Der Zauber der mechanischen M-Leicas

Der Zauber der mechanischen M-Leicas

Kommentare

  
  1. Kai sagt:

    Lieber Claus,
    eine Frage zur Guten Stube: Ist das Bild in Molfsee entstanden? Ich habe dort mal eine Serie gemacht und entdecke durchaus Parallelen in diesem Motiv. Das wäre lustig. Vielleicht entdeckst Du es ja:
    https://www.youtube.com/edit?o=U&video_id=DqUj2TpshSg

    Lieber Gruß
    Kai

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Nee, die „gute Stube“ ist aus dem „Paderborner Dorf“ im Freilichtmuseum Detmold.
      In Molfsee war ich noch nicht, aber dass das Interieur solcher Bürgerhäuser sich ähnelt, findet man ja bis heute…
      Mit dem Youtube-Link konnte ich irgendwie nichts anfangen. Bringt mich nur auf die Seite zum einloggen (??).

      lg Claus

  2. Hallo Claus
    Achtung, die Retrowelle rollt an ;-). Da meine analoge Leica noch etwas warten muss, bis ich sie kaufe und meine Topcon uni noch immer ihren wohlverdienten CLA-Job bekommt, habe ich mich in eine Yashica 44A verguckt (meine Q verzeiht mir) und gekauft. Dann der grosse Schreck…127er Rollfilme. 120er, kein Problem, bietet jeder gute Händler. Bin aber in Italien fündig geworden.
    Mein Fotogeschäft des Vertrauens hatte so Freude an der „Kleinen“, dass sie mir noch einen Zeiss Ikophot Belichtungsmesser von 1950 geschenkt haben. OK, kein grosses Ding in Sachen Preis, aber trotzdem sehr freundlich von Ihnen. Kurz kalibriert und die ersten 15 Bilder auf dem 12 Bilder fassenden Film gebrannt ;-). Jaja, ich gebe es zu. Ich habe am Anfang total vergessen, bis zum nächsten Bild den Film zu drehen. Egal. Bin gespannt auf die Ergebnisse.
    BTW, ich habe mich entschieden was die digitale M betrifft. Schuld daran ist ein guter Freund im Fachgeschäft. An Himmelfahrt war er an einem Workshop mit der M Monochrom und dem Noctilux drauf. Da war es um mich geschehen. OK, ich ohne Noctilux, aber mit der Monochrom.

    Julia (meine Frau) macht fast nur noch Bilder mit ihrer Beseler Topcon AUTO 100 und die Ergebnisse werden immer besser. Der Ilford SW Film (die genaue Bezeichnung weiss ich gerade nicht) macht bei guten Lichtverhältnissen einen guten Job. Sobald es aber etws düster wird, rauscht er wie verrückt. Werden sicher mal den Tri-X testen.

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Hallo Matthias,

      ja, retro liegt in der Luft… viel Freude mit der Yashika. Ich steh ja mehr auf Kleinbildformat, wie deine Frau.
      Aber nebenbei: Filme rauschen nicht, sie haben Korn. Sehr unterschiedlicher Art je nach Filmart und Nennempfindlichkeit. Normalerweise gilt, je unempfindlicher der Film, desto feiner das Korn. Das ist ansonsten unabhängig vom Licht, hat aber etwas mit der Entwicklung zu tun. Nämlich, ob man einen Film bei Nennempfindlichkeit entwickelt oder „pusht“. Der Ilford HP5 z.B. (der jetzt gerade in meiner M4 liegt) ist bei 400 ASA im Korn dem Kodak Tri-X sehr ähnlich. Beide Filme kann man bis zu 1600 ASA belichten. Dann wird’s aber schon körniger, und die Gradationskurve wird steiler, d.h. es gehen in Licht- und Schattenpartien Details verloren. Ein feinkörniger hochemnpfindlicher Film ist der Kodak TMax 400.

      Leica MM ist bestimmt eine gute Wahl, wenn dir die S/W-Fotografie so am Herzen liegt. Das Noctilux halte ich übrigens für reichlich überflüssig, also mach dir nichts draus. Bei aller Liebe zur Offenblende, das Ding kann wirklich nur das, und in allen anderen Blendenbereichen ist jedes Elmar besser. Dann schon lieber ein schönes Summilux oder Summicron (nicht mal das Apo-Summicron, sondern das normale). Die haben auch ein tolles Freistellungspotential, sind aber ansonsten bei allen Blendenwerten vielseitig zu gebrauchen. Das Noctilux ist ein „one-trick-Pony“. Ausserdem entsetzlich dick! Wer wirklich den Zwang verspürt, unheimlich viel Geld für ein Objektiv auszugeben, der sollte sich das 50mm Apo-Summicron holen. Macht gerade für eine MM mehr Sinn wegen der Auflösung.

      Viele Grüße,

      Claus

      • Jo sagt:

        Die klassischen SW-Filme mit kubischen Silberhalogenidkristallen (HP5+ u.a.) zeichnen sich durch eine einmalige Ästhetik aus, die weder mit T-Kristall Suspensionen oder chromogenen SW-Filmen erzielt werden kann. Die subtile Körnigkeit (Kornzusammenballungen des reduzierten Silbers) spielt dabei eine entscheidende Rolle und wird durch die Belichtung, den Motivkontrast, die Wahl des Entwicklers, des Kondensors vom Vergrößerungsgerät u.v.a.m. geprägt. Ebenso unterscheidet sich ein Silbergelatinefoto von einem Pigmenttintenausdruck auf Barytpapier sichtbar. Insgesamt ein sehr komplexes Feld, wenn man reproduzierbare Fine Prints mit satten schwarzweiß Kontrasten anstrebt. Und die Wahl des Films, des Filters, die Belichtung in Abstimmung mit der Negativentwicklung sollte der Fotograf VOR dem Drücken des Auslösers bedenken. Die SW-Digitalfotografie entlastet hier den Fotografen; sie kann jedoch einen klassischen Silbergelantineabzug nicht ersetzen – so wie Bleistifte im Vergleich zur Zeichenkohle eine andere Textur aufweisen. Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters …

      • Hallo Claus. Das mit dem Rauschen und Korn ist mir bewusst. Habe den „vertipper“ erst gemerkt, als ich schon auf senden gedrückt habe.

        Betreffend der Qualität beim Entwickeln. Eventuell sollte ich noch ein alternatives Labor suchen und ausprobieren.

        Das mit dem pushen werde ich mal ausporbieren.

        Das Noctilux wäre eh nichts für mich, aus genau denen von dir genannten Gründe. Die angesprochenen Summicron und Elmar sind auf jeden Fall in meinem Fokus.

        Das mit der Yashica ist nur so eine spielerei. Irgendwann wandert die in die Vitrine.

        • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

          Sorry wegen der länglichen Erklärung über Filmkorn, hätte ich mir gleich denken können, dass das ein „Typo“ war.

          Bei 50 oder 35mm würde ich dir die Summicrons ans Herz legen! Wenn man etwas „ökonomischer“ sein will: Die Summarite sind Top-Optiken für einen Super-Preis (für Leica Verhältnisse…).

          Habe mir übrigens mal wieder deine Webseite angesehen. Wenn ich so sagen darf… ist toll geworden! Z.B. Super Porträts vom Mittelalter-Markt (besonders die junge Frau mit dem Blech-Bra).

          lg

          Claus

          • Kein Sorry. Viele verwechseln das.

            Betreffend der HP. Danke für das Lob. 500px hat alles umgestellt. Eigentlich sollte ich schon lange eine bessere Version installieren. Ich habe aber bereits bis 2019 bezahlt und sollte jetzt wegen dem neuen System über $200.- nachzahlen. Vielleicht im Herbst, nach meinen Ferien in old England und wenn ich den neuen Job angetreten habe 😉

  3. Jo sagt:

    Aber… was soll das eigentlich, in diesem Getümmel mit 200 oder 300mm Brennweite?
    Das EF 70-200 mm/2.8 L IS USM II fällt – wegen der für ein Zoom hohen Lichtstärke – in der Tat voluminös aus und erinnert schon farblich an einen großen Becher oder eine Vase, aber diese Profi-Linse ist optisch exzellent und hat ihren Preis! Gerade bei Veranstaltungen (im Gedränge) mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit, ist ein zügiges Wechseln der Brennweite mit einem Handgriff möglich. Solche Reportageobjektive lassen sich übrigens prima von Hand nach Augenmaß oder mittels Servo via AF-Taste fokussieren …

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Danke für die Belehrung. Dass es gute Zoom-Objektive gibt, habe ich gar nicht bestritten, habe selbst welche (setzen im Schrank Staub an). Und die Kollegen dürfen die auch gern benutzen. Aber davon war nicht die Rede. Ich bringe lediglich zum Ausdruck, dass mich persönlich diese Art der Fotografie (mit diesen Werkzeugen) nicht anspricht. Die Thematik meines Blogs dürfte darüber ja wohl keinen Zweifel lassen. Dass heisst nicht, dass man damit nicht sehr gute Ergebnisse erzielen kann. Aber ich würde es hassen, mit so einem Teil losziehen zu müssen. Ich hatte Canon Vollformat-Kameras, ich mochte sie, aber ich weine ihnen keine Träne nach, seit ich mit Messsucher fotografiere. Das hat auch was mit der Größe der Ausrüstung zu tun. Ich liebe eben das Kompakte. Aber das ist keine Wertung meinerseits, sondern was ganz persönliches!

      Mein anderer Punkt… Brennweite. Ich habe alle Fotos mit 35 oder 50mm gemacht, wenige mit 90mm. Bin ich zu weit weg? Verlieren sich die Motive im Bild? Wozu müsste man also bei der Gelegenheit noch längere Brennweiten haben? Für mich ist die Antwort nein. Ich denke, ich habe hinlänglich bewiesen, dass ich so klar kam. Aber nochmals: Wer meint, er kommt bei sowas nicht ohne 200mm oder mehr aus, dessen Glück will ich nicht im Wege stehen! Wir reden hier wirklich von total unterschiedlichen Ansätzen zur Fotografie, und das ist eben nicht meiner.

      • Jo sagt:

        Eine Belehrung sollte es auch nicht sein, sondern nur ein Kommentar.
        Zum Thema Brennweite bin ich ganz deiner Ansicht. Für meine KB-Kameras verfüge ich über Brennweiten vom 28 mm Weitwinkel- bis zum 300 mm Teleobjektiv; die meisten Fotos entstehen jedoch mit dem 50 mm Normalobjektiv, das etwa dem Bildkreis des menschlichen Auges entspricht, mit idealerweise mittleren Blendenwerten, wegen der Schärfentiefe im Abbildungsmaßstab 1:50 oder größer. Um den 3D Eindruck i.S. Raumstaffelung zu verstärken, oft auch das 35 mm Objektiv der mechanischen Meßsucherkamera (meine leichte und kompakte Reiseausrüstung für diskrete Erinnerungsbilder).
        Meine KB-DSLR ist mit einem Standardzoom ausgestattet, wobei auch hier i.d.R. „feste“ Einstellungen (24 – 35 – 50 – 105) vor der Wahl der zu erlaufenden Perspektive zum Einsatz kommen. Die fotografischen Ergebnisse unterscheiden sich (für mich) deutlich sichtbar (Verzeichnung, Bildfeldebenung etc.) von meinen (modifizierten) Doppel-Gauß-Konstruktionen ohne asphärische Linsen – ein qualitativer Kompromiss, um im Freien keine Objektive wechseln zu müssen (Flugpartikel, Wasserdampf etc.), denn eine (dauerhafte) Verschmutzung des Sensors durch Staub oder Kondeswasserrückstände mindert auch die ausbelichteten Fotos im Format 20×30 cm. Allerdings ist man immer unter Beobachtung der Menschen, was wohl der riesigen Frontlinse mit rotem Ring geschuldet ist. Am Ende zählt nur das Bildergebnis, dann stellt sich die Frage nach dem Wie und Womit bei guten Fotografien nicht mehr, oder?

        • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

          Alles klar!

          Das 24-105 hatte ich übrigens auch mal, stimmt schon, eine gute „immer dabei“-Optik. Auch die Nemesis der Systemkameras, Staub und Flecken auf dem Sensor, ist ein gutes Argument für solche Linsen.

          Das schöne bei Film – Objektivwechsel mit gutem Gewissen! Der „Sensor“ wird weitertransportiert…

  4. Kai sagt:

    Toller Ausflug, und vor allem ein richtig beneidenswertes Bühnenfoto. Herzlichen Glückwunsch.
    Ist das nicht toll, unabhängig zu sein? So von Energie? Ja, diese Retrowelle hat vielleicht auch was mit Rückbesinnung zu tun. Wie einfach das Leben doch als Kind war. Mit wie wenig man doch eigentlich zurecht kam. Als Kind ist man doch viel dichter an den wesentlichen Dingen dran. Wird man größer, steigen die Abhängigkeiten und die Bedürfnisse. Aus dem „wünsch ich mir“ wird ein „musthave“.
    Und dann wird einem das „musthave“ viel zu viel, man erinnert sich, wie befreit es doch damals war und holt es sich ein kleines Stück zurück. Ja, vielleicht ist das unser aktuelles Retro. Und ganz ehrlich, dieses Retro macht mich glücklich und bremst mich, denn das Leben spult viel zu schnell ab.

    Ach ja, und Bielefeld, dieser Markt. Jung war ich und verliebt und eben in Bielefeld. Auf der gleichen Veranstaltung. Den letzten Zug nach Minden, wo ich damals lebte, hab ich verpasst. Da wurde dann eben durchgemacht, bis der Zug wieder fuhr:-)

    Schöner Artikel und er zeigt vor allem wieder mal eines. Fotografie ist Emotion. Das fängt bei der Liebe zur Kamera an. Und wenn nicht, ist es keine Fotografie, sondern Technikwahn- oder eben musthave. Hab ich als Kind nicht gebraucht, will ich heute auch nicht mehr.

    Liebe Grüße aus dem Norden

    Kai

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Lieber Kai,

      du hast eindeutig eine philosophische Ader. Aber es ist so, wie du sagst.

      Andererseits mache ich mir auch klar, dass man zur Verklärung des Vergangenen neigt. Es war nicht alles gut damals. Aber man erinnert sich eben an die Welt aus kindlicher Sicht, und die war vollkommen in Ordnung (bei mir).

      Und das mit Emotion und Fotografie… stimmt genau. Das arbeiten mit meinen Kameras (alt wie neu) erzeugt bei mir immer „positive vibrations“. Und das ist etwas anderes, als die technischen Daten von mit Features überfrachteten Wunderkisten anzubeten.

      Viele Grüße aus Ostwestfalen,

      Claus

  5. Achim Dederichs sagt:

    Hallo Claus,
    hatte ich ganz vergessen: sehr ansprechende Fotographien!
    Was die guten alten Zeiten angeht: die Farbdarstellung des Portra erweckt einen Eindruck, wie ich ihn aus meiner Erinnerung der frühen Siebziger noch habe. Nostalgie pur. Bilder, die gefallen und schöne Erinnerungen wecken – und das im besten Sinne des Wortes.
    Viele Grüsse
    Achim

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Hallo Achim,
      ja, danke nochmal für den Tipp mit den Scans. Ich bin jetzt geradezu enthemmt… heute schon wieder einen Ilford HP5 verschossen!
      Und Kodak Portra: Geht mir genauso.
      Viele Grüße,
      Claus

  6. Achim Dederichs sagt:

    Hallo Claus,
    freut mich sehr, daß Du mit den Scans aus Berlin zufrieden bist.

    LG
    Achim

  7. Jo sagt:

    FB Claus,
    zum Thema Belichtung schreibt Fred Parker:
    http://fredparker.com/ultexp1.htm
    Und die aktualisierten Tabellen von Kodak Filmen gibt es hier:
    http://imaging.kodakalaris.com/professional-photographers/photographers/professional-films
    73 Jo GA

  8. Martin sagt:

    Lieber Claus,

    ach, was soll ich sagen – Back to the roots, nicht wahr – herrlich!

    Das ist etwas feines, egal ob analog wie Du zur Zeit oder digital. Hauptsache man erkennt die Werte dieser Art der Fotografie und beherzigt diese. Was braucht eine Kamera mehr als Fokus- und Blendenring, Zeiteinstellrad und Auslöser (… einen roten Punkt, vielleicht )

    Manuell fotografieren, Lichtsituationen erkennen oder gar raten – hier zeigt sich der Meister. Dann macht das Fotografieren wieder so richtig Spass.

    Vielen Dank für die Bedienungsanleitung der M6 – hier erlebt jene tatsächlich eine Renaissance und wird ihrem Inhalt voll gerecht – wunderbar, dass habe ich lange gesucht. Zugleich empfinde ich es als schade, dass Leica diesen Teil nicht weiter in die Bedienungsanleitungen mit einpflegt. Ein Schelm, der böses dabei denkt. Aber irgendwie müssen die inflationär aus dem Boden schiessenden Fotografiekurse – für beginnende Profis bis hin zur Masterclass – gefüllt werden – oder?!

    Morgen gehe ich glatt erneut üben … Lichtsituation einschätzen und das Zeiteinstellrad richtig einsetzen. Alles von Hand, back to the roots …

    Wünsche Dir ein schönes Pfingstwochenende.

    Herzliche Grüße,
    Martin

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Hallo Martin,

      ja, die Belichtungstipps sind echt effektiv zusammengefasst. Könnte man so im Originaltext abschreiben, ich hatte nämlich schon halb und halb vor, mal ein Tutorial über das Thema zu machen. Aber nachdem ich jetzt das „geleakt“ habe, kann ich mir die Mühe sparen. Ist alles drin.

      Und ansonsten ist das „Belichtungsraten“ wirklich eine gute Übung! Man bekommt einen Blick dafür, der auch beim digitalen knipsen nützlich sein kann.

      Viele Grüße, schönen Abend,

      Claus

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