Die Leica M6 TTL beim Theater

Die Leica M6 TTL beim Theater

Kommentare

  
  1. AvatarJoachim Simon sagt:

    Hallo Herr Sassenberg
    Warum sollte man bei einer M6 TTL bei Rotfiltern etc. Den Filterfaktor kompensieren? Misst ja TTL….Bei einer M3 etc ist das etwas anderes….Gruss JS

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Hallo Herr Simon,

      sehen Sie sich mal die Bedienungsanleitung der M6 TTL an. Leica empfiehlt bei stärkeren Filtern (also Orange, Rot) eine Kompensation. Es geht darum, dass der Belichtungsmesser “geschwächt” wird.

      Bei einem Orangefilter bedeutet das, dass die Empfindlichleit des Belichtungsmessers am ASA-Wahlrad bei einem 400er Film auf 200 gestellt wird. Das hat an sich nichts mit dem Filterfaktor zu tun, der bei Orange 4 ist.

      Und das kann ich aus der Entwicklung von -zig Filmen klar bestätigen.

      Soviel zu der zitierten TTL-“Logik”.

      Viele Grüße,

      Claus Sassenberg

  2. AvatarStefano Strampelli sagt:

    Sehr geehrter Herr Sassenberg,

    Seit einiger Zeit spiele ich mit dem Gedanken, mir zusätzlich zur M10 eine analoge M (ich denke an die M6 Classic oder TTL) zuzulegen. Für den Anfang wollte ich mit einen Film mit ISO 400 benutzen, da diese mir flexibler erscheinen. Meine Hauptsorge gilt der relativ langen kürzesten Belichtungszeit. Wenn ich z.B. mit einem Portra 400 tagsüber fotografieren möchte, ist 1/1000 Sekunde in den meisten Fällen zu lang. Meine Idee war einen 0,8er Graufilter zu verwenden und die ISO Empfindlichkeit in der Kamera auf ISO 200 (oder Ähnliches) einzustellen. Das würde den Film faktisch in einen Film mit ISO 50 umwandeln. Dies dürfte dann ausreichen. Stärkere Graufilter sind m.E. unnötig. Ist dies richtig? Leider habe ich so gut wie keine Erfahrungen mit Film.

    PS: Mir ist bewusst, dass dieser Kommentar hoffnungslos OT ist. Wenn er daher nicht gewünscht ist, einfach nicht veröffentlichen. Dafür hätte ich Verständnis.

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Gar nicht OT, schliesslich wird im Beitrag ja die Fotografie mit einer M6 beschrieben.

      Die Überlegung, einen 400er Film mit einem Graufilter (drei Blenden) auf ein 50er Äquivalent zu bringen ist selbstverständlich korrekt. Und richtig, stärkere Filter sind für diesen Zweck unpraktisch.

      Aber wo ich selbst raten muss, ist die Frage, ob man den Belichtungsmesser der Kamera auf ISO 200 stellt. Das trifft auf jeden Fall für den Orange-Filter in der S/W-Fotografie zu (wenn ein 400er S/W-Film in der Kamera liegt), aber der hat Filterfaktor 4, während der Graufilter 0,9 einem Filterfaktor 8 entspricht. Aber da bei einem Graufilter nicht nur eine bestimmte Wellenlänge wie bei einem S/W-Farbfilter durchkommt, sondern alles, nur abgeschwächt, ist der Ansatz mit der Einstellung auf 200 ein guter Ausgangspunkt.

      Ich würde zusätzlich (um Film für diese Experimente zu sparen) die M10 auf ISO 400 stellen, den Filter vorschrauben und eine Testreihe bei unterschiedlichen Lichtbedingungen machen (denn die Art der Belichtungsmessung ist ja bei der M10 grundsätzlich vergleichbar, natürlich nicht in Live-View). Sind die resultierenden Bilder richtig belichtet, oder erfordern die meisten eine Belichtungskorrektur nach oben? Wenn sie z.B. mehrheitlich +1 EV brauchen, wäre das der Hinweis, dass die Einstellung “200” am Belichtungsmesser der M6 brauchbar ist. Aber es kann natürlich auch ein “krummer” Wert sein, 150 oder so. Grundsätzlich ist es besser, Film eher grosszügig zu belichten als zu sparsam.

      Ob das jetzt hilfreich war, weiss ich nicht genau. Ich nehme übrigens für tagsüber eher Portra 160 oder Ektar (der 100 ASA hat) und spare mir den Filter. Aber natürlich, wenn man die Blende voll aufmachen will, muss man auch da das Licht “bremsen”.

      Viel Erfolg bei der Suche nach einer brauchbaren M6, viele Grüße,

      Claus

      • AvatarStefano Strampelli sagt:

        Besten Dank für die Antwort. Ich werde die ersten Filme eher für Testzwecke verwenden. Eine TTL ist bereits bestellt.

        Viele Grüße
        Stefano Strampelli

  3. AvatarMaurizio sagt:

    Lieber Claus
    Wirklich schöne Bilder und Bildgestaltungen welche Lust auf mehr machen. Ich finde es sehr schön, dass deine alten analogen Kameras immer wieder gebraucht werden und man sieht auch an den Bildern, dass es Dir viel Spass gemacht haben muss. Weiter so.
    Lieben Gruss
    Maurizio

  4. AvatarJuergen sagt:

    Hallo Claus,
    hervorragende Fotos! Vor allem finde ich, dass sie die Stimmung und die Audrucksfähigkeit der Truppe sehr gut transportieren. Von einer Aufführung ein paar Tage später in Herford hat die Neue Westfälische eine Bilderstrecke veröffentlicht:
    https://www.nw.de/multimedia/fotos/kreis_herford/22513311_Herford-Gaunerstueck-der-Canaillen-Bagage-auf-dem-Neuen-Markt.html
    Na ja, grundsätzlich lässt sich über Geschmack streiten…. aber in diesem Fall? Möchte behaupten, dass Deine Bilder in einer ganz anderen Liga spielen (auch wenn ich von Fußball nichts verstehe).

    Jürgen

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Guten Morgen Jürgen,

      danke für die Blumen. Die ich gleich zurückgebe: Wenn du die Fotos auf der Burg gemacht hättest, wäre der Unterschied zur “Fotostrecke” ebenso offensichtlich.

      Frohes Schaffen,

      Claus

  5. AvatarDirk Säger sagt:

    Lieber Claus,
    ich habe mich sehr gefreut, einen neuen Eintrag von Dir zu lesen. Das ist eine wunderbare Ablenkung im Arbeitsalltag. Die Bilder sind wunderbar. Allerdings wäre ich für eine M6 und Film zu faul.
    Mir kam dabei ein Gedanke, etwas was mich erstaunt, fasziniert und nachdenklich macht. Aus reiner Bequemlichkeit zeige ich Freunden und der Familie meine Bilder auf einem iPad. Alles ist digital und Abzüge mache ich sehr, sehr selten. Meist passiert beim Anschauen der Bilder folgendes: Zwei Finger berühren den Bildschirm und “zoomen” quasi in das Bild, um die Schärfe oder was auch immer zu beurteilen. Nur wenige lassen das Bild als solches auf sich wirken. Ist das nicht furchtbar? Alles ist so oberflächlich. Umso mehr freue ich mich für Dich, daß zumindest in Deine M6 Bilder zunächst mal niemand “reinzoomen” kann.

    LG Dirk

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Lieber Dirk,

      das Phänomen mit dem hineinzoomen kenne ich auch. Eine digitale Unsitte. Und es kann den Fotografen durchaus irritieren. Ich weiss, dass du hervorragend durchkomponierte Bilder machst, was also gibt’s da noch nachzusehen?

      Als Entschuldigung kann man vielleicht gelten lassen, dass eine heutige High-End Kamera ehrfurchtgebietende Details zeigt, das ist für fotografisch unbedarfte immer wieder verblüffend. Aber ist das ein Kriterium? Höchstens zum Teil, natürlich kann es nicht schaden, wenn das Bild an den richtigen Stellen scharf ist.

      Und stimmt, jeder, der in die Negativscans reinzoomt ist reif für eine herbe Enttäuschung. Allerdings relativiert sich die Sache etwas, wenn man die voll aufgelösten Scans (die beim Nikon Coolscan 20MP haben) ansieht. Die Bilder z.B. im Blog haben nur eine Kantenlänge von 2000 Pixeln, also etwa 2,66MP. Für’s Betrachten auf dem Monitor sollte das reichen.

      Aber bei analogen Fotos wird man halt gezwungen, einen gewissen Betrachtungsabstand einzuhalten. Bei Mittelformat relativiert sich das, selbst ein nicht-high-end-scan aus dem Epson V700 erreicht ja schon 50MP.

      Ausgedruckt ergibt sich übrigens bei den Kleinbildscans das Phänomen, dass die Körnung sich sehr viel feiner darstellt als auf dem Monitor. Mein Epson-Drucker kann DIN A3+, Prints auf gutem Baryt-Papier lohnen sich. Ich bin sicher, dass es noch deutlich grösser geht, aber da sind wir wieder beim Thema: Man muss dann den Abstand wahren.

      Nebenbei, “Faulheit”. Geht mir auch oft so. Wenn ich zur Filmkamera greife, muss ich entspannt und ausgeruht sein und mich fordern wollen. Z.B. habe ich jetzt im Urlaub (Blog folgt) sehr wenig analog gemacht, weil mein Schwerpunkt ganz woanders lag.

      Liebe Grüße,

      Claus

  6. AvatarKai sagt:

    Moin, Claus,
    Klarheit ist eine innere Haltung, ganz gleich ob in der eigenen Art zu fotografieren oder in seinem gesellschaftspolitischen Standpunkt. Schön also, eine solche klare Haltung lesen zu dürfen.
    Deine Bilder gefallen mir, vor allem die 90er Portraits.
    Leider können heute viele Menschen ein Bild von einem Smartphone nicht von einem einer Kamera unterscheiden, weil man nicht mehr wirklich hinschaut.
    Und ja, auch der Aberglaube, man könne alles mit digitalen Filtern erledigen. Es gibt mittlerweile übrigens Agenturen, die nehmen Bilder mit digital überlagerten Filtern gar nicht mehr an.
    Um die M6 TTL beneide ich Dich sehr, ein augenscheinlich unverwüstliches Handwerkszeug. Und ziemlich beeindruckt bin ich von Deinem Titelbild- neben der Gestaltung auch das Beherrschen der Gegenlichtsituation.
    Ich muss so langsam mal den ersten Teil meiner Filme einsenden, aber irgendwie weiß man als analoger Blindflieger, was heraus kommt, Weil man sich auf Film und Technik einfach verlassen kann.
    Liebe Grüße
    Kai

  7. Avatarwolfgang sagt:

    feine bilder, toller Artikel…

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