wäre, dass Orange einen Teil des infraroten Spektrums gut durchlässt, der HP5+ dafür empfindlich ist und so ein abgeschwächter „Wood-Effekt“ zustande kommt.

Um wieder mal festzustellen, dass sich in 10 Jahren kein Unterschied in der Bildqualität zeigt, der irgendwie mit unbewaffneten Auge zu sehen wäre. Selbst die bei den starken Helligkeitsunterschieden erhöhte Anforderung an die Dynamik bewältigte die Kamera ohne weiteres. Das richtige Verhältnis von Belichtungskorrektur und gezielter Unterbelichtung, dann checken des Histogramms, gefolgt von der evtl. Anpassung der Belichtung ist der normale Workflow bei solchen fordernden Verhältnissen und daran hat sich auch bei der M10 nichts geändert. Und nebenbei bemerkt: Da wird auch bei der M10-R nichts anders sein. Wer da einfach unreflektiert auf die Kameraautomatik vertraut, bekommt ziemlich suboptimale Ergebnisse.

Exkurs: Schon damals hatte die M9 eine grottenschlechte Wertung im DxO-Ranking, was mich ultimativ zu der Schlussfolgerung brachte, fortan auf DxO’s Meinung zu Kameras zu pfeifen und lieber meinen eigenen Augen zu trauen. Natürlich gab es in den 10 Jahren Fortschritte in der Sensortechnik. Signal/Rauschen-Verhältnis, Dynamik, Farbtiefe u.s.w. sind verbessert. Aber in einem bis heute bestehenden perfiden Zusammenspiel von Kamera-Industrie, Review-Webseiten, Fotozeitschriften, „gekauften“ Fotografen und subversiver Arbeit von professionellen „Agenten“ in Foto-Foren werden einem die marginalen Fortschritte innerhalb einzelner Modellgenerationen wie gigantische Schritte vorwärts verkauft. Und „verkaufen“ ist hier der modus operandi. Heutzutage steht die Industrie unter enormem Druck, einer schrumpfenden Käuferschicht weiterhin glauben zu machen, sie hätten mit jedem Folgemodell das Rad neu erfunden. Im Jahr 2007 wurden 120 Millionen hochwertiger Kameras verkauft, jetzt sind es noch 20 Millionen (mit oder ohne Spiegel). (Quelle: Erwin Puts)

Plaubel
Plaubel Makina 67 bei f/5.6 1/60s, Orange Filter, Ilford HP5+

Im „helleren“ Bereich des Flußtals benutzte ich noch einen Orange-Filter, den ich am Eingang zur engen Passage abnahm. Ich brauchte die vollen 400 ASA des Films und vertraute auf die Panchromatik. Um die M10 musste ich mir keine Sorgen machen, aber die Plaubel wollte ich möglichst vor zu viel Feuchtigkeit schützen. Die Sonnenblende hielt die Frontlinse beim fotografieren gut trocken. Ab und zu wischte ich die Kamera mit einem Papiertuch ab und steckte sie in die Hadley Digital, die absolut regendicht ist. Stativ hatte ich natürlich bei dem Regen wieder nicht dabei, zu umständlich. Sicher, man hätte die Kamera montieren und einen Regenschirm darüber halten können, aber da wär‘ ich auf den engen Wegen zu einem echten Verkehrshindernis mutiert.

Plaubel
Plaubel Makina bei f/4 1/15s, Ilford HP5+ bei 400 ASA belichtet, kein Farbfilter
Plaubel
Plaubel Makina 67 bei f/4 1/15s, Ilford HP5+, kein Farbfilter

Da ich mich im unteren Bereich länger aufgehalten hatte, war ich längst nicht mehr allein. Ich hätte gar nicht gedacht, dass bei dem Wetter so viele Besucher kommen würden, die Anzahl unterschied sich kaum von der an den anderen Tagen. Auch wenn viele Menschen in der Klamm sind, verteilt sich der Strom der Besucher auf die Länge recht gut und ohne, dass man coronabedingte Platzangst bekommt (in der Klamm gibt es zum Glück keine Maskenpflicht, nur am Eingang). Die meisten verhalten nur kurz an bestimmten Punkten und gehen recht zügig weiter. Ich hatte eingangs erwähnt, dass mein Spleen, mit analogen Mittelformat-Kameras zu fotografieren (und dass das irgendwie besondere Fähigkeiten erfordert) meinen Mitmenschen völlig schnurz ist. Hunderte waren an den Tagen zuvor mit sich selbst beschäftigt achtlos an mir vorbeigelaufen, ohne einen zweiten Blick auf die Kamera zu werfen. Dabei ist die Plaubel schon ein Hingucker, wenn auch nicht in der Liga wie eine Rolleiflex. Aber an dem Tag, bei dem Regen, traf ich in kurzem Abstand zwei, die sich sehr interessiert an der Kamera zeigten und mich in längere Gespräche über analoge Fotografie verwickelten.

Plaubel
Plaubel Makina 67 bei f/4 1/15s, Ilford HP5+, kein Farbfilter

Den Film wechselte ich unter dem Schutz eines Felsvorsprungs, wer möchte schon sein rückwärtiges Linsenelement unter Wasser setzen? Zum Glück ist das Film einlegen bei der Plaubel wenig fummelig. Als dann die zweite Rolle HP5 durch war, liess ich es gut sein, steckte die Mittelformat-Knipse weg und machte den Rest mit der M10. Ich kam nach ein paar Stunden Regen wieder gut durchweicht in der Ferienwohnung an.

Im Slider noch einige Fotos aus der Leica M10. Digital fällt einem so manches leichter. Die Dynamik ist in manchen Bildern grenzwertig, und da könnte man schon fast auf den Gedanken kommen, HDR zu machen (wenn man die Schatten in Ruhe lässt, kann die Bildwirkung ganz natürlich sein. Ich hasse nämlich diese „overprocessed“ HDR-Optik. Irgendwann muss man mal darüber weg sein…)

Die Regenjacke hatte dicht gehalten, wie auch die Fototasche. Ist echt unverwüstlich und trotzt den Elementen (das war der Werbeblock. Die Marke der Regenjacke wird nicht verraten. Hat was mit Bergfüchsen zu tun). Wir packten nachmittags unsere Siebensachen, besuchten auf dem Rückweg unsere Freunde in Iphofen und kamen bei völlig leerer Autobahn total entspannt zuhause an. Ich schickte am nächsten Tag fünf Rollen 120er-Film und drei Kleinbildfilme zur Entwicklung und schwor mir, mich jetzt erst mal analog etwas zurückzuhalten.

Und was ist mit dem zuletzt versprochenen Artikel über Infrarot-Fotografie? Relax… alles cool, ist in Arbeit! Kommt irgendwann im August. Noch ein Teaser:

Infrarot
An der Breitach. Infrarot Foto mit Sperrfilter 715 auf Kleinbildfilm. Mehr wird nicht verraten…

8 Kommentare

  1. Lieber Claus
    Es ist schön, wieder mehr von dir zu lesen. Habe natürlich die Krankheitsgeschichte mitbekommen. Coronabedingt war ich viele Wochen zu Hause am Arbeiten. Die Fotographie kam da natürlich zu kurz. Ebenfalls hatte ich keine Ideen. Im März habe ich mir dann eine Drohne gekauft (DJI Mavic Air 2). Mit diesem Spielzeug gab es wieder Fotoperspektiven. Macht Spass. Viel Zeit investiere ich zur Zeit in die Musik, die ich wieder entdeckt habe (Gitarre, Blues).
    Diese Fotoserie von dir hat mich „Gluschtig“ auf die St. Beatushöhlen am Thunersee gemacht. Mal sehen.
    Bleib gesund. Grüsse aus der Schweiz

  2. Lieber Claus,

    Dein Bericht macht echt neidisch. Mir sind in der letzten Zeit nicht so viele schöne Motive vor den Sucher gelaufen. Man ist halt pandemiebedingt ein bißchen eingeschränkt. Die Q mußte ich inzwischen an meine Frau abtreten und darf sie nur benutzen, wenn sie keinen Bedarf verspürt. Wenigstens hat es ihr den Spaß am Fotografieren zurück gebracht. Am Wochenende habe ich geplant, den Mont Donon in den Vogesen zu besuchen, in der Hoffnung von Goldener Stunde bis zu einem Michstraßenzeitraffer alles in den Kasten zu kriegen. Mal sehen, ob mir das Wetter gewogen ist.
    Sei ganz herzlich gegrüßt,
    Dirk

    • Claus Sassenberg

      Lieber Dirk,

      was Motive angeht, war ich auch echt „auf turkey“. Es war schön, mal wieder was anderes vor die Linse zu bekommen. Das mit der Q kenne ich: Meine Töchter legen die Kamera regelmässig in Beschlag.

      Für den Mont Donon wünsche ich dir klaren Himmel: Die Perseiden müssten diese Woche für ordentlich Sternschnuppenregen sorgen!

      Viel Erfolg bei der Astrofotografie, liebe Grüße,

      Claus

  3. Thomas Fischer

    Hallo Claus. Mein 1. Urlaub mit M10-P und 50er Cron ist rum und ich bin total begeistert. Obwohl ich noch nie manuell fokussiert hatte, klappt es mit dem Messsucher sehr genau und ich hatte nur wenig Ausschuss. Dein toller Blog mit allen versteckten Tipps sind dabei natürlich extrem hilfreich. Dein neuester Beitrag weckt natürlich gleich die Lust auf eine weitere Brennweite. 28mm habe ich ja schon in Form der Q. Aber durch die engen Gassen von Freiburg und deine Fotos aus der Klamm könnte ich mir das Super-Elmar 21 sehr gut als 3. Brennweite vorstellen. Dazu die Frage der Bildkomposition: blickst du nur durch den Messsucher und rechnest gedanklich noch etwas mehr um das Sichtfeld herum oder nimmst du bei Brennweiten unter 28mm ausschließlich den LiveView? Letzte Frage zu den DNGs: bei der Q sind die meistens über 40MB aber bei der M meist noch nicht einmal 30! Ist das normal weil die M bereits die RAW-Dateien stärker komprimiert? Liebe Grüße, weiterhin gute Genesung und schöne Motive. Thomas

    • Claus Sassenberg

      Hallo Thomas,

      die Q ist wirklich die typische Einstiegsdroge… jedenfalls sind schon echt viele in der Reihenfolge zum M-System gestoßen. Bei dir als Kollegen habe ich auch keinen Zweifel, dass du mit dem Manuellen bestens zurechtkommst 😉

      Das 21mm Super-Elmar fokussiere ich durch den Messsucher (das ist keine große Herausforderung bei der Brennweite) und komponiere in der Regel mit dem 21mm Spiegelsucher, den ich noch von der M9 her habe. Wunderbar hell und eigentlich auch „stylish“, 100mal besser als diese Elektronik-Warze (Visoflex). Ich hatte so ein Teil mal für die M240, potthässlich und miese Bildqualität (im Sucher). Neee, wenn ich den Spiegelsucher mal vergessen habe, nehme ich eben Live-View auf dem Monitor. Meist habe ich das kleine Teil dabei, schon weil ich ihn für die analogen M’s unbedingt brauche.

      Zu den DNG’s: Früher gab’s mal die Option zwischen „DNG“ und „DNG-verlustfrei komprimiert“. Das ist seit der M10 Geschichte und wird gar nicht mehr gefragt, es werden komprimierte DNG’s gespeichert. Das müsste bei der Q auch so sein. Dass die Dateien größer sind kann mit diversen Zusatzinformationen zusammenhängen, die die Kamera für die Raw-Konverter (speziell Lightroom) liefert. Zum Beispiel eine Distortionskorrektur der Linse. Ich hasse es zu sagen, aber die Q-Optik ist im Gegensatz zu M-Objektiven Software-Korrigiert. Aber sonst könnte es nicht so kompakt sein.

      Viele Grüße nach Thüringen, viel Freude weiterhin mit deinen Kameras,

      Claus

  4. Peter Lott

    Hallo Herr Sassenberg, hallo Claus,
    (in meinem Alter ist man etwas unsicher mit Anreden im Internet ;-))
    Wie immer tolle Bilder. Besonders die Qualität der Filmaufnahmen ist beeindruckend. Der Vergleich der Aufnahmen der Makina mit der der M10 in LR zeigt, dass bei der Landschaftsfotografie der analoge Weg mit einer MF-Kamera noch immer seine Berechtigung hat, wenn man die Mühen nicht scheut.
    Ich hätte noch eine Frage zur Leica M3. Auch meine M3 (Baujahr 1955) hat im Messsucher einen irreparabelen Kitschaden. Gibt es gegen den Einbau eines neuen Messsuchers der M7/MP-Linie Argumente, die gegen einen Austausch sprechen? Ich meine jetzt nicht die Kosten oder den Verlust der Originalität, das muss jeder für sich selbst bewerten, sondern praktische Einschränkungen oder Besonderheiten beim Fotografieren.
    Viele Grüße aus Franken, Peter

    • Claus Sassenberg

      Hallo Peter,

      den Fall mit dem Kittschaden bei der M3 hatte ich selbst bei meiner. Ich liess den E-Messer 2017 gegen den einer M6TTL austauschen (mit 0,85 Suchervergrößerung und 5 Sucherrahmen). Das wertete für mich die Kamera im Gebrauch sogar deutlich auf, denn ich hatte nun eine M3 mit einem 35er und 75er Sucherrahmen zusätzlich. Speziell 35mm war für mich gut, weil ich nun die Brennweite ohne „Brille“ am Objektiv benutzen konnte.

      Es gab also keine „Einschränkungen“ sondern eher „Erweiterungen“. Der Bildfeldwähler war ebenfalls für die 5 Sucherrahmen voll funktionsfähig.

      Ich hatte natürlich überlegt, ob das wirtschaftlich ist. Man könnte für die Reparaturkosten eine andere M3 bekommen. Aber wenn, wie in meinem Fall, die Kamera ansonsten in makellosem Zustand (mechanisch wie äusserlich) ist, lohnt es sich, das Gehäuse zu erhalten.

      Und es stimmt: Für mich war der Gebrauchswert wichtiger als ein möglicher ideeller Wertverlust wegen Einbau eines nicht originalen Teils. Obwohl ich im Augenblick annehmen würde, dass das bei der steigenden Nachfrage nach funktionierenden analogen Leicas keine große Rolle spielen würde, sondern eher ein zusätzliches Kaufargument wäre.

      Viele Grüße aus Ostwestfalen,

      Claus

  5. Vielen Dank für den ausführlichen Bericht und die tollen Fotos!
    Ich bin wiedermal überzeugt und würde mich am liebsten gleich auf den Weg machen.
    Ich wünsche allzeit gutes Licht!

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