Retrospektive: Ein Jahr mit der Leica Q

Retrospektive: Ein Jahr mit der Leica Q

Kommentare

  
  1. Henrike sagt:

    Hallo Claus,
    deine Berichte über die Q habe ich mit großem Vergnügen gelesen und überlege nun, mir selbst eine zu kaufen. Das wäre meine erste Leica…
    Ist die zwischenzeitlich erhältliche Titanium-Version eine bloße Marketing-Spielart? Was ist „klassischer“ aus der Sicht eines alten Leica-Haasen? Schwarz oder Titan? Auch im Hinblick auf den Werterhalt…
    Herzliche Grüße aus dem Pott!
    Henrike

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Hallo Henrike,

      Die Titanium-Q ist ein Mode-Accessoire, der Stil entspricht auch nicht streng dem eigentlich klassischen Leica-Design, welches Chrom (oder Silber) mit Schwarz abgesetzt ist (wie die aktuellen M10 Modelle in Silber). Die ganz schwarzen Kameras waren früher (also 50er, 60er, 70er Jahre) eher selten, darum erlangen die schwarzen M3, M4 oder M6 auch höhere Sammlerpreise.
      Aber die schwarze Q ist so gesehen „klassischer“ als die mit Titan, und wenn ich bedenke, dass sie technisch identisch sind, würde ich mich für die ohne Schnickschnack (also die Schwarze) entscheiden. Trotzdem: Der Preisunterschied ist nicht riesig, am Ende ist es Geschmacksache. Ich kann nicht sagen, dass die Titan-Version das Auge beleidigt (und da gab es schon Leica-Kameras aus „Sonderserien“, die jedes Brechmittel ersetzen). Du kannst nicht wirklich etwas falsch machen. Für den Werterhalt dürfte Titan oder Schwarz auch keine Rolle spielen.

      Viel Freude mit der „Zukünftigen“, Grüsse aus Ostwestfalen,

      Claus

    • Jolomy sagt:

      Eine schwarz verchromte Leica M4-P – zeigt auch nach Jahrzehnten keinerlei Gebrauchsspuren am Gehäuse auf. Die nur schwarz lackierten Objektive oder die schwarze M6 fallen nicht so robust gegen Abrieb aus. Beispielsweise dort, wo der Daumen das Gehäuse beim Betätigen des Schnellschalthebels berührt, kommt im Laufe der Zeit das blanke Metall zum Vorschein.

    • Hallo Henrike
      Dank Claus, oder gerade wegen ihm (wann bekommt er endlich Tantiemen von Leica 🙂 ), bin auch ich schwach geworden und habe die Leica Q nach einer heftigen Diskussion mit meinem Finanzchef (ich 😉 ) am Silvester bestellt. Kommt sie doch mir und meiner Vorstellung, was ich bildlich festhalten möchte, kann und darf, am Nächsten. Kein Technikgefummel in den dunkelsten Ecken des Sony Kellermenue. Ein Leica zu kaufen, wenn es doch so viel bessere und BILLIGERE Asiaten gibt (oft gebrachte Einwände in gewissen Foren, die man nicht unbedingt lesen muss), hat immer etwas mit Emotionen und Un..Vernunft zu tun. Dies hat dann auch Einfluss auf die Wahl, Schwarz oder Titan? Ich selber habe mich von meinen innersten, tiefsten und unergründlichsten Gefühlen leiten lassen und die Titan bestellt. Sehr zur Freude meiner lieben Frau. Im März sollte sie endlich in die Hände bekomme. Um die lange Wartezeit noch unterträglicher zu machen, habe ich unterdessen wohl alles im Internet gesucht und gelesen, was es über sie zu lesen gibt.

      Wie du dich auch entscheiden magst, Schwarz oder ganz keck Titan, sie wird deine Sehnsucht nach mehr Leica wecken. Bei mir war es so und die neue M10 wird spätestens nächstes Jahr bei uns zu Hause ein schönes Heim bekommen. 🙂

      Liebe Grüsse aus der Schweiz

  2. Matthias Schaad sagt:

    Hallo Claus
    Hätte da eine kleine Frage. Tippfehler?
    •Zeitwahlrad steht meist auf Automatik, kürzeste Bel.-Zeit bei „A“ auf 1/30 sec begrenzt…..
    Kürzeste? Meintest du nicht „längste“ bei A?
    Häbs guet 🙂

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Ups… vertan.

      Meinte in der Tat längste Belichtungszeit. Werde ich im Text noch korrigieren!

      Vielen Dank für die Info,

      Claus

  3. Maurizio sagt:

    Hallo Claus
    Ich bin seit 2 Wochen Besitzer einer Leica Q und bin daran, die Kamera kennenzulernen. Gemäss deinem obigen Beitrag zu „Meine bevorzugten Einstellungen bei der Leica Q“ erwähnst Du, dass du die Blende selten kleiner als f/5.6 nimmst. Ich habe tatsächlich bei der Q gemerkt, dass bei offener Blende 1.7 eine sehr kleine Tiefenschärfe besteht und somit meine ersten Portraitfotos auch teilweise zwischen Nase und Augen unscharf geworden sind. Wie machst Du es selber mit der Blendeneinstellung, um ein schönes Bokem zu bekommen und trotzdem das ganze Gesicht scharf zu bekommen. Ausser bei gewollter Unschärfe/Gestaltung zw. 2 Punkten. Als Messpunkt stelle ich immer ein Auge mit der „Ein Punkt Fokus“ Einstellung scharf. Ich bin mir natürlich bewusst, dass auch der Abstand zw. Fotograf und Person sowie deren Hintergrund auch Einfluss auf die Schärfeebene haben. Danke für Deine Hilfe.

    Lieben Gruss aus der kalten aber schönen Schweiz
    Maurizio

    • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

      Hallo Maurizio,

      einen Irrtum muss ich gleich klarstellen: Wenn ich sage, ich benutze selten kleinere Blenden als f/5.6, meine ich damit nicht den kleineren Zahlenwert. Gemeint ist die Öffnung, also f/8 u.s.w. Ich muss werde das auch im Text noch verdeutlichen, weil dies ein Missverständnis ist, das leicht passieren kann. Tatsächlich benutze ich für Landschaft meist f/4-f/5.6, für Porträt f/1.7-f/2.8. Bei Low-Light ist f/1.7 durchgängig kein Problem, die „Tanz der Vampire“-Fotos sind alle mit dieser Blende gemacht.

      In meinem „Hands on“ zur Leica Q findest du ein Porträt eines Mädchens (in S/W), das bei f/1.7 gemacht ist. Das der Kamera zugewandte Auge ist scharf, das andere bereits ausserhalb der Tiefenschärfe. Ich mag das so. Wenn ich das nicht so gewollt hätte, wäre bei f/2.8 bei dem Abstand zum Motiv alles im Gesicht scharf gewesen.

      Bei Porträts oder anderem „kritischen“ Fokus benutze ich nie den Autofokus, auch nicht mit einem Punkt (der durchaus meine Standardeinstellung ist), sondern den exzellenten manuellen Fokus und stelle selbstverständlich auf die Augen scharf. Es gibt überhaupt keine Kamera, deren Autofokus ich bei dem geringen Abstand auf ein Gesicht zutrauen würde, den Unterschied zwischen dem Abstand zur Pupille oder mittlerem Augenwinkel reproduziebar sicher zu erkennen. Das Lotteriespiel kann man sich sparen, wenn man manuell einstellt. Da ich von der Leica M komme, erfordert das kein Umdenken meinerseits.

      Speziell bei Porträts empfehle ich, genügend Abstand einzuhalten. Als Rahmenhilfe evtl. die 35er oder sogar die 50er Rahmen benutzen, um die Proportionen zu wahren. Die Kamera hat genug Auflösung dafür.

      Viel Freude mit der „Neuen“, frohe Weihnachten in die Schweiz,

      Claus

      • Maurizio sagt:

        Hallo Claus
        Danke erstmals für Deine Erklärungen und Präzisierungen. Dachte ich mir gleich, dass ich es missverstanden habe. Werde tatsächlich versuchen den manuelle Fokus für die Portraits etc. zu benützen und somit mehr Gestaltungsfreiheit und Treffsicherheit zu erzielen. Dieses geht ja mit dem Fokus Peaking und dem exzellentem Leica Q Objektiv wie Butter.

        Danke für Deine Hilfe und auch Dir eine besinnliche Weihnachtszeit.

        Maurizio

  4. Jolomy sagt:

    SUMMICRON-M versus SUMMICRON-M ASPH:
    Die unterschiedliche Ästhetik der Fotos hier im PhotoBlog – mal mit einem Doppel-Gauß-Objektiv und mal mit den neusten asphärischen Konstruktionen fotografiert, spiegelt auch meine Wahrnehmung wider.
    „Merkmal der aktuellen Objektive ist ein visuell schnellerer Verlauf von Schärfe zu Unschärfe. … Die Unschärfekreise wirken oft etwas unruhiger und das sollte man bei der Aufnahme beachten.“ (Quelle: Die Seele der Leica M Objektive)
    Weiterhin zeigen die Retrofokus Objektive immer geometrische Verzerrungen, je weiter sich die Orthogonalen von der Bildmitte befinden.
    Alles Merkmale, die auch „digital“ nicht zu kompensieren sind!
    Fazit: Die Optik macht’s – unabhängig vom Speichermedium.

  5. Herbert sagt:

    Lieber Claus,
    Danke für den ausführlichen Bericht und den Einblick in Deine Q Erlebnisse.
    Ich hadere mit mir selbst wegen der Q – soll ich oder soll ich nicht. Ich nutze meine Oly EM1 und die Fuji X100T. Die EM1 ist super und mit dem letzten Firmware Update noch vielseitiger einsetzbar (ich fotografiere auch gerne Makro). Die Fuji habe ich aus Neugierde gekauft, war anfangs nicht überzeugt, aber das hat sich geändert. Vor allem im Kreis der Familie und mir den eigenen Kindern (1,5 J) kommt die Fuji viel zum Einsatz. Jetzt kommt die „F“ und es schaut nach „more of the same“ aus und die Q lockt schon wieder (Autofocus, Vollformat, super Bildwirkung, Stabi (kenn ich von der Oly). …).
    Ich hab letzte Woche die Q im Leica Shop kurz probiert. Zwei Fragezeichen: Gewicht und Suchervergrösserung. Beim Gewicht stell ich mir die Frage ob man gut mit einer Hand fotografieren kann (wie gesagt Kinder). Ich finde keine Angabe zur Suchervergrößerung, nur zur Qualität des EFV und die ist ja unbestritten super.
    Falls Du Lust zu einem Hinweis Fuji Upgrade versus Wechsel ins Q Lager hast, würde ich mich auf eine Antwort freuen.
    Beste Grüße
    Herbert

    • Herbert sagt:

      Und das Thema „fill light“, da doch viele Fotos im Haus gemacht werden und die Q keinen Blitz hat.

      • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

        Lieber Herbert,

        zunächst: Die Q kann natürlich keine Systemkameras ersetzen. Benutzt man häufiger längere Brennweiten, wird man diese irgendwann vermissen. Macro ist eine nette Funktion, aber wenn ich wirklich so etwas machen will, nehme ich die M und mein 90mm Macro-Elmar.
        Die Q kann allerdings die Fuji X100T voll ersetzen, Blitz oder nicht ist irrelevant (bei der Sensordynamik der Q können die Tiefen immer soweit angehoben werden, das Personen im Gegenlicht zu sehen sind. Selbst zu Zeiten meiner X100T kann ich die Gelegenheiten an einer Hand abzählen, bei denen ich Aufhellblitz benutzte. Zumindest für die Q ist das also ein Relikt aus analoger Zeit). Ausserdem ist die Q zwar massiver als die X100, aber selbstverständlich lässt sie sich mit einer Hand bedienen. Der Bildstabilisator nützt dir übrigens beim fotografieren wuseliger Kinder nichts, im Gegenteil, den musst du dann abschalten. Die Suchervergrösserung… keine Ahnung, ist das wichtig? Du hast doch selbst hindurch gesehen, War’s o.k. oder nicht? Ich persönlich vermisse da nichts.

        Am Ende solltest du selbst wissen, was du willst. Die Fuji X100T ist eine exzellente Kamera, und ihr Upgrade wird mit Sicherheit kein Rückschritt sein. Welche Möglichkeiten die Q hat ist vermutlich auf meine Seiten zu sehen. Ob es das ist, was du brauchst, und ob es dir das Wert ist, ist deine eigene Entscheidung. Der Kauf einer Q ist keine voll rationale Handlung. Ich würde sie aber nicht wieder hergeben wollen.

        Viele Grüße,

        Claus

        • Herbert sagt:

          Danke für Deine Antwort. Die Oly will ich nicht ersetzen genau wegen der mittleren und langen Brennweiten. Schauen wir einmal was das Christkind so für mich übrig hat und ja rational ist ein Upgrade sicher nicht, aber emotional juckt es mich gewaltig :))

        • Herbert sagt:

          Heute ist das gute Stück eingetroffen und kam im familiären Umfeld bereits zum ersten Einsatz (Foto und Video). Wow kann ich nur sagen. Die 28er Brennweite muss ich noch trainieren, da würd ich mich über ein paar Tipps von Dir freuen.
          LG Herbert

          • Claus SassenbergClaus Sassenberg sagt:

            Hallo Herbert,

            Glückwunsch zur neuen Kamera uns viel Freude damit. Wenn du mit der Fuji X100 klar gekommen bist, sollte dich die 28er Brennweite kompositorisch nicht vor allzu grosse Probleme stellen.

            Grundsätzlich gilt bei diesen Weitwinkel-Brennweiten: Bei Porträts nicht zu nah herangehen (sonst: Dicke Nase, Glubschaugen), lieber ggf. die 35er oder 50er Rahmenhilfe nutzen oder später das Bild ausschneiden, Auflösung ist genug da. Bei Personen/Gruppen: Kamera und Motiv sollten auf einer Ebene sein (nicht zu sehr von unten/von oben fotografieren), Distortion ist dann minimiert (Wasserwaage im Sucher hilft!). Bei Kindern: Hinknien!

            Bitte habe Verständnis, dass ich nicht ausführlicher werden kann. Dann bleibt noch die grausame Tatsache, dass es Menschen gibt, die Gefühl für Bildkomposition haben und andere, die es nie kapieren werden, egal wieviel sie darüber lesen. Ein bisschen wie mit Musikalität.

            Am besten, du sammelst deine eigenen Erfahrungen. Wie gesagt, du bist ja mit der X100 vertraut, der Schritt zur Q (kompositorisch) ist nicht so gross (Was die pure Bildqualität betrifft, allerdings schon ein Unterschied).

            Liebe Grüße,

            Claus

      • Jolomy sagt:

        Portraits in Innenräumen – insbesondere von spielenden Kindern – gelingen mit kurzen Verschlußzeiten und mittleren Blenden aus der Hand am besten. Dazu verwende ich gern einen entfesselten Blitz, den ich auf ein Stativ fixiere oder Jemanden bitte, ihn zu halten. So bleibe ich als Fotograf beweglich in der Wahl der Perspektive und kann die künstliche Ausleuchtung vorab gut in die Komposition mit einbeziehen.
        Steve McCurry verwendete oft aufwendige Blitzanlagen zur Ausleuchtung seiner Portraits, fotografiert mit seinem favorisierten Kodachrome 25: http://www.stevemccurry.com

    • Jolomy sagt:

      Die Olympus OM-D E-M1 läßt doch keinen fotografischen Wunsch offen, oder? Die Olympus E-1 war meine erste „echte“ DSLR, die auch heute noch – ohne Makel – beste Bilder liefert. Hier hängen einige Urlaubsfotos mit Passe Partout gerahmt im Bildformat von 18×24 cm an der Wand. Sorgfältig belichtet, auf den Punkt fokussiert und mit ruhiger Hand fotografiert, gelingen Fotos, die auch mit den neusten DigiCams (mit Vollformatsensoren) nicht schöner ausfallen – bei identischer Druckvorbereitung mit beispielsweise Photoshop. Die neuere KB DSLR schaffte ich mir wegen der viermal größeren (ebenfalls austauschbaren) Einstellscheibe an, damit ich bei Portraits besser die Schärfeebene an beliebiger Position der Mattscheibe manuell festlegen kann.
      Im Vergleich zur Fujifilm X100T erlaubt die Olympus E-M1 sogar via Klappdisplay ein bequemes Portraitieren auf „Augenhöhe“ – wie mit einer Lichtschachtkamera …

  6. Kai sagt:

    Lieber Caus,
    es erinnert mich ein wenig an meine erste Leica, die Minilux mit dem 40mm Objekiv. Ich habe sie immer noch und vor wenigen Jahren konsequent und ausschließlich für eine Imagebroschüre über Schleswig-Holstein eingesetzt. Klar, auch hier wurde immer von einer unechten Leica gesprochen. Aber, sie war klein und kompakt und sie zwang mich, mit der vorhandenen Brennweite zurecht zu kommen. Und hier ist genau das Geheimnis der Q, man wird nicht mit dem Variieren beschäftigt sondern ist gezwungen, sich den Bildausschnitt zu suchen und damit klar zu kommen. Eigentlich eine Tatsache, die seit Beginn der Fotografie besteht.
    Was ich bei der Fuji, die ich mir nicht wieder kaufen würde, nicht gut finde: Viel zu viele Menüs, Möglichkeiten und Funktionen. Der elektronische Sucher und ein recht künstlich wirkendes Bild.
    Die Q habe ich noch nie in Händen gehabt, seit einem halben Jahr aber das neue 28mm-Objektiv und bin selbst überrascht, wie vielfältig man damit fotografieren kann. Nun habe ich mir einmal Bilder herausgesucht und nach Brennweiten sortiert und festgestellt, dass mit Abstand die meisten Aufnahmen mit 28 oder 50mm entstehen. Was ich mir gewiss wieder zulegen werde, ist für recht seltene Aufnahmen das 90mm. So überrascht der Schritt von Leica wenig, die Q ausschließlich mit 28mm anzubieten und Leica tut gut daran, es dabei zu belassen. Selbst die Q, vom Preis ja schon professionell, erreicht Ansprüche, die gefühlt 90% ihrer Nutzer gar nicht benötigen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die meisten Bilder in digitalen Archiven verschwinden und nur die wenigsten ausgedruckt oder mit entsprechendem Beamer projeziert werden.
    Was ich mittlerweile sehr skeptisch finde, ist die Kombination von Fotografie und Video in einer Kamera. Und dieses ist keine technische Skepsis sondern ein ganz menschlicher und deswegen umso ernster zu nehmender Aspekt: Sind wir mit der Digitalkamera unterwegs, sind die Menschen nämlich verunsichert, weil sie nicht wissen, ob wir filmen oder ein Motiv suchen. Abwehrhaltung ist mitunter die Folge. Bei einer Cam währe dies eindeutig.
    Da ich mir sicher bin, dass bei einer erneuten Wahl einer Digitalkamera diese auf Leica fiel, käme für ich die Q schnell dann infrage, wenn sie einen analogen Sucher hätte. Mir ist übrigens schleierhaft, warum die Q nicht mit ebensolchem angeboten wird, immerhin ist der Sucher einer der Kernkompetenzen Leicas.
    Zudem warte ich darauf, dass Kameras solargeladen werden können. Denn, ist man längere Zeit unterwegs ohne Stromanschluss, was bei Wanderungen durchaus vorkommt, geht nichts mehr.
    Was das Leica-Bashing betrifft- das kann nur von Leuten kommen, die Fotografie nie verstanden haben: Egal, gegen wen oder was gehetzt wird, es soll glaubend machen, es gäbe nur ein System, mit dem man gute Bilder machen kann. Dabei ist Fotografie vielfältig und der Fotograf, wenn er wirklich einer ist, aufgeschlossen, neugierig, experimentierfreudig. Menschen, die bashen, sitzen meist mehr hinter dem Computer anstatt draußen zu sein und zu entdecken- egal ob mit Zeichenblock, einer alten Minox oder dem neuesten Sonykram. Die Kamera ist einzig ein Handwerkszeug, das passen muss wie ein paar Schuhe, jeder wird dies anders fühlen. Und wenn man es schafft, mit der ausgewählten Kamera Bilder zu machen, die wen auch immer berühren, dann hat man die richtige Entscheidung getroffen und nicht einen Cent zu viel bezahlt. Ich jedenfalls bin glücklich mit meiner analogen M, aber sehr neugierig auf die Q. Deine Bilder haben dazu wesentlich beigetragen:-)
    Lieber Gruß ins Weserbergland.
    Kai

    • Jolomy sagt:

      Meine besten Fotos fotografierte ich freihand mit Brennweiten von 35 bis 85 mm im Kleinbildformat; dieses Jahr knipste ich meine Landschaftsaufnahmen auf Reisen ausschließlich mit dem f1,4/50mm Standardobjektiv meiner vollmechanischen SLR, um die Proportionen – wie gesehen – zu dokumentieren. Zuhause kam meist meine KB DSLR zum Einsatz – einfach, weil es bequem ist und Portraits oft mehrere Versuche beanspruchen.
      Meine über fünf Jahre alte DigiCam hat sicherlich ihren Zenit schon überschritten; als Ersatz wäre eine Leica M-D (262) prima, die aber auch nur für wenige Jahre zu gebrauchen wäre, denn jeder CMOS Sensor altert – unabhängig vom Hersteller. Da ich digital immer im RAW Format speichere und von Hand (AF-Taste) fokussiere, benötige ich kein Display an der Kamera oder tief gestaffelte Menüs. Adobe DNG gefällt mir auch gut. Hoffentlich verlagert Adobe den RAW Converter nicht in die Cloud …

      • Kai sagt:

        Eine M-D könnte mir auch gefallen, sie wäre derzeit mein Favorit. Was nur schön wäre, wenn man den CMOS austauschen könnte. Sollte bei dem Preis drin sein. Zum anderen ärgert mich aber hier die Preispolitik von Leica, die wesentlich mehr als abgespeckte VAriante kostet, obwohl die fehlenden Bauteile einiges an Produktionskosten sparen. Aber ich mag eben auch das Gefühl, etwas in der Hand zu haben, mir sind die Proportionen der M auch nach wie vor sehr angenehm.

        • Jolomy sagt:

          Ja, die Proportionen (77x138x36) fallen prima aus, zumindest für meine großen Hände! Die Preise für DigiCams mit sogenannten Vollformat Sensoren scheinen momentan zu explodieren – auch bei den japanischen Top Modellen. Eine M-D inklusive dem 50 mm APO Summicron liegt satt im fünfstelligen Bereich! Dafür bekommt man auch eine feinmechanische MP ohne jegliche Elektronik, die ich aber auf (Flug) Reisen nicht einsetzen würde. Solange Kodak Alaris ihr Sortiment anbietet, werde ich Filme belichten und diese in einem guten Fachlabor entwickeln, scannen und ausbelichten lassen. Meine seit Jahrzehnten favorisierte Ausrüstung besteht aus einer Leica M mit dem f2/35mm inklusive der passgenauen Streulichtblende – ohne Stativ und Blitzgewitter …

  7. Jolomy sagt:

    Prima, daß du DEINE Kamera gefunden hast! Es ist die Einfachheit, die auch mich immer wieder zu meinen beiden (baugleichen) Leicas greifen läßt. Die eine ist mit dem 35iger WW und die andere mit dem 90iger bestückt, sodaß ich vor Ort einfach nur die gewünschte Kamera nehme – ohne mich um die Lage der wenigen Bedienungselemente kümmern zu müssen.
    Mit dem 28iger in Kombination mit dem 50iger oder 75iger können doch auch viele Motive – ohne den zeitraubenden Austausch der Linsen – sogar in staubiger Umgebung fotografiert werden, oder?

    Viel Spaß mit deinen digitalen Leicas wünscht Jolomy!

    PS: Tests ignoriere ich komplett, sondern erfreue mich an zahlreichen Vergrößerungen bis 30 x 40 cm vom Kleinbild …

Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail wird nicht veröffentlicht.

Folgende HTML-Tags und Attribute dürfen verwendet werden:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

© 2017 - Messsucherwelt

Powered by WordPress - Built by ThemeShift